Morgensorgen

Verfasser: Julia Richling, Oliver Baeck, Oliver H. Herde und andere

OHH

Sorgsam bedacht, fast lautlos wird die Türe geschlossen. Dass Urszula noch immer schläft ist kein wirklich gutes Zeichen. Auch Reska hat viel zu lange in Stroh, Wolle und Leinen gelegen. Diese Reise könnte ruhig mal wieder etwas an Fahrt aufnehmen! Vom dauerhaften Herumsitzen fühlen sich bereits Anflüge von Rückenschmerzen angelockt. Da es jedoch schon recht spät zu sein scheint, wird der Morgenspaziergang besser zugunsten des Frühstückes verschoben. Wenn das so weitergeht, mag Reska bald eine weitere Hose benötigen.
Hilft ja alles nichts! Mit großen Schritten ist die Treppe erreicht. Fahrt aufnehmen, wenigstens hier im Kleinen!
Hurtig sind die ersten Stufen hinabgesprungen, als Reskas Blick auf den benachbarten Tisch fällt, beziehungsweise genauer die beiden Menschen daran: der wiederum ziemlich lässig anzusehende Kapitänmagus und... Vinizarah. Aussichtslos, sich an ihnen vorbeischleichen zu wollen; sie besetzen die beiden besten Plätze, wenn man die Stiegen beobachten wollte. Bei deutlich langsameren Tritten wird ebenso eingeatmet, als könne Reska damit Mut oder irgendwelche Ideen in sich hineinsaugen.

JR

Dass jemand die Treppe herunterkommt, fällt Vinizarah nicht auf, da sie in Dom Leranos Richtung blickt und tief in Gedanken versunken ist.

OB

Floris erhebt sich - und erweist sich als Meister in der Kunst, eilige Schritte als gelassene Bewegung wirken zu lassen. Der Norbardin nickt er beiläufig zu.

OHH

Stufe um Stufe sinkt Reska weiter hinab dem Schankraumboden entgegen. Sollte es nicht erleichtern, wenn Vinizarah allzu ins Gespräch vertieft die Anwesenheit alter Bekannter gar nicht mitbekommt? Irgendwann wird sie es dann vermutlich dennoch. Aber eigentlich mag die ganze Aufregung vollkommen überflüssig sein: Was soll denn geschehen! In keinem Falle wird sie aufspringen, nur um gleich bei der Begrüßung Reskas Geheimnis in die Welt hinauszuplärren. Wahrscheinlich sind alle Sorgen unbegründet.
Mit diesem ersten Anflug einer Selbstberuhigung steigt Reskas Aufmerksamkeit für andere Dinge gerade noch rechtzeitig, Floris' kleine Höflichkeit mitzubekommen und eilig mit einem ebensolchen Lächeln zu erwidern.

JR

Einen Moment lang folgt ihr Blick dem ihres Gesprächpartners zur Treppe, und sie zuckt unwillkürlich zusammen, als sich an deren Fuße in unmittelbarer Nähe tatsächlich jemand befindet und sie diese Person dann auch noch zu kennen glaubt.
Ein wenig durch den Wind dreht sie sich zu Dom Lerano zurück, denn bei all dem, was gerade innerlich und äußerlich geschehen ist, gibt es einen Punkt, der in seiner Bedeutung für sie alles andere überragt.

MvZ

Zaünins Blick fällt an Dharain vorbei auf Reska, die auf die kleine Echsenfrau unschlüssig oder suchend wirkt. Zaünin winkt ihr mit ausgestrecktem Arm, für den Fall, dass Reska nach einem Tisch sucht, wo ihre Gesellschaft willkommen ist.

OHH

Offenbar ist Vinizarah allzu sehr in ihr Gespräch vertieft. Dabei will Reska nun nicht gern stören. Zudem hat Zaünin eben Zeichen gegeben; sie sitzt ganz allein am gestrigen Tische auf dem nämlichen Platz. So scheint es nur recht, sich ihr zuzugesellen. Vinizarah hat auch noch Zeit bis später. Tatsächlich ist es seltsam, wie gut Reska die eigenen Sorgen hat ausräumen können, doch womöglich liegt es schlicht daran, wie wenig sie inzwischen begründet wirken. Mit langen, doch gemächlichen Schritten erreicht Reska diese vielleicht wundersamste aller bisherigen Begegnungen. Dahinter tritt auch manch absonderlicher Magus oder Hochelf noch zurück.

Ein wenig geistesabwesend wirkt sie, die gute Zaünin - fast wie versteinert. Magische Einwirkung dürfte aber sehr viel unwahrscheinlicher sein, als dass sie sich schlicht auruht wie eine sich sonnende Eidechse auf einem Stein am Wegesrand.
Näher heran, bemerkt Reska auch den Kapuziner am Tische, der im durch winterlich geschlossene Fensterläden bedingten schlechten Lichte des Schankraumes nahegleich mit den Schatten verschmilzt, da er sich über Kauen und andere sparsame Bewegungen hinaus auch nicht lebhafter benimmt als die Echsenfrau.
Über beide wie sich selbst schmunzelnd, gleitet Reska zurück auf den alten Platz von gestern Abend direkt neben der inzwischen schon irgendwie recht vertraut wirkenden Fremden.
Dennoch gleitet der Blick auch noch einmal zu Dharain; es könnte andernorts schon etwas besorgniserregend sein, so unachtsam umherzuschlendern und Leute zu übersehen. Hier in diesem Wirtshaus ist es hingegen eher ein untrüglicher Hinweis auf die andauernde Unterforderung. Wenn Urszula nicht bald aus dem Bette springt, wird Reska womöglich noch dick und dümmlich!

MvZ

Wie zum Beweis, dass sie nicht Opfer eines Paralü geworden ist, folgt Zaünins Kopf der sich setzenden Reska und lässt dabei ein "Guten Morgen" ertönen.

RB

Dharain ist froh, dass Zaünin ihm kein Gespräch aufzwingt, während er frühstückt und dabei seinen Gedanken nachhängt. Es gibt noch viele Gedanken, die in seinen Kopf kommen, wahrscheinlich ausgelöst durch die Träume, an die er sich nicht erinnert. Deshalb möchte er heute alleine weiterwandern, weiter nachdenken und einen Teil der Zeit, die er durch das frühe Rasten verloren hat, wieder aufholen.
Als Reska sich an den Tisch setzt, steht er auf und verabschiedet sich: "Boron mit Euch." Dann wendet er sich der Theke zu, wo er seine Rechnung begleicht.

OHH

Zuerst nickt Reska nur freundlich, doch dann setzt sich die Höflichkeit doch durch: "Guten Morgen."
Dass in diesem Moment Dharain so plötzlich aufsteht und sich das Gasthaus zu verlassen anschickt, ist Reska irritiert genug, seinen Abschiedsgruß nicht so rasch beantworten zu können. Ob er sich wohl mit Zaünin gestritten hat? Nein, so wirkt es dann auch wieder nicht.

MvZ

"Und mit Euch", erwidert Zaünin die Verabschiedung Dharains. Nein, wie ein Streit zwischen ihr und dem Golgariten wirkt diese Szene nicht.
Reska antwortet die Heilerin mit einem: "Danke. Euch ebenfalls einen guten Morgen." Dann hält sie es für angebracht, die Tischbesetzung für den Neuankömmling zu erklären. "Drei Herren haben den Tisch schon verlassen. Zwei davon kommen vielleicht bald zurück."

OHH

Neuerlich irritiert, blickt Reska nun Zaünin an, die ein zweites Mal einen guten Morgen wünscht - oder galt das erste gar nicht Reska? Doch die nachfolgende Bemerkung scheint für eine Untersuchung ersprießlicher. Mit den beiden offenkundig schon zuvor Entfleuchten mögen die beiden anderen gestrigen Tischherrn gemeint sein, zumal Reska Floris ja noch hat hinausgehen sehen. Aber saß er zuvor nicht am Kamintisch? So viele Rätsel am frühen Morgen!
Man kann ja mal der Einfachheit und Höflichkeit halber einfach rückfragen: "Floris und Horathio?"
Nebenbei huscht der Blick über die Tischplatte, um sich einen Überblick über das Frühstück zu verschaffen.

MvZ

"Genau", bestätigt Zaünin. "Einer davon saß erst irrtümlich an einem anderen Tisch. Und jetzt sind alle drei draußen in der Kälte."

OHH

Drei? Ach so, Dharain wird wohl mitgezählt, auch wenn der wohl kaum wiederkommt. Sachlich richtig wird auch er von Zaünin als 'draußen' eingestuft.
Und Floris saß irrtümlich am Kamintisch? Das bis eben kaum sichtbare Schmunzeln Reskas verbreitert sich. Wenn das mal nicht noch so eine spezielle Einordnung der wundersamen Echsendame ist!
"Aber warum?" wird die abschließende Feststellung hinterfragt; möglicherweise kennt Zaünin ja den Grund des allgemeinen Hinausgehens.

MvZ

Nach einem kurzen Zögern antwortet Zaünin: "Aus unterschiedlichen Gründen, glaube ich. Dom Dharain ist wohl abgereist. Ich nehme an, dass die anderen beiden mehr oder weniger dringend zum Abort gehen mussten."

OHH

Ein neuerliches Schmunzeln lässt sich nicht verhindern. Bislang hieß es doch immer, dass eher Frauen gern gemeinsam austreten gingen. Nun, es mag stets bei allem Ausnahmen geben - und letztlich handelt es sich ja schon wieder um eine bloße Vermutung seitens Zaünin. Mit anderen Worten: Der Gründe sind noch alle offen. Trotzdem nickt Reska einfach einmal, um wenigstens zu zeigen, dass die Worte vernommen wurden.

MvZ

OHH

VW

OB

Wird fortgesetzt...


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Redaktion und Lektorat: Oliver H. Herde im Jahre 2025