Musikmagie
Autoren: Matthias von Zedlitz, Oliver H. Herde und andere

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Nach einer Verbeugung zum Wirt und einer besonders tiefen Verbeugung zu der schönen Dame am großen Tisch beginnt der Barde, eine leise, unaufdringliche Melodie zu spielen. Dabei bewegt er sich langsam zwischen den Tischen im hinteren Bereich der Stube und lächelt den Gästen zu, deren Blick er erheischen kann.
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Erneut Sphärenklänge, beziehungsweise fortgesetztes Stimmen des Saiteninstrumentes? Nein, der Barde bietet nun sein Können dar. Musik ist so eine ganz andere Art der Magie, welche der Greis stets gern hörte, ohne deswegen je selbst welche von schlichtem Gesang abgesehen produziert zu haben.
Da zaubert man besser nicht dazwischen! Von der Unhöflichkeit abgesehen könnte die Konzentration beiderseits darunter leiden. Womöglich gibt es sogar andere geheimnisvolle Wechselwirkungen - vielleicht ein höcht interessantes Forschungsfeld für den Lebensabend!
Vom anfänglichen eher unwillkürlichen Lächeln ist nun ein ziemlich begeisterter, wenngleich geistesabwesender Blick übrig geblieben, welchen er da dem Barden ebenso wie anderen Betrachtern bietet.
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Mairik bemerkt die Begeisterung des Alten für seine Lautenklänge und nimmt dies zum Anlass, ihm etwas länger zuzulächeln. Dabei wechselt er unauffällig zu einer Melodie, die zu einer Zeit sehr beliebt war, als der heutige Greis mutmaßlich seine Akademie-Jahre verbrachte.
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Wie vertraut dies auf einmal klingt! Übrigens auch die Augen, die ihn schon wieder ansehen. Sind das nicht die von eben aus der Kugel? Dies würde schon wieder manches erklären.
Ja, diese Melodie hat er schon einmal irgendwo gehört - vor Generationen, so scheint es. Anerkennend wird dem Barden nun auch mit vollem Bewusstsein zugelächelt und zugenickt.
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Marik nickt dem Alten noch einmal freundlich zu, bevor er sich zur Stubenmitte hin dreht und seinen Blick über die übrigen Anwesenden schweifen lässt. Derweil schmückt er die Melodie mit Schnörkeln aus, die er bei jedem Durchgang variiert.
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Versonnen folgt der Magus mit seinen Blicken dem Gang des Barden. Welch ein Durcheinander von Erinnerungen dabei auf ihn einstürmt! Gewiss, die meisten davon sind überaus angenehm, doch trägt gerade dies zur Ergriffenheit des Alten bei. So vieles Schöne, das fort ist, so viele Freunde, die man nie wieder sprechen wird!
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Marik fällt noch ein anderes Lied ein, das etwa zur gleichen Zeit hierzulande modern war. Zunächst deutet er nur die ersten Töne dieser zweiten Melodie im letzten Durchlauf der ersten an, dann spielt er ein kurzes Zwischenstück, und der Übergang ist geschafft. Sein Blick fällt wieder auf den Magus, von dem er hofft, dass ihm auch dieses Musikstück bekannt vorkommt.
OHH
Grandios, diese Überleitung! Anerkennend wird genickt. Dieser Barde hat viel zu bieten. Wie kommt es, dass er dabei so ärmlich wirkt? Nun, das Leben ist eben nicht gerecht, sondern stets zufällig. Zudem ist mancher gewiss lieber unabhängig als wohlhabend und anerkannt, wenn er sich dafür allzu sehr verbiegen müsste. Der Greis würde sich als Hofmagus auch unwohl gefühlt haben. Auf den Akademien haben sie einem schon genug dreingeredet.
Unwillkürlich summt er leise die Melodie mit und denkt an Zeiten, zu denen er sie einst hörte.
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Marik stellt fest, dass der Alte die Melodie tatsächlich kennt. Nun bemüht er sich, die Begleitmusik auf seiner Laute so zu spielen, wie sie damals üblicherweise zu hören war. Derweil singt er mit einem leisen "La-la-lala-la" zusammen mit dem Greis die Melodie. Dabei strahlt er seinen Sangespartner an. Sicherlich, Marik kann gute Laune ausstrahlen, sobald er auftritt. Wenn jemand sichtlich Spaß an seiner Darbietung hat, braucht er sich dabei nicht einmal zu verstellen.
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Da fühlt man sich doch gleich achtzig oder neunzig Jahre jünger! Nachher muss er diesen Jüngling doch unbedingt mal an den Tisch winken, aber nicht gleich! Die Darbietung soll nicht gestört werden. Fast kommt es dem Alten wie ein gemeinsames Musizieren vor, doch ist er alt genug, nicht auf sich selbst hereinzufallen.
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Nach einem verspielten Abschluss des Liedes tritt Marik an den Greis heran und verbeugt sich artig. Da der Barde nicht weiß, wie gut das Gehör des Alten noch funktioniert, spricht er laut und deutlich: "Edler Herr, habt Ihr vielleicht einen Musikwunsch, mit dessen Erfüllung ich Euch den Tag versüßen könnte?"
OHH
Für Momente lässt der Alte offenbar nachhallen, dann lächelt er. Wenngleich jener Musikant von der rechten Anrede eines Magus von keinerlei Ahnung zeugt, ist er doch auf seine Weise höflich, freundlich und vor erfreulich verständlicher Aussprache - und dem Greisen jegliche Formalität ohnedem unwichtig.
Kurz überlegt er, um hernach seinen ersten Gedanken mitzuteilen: "Es gibt da ein Lied mit dem Titel 'Weil ich ein Magier bin'. Kennst du dies zufällig, mein Junge?"
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"Sicher, edler Herr", entgegnet der Barde fröhlich. "Eine mir wohl bekannte Weise. Ich muss jedoch zugeben, dass ich mir beim Text nicht ganz sicher bin. Wenn Ihr mir erlaubt, es vorzutragen, möchte daher um Nachsicht bitten, wenn das ein oder andere Wort von mir verändert oder ausgelassen wird."
OHH
"Oh?" Zunächst wirkt der Alte etwas verunsichert oder gar enttäuscht, doch dann lächelt er milde. "Gewiss, es ist wohl nicht sehr verbreitet, soweit ich das zu beurteilen vermag. Selbst bei meinen Kollegen nicht, welche sich oftmals daran stoßen. Um so treffender 'Du fragst, warum ich heimlich üb', unheimlich laut zu lachen'!"
Kurz stutzt er bei einem Gedanken, den er seltsamerweise bislang nie hatte. "Möglicherweise meint das ja etwas ganz anderes", murmelt er geistesabwesend zu sich selbst.
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Marik lächelt verschmitzt, während er die schmissigen Anfangsakkorde auf der Laute spielt. "Nun ich hoffe doch, dass ich das Lied so zu spielen vermag, dass Ihr es wiedererkennt. Immerhin gibt es einen Grund, warum es auch außerhalb der Magierkreise beliebt ist."
Ungeachtet des Versprechens an Tesden, die Musik zunächst leise im Hintergrund zu belassen, spielt und singt der Barde laut vernehmbar die erste Strophe:
"Was ist das für ein ekelhafter Dämon
der in meiner Studierstube steht,
mit 'nem Hauch von Ammonium und Sulfur
der mir beißend in die Nase weht?
Und da denk' ich mir: Oh, prima!
Der Zauber für Dämonenbann,
den hatte ich in meiner Prüfung.
Ich greif mein'n Stab und er ist dran!
Ich hau ihn weg weil ich ein Magier bin!
Weil ich ein Ma-a-a-agier bin
Gehörst du nicht nach Dere,
bist du ganz schnell hin,
weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Magier bin.
Wehr dich ruhig, du wirst vertrieben,
weil ich sowieso gewinn,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!"
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Zunächst öffnet der Alte seine Augen so weit, dass sie gleichsam die Brauen emporschieben. Diese Klänge hat er noch nie gehört.
Doch dann breitet sich der Mund wieder zu einem vergnügten Ausdruck. Das ist auch sehr schön, keine Frage. Im Takt nickt er ein wenig vor sich hin, wiegt sich dabei alsbald gar leicht wechselweise zu den Seiten. Wie gut, dass der Barde so deutlich singt und so nahebei steht!
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Während des instrumentalen Zwischenspiels vor der zweiten Strophe beugt sich Marik kurz zu dem Magier und sagt: "Die von Euch zitierte Textzeile stammt wahrscheinlich aus einer Strophe, die ich nicht kenne. Es gibt bestimmt unzählige Varianten dieses Liedes."
Damit wendet er sich dem Rest der Stube zu und singt weiter:
"Eines Abends geh ich so durch meine Sachen
und mein Hemd, das fühlt sich an als wär's vereist.
Plötzlich stell'n sich alle Haare auf im Nacken,
Doch schon nach Kurzem vertreib ich den Poltergeist."
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Das Hemd ist verreist? Und was meint er mit Folterscheiß? Bestimmt wieder ein akustisches Problem, da der Barde sich abgewandt hat. Doch schon erkennt der Alte, wie die Worte richtig lauten müssen. "Achso!" Er lacht herzlich und zeigt dabei seine überaus unvollständigen Zahnreihen.
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"Ich bin so froh, dass ich ein Magier bin,
dass ich ein Ma-a-a-agier bin!
Gehörst du nicht nach Dere,
bist du ganz schnell hin,
weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Magier bin.
Wehr dich ruhig, du wirst vertrieben,
weil ich sowieso gewinn,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!"
OHH
"Grandios!" kommentiert der Greis beiläufig und unabhängig davon, ob noch weitere Strophen folgen mögen oder nicht. Seine Hände liegen ruhig am Gürtel, wo ein zweiter Beutel seinen Inhalt noch nicht preisgegeben hat.
MvZ
Ein weiteres kurzes Zwischenspiel, ein freundliches Nicken zum Magier, dann beginnt die dritte Strophe:
"Auch ein Nekromant, der jagt mir keine Angst ein,
denn die Gegenzauber sind mir gut bekannt.
Zombies oder auch Skelette, selbst in Massen,
Die werden kurzerhand ganz schnell von mir gebannt."
OHH
Dieser schwarze Barde ist ein rechter Veteran seiner Zunft, möchte man meinen. Warum hat der Greis noch nie von ihm gehört? Doch halt, keine voreiligen Schlüsse! Erst einmal muss man ja den Namen erfragen, bevor man überhaupt beurteilen kann, ob jener bekannt ist.
Langsam, noch unbewusst gleitet die eine Hand dem gefüllten Beutelchen entgegen.
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Und wieder leitet das Ende der Strophe ohne Pause in den Refrain über:
"Ich kann das tun, weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!
Gehörst du nicht nach Dere,
bist du ganz schnell hin,
weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Magier bin.
Wehr dich ruhig, du wirst vertrieben,
weil ich sowieso gewinn,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!"
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Unsicher, ob das Lied mit diesen Versen zur Neige geht, hält sich der Magus mit Beifallsbekundungen noch zurück. Auch die Hand verweilt wie in Bereitschaftsstellung auf dem Beutel. Aufmerksam, doch unverändert fröhlich wird der Musicus angeblickt.
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Auch wenn sich das Publikum zahlenmäßig in Grenzen hält, verzichtet der Barde nicht darauf, das Ende des Liedes herauszuzögern. Um Gelegenheit zum Mitsingen zu geben, wird kurzerhand die Laute am Gurt baumeln gelassen und in die Hände geklatscht, während der Refrain erneut ertönt. Dabei erwidert Marik den fröhlichen Blick des Magiers.
"Weil ich ein Magier bin!
Weil ich ein Ma-a-a-agier bin!
Gehörst du nicht nach Dere,
bist du ganz schnell hin,
weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Magier bin.
Wehr dich ruhig, du wirst vertrieben,
weil ich sowieso gewinn,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!"
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Nach kurzer Verzögerung versteht der Alte die Aufforderung tatsächlich und stimmt so gut er kann ein:
"...bist du ganz schnell hin,
weil ich ein Magier bin,
weil ich ein Magier bin.
...vertrieben,
weil ich sowieso gewinn,
weil ich ein Ma-a-a-agier bin!"
Mangels Stimmkraft und Puste ist er nicht besonders laut, doch bleibt dem aufmerksamen Lauscher eine gewisse Musikalität nicht ganz verborgen, zumal er recht treffend den Kopf im Takte wiegt. Dabei die Hände zu benutzen, fällt ihm hingegen offenbar nicht ein.
MvZ
Nach dem letzten gesungenen Wort greift Marik wieder in die Saiten und spielt den instrumentellen Ausklang des Liedes, nicht ohne vor dem Schlussakkord noch ein paar Schnörkel einzubauen.
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Noch während des Ausklangs ruft der Magus: "Bravo, sehr gut!" Seine Hände sind fast wie durch einen Teleport vor die Brust geschnellt und klatschen nun ein paarmal Applaus, dann winkt er den Barden wohlwollend heran.
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Marik lächelt zunächst mit einer leichten Verbeugung in die spärlich bevölkerte Stube hinein, bevor er sich dem applaudieren Magier zuwendet und sich tief verbeugt. Dem Heranwinken leistet er sofort Folge. Immer noch davon überzeugt, das richtige Lied gespielt zu haben, sagt er beim Herantreten gut vernehmbar: "Ein hervorragender Musikwunsch, edler Herr, ganz vorzüglich."
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"Ja, wahrhaftig!" erwidert der Magus wohlgemut und unwillkürlich ebenfalls etwas lauter als gegenüber einem Menschen mit gutem Gehör nötig. Seine Anfügung verlautet sehr viel ruhiger und recht beiläufig: "Wie sich herausgestellt hat."
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Redaktion und Lektorat: Oliver H. Herde im Jahre 2026