Wina und die Tischerdolchung
Autoren: Jan Richling, Oliver H. Herde und andere

AN
Seysshaban am Kamintish springt auf, und reißt seinen Krummdolch aus dem Gürtel. Dabei fällt der Sitz klappernd nach hinten. "Wo ist die Echse?" fragt er den Mann und stößt seinen Dolch in den Tisch. Er blickt intensiv im Raum umher und auch unter den Tisch, an dem er steht.
NW
Tesden nickt den Gästen noch einmal freundlich zu, und schon ist er auf dem Weg zum nächsten Tisch. In diesem Moment zieht der junge Tulamide jedoch seinen Dolch. Erschrocken macht der Wirt drei rasche Schritte rückwärts, die Augen weit aufgerissen.
OHH
Aber was ist denn da am Kamintisch los! Ein Streit vielleicht? Was für eine Echse? Hat er etwa noch ein Tier mit in den Schankraum gebracht, das jetzt auf dem Tisch umherhuscht, und er versucht nun, es mit seinem Dolch zu erlegen? Das arme Tier - und der arme Tisch!
Hoffentlich können Tesden und der Thorwaler ihn beruhigen! Seinem endlosen Wortschwall nach hat er wohl zuviel getrunken.
JR
Udana kommt nicht wirklich dazu, über Winas Worte nachzudenken, denn die Geräusche vom Kamintisch wecken die trainierten Reflexe der Kriegerin. Während sie in die betreffende Richtung herumfährt, zieht sie ihre Hände, die zuletzt friedlich auf dem Tisch gelegen hatten, von selbigen und lässt sie rasend schnell in den Untiefen der Taschen ihres Umhangs verschwinden. Wonach sie dort greifen, bleibt verborgen, aber Udanas Haltung lässt keinen Zweifel daran, dass sie bereit ist, sich zu wehren, falls dies nötig sein sollte.
Sie erfasst allerdings schnell, dass keine unmittelbare Gefahr droht und es zumindest im Moment so aussieht, als könnten die Personen am anderen Tisch selbst mit dem umgehen, was dort geschehen ist. Dessen ungeachtet schiebt sie jedoch ihren Stuhl unwillkürlich ein Stück zurück, um jederzeit aufspringen zu können.
Erst danach kehrt ihr Blick zu Wina zurück und streift dabei auch das den Becher Wasser, den der Wirt gebracht hat. "Alkohol und Waffen passen nicht zusammen", sagt sie sehr leise, aber immerhin laut genug, um von Wina gehört zu werden.
OHH
Vermutlich sind in Udanas Taschen die Wurfdolche versteckt, von denen sie so viel erzählt hat. Ihren Worten jedenfalls kann Wina nur zustimmen: "Ja, wirklich! Aber erstaunlich, wie schnell er dabei noch zu sprechen vermag!" Und viel, könnte man anfügen. Dem steht auch der Thorwaler nicht nach, jedoch ist dies bei ihm ja eher ein Glück, wie es aussieht, da er eine weitere Stecherei zu verhindern und den Verrückten hinauszuführen sucht. Sowas hätte sie von Seysshaban vorhin nicht gedacht!
JR
Auch wenn das Thema, über das Wina und sie zuletzt geredet haben, Udana ziemlich nahe geht, so ist es aus ihren Gedanken vorerst verdrängt, denn wenn auf engem Raum mit Waffen herumgefuchtelt wird, kann es für alle Beteiligten sehr schnell gefährlich werden. Um sich selbst macht sie sich dabei keinerlei Gedanken, weiß sie doch, dass sie im Notfall schnell genug ist, um einem Angriff erst einmal entgehen zu können. Sie macht sich vielmehr Sorgen um Wina und die anderen Gäste.
Sie antwortet darum nicht sofort auf Winas Worte, sondern beobachtet das Geschehen für einige Augenblicke, um zumindest ein wenig Klarheit zu gewinnen. Sie bewegt sich dabei mit Ausnahme der Augen nicht sichtbar, aber in den tiefen Taschen ihres Umhangs haben sich ihre Hände längst fest um die vertrauten Griffe der tödlichen Wurfmesser gespannt. Genau dort bleiben sie aber auch mitsamt der Messer, so dass einzig die angespannte Haltung darauf hinweist, dass die Kriegerin kampfbereit ist.
"Ich glaube, das ist nicht nur der Alkohol", sagt sie dann ähnlich leise wie zuvor, wobei ihr Blick dieses Mal nicht zu ihrer Gesprächspartnerin zurückkehrt, sondern auf das Geschehen am anderen Tisch gerichtet bleibt, "mir scheint, als würde da auch eine schreckliche Erinnerung eine Rolle spielen." Diese Worte klingen nicht so ruhig, wie Udana es eigentlich möchte, aber immerhin schafft sie es, viel Selbstsicherheit in sie zu legen.
OHH
Vielleicht hat Udana recht: Man muss wohl auch ein wenig Mitleid mit dem Tropf haben. Womöglich hat ihn überhaupt erst ein Kummer zum Trinken verleitet. "Trotzdem ist das keine Entschuldigung!" stimmt sie leise der Vermutung indirekt zu. Solche Leute sind einfach zu rücksichtslos.
JR
Ehe sie antwortet, wirft Udana einen weiteren Blick in Richtung der Ereignisse am Kamintisch. Es sieht vorerst nicht so aus, als würde die Gewalt dort eskalieren, aber ungeachtet ihrer Jugend hat Udana schon mehr als einmal erlebt, dass solch ein Eindruck täuschen kann. Ihre Finger, die nach wie vor die Griffe der Wurfmesser in den Tiefen der Taschen ihres Umhangs umfassen, entspannen sich darum in keiner Weise und auch sonst bleibt die Kriegerin angespannt.
"Vermutlich nicht", entgegnet sie dann, "wobei ich nicht mitbekommen habe, wie das angefangen hat. Ich habe es selbst noch nicht erlebt, aber wenn jemand etwas Schreckliches erlebt hat, dann kann schon etwas sehr kleines ausreichen, um ihn dies wieder erleben zu lassen."
Sie hält kurz inne, ehe sie gedanklich zu Winas Worten zurückkehrt. "Waffen sollte man dann aber wirklich aus dem Spiel lassen."
OHH
Zu schlimmen Erlebnissen kann Wina nichts sagen; sie hat immer ein wohlbehütet friedliches Leben gehabt, dazu alle Freiheiten, die man sich als Kind wünschen konnte. Auch die Schneiderei gibt kaum Ärgerlicheres als einen gepieksten Finger oder einen unangenehmen Kunden her. So zuckt Wina dazu die Achseln.
Zu den Waffen meint sie jedoch: "Schon, aber die sind halt gerade da - im Gegensatz zum Verstand."
JR
Udanas Blick huscht rasch zwischen den Menschen am anderen Tisch und Wina hin und her. Es sieht danach aus, als wollten jene das Gasthaus durch die Tür verlassen, was Udana für eine sehr gute Lösung hält, die allerdings das Problem hat, dass der Weg ziemlich nah an ihrem Tisch vorbei führt. Immerhin, und das beruhigt sie gleich wieder, steht ihr Stuhl der Tür viel näher als der Winas.
"Zum Glück ist es nur ein Dolch", entgegnet sie ebenso leise wie zuvor, "eine Axt oder ähnliches wäre hier drinnen weitaus gefährlicher."
Sie rückt ihren Stuhl nach diesen Worten ein klein in Richtung des Raumes herum und zugleich etwas näher an den Tisch heran. So muss sie sich weniger verrenken und hat zudem etwas mehr Abstand zwischen sich und dem nach draußen führenden Weg.
OHH
So ganz schlüssig wird sich Wina nicht, ob Udana sehr klug damit tut oder etwas übervorsichtig ist. Doch fraglos hat jene weit mehr Erfahrungen - überhaupt welche, um genau zu sein - mit Waffen und Gefahrensituationen. Dies könnte beruhigen, so gut beschützt zu werden. Zugleich hingegen weist es Wina erst recht auf die Bedrohung hin, welche sie ansonsten fast zu vergessen vermochte, da die Verrückten ja nur aufgeregt miteinander tuscheln.
"Seltsam, dass seine Schwester, der Thorwaler und diese andere Tulamidin da auch noch mitmachen! Oder wollen sie ihn nur beruhigen?" Mit einem Kopfschütteln sucht sie, die verwirrten Gedanken in Ordnung zu bringen.
JR
Udana rückt noch ein Stück weiter von der Tür weg, als sie sieht, dass die anderen den Mann mit dem Dolch tatsächlich auf dem kürzesten Weg aus dem Gasthaus führen, also ziemlich direkt an ihr vorbei. Sie denkt erneut darüber nach, aufzuspringen und ein ganzes Stück zur Seite zu gehen, doch das könnte ebenso auch ganz schnell dazu führen, die ganze Lage erst recht zu eskalieren. Somit bleibt sie sitzen, während sie versucht, sich ihre Anspannung nicht anmerken zu lassen. In ihren tiefen Taschen hingegen, verborgen vor den Blicken aller, sind ihre Hände weiterhin bereit, die beiden Dolche bei Bedarf zum Einsatz zu bringen.
"Sie wollen ihn schnell nach draußen bringen", entgegnet sie auf Winas Worte, wobei sie noch leiser spricht, denn auch das soll niemand außer der Schneiderin hören. Das ist zugleich auch der Grund, warum sie nur diese wenigen Worte sagt, denn schließlich kommen die anderen näher.
OHH
Wina nickt, sowas war ja zu vermuten. Dann ist es wohl am besten, wenn sie jetzt auch die Klappe hält und ganz harmlos und unbeteiligt tut. Zumal sich dies ja genau so verhält, muss sie sich im Grunde nicht groß verstellen. Dennoch schmückt sie ihr empfundenes Theater mit einem Blick zur Decke aus, als beobachte sie unter freiem Himmel einen Vogelflug.
JR
Ein Lächeln huscht ganz kurz über Udanas Gesicht, als sie Winas Blick bemerkt, doch dann wird sie rasch wieder ernst, denn das, was gerade geschieht, ist es auch.
Sie vermeidet es, bewusst zu den Näherkommenden zu schauen, sondern behält sie im Augenwinkel im Blick, während sie sich immer mehr anspannt und sich gedanklich darauf vorbereitet, bei Bedarf sehr schnell zu handeln. Da sie ihre Säbel nicht bei sich hat, sind im hoffentlich nicht eintretenden Notfall die Wurfmesser ihre beste Option, doch diese brauchen mehr Abstand, als ihre Position so nahe an der Tür es vermutlich zulässt. Darum sind sie auch erst der zweite Schritt, denn vorher muss eben dieser Abstand hergestellt werden. Udanas Blick geht kurz in Richtung des Bodens und wirkt weiter uninteressiert, doch in Wahrheit schätzt sie ab, auf welchen Weg sie sich am besten so an Wina vorbei abrollen kann, dass sie diese nicht in Gefahr bringt und gleichzeitig in eine Position kommen kann, in der sie die Wurfmesser einsetzen kann. Nichts davon führt - abgesehen von den Blicken - jedoch zu irgendwelchen Bewegungen der jungen Kriegerin.
OHH
Als es Wina an der Decke zu langweilig wird, wendet sie den Blick statt dessen nach links zur Treppe. Auch nicht sonderlich faszinierend. Hoffentlich brauchen die nicht mehr so lange! So langsam kommt sie sich recht albern vor.
JR
Auch wenn Udana natürlich nicht die Spur einer Ahnung hat, welche Gedanken Wina durch den Kopf gehen, so wünscht auch sie sich, dass die anderen nicht mehr lange brauchen, um nach draußen zu kommen. Das liegt weniger an der Anspannung, die sie sogar als eine gar nicht so unwillkommene Abwechselung empfindet, sondern vielmehr daran, dass sie es gar nicht mag, wenn ihr andere in Situationen, in denen sie eigentlich ihre Ruhe haben möchte, irgend etwas aufzwingen.
Natürlich kann der Mann nichts für das, was seine Erinnerungen anrichten, sagt sie sich rasch, was aber letztlich an ihrer eigenen Situation nicht viel ändert. Sie zwingt ihre Gedanken darum zurück zu dem Naheliegendsten, und das ist der Umgang mit der möglichen Gefahr. Sie weiß genau, wo sie nach ihrem Abrollen zum Stillstand kommen würde, und genau von da aus darf sie, falls es wirklich dazu kommt, in keiner Weise zögern.
OHH
Anstatt endlich zu verschwinden, wird die Gruppe zu einem kaum bewegten Standbild. Was Wina von deren Gespräch mitbekommt, ist sämtlich ungereimtes Zeugs. Wie langweilig! So blöd war es in all den Jahren ihrer vielen Besuche nie im Eber. Vor allem tut ihr Sarina leid, die sich doch ganz bestimmt sehr auf ihr Fest gefreut hat. Schade!
Als sich die Geschwister und ihr Anhang unvermittelt doch endlich in Bewegung setzen, muss sich Wina sehr zusammenreißen, dies nicht mit fröhlichem Lächeln offen zu begleiten. Bestimmt ist es besser, weiterhin ganz unbeteiligt zu tun, wie es Udana ihr nahegelegt hat. So wird wieder mitfühlend die Köchin betrachtet, die ganz ermattet wirkt.
Ungläubig schauen Wina und Sarina auf die Eingangstüre, nachdem diese sich hinter dem kleinen Grüppchen geschlossen hat. Man könnte es so formulieren, dass sie etwa dieselben Gedanken haben, denn beider Köpfe sind für einen Moment ganz leer, da die eben noch alles beherrschende Anspannung so plötzlich abgeschnitten erscheint.
Als drüben der greise Magus unvermittelt zu klatschen beginnt, klingt dies in beider Ohren trotz all seiner Zurückhaltung in der plötzlichen Stille des um die Hälfte der Gäste entleerten Schankraumes recht laut und überraschend, ändert hingegen wenig an Ausdruck und Gefühlsleben der beiden so unterschiedlich alten Frauen.
JR
Udana atmet auf, als die Tür hinter der hinausgehenden Gruppe wieder geschlossen wird. Sie entspannt sich jedoch nicht sofort, sondern erst allmählich. Als dann das Klatschen ertönt, dreht sie sich verwirrt in die entsprechende Richtung, denn das passt in keiner Weise zu ihrer Vermutung und dem, was sie mitbekommen hat.
Danach kehrt ihr Blick wieder an den eigenen Tisch und zu Wina zurück. "Nach einer netten Überraschung für die Köchin sah mir das nicht aus", sagt sie dann, wobei sie unbewusst noch genauso leise spricht wie zuvor und es auch nicht ganz klar ist, ob sie das zu Wina oder doch eher nur zu sich selbst sagt.
OHH
Auch Wina ist für einen Moment unsicher, ob dies alles nur eine Schau gewesen sein soll, dann entscheidet auch sie sich dagegen. "Nein, gar nicht! Ganz unnett! Saufköppe!"
JR
Winas entschiedene Antwort bringt Udana zum Lächeln und sorgt zugleich auch dafür, dass sie sich weiter entspannt und nun endlich die Waffen loslässt. "Das wohl", sagt sie dann, wobei sich ihr Lächeln verstärkt. "Zumindest würde man das in der Heimat des sehr gesprächigen Mannes so sagen."
Nach diesen Worten erscheinen die Hände der jungen Frau wieder aus den Untiefen der Taschen ihres Umhangs. "Hast du zufällig mitbekommen, was geschehen ist oder gesagt wurde, ehe das alles losgegangen ist?" fragt sie, wobei ihr Gesicht wieder ernst wird.
OHH
Mit großen Augen blickt Wina nun ihre Tischgefährtin an. "Ist das wichtig?" Dabei schüttelt sie den Kopf, denn sie hatte sich ja auf das Gespräch konzentriert. "Ich weiß nur von Seisch... von des fremden Bruders Ausbruch, als er den Tisch erdolcht und rumgeschrien hat." 'Der Saufkopp', wiederholt sie in Gedanken ihre Erklärung dafür.
SR
Jorik tritt ein. Er hebt die Hand, räuspert sich kurz und spricht laut genug, dass die umliegenden Tische es hören: "Freunde, verzeiht den Aufruhr vorhin. Der junge Tulamide trägt mehr alte Schatten mit sich herum, als ihm lieb ist. Keine Bosheit - nur ein Schrecken, der ihn unerwartet erwischt hat. Vielleicht hat er auch einfach den Käse nicht so gut mit dem Alkohol vertragen."
Jorik lässt den Blick über die Runde schweifen - offen, ruhig, erklärend. Dann sucht er den Blick der Wirtin und des Wirts, und sein Gesicht hellt sich auf: "Damit wir alle wieder ein wenig entspannen können, geht die nächste Runde auf mich."
JR
Udana will gerade antworten, als der Thorwaler auch schon wieder hineinkommt und mit seinen Worten ziemlich genau das bestätigt, das ihr durch den Kopf gegangen ist. Sie nickt darum bei diesen Worten ganz leicht, ehe die letzten Worte sie daran erinnern, dass vor ihr auf dem Tisch ein bislang vollkommen unberührter Becher mit Wasser steht. Sie streckt darum ihre nun wieder freie rechte Hand danach aus, hält aber kurz vorher inne.
"Wirklich wichtig ist es nicht", gibt sie Wina dann die noch ausstehende Antwort, "ich möchte eigentlich nur vermeiden, irgendwann später versehentlich etwas zu sagen, das ihn erneut" - sie sucht kurz nach einem Wort, ehe sie einfach das verwendet, das der Thorwaler zuvor benutzt hat - "erschreckt." Mit einem Lächeln auf den Lippen ergänzt sie: "Nicht, dass noch ein Tisch erdolcht wird!"
OHH
Demnach sei der fremde Bruder nicht nur vom Alkohol, sondern auch dem Käse betrunken? So recht weiß Wina nicht, wie sie das verstehen soll. Was sie vorhin gekostet hat, war doch sehr lecker! Oder sollte darin irgendein Rauschmittel verborgen liegen? Hat es deswegen so gut geschmeckt? Gut, der eine war ja recht pikend...
Über diese Gedanken und Udanas Worte vergisst Wina zunächst, dem Thorwaler gebührend zu danken. Statt dessen schmunzelt sie über deren Ausführungen und nickt dann. Ja, der fremde Bruder ist wohl schlicht zu zart besaitet.
Udanas Trinkgefäß lenkt Winas Aufmerksamkeit auf das eigene, an dem sie bei dem Durcheinander bislang allenfalls ein wenig genippt hat. Rasch schnappt sie es, hebt es dem Thorwaler zum Dankesgruße entgegen und versucht vergeblich, es in einem Zuge zu leeren.
JR
Als Wina nach ihrem Getränk greift und damit dem Thorwaler in gewisser Weise für die Einladung dankt, beendet auch Udana die gerade unterbrochene Bewegung und folgt zumindest in diesem Punkt dem Beispiel der anderen. Im Gegensatz zu dieser verzichtet sie jedoch auf den Versuch, den Becher in einem Zug zu leeren, sondern nippt lediglich ein wenig daran, ehe sie ihn wieder auf den Tisch stellt.
OHH
Ein einzelner Schluckauf ist die geringe Strafe, sich so übernommen zu haben. Schwerer wiegt das leichte Völlegefühl. Beides wird erleichtert durch den unvermittelten Rülpser, welchen man einem schmalen jungen Fräulein wie Wina vielleicht nicht zugetraut hätte, der hingegen natürlich nicht mit dem eines ausgewachsenen Thorwalers mithalten kann.
Für alle Fälle lächelt sie entschuldigend die Halbelfe an, auch wenn sie nicht annimmt, jene würde Wert auf liebfeldische Hofetikette legen.
JR
Winas Rülpser überrascht Udana für einen Moment, was nicht am Rülpser an sich liegt, denn da hat sie während ihrer langen Reisen in zahlreichen Gasthäusern schon sehr viel zu hören bekommen, sondern eher daran, dass sie nicht gedacht hatte, dass Wina derlei so offensichtlich tun würde. Andererseits ist dies Gasthaus in einer ländlichen Gegend und Wina kommt aus einem Dorf, so dass es eigentlich doch kaum verwundert.
Diese Gedanken sorgen dafür, dass Udana das Lächeln ein wenig verspätet erwidert, während ihre Gedanken bereits weitergehen, oder, besser gesagt, in gewisser Weise zurückgehen. "Wo waren wir eigentlich stehengeblieben, ehe der Tulamide die Einrichtung angegriffen hat?"
OHH
"Wir hatten über deinen Großvater gesprochen", erinnert sich Wina sogleich, um sich umgehend selbst zu berichtigen: "Deinen Urgroßvater, meine ich." Selbszufrieden, die Familienverhältnisse nun erfasst zu haben, schmunzelt sie die Halbelfe - nein, Achtelelfe! - freundlich an.
JR
OHH
JR
OHH
JR
OHH
Wird fortgesetzt...
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