Nachrichten aus Aventurien

von Peter Diehn

Der folgende Text mag allen Besuchern einen Überblick geben, wie es im Firun 2511 Horas / 1019 BF / 26 Hal um den Rest Aventuriens stand. Es handelt sich um Informationen, die jeweils größeren Gruppen oder gar der Allgemeinheit bekannt sind. Inwiefern auch der einzelne Charakter davon weiß und als Gesprächsthema interessant befindet, muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden, doch wird ein Thorwaler gewöhnlich so wenig um Horasische Politik ahnen, wie ein gemeiner Söldling um die tieferen Geheimnisse der Astrologie...
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Der Rote Tod

Im Vizekönigreich Drol und dem Erzherzogtum Chababien, eingeschränkt auch im Herzogtum Methumien, also im ganzen Süden des Lieblichen Feldes, tobt seit einem dreiviertel Jahr der Rote Tod, auch Rote Keuche genannt. Die Seuche hat ihren Höhepunkt bereits hinter sich, in Drol ist die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft, in Chababien ist es ein Drittel (ein weiteres Drittel ist auf der Flucht), in Methumien ein Zehntel. Die Zahl der Opfer geht in die Zehntausende; es ist die schlimmste Seuche seit Jahrhunderten. Überall werden Massengräber und Scheiterhaufen errichtet, ganze Dörfer sind entvölkert.
Zumindest in den Grenzbereichen leben die einfachen Leute in Angst vor Ansteckung, während die Oberschicht weiter gelassen ihre Feste feiert. Der Tovalla - Grenzfluß zwischen Chababien und Methumien - ist zur Überquerung in beiden Richtungen gesperrt, Ausnahmen gelten nur bei Beglaubigung durch die Akademie Vinsalt, dass ein Betroffener nicht erkrankt ist.
Im Seuchengebiet sind die Heilerorden sehr aktiv, erliegen oft genug aber selbst der Krankheit.
Südlich von Drol riegeln Mengbillaner und Al'Anfaner ebenfalls in beide Richtungen ab. Im Lieblichen Feld sind alle Seehäfen gesperrt, einzig die Häfen Grangoriens (Sewamund, Grangor) sind frei, in Bethana nur in Ausnahmefällen.
Es wird sehr deutlich gemunkelt, dass die Seuche angeblich von Dämonen verursacht wurde.

Horasreich

Vor drei Wochen wurde der vierteljährliche Cronconvent in Arivor abgehalten, schon jetzt Blutkonvent genannt. Mit Hilfe eines Illusionsmagiers täuschte Fürstin Kusmina Galahan ein Hesindewunder vor, in welchem Amene der Ketzerei beschuldigt und Kusmina als neue Königin propagiert wurde. Die versuchte Usurpation wurde sofort durchschaut, die Kirchen stellten sich auf Seiten Amenes und Kusmina wurde inhaftiert. Nach einem mißglückten Fluchtversuch wurde sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit hingerichtet, das Haus Galahan geächtet, alle Besitztümer der Horas zugesprochen.
Demgemäß gärt es, Aufstände von Galahanisten werden niedergeschlagen; gegen Kuslik werden Truppen ausgeschickt, nachdem dortige Offiziere (allen voran die Kusliker Seesöldner) zum Hause Galahan stehen; die Nichte der Fürstin ist Opfer eines Attentats, da kaum anzunehmen ist, dass sie freiwillig aus dem Fenster sprang.
Auch in der hiesigen Domäne Pertakis kommt es zu einem Aufstand im Bereich Stadt Pertakis, nachdem es auf dem Konvent hieß, man sei mit dem Hause Galahan im Bunde - ein Vorwurf, der sich rasch als haltlos erwiesen hat.
Die Grafschaft Yaquirien hat ihren Provinzstatus verloren und wurde dem neugegründeten Erzherzogtum Horasia einverleibt (Kuslik, Yaquirien, Vinsalt). Der dortige Adel ist entsprechend aufgebracht, doch Amene ist im Moment zu stark, als dass Widerspruch möglich ist. Staatsministier Haakan von Firdayon-Bethana wurde zum Erzherzog erhoben, Erzwissensbewahrer Abelmir von Marvinko zum neuen Staatsminister.
Amene lässt die Göttlichkeit Horas' prüfen. Die fanatische Horasverehrung ist bereits jetzt im Abflauen, war aber ohnehin nie wirklich fest verwurzelt.
Im vergangenen Herbst wurde der abgesetzte und verbannte Markgraf Phrenos ay Oikaldiki erneut des Landesverrats für schuldig befunden und hingerichtet. Amene-Horas hat hierfuer extra einen Scharfrichter aus Mhanadistan holen lassen. Gräfin Udora von Bethana/Yaquiria, über 80 Jahre alt, liegt seit Monaten im Sterben. Erzherrscher Dapifer von Arivorien liegt nach wie vor seit über zehn Jahren siech in seinem Bett.
Der Allaventurische Konvent der Gildenmagier, der für Herbst des Jahres in Bethana angesetzt war, ist zwar bereits vor einem Jahr auf unbestimmte Zeit verschoben worden, der Austragungsort soll jedoch beibehalten werden. Die genauen Gründe sind nicht bekannt.

Mittelreich

Reichstruppen stehen in Almanda, die diplomatischen Beziehungen zwischen Horasreich und Mittelreich lassen einen Krieg befürchten, zumal nachdem die horasische Botschaft in Gareth vor wenigen Monaten vom Volk belagert wurde.
Ansonsten ist es mit Ausnahme von Maraskan ruhig. Über Maraskan ist seit Herbst eine Nachrichtensperre verhängt. Helme Haffax ist seit kurzem Fürst, Marschall und Admiral der Insel. Sein Nachfolger als Reichserzmarschall ist Leomar vom Berg, der in Almada die Grenze überwacht. Fürst Herdin hat abgedankt, Gerüchte sprechen davon, dass er dem Wahnsinn verfallen ist.
Auf dem Perlenmeer sollen sich seltsame Schiffe gezeigt haben, dass aber die Perlenmeerflotte Schiffe verloren hat, wird von Admiralität und KGIA abgestritten.
Die Wahl eines Hochkönigs der zwergischen Bergfreiheiten dauert seit Jahren an.

Der Norden

In Thorwal und dem Bornland ist es ruhig, der ehemalige Svelltbund steht nach wie vor unter Herrschaft der Orks und ist tributpflichtig.
Während das Horasreich mit Nostria gemeinsame Pläne schmiedet, ist man für die Andergaster dementsprechend Verräter und Feind.
In Paavi gab es im letzten Sommer Nachricht über gewaltige Goldfunde, die viele hundert Glücksritter angezogen haben. Der Winter hat die dortigen Lande nun fest im Griff, so dass die Goldsucher festsitzen. Nivesenschamanen prophezeien Winter, die zwei Winter dauern, und dass sich alle bösen Geister, die von Schamanen gefangen und vergraben wurden, befreien werden.

Der Süden

Leute sind ja dort schon immer verschwunden, nur sind jetzt auch bekanntere Namen darunter, hochrangige Beschwörer etwa. Angeblich ist die Hand Borons sehr aktiv zuletzt. Horasreich und Al'Anfa/Mengbilla drohen einander wie eh und je. Zu Brabak hat Amene diplomatische Beziehungen geknüpft.
Unter den Mohaschamanen kursieren vergleichbare Gerüchte wie bei den Nivesen, wenn auch deutlich schwächer, es ist die Rede vom `Meister des Yak-Hai'.

Aranien

Aranien festigt seine Unabhängigkeit, Prinz Arkos ist Anfang des Jahres zum Fürsten gekrönt worden, theoretisch ist damit Fürstin Eleonora die erste Frau im Lande, praktisch ist Fürstenmutter Sybia nach wie vor an der Macht. Die Beziehungen zum Mittelreich sind etwas lockerer geworden und man strebt nach Anerkennung der Unabhängigkeit und dem Ausruf zum Königreich.
Die Magierwelt ist in Aufruhr, seitdem sich in der Gorischen Wüste wieder allerhand tun soll.

Astronomie

Das Madamal ist abnehmend zum Helm hin, nachdem in der letzten Nacht aber Vollmond war, ist es zu 6/7 voll. Es steht in letzter Zeit oft ungewöhnlich weit südlich, ein mögliches Zeichen magischer Katastrophen.
Die Tagesplaneten sind Horas (Glück, Friede), Simia (Entstehung, Beginn) und Ucuri (Triumph, Sieg). In der novadischen Astrologie ist Marbo (Beendigung, Abschluss) der bestimmende Planet.
Durch die Wintersonnenwende vor wenigen Tagen verläuft die Sonnenbahn weit südlich. Der Zwölfkreis von West nach Ost: Gans (Horizont), Rabe, Schlange, Eisbär (Zenit), Eidechse, Fuchs, Storch (Horizont). Beherrschendes Sternbild des Jahres ist der Drache.
Auch in diesem Jahr blickt aus dem Sternbild Fuchs das Fuchsauge, das erst vor wenigen Jahren aufgetaucht ist, so als würde Phex Ausschau nach etwas halten.

Kosmologie

Es mehren sich langsam Weltuntergangspropheten, die das Ende des Zeitalters predigen. Tatsächlich haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr magische und elementare Katastrophen gehäuft. Experten sprechen in Expertenrunden von Sphärenbeben, ungewohnten Sternbewegungen und gar geringfügigen Verschiebungen der Sternbilder.
Viele Menschen flüstern zwar hinter vorgehaltener Hand von einem (nicht dem) Dämonenmeister, doch glaubt man eigentlich vielmehr, dass ein mächtiger Schwarzmagier umgeht; viele Gerüchte und Spekulationen, aber vor allem ist es der Aberglauben der Bevölkerung.


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