Wina und die Tischerdolchung

Autoren: Jan Richling, Oliver H. Herde und andere

AN

Seysshaban am Kamintish springt auf, und reißt seinen Krummdolch aus dem Gürtel. Dabei fällt der Sitz klappernd nach hinten. "Wo ist die Echse?" fragt er den Mann und stößt seinen Dolch in den Tisch. Er blickt intensiv im Raum umher und auch unter den Tisch, an dem er steht.

NW

Tesden nickt den Gästen noch einmal freundlich zu, und schon ist er auf dem Weg zum nächsten Tisch. In diesem Moment zieht der junge Tulamide jedoch seinen Dolch. Erschrocken macht der Wirt drei rasche Schritte rückwärts, die Augen weit aufgerissen.

OHH

Aber was ist denn da am Kamintisch los! Ein Streit vielleicht? Was für eine Echse? Hat er etwa noch ein Tier mit in den Schankraum gebracht, das jetzt auf dem Tisch umherhuscht, und er versucht nun, es mit seinem Dolch zu erlegen? Das arme Tier - und der arme Tisch!
Hoffentlich können Tesden und der Thorwaler ihn beruhigen! Seinem endlosen Wortschwall nach hat er wohl zuviel getrunken.

JR

Udana kommt nicht wirklich dazu, über Winas Worte nachzudenken, denn die Geräusche vom Kamintisch wecken die trainierten Reflexe der Kriegerin. Während sie in die betreffende Richtung herumfährt, zieht sie ihre Hände, die zuletzt friedlich auf dem Tisch gelegen hatten, von selbigen und lässt sie rasend schnell in den Untiefen der Taschen ihres Umhangs verschwinden. Wonach sie dort greifen, bleibt verborgen, aber Udanas Haltung lässt keinen Zweifel daran, dass sie bereit ist, sich zu wehren, falls dies nötig sein sollte.
Sie erfasst allerdings schnell, dass keine unmittelbare Gefahr droht und es zumindest im Moment so aussieht, als könnten die Personen am anderen Tisch selbst mit dem umgehen, was dort geschehen ist. Dessen ungeachtet schiebt sie jedoch ihren Stuhl unwillkürlich ein Stück zurück, um jederzeit aufspringen zu können.
Erst danach kehrt ihr Blick zu Wina zurück und streift dabei auch das den Becher Wasser, den der Wirt gebracht hat. "Alkohol und Waffen passen nicht zusammen", sagt sie sehr leise, aber immerhin laut genug, um von Wina gehört zu werden.

OHH

Vermutlich sind in Udanas Taschen die Wurfdolche versteckt, von denen sie so viel erzählt hat. Ihren Worten jedenfalls kann Wina nur zustimmen: "Ja, wirklich! Aber erstaunlich, wie schnell er dabei noch zu sprechen vermag!" Und viel, könnte man anfügen. Dem steht auch der Thorwaler nicht nach, jedoch ist dies bei ihm ja eher ein Glück, wie es aussieht, da er eine weitere Stecherei zu verhindern und den Verrückten hinauszuführen sucht. Sowas hätte sie von Seysshaban vorhin nicht gedacht!

JR

Auch wenn das Thema, über das Wina und sie zuletzt geredet haben, Udana ziemlich nahe geht, so ist es aus ihren Gedanken vorerst verdrängt, denn wenn auf engem Raum mit Waffen herumgefuchtelt wird, kann es für alle Beteiligten sehr schnell gefährlich werden. Um sich selbst macht sie sich dabei keinerlei Gedanken, weiß sie doch, dass sie im Notfall schnell genug ist, um einem Angriff erst einmal entgehen zu können. Sie macht sich vielmehr Sorgen um Wina und die anderen Gäste.
Sie antwortet darum nicht sofort auf Winas Worte, sondern beobachtet das Geschehen für einige Augenblicke, um zumindest ein wenig Klarheit zu gewinnen. Sie bewegt sich dabei mit Ausnahme der Augen nicht sichtbar, aber in den tiefen Taschen ihres Umhangs haben sich ihre Hände längst fest um die vertrauten Griffe der tödlichen Wurfmesser gespannt. Genau dort bleiben sie aber auch mitsamt der Messer, so dass einzig die angespannte Haltung darauf hinweist, dass die Kriegerin kampfbereit ist.
"Ich glaube, das ist nicht nur der Alkohol", sagt sie dann ähnlich leise wie zuvor, wobei ihr Blick dieses Mal nicht zu ihrer Gesprächspartnerin zurückkehrt, sondern auf das Geschehen am anderen Tisch gerichtet bleibt, "mir scheint, als würde da auch eine schreckliche Erinnerung eine Rolle spielen." Diese Worte klingen nicht so ruhig, wie Udana es eigentlich möchte, aber immerhin schafft sie es, viel Selbstsicherheit in sie zu legen.

OHH

Vielleicht hat Udana recht: Man muss wohl auch ein wenig Mitleid mit dem Tropf haben. Womöglich hat ihn überhaupt erst ein Kummer zum Trinken verleitet. "Trotzdem ist das keine Entschuldigung!" stimmt sie leise der Vermutung indirekt zu. Solche Leute sind einfach zu rücksichtslos.

JR

Ehe sie antwortet, wirft Udana einen weiteren Blick in Richtung der Ereignisse am Kamintisch. Es sieht vorerst nicht so aus, als würde die Gewalt dort eskalieren, aber ungeachtet ihrer Jugend hat Udana schon mehr als einmal erlebt, dass solch ein Eindruck täuschen kann. Ihre Finger, die nach wie vor die Griffe der Wurfmesser in den Tiefen der Taschen ihres Umhangs umfassen, entspannen sich darum in keiner Weise und auch sonst bleibt die Kriegerin angespannt.
"Vermutlich nicht", entgegnet sie dann, "wobei ich nicht mitbekommen habe, wie das angefangen hat. Ich habe es selbst noch nicht erlebt, aber wenn jemand etwas Schreckliches erlebt hat, dann kann schon etwas sehr kleines ausreichen, um ihn dies wieder erleben zu lassen."
Sie hält kurz inne, ehe sie gedanklich zu Winas Worten zurückkehrt. "Waffen sollte man dann aber wirklich aus dem Spiel lassen."

OHH

Zu schlimmen Erlebnissen kann Wina nichts sagen; sie hat immer ein wohlbehütet friedliches Leben gehabt, dazu alle Freiheiten, die man sich als Kind wünschen konnte. Auch die Schneiderei gibt kaum Ärgerlicheres als einen gepieksten Finger oder einen unangenehmen Kunden her. So zuckt Wina dazu die Achseln.
Zu den Waffen meint sie jedoch: "Schon, aber die sind halt gerade da - im Gegensatz zum Verstand."

JR

Udanas Blick huscht rasch zwischen den Menschen am anderen Tisch und Wina hin und her. Es sieht danach aus, als wollten jene das Gasthaus durch die Tür verlassen, was Udana für eine sehr gute Lösung hält, die allerdings das Problem hat, dass der Weg ziemlich nah an ihrem Tisch vorbei führt. Immerhin, und das beruhigt sie gleich wieder, steht ihr Stuhl der Tür viel näher als der Winas.
"Zum Glück ist es nur ein Dolch", entgegnet sie ebenso leise wie zuvor, "eine Axt oder ähnliches wäre hier drinnen weitaus gefährlicher."
Sie rückt ihren Stuhl nach diesen Worten ein klein in Richtung des Raumes herum und zugleich etwas näher an den Tisch heran. So muss sie sich weniger verrenken und hat zudem etwas mehr Abstand zwischen sich und dem nach draußen führenden Weg.

OHH

So ganz schlüssig wird sich Wina nicht, ob Udana sehr klug damit tut oder etwas übervorsichtig ist. Doch fraglos hat jene weit mehr Erfahrungen - überhaupt welche, um genau zu sein - mit Waffen und Gefahrensituationen. Dies könnte beruhigen, so gut beschützt zu werden. Zugleich hingegen weist es Wina erst recht auf die Bedrohung hin, welche sie ansonsten fast zu vergessen vermochte, da die Verrückten ja nur aufgeregt miteinander tuscheln.
"Seltsam, dass seine Schwester, der Thorwaler und diese andere Tulamidin da auch noch mitmachen! Oder wollen sie ihn nur beruhigen?" Mit einem Kopfschütteln sucht sie, die verwirrten Gedanken in Ordnung zu bringen.

JR

Udana rückt noch ein Stück weiter von der Tür weg, als sie sieht, dass die anderen den Mann mit dem Dolch tatsächlich auf dem kürzesten Weg aus dem Gasthaus führen, also ziemlich direkt an ihr vorbei. Sie denkt erneut darüber nach, aufzuspringen und ein ganzes Stück zur Seite zu gehen, doch das könnte ebenso auch ganz schnell dazu führen, die ganze Lage erst recht zu eskalieren. Somit bleibt sie sitzen, während sie versucht, sich ihre Anspannung nicht anmerken zu lassen. In ihren tiefen Taschen hingegen, verborgen vor den Blicken aller, sind ihre Hände weiterhin bereit, die beiden Dolche bei Bedarf zum Einsatz zu bringen.
"Sie wollen ihn schnell nach draußen bringen", entgegnet sie auf Winas Worte, wobei sie noch leiser spricht, denn auch das soll niemand außer der Schneiderin hören. Das ist zugleich auch der Grund, warum sie nur diese wenigen Worte sagt, denn schließlich kommen die anderen näher.

OHH

Wina nickt, sowas war ja zu vermuten. Dann ist es wohl am besten, wenn sie jetzt auch die Klappe hält und ganz harmlos und unbeteiligt tut. Zumal sich dies ja genau so verhält, muss sie sich im Grunde nicht groß verstellen. Dennoch schmückt sie ihr empfundenes Theater mit einem Blick zur Decke aus, als beobachte sie unter freiem Himmel einen Vogelflug.

JR

Ein Lächeln huscht ganz kurz über Udanas Gesicht, als sie Winas Blick bemerkt, doch dann wird sie rasch wieder ernst, denn das, was gerade geschieht, ist es auch.
Sie vermeidet es, bewusst zu den Näherkommenden zu schauen, sondern behält sie im Augenwinkel im Blick, während sie sich immer mehr anspannt und sich gedanklich darauf vorbereitet, bei Bedarf sehr schnell zu handeln. Da sie ihre Säbel nicht bei sich hat, sind im hoffentlich nicht eintretenden Notfall die Wurfmesser ihre beste Option, doch diese brauchen mehr Abstand, als ihre Position so nahe an der Tür es vermutlich zulässt. Darum sind sie auch erst der zweite Schritt, denn vorher muss eben dieser Abstand hergestellt werden. Udanas Blick geht kurz in Richtung des Bodens und wirkt weiter uninteressiert, doch in Wahrheit schätzt sie ab, auf welchen Weg sie sich am besten so an Wina vorbei abrollen kann, dass sie diese nicht in Gefahr bringt und gleichzeitig in eine Position kommen kann, in der sie die Wurfmesser einsetzen kann. Nichts davon führt - abgesehen von den Blicken - jedoch zu irgendwelchen Bewegungen der jungen Kriegerin.

OHH

Als es Wina an der Decke zu langweilig wird, wendet sie den Blick statt dessen nach links zur Treppe. Auch nicht sonderlich faszinierend. Hoffentlich brauchen die nicht mehr so lange! So langsam kommt sie sich recht albern vor.

JR

Auch wenn Udana natürlich nicht die Spur einer Ahnung hat, welche Gedanken Wina durch den Kopf gehen, so wünscht auch sie sich, dass die anderen nicht mehr lange brauchen, um nach draußen zu kommen. Das liegt weniger an der Anspannung, die sie sogar als eine gar nicht so unwillkommene Abwechselung empfindet, sondern vielmehr daran, dass sie es gar nicht mag, wenn ihr andere in Situationen, in denen sie eigentlich ihre Ruhe haben möchte, irgend etwas aufzwingen.
Natürlich kann der Mann nichts für das, was seine Erinnerungen anrichten, sagt sie sich rasch, was aber letztlich an ihrer eigenen Situation nicht viel ändert. Sie zwingt ihre Gedanken darum zurück zu dem Naheliegendsten, und das ist der Umgang mit der möglichen Gefahr. Sie weiß genau, wo sie nach ihrem Abrollen zum Stillstand kommen würde, und genau von da aus darf sie, falls es wirklich dazu kommt, in keiner Weise zögern.

OHH

Anstatt endlich zu verschwinden, wird die Gruppe zu einem kaum bewegten Standbild. Was Wina von deren Gespräch mitbekommt, ist sämtlich ungereimtes Zeugs. Wie langweilig! So blöd war es in all den Jahren ihrer vielen Besuche nie im Eber. Vor allem tut ihr Sarina leid, die sich doch ganz bestimmt sehr auf ihr Fest gefreut hat. Schade!

Als sich die Geschwister und ihr Anhang unvermittelt doch endlich in Bewegung setzen, muss sich Wina sehr zusammenreißen, dies nicht mit fröhlichem Lächeln offen zu begleiten. Bestimmt ist es besser, weiterhin ganz unbeteiligt zu tun, wie es Udana ihr nahegelegt hat. So wird wieder mitfühlend die Köchin betrachtet, die ganz ermattet wirkt.

Ungläubig schauen Wina und Sarina auf die Eingangstüre, nachdem diese sich hinter dem kleinen Grüppchen geschlossen hat. Man könnte es so formulieren, dass sie etwa dieselben Gedanken haben, denn beider Köpfe sind für einen Moment ganz leer, da die eben noch alles beherrschende Anspannung so plötzlich abgeschnitten erscheint.
Als drüben der greise Magus unvermittelt zu klatschen beginnt, klingt dies in beider Ohren trotz all seiner Zurückhaltung in der plötzlichen Stille des um die Hälfte der Gäste entleerten Schankraumes recht laut und überraschend, ändert hingegen wenig an Ausdruck und Gefühlsleben der beiden so unterschiedlich alten Frauen.

JR

Udana atmet auf, als die Tür hinter der hinausgehenden Gruppe wieder geschlossen wird. Sie entspannt sich jedoch nicht sofort, sondern erst allmählich. Als dann das Klatschen ertönt, dreht sie sich verwirrt in die entsprechende Richtung, denn das passt in keiner Weise zu ihrer Vermutung und dem, was sie mitbekommen hat.
Danach kehrt ihr Blick wieder an den eigenen Tisch und zu Wina zurück. "Nach einer netten Überraschung für die Köchin sah mir das nicht aus", sagt sie dann, wobei sie unbewusst noch genauso leise spricht wie zuvor und es auch nicht ganz klar ist, ob sie das zu Wina oder doch eher nur zu sich selbst sagt.

OHH

Auch Wina ist für einen Moment unsicher, ob dies alles nur eine Schau gewesen sein soll, dann entscheidet auch sie sich dagegen. "Nein, gar nicht! Ganz unnett! Saufköppe!"

JR

Winas entschiedene Antwort bringt Udana zum Lächeln und sorgt zugleich auch dafür, dass sie sich weiter entspannt und nun endlich die Waffen loslässt. "Das wohl", sagt sie dann, wobei sich ihr Lächeln verstärkt. "Zumindest würde man das in der Heimat des sehr gesprächigen Mannes so sagen."
Nach diesen Worten erscheinen die Hände der jungen Frau wieder aus den Untiefen der Taschen ihres Umhangs. "Hast du zufällig mitbekommen, was geschehen ist oder gesagt wurde, ehe das alles losgegangen ist?" fragt sie, wobei ihr Gesicht wieder ernst wird.

OHH

Mit großen Augen blickt Wina nun ihre Tischgefährtin an. "Ist das wichtig?" Dabei schüttelt sie den Kopf, denn sie hatte sich ja auf das Gespräch konzentriert. "Ich weiß nur von Seisch... von des fremden Bruders Ausbruch, als er den Tisch erdolcht und rumgeschrien hat." 'Der Saufkopp', wiederholt sie in Gedanken ihre Erklärung dafür.

SR

Jorik tritt ein. Er hebt die Hand, räuspert sich kurz und spricht laut genug, dass die umliegenden Tische es hören: "Freunde, verzeiht den Aufruhr vorhin. Der junge Tulamide trägt mehr alte Schatten mit sich herum, als ihm lieb ist. Keine Bosheit - nur ein Schrecken, der ihn unerwartet erwischt hat. Vielleicht hat er auch einfach den Käse nicht so gut mit dem Alkohol vertragen."
Jorik lässt den Blick über die Runde schweifen - offen, ruhig, erklärend. Dann sucht er den Blick der Wirtin und des Wirts, und sein Gesicht hellt sich auf: "Damit wir alle wieder ein wenig entspannen können, geht die nächste Runde auf mich."

JR

Udana will gerade antworten, als der Thorwaler auch schon wieder hineinkommt und mit seinen Worten ziemlich genau das bestätigt, das ihr durch den Kopf gegangen ist. Sie nickt darum bei diesen Worten ganz leicht, ehe die letzten Worte sie daran erinnern, dass vor ihr auf dem Tisch ein bislang vollkommen unberührter Becher mit Wasser steht. Sie streckt darum ihre nun wieder freie rechte Hand danach aus, hält aber kurz vorher inne.
"Wirklich wichtig ist es nicht", gibt sie Wina dann die noch ausstehende Antwort, "ich möchte eigentlich nur vermeiden, irgendwann später versehentlich etwas zu sagen, das ihn erneut" - sie sucht kurz nach einem Wort, ehe sie einfach das verwendet, das der Thorwaler zuvor benutzt hat - "erschreckt." Mit einem Lächeln auf den Lippen ergänzt sie: "Nicht, dass noch ein Tisch erdolcht wird!"

OHH

Demnach sei der fremde Bruder nicht nur vom Alkohol, sondern auch dem Käse betrunken? So recht weiß Wina nicht, wie sie das verstehen soll. Was sie vorhin gekostet hat, war doch sehr lecker! Oder sollte darin irgendein Rauschmittel verborgen liegen? Hat es deswegen so gut geschmeckt? Gut, der eine war ja recht pikend...
Über diese Gedanken und Udanas Worte vergisst Wina zunächst, dem Thorwaler gebührend zu danken. Statt dessen schmunzelt sie über deren Ausführungen und nickt dann. Ja, der fremde Bruder ist wohl schlicht zu zart besaitet.
Udanas Trinkgefäß lenkt Winas Aufmerksamkeit auf das eigene, an dem sie bei dem Durcheinander bislang allenfalls ein wenig genippt hat. Rasch schnappt sie es, hebt es dem Thorwaler zum Dankesgruße entgegen und versucht vergeblich, es in einem Zuge zu leeren.

JR

Als Wina nach ihrem Getränk greift und damit dem Thorwaler in gewisser Weise für die Einladung dankt, beendet auch Udana die gerade unterbrochene Bewegung und folgt zumindest in diesem Punkt dem Beispiel der anderen. Im Gegensatz zu dieser verzichtet sie jedoch auf den Versuch, den Becher in einem Zug zu leeren, sondern nippt lediglich ein wenig daran, ehe sie ihn wieder auf den Tisch stellt.

OHH

Ein einzelner Schluckauf ist die geringe Strafe, sich so übernommen zu haben. Schwerer wiegt das leichte Völlegefühl. Beides wird erleichtert durch den unvermittelten Rülpser, welchen man einem schmalen jungen Fräulein wie Wina vielleicht nicht zugetraut hätte, der hingegen natürlich nicht mit dem eines ausgewachsenen Thorwalers mithalten kann.
Für alle Fälle lächelt sie entschuldigend die Halbelfe an, auch wenn sie nicht annimmt, jene würde Wert auf liebfeldische Hofetikette legen.

JR

Winas Rülpser überrascht Udana für einen Moment, was nicht am Rülpser an sich liegt, denn da hat sie während ihrer langen Reisen in zahlreichen Gasthäusern schon sehr viel zu hören bekommen, sondern eher daran, dass sie nicht gedacht hatte, dass Wina derlei so offensichtlich tun würde. Andererseits ist dies Gasthaus in einer ländlichen Gegend und Wina kommt aus einem Dorf, so dass es eigentlich doch kaum verwundert.
Diese Gedanken sorgen dafür, dass Udana das Lächeln ein wenig verspätet erwidert, während ihre Gedanken bereits weitergehen, oder, besser gesagt, in gewisser Weise zurückgehen. "Wo waren wir eigentlich stehengeblieben, ehe der Tulamide die Einrichtung angegriffen hat?"

OHH

"Wir hatten über deinen Großvater gesprochen", erinnert sich Wina sogleich, um sich umgehend selbst zu berichtigen: "Deinen Urgroßvater, meine ich." Selbszufrieden, die Familienverhältnisse nun erfasst zu haben, schmunzelt sie die Halbelfe - nein, Achtelelfe! - freundlich an.

JR

Udana nickt bei dem Wort 'Urgroßvater', schüttelt dann aber den Kopf, denn eigentlich waren sie damit doch schon fertig. Oder doch nicht?
Sie zögert kurz, dann sagt sie: "Ich glaube, als letztes hatte ich gesagt, dass ich froh bin, dass ich mit ihm zumindest reden könnte, falls ich ihn denn mal treffe und, was vermutlich richtig unwahrscheinlich ist, ihn als denjenigen erkenne, der er ist. Ich habe nämlich nicht die geringste Ahnung, wie er aussieht, ich meine, abgesehen davon, dass seine Ohren im Vergleich zu meinen sicherlich richtige Spitzen haben."

OHH

"Das ist wenig", stimmt Wina bedauernd zu. "Aber was meinst du damit, dass du mit ihm reden könntest? Weil du dich trauen würdest oder Elfisch kannst oder was sonst?" Ehrlich interessiert blickt sie die andere an.

JR

"Beides", entgegnet Udana nach einem kurzen Zögern, "wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich mir noch nie die Frage gestellt habe, ob ich mich das trauen würde. Wir haben schon des öfteren für irgendwelche Auftraggeber Leute gesucht und diese am Ende auch angesprochen. Oft hat das meine Mutter gemacht, aber ich hatte damit auch noch nie ein Problem."
Sie zögert erneut. "Andererseits waren das reine Aufträge und eben nichts persönliches."

OHH

Verständnisvoll wird genickt. "Was würdest du ihm denn sagen oder ihn fragen wollen?" Alles mit 'Du, übrigens' am Anfang würde Wina etwas unbeholfen erscheinen.

JR

Überrascht sieht Udana die Schneiderin an, denn über diesen Punkt hat sie tatsächlich ebenso wie über die Frage, ob sie sich trauen würde, ihn anzusprechen, in keiner Weise nachgedacht. "Vermutlich würde ich einfach 'Sanyasala' sagen", erwidert sie dann, "aber ich glaube, das ist nicht, was du wissen willst." Das eingestreute elfische Wort bricht den Redefluss durch seine vollkommen andere Aussprache deutlich, verrät aber zumindest demjenigen, der des Isdira kundig ist, dass die junge Frau die elfische Aussprache recht gut beherrscht, es aber mit Sicherheit nicht ihre Muttersprache ist.
Sie zögert kurz, während sie an verschiedene Aufträge denkt, bei denen ihre Mutter und sie im Auftrag anderer nach Personen gesucht haben. "Alles andere käme wohl sehr darauf an, wie sicher ihr mir bin, den richtigen Elfen vor mir zu haben."

OHH

Ganz richtig vermutet Wina, dass jenes elfische Wort wohl irgendwie der Begrüßung dienen mag, also lächelt sie kurz zu dem mutmaßlichen Scherz.
"Natürlich, das meinte als Voraussetzung", bohrt sie unbestimmt nach. Dann kommt ihr ein anderer Gedanke, welcher wieder einen besorgt-betroffenen Ausdruck auf ihrem Gesicht hervorruft. "Oder magst du lieber nicht darüber sprechen?"

JR

Wieder wird Udana überrascht und sieht Wina darum ein wenig verwirrt an. Dann schüttelt sie den Kopf. "Keine Sorge", entgegnet sie rasch, "es macht mir überhaupt nichts aus, darüber zu sprechen. Schließlich kenne ich den Mann gar nicht und weiß nicht einmal, ob er überhaupt noch am Leben ist, denn seit der Geburt meiner Großmutter sind schon ziemlich viele Götterläufe vergangen."
Sie spielt kurz gedankenverloren mit dem Krug, dann hebt sie den Blick wieder und sieht Wina an. "Ich glaube, ich würde ihn irgendwann fragen, warum er gegangen ist, aber das wäre mit Sicherheit nicht die erste Frage, die ich ihm stellen würde."

OHH

Ja, das klänge dem Elfen vielleicht etwas zu vorwurfsvoll, wenn man ein Gespräch so begänne; jedenfalls würde Wina es wohl so empfinden. "Sondern?" bohrt sie weiter, da Udana anscheinend einen besseren Anfang im Hinterkopf hat.

JR

"Es käme darauf an, wie sicher ich mir bin, den richtigen Elfen vor mir zu haben", erwidert Udana ohne Zögern, "aber vermutlich würde ich selbst dann, wenn ich mir sehr sicher bin, irgendwie so anzufangen, dass es meine letzten Zweifel zerstreut. Wobei..."
Sie hält wieder ein und schüttelt dann den Kopf. "Nach dieser langen Zeit würde es aber sicher eher so aussehen, dass er einfach ein Elf ist, mit dem ich mich auf der Suche nach meinem Urgroßvater unterhalte und erst im Gespräch auf die Idee kommen würde, dass er es vielleicht sein könnte."

OHH

Das leuchtet ein. "Stimmt, womöglich erkennt er die Verwandtschaft dann aus irgendeinem Grund noch vor dir oder ihr erschließt sie euch gemeinsam!" Für Wina ist das eine sehr schöne, rührende Vorstellung.

JR

Udana nickt. "So könnte es geschehen", sagt sie dann, "und das erscheint mir beinahe wahrscheinlicher als irgendein Hinweis, der gezielt zum richtigen Elfen führt."
Sie sieht nach diesen Worten für einige Augenblicke ihren Becher an, ehe sie wieder daran nippt. "Hast du eigentlich auch Elfen als Kunden?" spricht sie dann einen Gedanken aus, der ihr gerade kommt.

OHH

Da hat Udana wohl recht. Mitfühlend schweigt auch Wina für Momente.
"Elfen gelangen nicht gar so viele in diese Gegend", erklärt sie dann. "Meist sind es durchreisende, die hier im Eber rasten. Und in aller Regel fertigen oder flicken sie ihre Sachen selbst."
Unwillkürlich versucht sie sich, die äußerst raren Situationen ins Gedächtnis zu rufen, in denen Elfen bei ihr oder ihren Eltern etwas in Auftrag gaben. Dass Udanas Groß... nein, Urgroßvater darunter war, dürfte sehr unwahrscheinlich sein. Ob man ihm sein Alter irgendwie anmerken würde? Vermutlich eher an seinem Verhalten denn am Aussehen.

JR

Bei der Erwähnung der ihre Sachen selbst flickenden Elfen nickt Udana sofort. "Ich muss zugeben, dass wir das meist auch machen, wenn wir unterwegs sind", spricht sie den Rest des Gedankens sofort aus, wobei sie Wina beinahe entschuldigend ansieht, "und wenn wir jemanden aufsuchen, dann ist das eher ein Waffenschmied als ein Schneider."

OHH

Natürlich, einen Amboss oder auch nur allerlei Werkzeug wird man kaum auf Große Fahrt mitnehmen! Aber Winas Gedanken eilen bereits wieder zurück zu schneidernden oder vielleicht auch mal nicht schneidernden Elfen. "Ich würde deinen G... Urgroßvater ja noch weniger erkennen als du", stellt sie resignierend fest.

JR

Winas Worte überraschen Udana zuerst, doch dann wird ihr bewusst, dass die andere ihre letzten Äußerungen anders verstanden hat, als sie das eigentlich gemeint hat. Mehr noch, eigentlich ist dieses Verständnis sogar naheliegender als das, was sie im Sinn hatte.
"Vermutlich wären wir beide gleich gut darin", erwidert sie schließlich, "aber das eigentlich auch gar nicht der Sinn meiner Frage. Ich hatte mich tatsächlich nur gefragt, wie oft Elfen eine Schneiderin in einem Ort wie Solstono aufsuchen."

OHH

"Ja, wie gesagt", nickt Wina, "selten!"
Eine Kopfbewegung zeigt, dass sie einen neuen Gedanken hat: "Möchtest du etwas in Auftrag geben?"

JR

"Ich?" fragt Udana überrascht, denn auch wenn die Frage eigentlich naheliegend ist, hat sie damit in keiner Weise gerechnet.
"Tatsächlich habe ich noch nie bei einem Schneider etwas in Auftrag gegeben", sagt sie dann, "denn es kommt selten vor, dass wir ausreichend lange an einem Ort sind." Während sie das ausspricht, wird ihr klar, dass es dieses Mal anders ist, denn sie wird wenigstens so lange in dieser Gegend bleiben, bis ihre Mutter eintrifft. Von daher wäre es möglich, nur: Es gibt nichts, das sie dringend braucht. Das bleibt aber erst einmal unausgesprochen, denn in der Form kommt es ihr reichlich unhöflich vor.

OHH

Verstehend wird abermals genickt. "Na, da hast du bestimmt selbst die nötigsten Kenntnisse", stellt Wina fest. "Aber warum hast du denn nun nach Elfen als Kundschaft gefragt?"

JR

"Kenntnisse? Ich?" Wieder einmal sieht Udana die Schneiderin verwundert an, ehe ihr bewusst wird, dass man ihre Worte in der Tat auch ganz anders verstehen kann, als sie gedacht waren. "Ich kann ausreichend gut mit Nadel und Faden umgehen, um kleine Schäden in Ordnung zu bringen", erwidert sie dann, "aber Schneidern kann ich ganz sicher nicht. Was ich meinte, ist, dass wir normalerweise nichts für uns schneidern lassen, sondern meist Kleidung verwenden, die jemand anders nicht mehr braucht." Die letzten Worte klingen für die Ohren der Kriegerin beinahe bedrohlich, aber sie hofft, dass Winas Gedanken nicht in diese Richtung gehen. Udanas Gedanken hingegen gehen zu der Frage, die Wina gestellt hat, doch sie bleiben vorerst unausgesprochen, will sie doch Wina nicht mit ihren Worten überschütten.

OHH

"Oh!" Folglich tragen Udana und ihre Mutter anderer Leute alte Sachen ab. Dies klingt bedauernswert ärmlich. Tatsächlich wirkt die Halb- oder Achtelelfe auch nicht gerade nach neuester Vinsalter Mode gewandet, aber es gäbe ja noch Abstufungen dazwischen. "Zur Tarnung?" fragt Wina vorsichtig. Eventuell wollen die beiden ja schlicht und einfach unauffällig sein. Abgerissene Leute werden meist weniger beachtet, wenn sie nicht dem entgegen durch andere Dinge wie schlechtes Benehmen oder eine Bierfahne ins Auge - oder die Nase - stechen.

JR

"Manchmal auch zur Tarnung", bestätigt Udana, "wobei das oft auch in die entgegengesetzte Richtung geht, weil unsere Auftraggeber wollen, dass wir einen bestimmten Eindruck hinterlassen. Denk nur an das, was ich vorhin erzählt habe. Da habe ich Kleidung der Tochter jenes Händlers getragen, damit andere denken, er wäre mit ihr unterwegs. Ansonsten wollen wir natürlich unauffällig sein, aber oft ist der Grund noch viel einfacher, denn längst nicht jeder Auftrag ist so ertragreich wie die Begleitung dieses Händlers."
Sie gestattet dem Gedanken, der ihr zuvor bei Winas Frage gekommen ist, einige Augenblicke der Reifung, doch er bleibt weiterhin unausgesprochen.

OHH

Bei geliehener Kleidung ist natürlich alles denkbar. Bestimmt ist es ein bisweilen sehr hartes Leben, welches Udana und ihre Mutter da führen - selbst ohne die ständigen Gefahren. "Das tut mir leid", bekundet Wina leise. Wie gut sie selbst es doch mit allem getroffen hat!

JR

"Das muss dir nicht leid tun", erwidert Udana mit einem Kopfschütteln, "denn letztlich haben wir uns selbst für dieses Leben entschieden. Natürlich ist es zuweilen schwer, aber auf der anderen Seite können wir Orte sehen, die andere nie zu Gesicht bekommen. Und wir lernen viele Menschen kennen und natürlich nicht nur die, sondern auch Elfen und Zwerge."
Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. "Ich hoffe, dass es deine Ehre als Schneiderin nicht zu sehr trifft, aber nachdem man einen oder zwei Monde lang durch die Wildnis des Orklands gezogen ist, spielt es keine Rolle mehr, wie die Kleidung vorher ausgesehen hat."

OHH

Bei dieser Bemerkung verzieht Wina den Mund - allerdings nicht gekränkt, sondern ob der Vorstellung, wie jeglicher Stoff unter Dornengestrüpp und Wetter auf Dauer leiden muss. Vermutlich wird jeder Orklandreisende bald insgesamt sehr verschlissen aussehen. "Das kann ich mir vorstellen", bekundet sie daher betont.
Dann erinnert sie sich an das Vorangegangene: "Naja, viele Menschen und ein paar Elfen und Zwerge kann man hier auch kennenlernen. Abends wird es bestimmt noch voller, auch wenn mir vor zwanzig Jahren noch mehr Reisende unterwegs gewesen scheinen." Ständig irgendwelche Kriege, welche den Handel lähmen, dazu politisches Hin und Her, welches Wina jedoch eigentlich nie wirklich interessiert hat, aber doch ebenfalls für unsicherere Straßen sorgt - kein Wunder also, wenn die Leute zuhause bleiben!

JR

"Ich glaube, das hat meine Mutter auch irgendwann mal gesagt", bestätigt Udana, "aber selbst habe ich das natürlich nicht erlebt. Das war drei Götterläufe vor meiner Geburt."
Eine Bewegung am Kamintisch, den sie die ganze Zeit zumindest ein klein wenig im Blick hat, lenkt ihre Aufmerksamkeit in die betreffende Richtung. Die Frau, die mitgeholfen hat, den Mann mit dem Messer nach draußen zu bringen, hat sich dort genau auf den Platz gesetzt, auf dem Udana ursprünglich gesessen hat, also in die Nähe ihres dort an der Wand lehnenden Gepäcks.
"Denkst du, dass es unhöflich wäre, wenn ich meine Sachen, die da drüben noch an der Wand stehen, nach hier hole?" fragt sie ohne jede Einleitung Wina, die sich mit den Bräuchen dieser Gegend sicher besser auskennt.

OHH

Nach einem Blick hinüber erwidert Wina: "Nein, warum? Sie gehören doch dir! Oder glaubst du, die denken, du misstraust ihnen? Dann lächele einfach freundlich!"

JR

"Das werde ich machen", erwidert Udana, "ich bin sofort wieder bei dir!" Sie schiebt den Stuhl zurück und erhebt sich, um dann ohne weiteres Zögern zielstrebig in Richtung des Kamins zu gehen, denn so dürfte sie am einfachsten an ihre an der Wand lehnenden Sachen herankommen, ohne jemanden am Kamintisch zu stören.

OHH

Kurz wird noch lächelnd der Halbelfe nachgesehen, dann widmet sich Wina endlich ausführlicher dem köstlichen Apfelmost und überlegt nebenbei, was sie auf Rechnung des Thorwalers bestellen möchte.

JR

Udana setzt ihren Weg durch die Gaststube fort, wobei ihre Füße beinahe von alleine in Richtung des Stuhls gehen, auf dem sie zuletzt gesessen hat. Das ändert sich jedoch rasch, als der Besitzerin jener Füße klar wird, dass es eine viel bessere Lösung gibt, die nicht nur mehr Platz für das Gepäck bietet, sondern auch strategisch wesentlich günstiger ist, falls es zu noch einem Vorfall wie jenem mit dem Tulamiden kommt.
Somit ändert sie ihre Richtung deutlich nach links und geht an Wina vorbei zu dem Stuhl, auf dem zuvor Caspar gesessen hat. "Ich glaube, ich setze mich besser nach hier", sagt sie dabei in Winas Richtung, "denn ich habe vor allem dann nur ungern die Tür im Rücken, wenn so etwas wie vorhin passiert."
Sie stellt ihren schweren Rucksack, den sie auf dem kurzen Weg mit nur einer Hand getragen hat, gegen die Wand neben dem Stuhl und lässt sich auf selbigem nieder.

OHH

Zunächst etwas verwundert, verfolgt Wina Udanas Kurswechsel. "Ach so!" Geistreicheres fällt ihr dazu nicht ein, zumal die Halbhalbhalbelfe nun auch noch mit dem Anschein einer ihr kaum zuzutrauenden Körperkraft beeindruckt. In ihr stecken offenbar noch einige Überraschungen.
Freundlich wird gelächelt und noch einmal kurz zum Kamintische hinübergeblickt. "Na siehst du, das war kein Problem."

JR

"Ja", entgegnet Udana leise genug, um jenseits des Tisches nicht gehört zu werden, "das mit dem Lächeln hat tatsächlich gewirkt. Zudem hat sich der Thorwaler dafür bedankt, dass wir Platz gemacht haben, als sie den anderen Mann vor die Tür gebracht haben."
Sie streckt nach diesen Worten eine Hand aus, um sich ihren noch auf der anderen Seite des Tisches stehenden Becher zu angeln.
"Was deine Frage von vorhin angeht", fängt sie dann zaghaft an, ohne den Satz jedoch zu vollenden.

OHH

Als eine der Überraschungen könnte vielleicht man die Widersprüchlichkeit Udanas zählen, mit der sie als anscheinend geübte und welterfahrene Kämpferin und Überlebenskünstlerin zumindest hier im Gasthaus eine sehr schüchterne, fast ängstliche Verhaltensweise an den Tag legt. Warum spricht sie nicht weiter?
Jedoch überlegt Wina erst einmal nun halblaut: "Welche?" Sie hat sich ja noch nicht einmal für ein Getränk entschieden!

JR

"Die, ob ich etwas in Auftrag geben möchte", erwidert Udana ein wenig zaghaft, um sich dann zu räuspern. "Ich hatte das noch nicht wirklich beantwortet", fährt sie fort, "denn wir sind vom Thema abgekommen und dann habe ich meine Sachen geholt. Ich glaube, dass ich nichts brauche, aber wirklich darüber nachgedacht habe ich tatsächlich noch nie. Wäre es für dich in Ordnung, wenn ich dich irgendwann in den nächsten Tagen in deiner Schneiderei besuche?"

OHH

"Ja, natürlich", erwidert Wina weiterhin verwirrt, da Udana immer noch um den Heißen Brei herumspringt. Auch bleibt unklar, weswegen sie sich denn nun nach Elfen in der Schneiderei erkundigt hat. "Möchtest du mir schon verraten, mit welchem Anliegen du kommst? Hat es überhaupt mit Schneidern zu tun?" Irgendwie macht es nicht den Eindruck.

JR

"Ich bin neugierig", erwidert Udana ohne Zögern, "und außerdem will ich die erste... Achtelelfe sein, die deine Schneiderei betritt!" Der Tonfall des letzten Teils lässt keinen Zweifel daran, dass dies alles andere als ernst gemeint ist.
Ihr Blick wird jedoch rasch wieder ernst. "Außerdem habe ich eine Idee, die tatsächlich etwas mit Schneiderei zu tun hat."

OHH

Darin die erste zu sein, wird Udana nicht schwerfallen, lächelt Wina in sich hinein.
Die nachfolgenden Worte lassen nun sie neugierig werden. Ob die Achtelelfe wohl ein Stofftier nähen möchte - einen Kuschelhasen womöglich? Irgendwie wirkt sie, als könne sie einen brauchen, obwohl dies doch so gar nicht zu ihrem harten Abenteurerleben passen möchte. "Da bin ich aber gespannt!" Hoffentlich kommt sie dann auch wirklich vorbei!

JR

OHH

JR

OHH

Wird fortgesetzt...


Ausschnittliste / Charakterbeschreibungen / Lageplan

Redaktion und Lektorat: Oliver H. Herde im Jahre 2026