Pikeniers Suche

Autoren: Oliver H. Herde und viele andere

OHH

So schaut sich der Pikenier noch einmal prüfend um. Die Herrschaften am kleinen Tisch sind wohl zu elegant gekleidet, um mit einem Maultier zu reisen. Der Thorwaler am Tresen? Möglich, aber ebenfalls unwahrscheinlich. Gleiches gilt für Emetriel. Verbleiben die Leute an den anderen Tischen, so der Maultierhalter überhaupt gerade zugegen ist.
Folgerichtig versucht Waienn es am für ihn nächsten Tische. Die Dame will offenbar soeben gehen. "Verzeiht die Störung, Oberweibel Waiennui Wratsch, die Götter mit Euch!" Er vollführt eine kleine Verbeugung. "Draußen läuft herrenlos ein Maultier herum. Gehört dies zufällig einem von Euch?"

AMi

Mit funkelnden Augen blickt die Frau den Mann wütend an, Zorn verfestigt sich in ihrem Ausdruck, als er ihren Arm ergreift. "Lass mich los!" Sie zerrt und rüttelt, um seinen Griff zu lockern. "Nimm deine... dreckigen Finger von mir", zeckt sie weiter, sichtlich ungehalten.
In einer raschen Kopfbewegung nimmt sie den hinzutretenden Pikenier wahr. "Nein", faucht sie ihm lediglich als Antwort entgegen, um gleich darauf wieder dem anderen mit ihrem Blick einzuheizen.

FDS

Ohne Morenas Arm loszulassen, erhebt Kornplotz sich nun auch von seinem Stuhl: "Dreckige Finger? Hast du dreckige Finger gesagt?!" Sein Blick wird drohend, und auch wenn er nicht übermäßig groß ist, ähnelt seine Haltung der eines sprungbereiten Wolfes. Nur das Zähnefletschen fehlt noch, aber die folgenden Worte, die er an den Störenfried richtet, mögen durchaus an das warnende Knurren eines Hundes erinnern: "Steck dir dein Maultier sonstwohin! Merkst du nicht, dass du störst?"
In der (gespielten) Überzeugung, den Oberweibel damit ausreichend abgefertig zu haben, lässt er nun doch von der Botin ab, wobei er eine wegwerfende Bewegung macht, als hätte er gerade etwas Ekliges berührt, und zischt sie an: "Verpiss dich, du Schnepfe."

OHH

Schon die Unhöflichkeit der Frau lässt Waienn einen Moment lang erstarren, als habe man ihn mit einem Kübel Eiswasser übergossen. Offenbar war dies kein geeigneter Moment, die beiden anzusprechen.
Als der Mann seinen noch ruppigeren Kommentar abschießt, erwidert der Pikenier: "Dochdoch! Bin schon weg!"
Und so trippelt er eilig flüchtend zum nächsten Tisch, an dem zwei Männer und eine Frau sitzen, und wo sich soeben auch der Knecht aufhält. Diesmal schaut er den Leuten allerdings etwas genauer auf die Gesichter - nicht, dass er schon wieder in einen Streit hineinplatzt!
Scheinbar geht es hier nur um eine gemütliche Getränkeprobe, und doch wirkt der eine Mann etwas grummelig. Aber das wird wohl keine Ausbrüche zur Folge haben.
Waienn tritt näher an den Tisch und erklärt: "Verzeihung, die Herrschaften, die Götter mit Euch! Oberweibel Waiennui Wratsch." Wiederum deutet er eine Verbeugung an. "Draußen ist ein Maultier allein unterwegs. Könnte dies zufällig einem von Euch gehören?"

CU

Die Bäckerin blickt dem atemlos wartenden Knecht in die Augen. Mit warmer Stimme antwortet sie auf seine kurze, aber für ihn so bedeutende Frage:" Hervorragend. Genau das Richtige nach diesem hervorragenden Mahl. Ich würde vorschlagen, du..."
Abgelenkt blickt sie zum Pikenier hinüber. "Was? Äh, ein Maultier? Nein, wir haben ein richtiges Pferd." Ihre Stirn runzelt sich, als sie das Auftauchen des Mannes an ihrem Tisch mit dem eben verkosteten Schlummertrunk in Einklang - oder Zusammenhang - bringen will.

SU

Hanzal nimmt zufrieden zur Kenntnis, dass das Gebräu des Knechtes offenbar etwas taugt. `So, wie Mehli lächelt, scheint das Zeug durchaus verkaufbar. Und wenn es nur dazu gut ist, ihre schlechte Laune zu vertreiben, ist das schon Grund genug, sich das Rezept zu beschaffen. Na, Schwesterchen wird das schon machen.'
Gerade will der Händler den Punkt als erledigt abhaken, da kommt eine prosaische Maultierfrage dazwischen. Mit langjähriger Erfahrung erkennt Hanzal, was jetzt notwendig ist: Der Schwester den Rücken freihalten, damit die sich voll und ganz an den Knecht werfen kann. Das Verkaufslächeln des jungen Mannes springt an, und mit seiner besten `Hier gibt's was umsonst'-Stimme spricht er den zum Tisch Hinzugetretenen an: "Leider, Herr Oberweibel - wie meine Schwester schon sagte, zu uns kann das Maultier nicht gehören. Kann ich Euch sonst irgendwie behilflich sein?"

AMö

Tief in Alrik drin beginnt irgend etwas unter der Einwirkung von Melisandes Stimme zu schmelzen. Es mundet ihr... Und sie möchte ihm etwas vorschlagen! Der Knecht stützt sich leicht mit beiden Händen auf der Tischplatte ab und beugt sich erwartungsvoll vor, als...
`Das Maultier!?' Aus seinen Träumereien gerissen, hebt der Knecht die Augen - ohne sich dabei aufzurichten - und schaut nach dem Frager. Also, Tesden ist das nicht und der wollte sich doch eigentlich darum kümmern. Aber anscheinend ist das Tier wieder aufgetaucht und damit nicht gestohlen. Erledigt, denkt sich der Knecht, und macht da weiter wo er aufgehoert hat: Er himmelt Melisande an und wartet auf das, was sie im anvertrauen wollte.

OHH

Irgendwie scheint er doch etwas zu stören, da die Leute tief in Gedanken wirken - ob sie nun antworten oder nicht. Mit einem Seitenblick auf den Stillen erwidert Waienn dem anderen Manne: "Lasst nur, ich werde den Eigner schon finden!"
Schon will er sich auch von diesem Tische abwenden, als ihm der Gedanke kommt, dass man ja noch anders vorgehen könnte. "Sag, wer ist denn in diesem schönen Hause für die Ställe zuständig?" fragt er den Knecht.

SW

Mit steigendem Missmut nimmt Hagen zur Kenntnis, dass dieser Stallknecht ganz und gar die Aufmerksamkeit Melisandes errungen hat, mit diesem selbstgemischten Zeugs. `Und wie er sie anhimmelt... als ob er so weit kommen würde bei den Weibern!'
Aber er weiß auch aus Erfahrung, dass er, wenn er sich hier jetzt wie eifersüchtig einmischt und den Knecht womöglich noch anschnauzt, nur selber in der Gunst der Dame fallen wird. Abwarten ist wohl das Beste - zumal der Bursche ja auch gleich wieder seiner Arbeit wird nachgehen müssen, und dann kann man wieder weitermachen, wo man unterbrochen wurde.
Solcherart in Gedanken wirft er dem Maultierfrager nur einen verspäteten, uninteressierten Blick zu - ist ja auch nicht sein Vieh, da mögen die Götter vor sein, noch mit so einem sturen, einfältigen Langohr geschlagen zu sein, das einem die Haare vom Kopf frisst.
Die Nachfrage nach dem Stallverantwortlichen weckt dann wieder mehr Interesse - mit ein wenig Glück nur ist er den störenden Alrik ganz ohne eigenes Zutun los.

AMö

"Häh?" Rüde aus seinen Träumen gerissen, richtet sich der Knecht auf und wendet sich mit einem vernehmlichen Seufzer dem Frager zu. Kann man ihn denn nicht einen Augenblick lang in Ruhe diese wichtige Angelegenheit zu Ende bringen lassen?
"Für die Ställe zuständig... das bin ich. Ihr könnt das entlaufene Maultier einfach wieder reinbringen, die Box ist noch frei."

CU

`Na, hurra. Da hat sich das langohrige Problem auch schon gelöst.' Melisandes Gedanken klingen in ihrem Kopf etwas sarkastisch. Ihrem Mund entringt sich ein leises Seufzen - ob es erleichtert oder resigniert klingt, lässt sich nicht entscheiden.

AMi

Beim Tisch mit Heiler und Alrik angekommen vernimmt der Wirt gerade, wie letzterer etwas von einem entlaufenen Maultier erzählt, das jemand zurück in den Stall bringen soll. Er runzelt seine Stirn - hat Alrik nicht vorher behauptet, es wäre verschwunden? Muss wohl noch lernen, seine Augen richtig aufzumachen, der Bengel!
"Wenn hier jemand ein Maultier zurück in den Stall bringt, dann bist du das!" mischt er sich ein und reisst den Knecht aus seinen Träumen. "Und schau gleich, ob es das ist, das vor Kurzem noch `verschwunden' war, Freundchen! Bind es dann richtig an und mach auch das Tor zu", ermahnt er weiter, unwissend, dass er den Knecht gerade vor dessen Angehimmelter herunterputzt.
"Und, verzeiht die Störung," wendet er sich an die anwesenden Gäste, "aber, Herr Heiler, meine Magd hat Tee und Wasser wie gewünscht in den Stall gebracht, aber niemanden vorgefunden." Er weist Waienn auf Siona hin. Unausgesprochen gibt er die Frage an den Pikenier weiter: Was nun?

OHH

Die Ankunft des Wirtes ist geeignet, Waienn mal wieder furchtbar durcheinanderzubringen. `Ganz ruhig, alles der Reihe nach!' sagt er sich und fragt sich gleich im nächsten Moment, in welcher Reihenfolge.
"Also, es ist mir unerklärlich, warum manche Patienten nicht auf mich hören wollen! Als ich ihn verließ, um ihm seine Sachen zu holen, lag er noch so ruhig wie angeordnet in der ersten Box auf der... äh... hm... naja, jedenfalls auf der einen Seite.
Doch ein unschuldiges Tier verdient meinen Schutz und meine Hilfe immer noch mehr als ein bewusst unvernünftiger Mensch. Daher würde ich gerne diese Angelegenheit zuerst klären. Versteht mich recht: Es liegt mir nicht, zu petzen, aber ich wollte doch gerne dem Eigner des Maultieres einen Hinweis geben, damit er in Zukunft besser darauf achtet. Wie leicht könnte es sich draußen verlaufen! Deswegen wollte ich Euren Knecht fragen, wem es gehört." `Oder hab ich das schon...?'

PD

Etwas langsamer folgt die Magd dem Wirt an den anderen Tisch, um den sich mehr Personen versammelt haben, als an ihm sitzen. "Ähm", meldet sie sich nach der Rede des Gastes zu Wort. "Dieser Söldling wähnte Euch noch im Stall, als er hinausstürmte, und" - sie wird etwas leiser - "Eure Dienste sind ihm zu teuer, glaube ich..."

AMö

Während die harschen Worte des Wirtes auf ihn hereinprasseln, nehmen die Ohren des Knechtes eine immer intensivere rote Färbung an. Gerade jetzt, gerade hier! Was soll SIE denn nur denken. Aber es hilft nichts...
"Ja, Herr Tesden..." murmelt Alrik kleinlaut und wirft Melissande noch einen wehmütigen letzten Blick zu. Jetzt wird sicherlich der andere da sich wieder über sie hermachen. Der Blick, welcher Hagen trifft, spricht Bände.
Unter leisem Protestgemurmel trollt sich der Knecht von dannen, der Kälte und dem Maultier entgegen.

OHH

Erst muss Waienn einmal ausgiebig mit den Lidern klimpern, bevor er der Magd erwidern kann: "Das hätte er vorher sagen sollen! Nachdem die Arbeit getan ist" - er bemerkt den Tee in ihren Händen - "und die Kräuter aufgekocht wurden, ist es etwas spät."
Er wird nachdenklich. "Er wähnte mich noch im Stall? So schlimm kann die Verwundung doch nicht sein, dass er schon geistig verwirrt ist!"
Etwas mitleidig schaut er dem Knechte nach. Es behagt dem Pikenier gar nicht, anderen zur Last zu fallen.

AMi

"Es ist Euer Patient und Euer Tee - was nun damit?" fragt der Wirt abermals nach, dieses Mal mit Worten, um den Heiler an das für ihn momentan Wesentliche zu erinnern. Mit der Klärung von Dingen, die ihn nur indirekt angehen, will er nicht unnötig in die Länge ziehen.

PD

Mit einem Anflug von Mitleid und Verständnis sieht Siona zu, wie Alrik vondannen schleicht. Der arme Bursche!
Doch der Medicus beansprucht auch weiter etwas von ihrer Aufmerksamkeit. "Das meinte er, ja", nickt sie zu dessen Frage. "Benötigt Ihr das noch?" Sie wirft einen deutlichen Blick auf Wasser und Tee.

OHH

Seufzend erwidert Waienn den Wirtsleuten: "Ihr habt wohl recht. Gebt mir den Tee, ich werde mich darum kümmern - wenn ich ihn finde." Etwas verwirrt schaut er auf das Wasser. Wofür brauchte er es gleich? "Verzeiht, das heiße Wasser benötige ich nicht mehr, da der Dolchstich überraschend mit einem Zwerg abreiste..."
Schon will er sich ab- und hinauswenden, als ihm noch einfällt, warum er den Stall überhaupt verließ: "Achja, auf dem Tresen sollen Mantel und Hut meines verbliebenen Patienten liegen, die ich holen wollte..." Es wird nicht ganz klar, ob er dies zu sich selbst oder den Wirtsleuten sagt.
Das Maultier liegt einstweilen im Durcheinander des überforderten Kopfes verschüttet.

PD

Da draußen muss ja ein Gemetzel stattgefunden haben.
"Bitte." Sie hält dem Pikenier das Tablett hin, auf welchem der Becher mit dem Tee steht. Hoffentlich vergisst er ihn nicht, wo er doch fast schon wieder auf dem Sprung ist.

AMi

Leid tut er ihm ja schon, der Heiler, wie er so ganz bedröppelt dasteht und seufzt, und so erntet Waienn von Tesden einen mitfühlenden Blick, doch kommt dieser nicht umhin, auch an seine Sorgen zu denken. Zu Waienns Entschluss, sich selber um den Tee zu kümmern, nickt er; als dieser sich abwenden will und etwas sagt, schaut der Wirt verwirrt drein, beschliesst scheinbar, dass diese Bemerkung nicht für ihn gedacht war, und erklärt stattdessen (was dem Heiler immerhin als kleine Erleichterung dienen mag): "Und ich weiss, wem das Maultier gehört; ich werde mit der Dame sprechen."

OHH

Dem Wirte lauschend, nimmt Waienn den schon recht abgekühlten Tee an sich. Eine Dame? Sollte es sich doch um die Frau am kleinen Tische handeln, oder bezeichnet der Herr des Hauses alle weiblichen Gäste so? Wie wundervoll vornehm man doch im Lieblichen Felde ist! "Ja, hm, vielen Dank. Meine Empfehlung an die Dame..."
Im Bewusstsein der noch anstehenden Angelegenheiten, entschwebt der Pikenier gedankenversunken wie ein weltabgewandter Wissenschaftler in Richtung Tresen.

Neben dem Tresen wird soeben von einer jungen Frau ein Mantel vom Boden aufgehoben, doch sprach die Innere Verletzung ja davon, er läge DARAUF, und ein Hut ist auch nicht dabei.
Und da fällt Waienns Blick schon auf die gesuchten Stücke. Allein, der Mantel birgt auch nach ausführlicher Suche keinerlei Barschaft irgendeiner Währung. Sollte sich der Patient in seiner Verwirrung geirrt haben? Dann wird es Zeit, ihn zu finden, bevor er im nächtlichen Schneematsch umkommt!

Den Mantel noch überlegend über dem Arm, gibt sich der Pikenier einen Ruck. Der Beginn der neuerlichen Suche kann nur im Stall liegen, zumal da auch sein medizinisches Handwerkszeug liegt, welches er wohl noch brauchen wird. Er nimmt mit der freien Hand den Hut, fuchtelt damit kurz umher. Auf den Kopf? Nein, da ist schon der Tellerhelm plaziert. Über den Mantel? Da fällt er wohlmöglich nur herunter. Er behält ihn schließlich zunächst in der Rechten und eilt auf den Ausgang zu.
Jener steht zu seiner Überraschung offen, eine schlanke Frauengestalt darin. "Herein mit Euch, auf dass die Kälte draußen bleibt!" meint er scherzhaft und verbeugt sich, wobei er mit dem Hut einladend in den Schankraum weist.

AB

Ein freundliches Lächeln geht über ihre Mundpartie. Denn schließlich ist dies das einzige, was man von ihrem Gesicht erkennen kann, da die Kapuze ihres langen dunklen Wintermantels immer noch tief ins Gesicht gezogen ist. "Oh, Danke der Herr", spricht sie mit einer weichen, ruhigen, fast singenden Stimme. Elegant und fast tänzerisch bewegt sie ihren schlanken, hochgewachsenen Körper an dem Herren vorbei und tritt vollends in die Taverne ein. Sie bleibt erstmal mittendrin stehen um sich umzuschauen und noch einmal die angenehme Wärme aufzunehmen. Fröstelnd reibt sie sich ihre kalten Hände.

OHH

Einen Moment lang folgt Waienn der irgendwie sympathischen Erscheinung, von der er doch so wenig bewusst zu sehen vermag, mit seinem Blick und vergisst beinahe, warum er hier herumsteht. Eine eisige Böe erinnert ihn daran. Flugs tritt er hinaus vor den eber und zieht die Türe hinter sich zu.
Er schaut sich um und sieht zunächst einmal gar nichts, dann langsam ein paar Konturen hier und dort. Ein Baum, diverse Flocken, unförmige Muster auf dem Boden. Das Maultier ist nicht mehr da. Fleißiger Knecht!
Erst muss Waienn kurz nachdenken, in welcher Richtung doch gleich der Stall lag, dann aber wendet er sich tatsächlich korrekt nach links und stapft die Straße entlang zum Hof. Den nachfolgenden ebensowenig bemerkend wie die Stimmen aus dem Stall, wendet sich Waienn dem befestigten Unterstande zu.
Drinnen brennt noch Licht, doch die erste Box rechts ist tatsächlich ohne Bewohner. Statt dessen hält sich weiter hinten der abgerissene Mann auf, den der Pikenier draußen mit dem Geweihten und dem Ork gesehen hat. Letzterer scheint dort hinter einer der Trennwände verborgen. Aber wo steckt Seine Gnaden?
Letztlich geht das Waienn natürlich nichts an, und er hat einen Verwirrten zu suchen!
"Verzeiht, wisst Ihr zufällig, wohin der Mann verschwand, der sich noch vor kurzem hier aufhielt?"

Nach kurzem Warten kommt Waienn zu dem Schlusse, dass der Mann ihn wohl vor lauter konzentrierten Waffeputzens nicht bemerkt hat. Wie unangenehm, schon wieder jemanden stören zu müssen! Doch was bleibt ihm übrig, wenn er die Inneren Verletzungen finden will?
So räuspert sich der Medicus und ruft den anderen nochmals an: "Ähm, entschuldigt..."

JR

"Arghhhh!" Der Söldner, der in waffeputzende und andere Gedanken vertieft ist, die nicht einmal sonderlich freundlich sind, fährt zusammen, als ihm bewusst wird, dass er nicht alleine im Stall ist - wo ist seine Aufmerksamkeit hin?
Er springt auf, stolpert fast über die nicht gerade kurze Scheide des Bastardschwertes und will dieses fast schon hochreißen, als ihm bewusst wird, wie lächerlich das wirken muss.
"Verzeiht, ich war gerade in Gedanken. Wie kann ich Euch helfen?" Er stützt sich dabei ein wenig auf die Waffe, denn mit den Füßen hat er sich ein wenig verheddert.
Der Ork indes grunzt den Neuankömmling an: "Fressen!"

OHH

Der ist aber nervös! Der Pikenier fühlt sich an die gereizte Stimmung im Schankraum erinnert.
"Ich habe leider nichts bei mir", erklärt er zunächst dem zum Vorschein gekommenen Ork. Noch gibt es keinen Grund, ihm das letzte Zuckerchen zu schenken.
Dann wendet er sich wieder dem Abgerissenen zu: "Ich wollte Euch nicht Erschrecken... Ich suche nur nach meinem Patienten, den ich hier an diesem Stellplatz zurückließ. Habt Ihr ihn vielleicht noch gesehen und wisst gar zufällig, wohin er ging?"
Aus Höflichkeit nimmt er den Rucksack noch nicht an sich, wirft aber doch einen kurzen Seitenblick darauf.

JR

"Fressen dich!" grunzt der Ork zurück, und unternimmt dabei einen bestenfalls halbherzig zu nennenden Versuch, sich loszureißen. Im Grunde steht er nicht einmal auf, so dass nicht die geringste Gefahr einer Beschädigung der Fesseln besteht.
"Beachtet den nicht weiter", erwidert der Söldner indes. "Ihr sucht einen Patienten? Nein, ich habe hier niemanden gesehen. Nur vorhin, kurz nachdem ich das Gasthaus verlassen habe, ist irgendwie eine Gestalt um mich und den verehrten Herren Rondra-Diener herumgeschlichen, aber wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist die im Gasthaus verschwunden. Wirkte nicht wirklich gefährlich, die wird wohl noch da drin sein, wenn sie der Lokaldrache nicht rausgeworfen hat inzwischen!" Vor allem der letzte Satz ist mit deutlichem Frust und Ärger ausgesprochen.

OHH

Erschrocken blickt Waienn den Gefangenen an - weniger aus Angst als vor Verwunderung. Da sind die Orks um Engasal doch wesentlich zivilisierter! Ob dieser hier aufgrund der jammervollen Behandlung den Verstand verloren hat? Ihn umgekehrt auf diese Weise zu halten, weil er irrsinnig ist, erscheint Waienn aus vielerlei Gründen eher unplausibel.
Der Ratschlag des Wärters ist im Grunde unnötig, da Waienn sich auf die Probleme des Geistes weniger Spezialisiert hat. Aus den anderen Worten wird der Pikenier um so weniger schlau. Die erwähnte Gestalt könnte letztlich jeder gewesen sein bis hin zu Leocadia und ihm selbst. Und die letzte Bemerkung ist so rätselhaft und persönlich, dass Waienn gar nicht erst versucht, sie zu durchschauen.
"Ja, dann habt Dank für Eure Hilfe! Ich werde ihn schon finden." Damit schultert Waienn ächzend den Rucksack und wendet sich wieder hinaus.

JR

"Viel Glück bei Euer Suche", ruft Ronolan dem Rucksackträger nach, und widmet sich dann wieder der Pflege seines Bastardschwertes.

OHH

"Herzlichen Dank!" erwidert der Pikenier mit angedeuteter Verbeugung, bevor er ein weiteres Mal in die ungemütlich feuchtkalte Nacht hinaustritt und das Tor sorgsam hinter sich schließt.
Sich umwendend, kann er vage Bewegungen hier und dort erkennen. Wirbelnde Schneeflocken? Durchgehende Phantasie?
Da er den Namen des Patienten nicht weiß, ruft Waienn einfach so über den Hof in keine bestimmte Richtung: "Hallo, ist dort wer?"

SU

Gerade will Hanzal in Richtung Stall aufbrechen, als jemand über den Hof ruft. Der junge Zuckerbäcker blickt sich um, späht in die Richtung, aus der die Stimme kam und antwortet: "Äähhhh... ja, warum?"

CS

Schnell beschleunigt Ugdalf seine Schritte, denn was er im Moment nicht brauchen kann, ist dieses `Weichei', das dumme Fragen stellt. Als eine Frau samt Pferd aus dem Stall tritt, wird er kurz langsamer murmelt ein "'Nabend, Kor zum Gruß" und bewegt sich weiter schräg vom Gasthaus weg auf die Bäume zu, welche in einiger Entfernung noch gerade so als dunkle Schemen zu erkennen sind.

OHH

Fast möchte man meinen, der Pikenier habe in irgendein Nest gepikst, als nicht nur eine Antwort kommt, sondern auch die schattenhaften Bewegungen auf dem Hofe zahlreicher werden. Zu viel und zu unkonkret, um sie alle bewusst zu verarbeiten.
So nähert sich Waienn einstweilen nur jenem Manne, der ihm antwortete. Erst kurz vor ihm erkennt er das Gesicht, welches er eben drinnen am Ecktisch erstmals sah. "Ach, ich suche nur jemanden... ähm, nicht mehr den Maultierhalter, sondern einen Patienten... unrasiert, brünett, mit bunt glitzernden Stiefeln, möglicherweise einer Augenklappe und sicherlich nicht gut zu Fuß..."

SU

Wie nicht anders zu erwarten war, stapft auch der Pikenier nicht zu seinem Privatvergnügen durch den Schnee, sondern ist ebenfalls auf der Suche. Hanzal wäre daher auch gerne bereit, zu helfen - wenn er denn könnte. "Hmmm, an mir vorbeigekommen ist er nicht! Aber wenn ich ihn sehe, richte ich ihm aus, dass Ihr ihn sucht", erklärt er, nicht ahnend, wie knapp er den Gesuchten in der Dunkelheit verfehlt hat.

OHH

"Vielen Dank, dies mag helfen!"
Und nun? Wohin sich wenden? Der Gesuchte könnte überall und nirgends sein! Wäre er in den Schankraum zurückgekehrt, hätte Waienn ihn doch terffen müssen; und der Wirt wollte ihn dort wohl auch nicht gern wiedersehen. Ob er zum Brunnen ging, um etwas zu trinken? Oder weil er beim Kampf etwas verlor? Genausogut aber könnte er blindlings über die Felder oder in den südlichen Wald hineingelaufen sein.
Bestürtzt kalkuliert Waienn seine Chancen, den Patienten vor seinem Erfrieren zu finden. Das sieht schlecht aus! Zumal zur Nacht! Aber einen Menschen so einfach aufgeben, kann der Pikenier nun auch nicht.
Fußspuren, das ist es! Gebeugt wandelt Waienn über den Hof, muss aber feststellen, dass es derer viele gibt, die für ihn alle gleich aussehen. Wo steckt Leocadia, wenn man die mal braucht?

SU

"Gern geschehen!" Für ein paar Herzschläge verfolgt Hanzal noch interessiert, wie sein Gesprächspartner mit gesenktem Blick über den Hof irrt, aber es ist ihm dann doch zu kalt, um zu spekulieren, ob die Suche jetzt unterirdisch fortgesetzt werden soll. Der Händler nähert sich statt dessen dem Stall und späht durch den Eingang hinein.

OHH

Mal hierhin, mal dorthin schwankend, könnte ein Beobachter gut nachvollziehen, wie sich Waienn in quasi alle Richtungen gleichzeitig gezogen fühlt, ohne sich jedoch zunächst für eine entscheiden zu können.
Die Kälte sammelt das Wasser in des Pikeniers Blase, doch bei der Rettung mag es um Minuten gehen, da kann man doch nicht einfach...
Das Klo, natürlich! Wohlmöglich zog es die Inneren Verletzungen dorthin. Es wäre kein Wunder.
Wo aber mag es untergebracht sein? Vorn hat er nichts gesehen, und das wäre auch ungewöhnlich. So trifft der Engasaler die rechte Richtungsentscheidung, obwohl er sich nicht mehr daran erinnert, das Häuschen bei seiner Ankunft ja gesehen zu haben, und wendet sich hinter das Haus.
Am Brunnen vorbeikommend, schaut Waienn vorsichtshalber doch aufmerksam zu Boden, ob dort nicht vielleicht doch ein Patient herumliegt. Ein seltsames Gebilde vor ihm lässt ihn mit zusammengekniffenen Augen darauf zu weitergehen. Nanu, ist das rund? Ein rundes Toilettenhäuschen!?
Eine Stimme lenkt des Piekeniers Gedanken wieder einmal ab und auf die Gestalt, die ihm beinahe direkt entgegenstapft. Irgend etwas Größeres ist noch dahinter.

AMö

"Gute Nacht." Mit diesen Worten, deren Tonfall alles andere als wohlgemeint ist, verabschiedet sich der Knecht von Janosch, nimmt die am Boden stehende Laterne wieder hoch, setzt sich in Bewegung und rennt gewissermassen ungebremst in ie aus dem Dunkel plötzlich vor ihm auftauchende Gestalt.
"He!" entfährt es Alrik.

OHH

Eine Lampe wird aufgehoben... Aha, der Knecht!
Da wird Waienn schon beinahe über den Haufen gerannt. "Nana, nicht so ungestüm, junger Freund!" japst er nach einer kurzen Schreckpause. Dann erkennt er das Maultier etwas weiter hinten. Warum es wohl noch immer nicht in den Stall zurückgebracht wurde? "Gibt es... ein Problem?"

FH

Ehe noch Janosch zu einer Entscheidung gekommen ist, ob er seine Erkundungen des Geländes noch weiter ausdehnen oder lieber allmählich ins Warme zurückkehren soll (man könnte dem Jungen ja mal unauffällig folgen), erklingt eine wohlbekannte Stimme - jawohl, die seines neuen Freundes, der ihn allerdings vor der Tür des Menschenstalles so mir nichts, dir nichts im Stich gelassen hat.
Nichtsdestoweniger läßt das Maultier zur Begrüßung ein freudiges Schnauben vernehmen.

AMö

"Ein Problem!?" Alrik beleuchtet erst seinen Gegenüber, dann sich selbst - das heißt sein arg in Mitleidenschaft gezogenes Äußeres - und dann das renitente Maultier. "Ein Problem?!"
Die Stimme des Knechtes steigt in die Höhe - ein hörbares Zeichen für das bevorstehende Ende seiner Nerven. "Das Maultier da hat ein Problem, wenn es noch lange hier draußen rumsteht - dann wird es nämlich erfrieren. ICH hab kein Problem, ich geh nämlich jetzt in den Stall zurück."

OHH

Der zuerst ob der Barschheit und Nervosität der Äußerungen des Knechtes überrumpelte Medicus bekommt nach und nach einen mitleidig-wohlwollenden Ausdruck. Offenkundig ist der Bursche etwas überfordert, da das Maultier sich nicht recht willig zeigte. Doch hat Waienn ganz bewusst für einen solchen Fall einen ganz bestimmten Ausrüstungsgegenstand im weitesten Sinne aufbehalten.
"Ja, tu das!" erwidert Waienn ruhig. "Wir folgen gleich nach."
Schon überlegt er, den provisorisch geschulterten Rucksack wieder hinabgleiten lassen, aber vielleicht wird das ja nicht gleich notwendig. Nur einen Schritt tut er zum Maultier hin, dann dreht er sich seitlich um, als wolle er es einladen, ihm zu folgen. "Komm, mein Freund! Wir gehen ins Warme!"

AMö

Die Antwort des Knechtes beschränkt sich auf ein undefiniertes Grunzen. Ohne der Entwicklung zwischen dem Pikenier und dem Mualtier noch weitere Aufmerksamkeit zu schenken, stapft Alrik zügigen Schrittes zum Stall, dabei leise und unverständlich vor sich hingrummelnd. Seine Umgebung nimmt er nur am Rande wahr.

FH

Dieser Mensch macht doch wirklich einen weitaus ruhigeren und ausgeglicheneren Eindruck als der Junge. Vertrauenswürdig, sozusagen. Und überhaupt, vielleicht hat er sogar noch mehr von diesen wundervollen Leckerbissen dabei?
Zügig bewegt sich das Maultier auf seinen neuen Freund zu und stubst ihn aufmunternd mit der Nase. Was wollen wir jetzt unternehmen?

OHH

Armer Kerl! Das Muli scheint ihm ja übel mitgespielt zu haben!
Um so überraschter und erfreuter ist der Pikenier, wie leicht es ihm die Sache macht. "Ja, komm, mein Freund!" Er tätschelt den Hals des Tieres, und führt es mehr durch seine eigenen Schritte, als dass er irgendwo zöge dem Wege des Knechtes nach in Richtung Hof.

FH

Auch Janosch setzt sich wieder in Bewegung, allerdings beileibe nicht so zielstrebig wie sein Begleiter. Die Ohren wackeln aufmerksam vor und zurück, jedes Lüftchen, das von irgendwo heranweht, ist ein Anlass, stehenzubleiben und die Nase in den Wind zu recken.
Eine kompakte Form taucht aus der Dunkelheit auf, und es riecht nach Wasser. Sehr interessant! Jetzt wieder zügiger nähert sich das Maultier dem Brunnen.

OHH

Die Trödelei des Maultieres sorgt nicht gerade für pikenierische Fußwärme. Andererseits möchte Waienn nicht gerne riskieren, dass ihm dieser vierbeinige Lümmel am Ende doch lieber stehen lässt, als zu hetzen, also geduldet er sich, wenn er auch stets vorangeht, um die Richtung zu verdeutlichen.
Letztere wird auf einmal unübersehbar verletzt. "Halt, warte, wo... ach, hm, aber eigentlich... najagut, du hast wohl Durst." Des Pikeniers Schultern senken sich merklich, dann aber zwingt er sich selbst zu Elan, mit welchem er dieses Zwischenspiel hinter sich zu bringen gedenkt und schreitet an den Brunnenrand, wo er die nahe Pferdetränke noch übersehend zunächst Hut und Mantel des Rippenbruches sorgfältig ablegt.

FH

Ja, da unten ist Wasser, und hier riecht es irgendwie... wie etwas Beunruhigendes, würde Janosch finden, käme ihm der Geruch nicht irgendwie bekannt vor. Leise vor sich hinschnaubend beschnuppert das Maultier den Brunnenrand.

OHH

Der Rucksack wird an die Brunnenwand angelehnt, dann wirft Waienn den Eimer hinab. Jener fällt nicht bis zur Wasseroberfläche mit den feinen treibenden Eisstückchen, da er nicht schwer genug ist, die Kurbel mitzuziehen. Also macht sich der Pikenier daran, ihn weiter hinunterzulassen. "Gleich gibt es ein feines, erfrischendes Schlückchen!" Dabei schaut er gedankenverloren auf das lang eckige Ding einige Schritt von ihm durch Dunkelheit und Schneeverwehungen getrennt.
Ein regelmäßiges Quietschen der Kurbel übertönt das tiefe Atmen des angestrengten Pikeniers. Langsam nähert sich der Eimer wieder dem Brunnenrand, derweil Waienn noch immer auf das sargförmige Etwas blickt, ohne recht viel dabei zu denken. Erst kurz vor Schluss verharrt er stutzend in seiner Bewegung. "Ja, hol mich doch die Keuche! Ist das etwa ein Trog!?"
Schon will er die Kurbel einfach loslassen, da in dem Trog sicherlich auch wenigstens ein Rest Wasser stehen dürfte. Dann aber besinnt er sich. Es mag gefrohren sein, er mag leer sein, es mag kein Trog sein... Die Arbeit wärmt zwar auf, aber das könnte er drinnen genauso haben, also lieber kein Risiko eingehen!
So holt Waienn den Eimer schließlich doch empor und stellt ihn vor das Maultier auf den Boden. "Hier, mein Freund!" schnauft er.

FH

Interessiert hat Janosch die Betätigungen des kleinen Mannes verfolgt. Seine Untersuchung des Brunnenrandes ist mittlerweile beendet, und weiter scheint hier nichts Interessantes zu finden zu sein.
Was sein Freund wohl mit dem eiskalten Wasser vorhat? Ach,so ist das - wie aufmerksam von ihm! Aber Janosch ist nicht durstig, im Stall hat er schon Wasser bekommen, und überhaupt ist das Wasser eiskalt, wie er feststellt, als er den Kopf senkt und höflich an der Oberfläche schnuppert. Nicht, dass Maultiere nicht in der Lage wären, eiskaltes Wasser ohne Schaden zu trinken, im Notfall fressen sie sogar Schnee. Aber das muss ja nun wirklich ncht sein, wenn man gar keinen Durst hat.
Janosch hebt den Kopf wieder vom Eimer und schnobert freundlich an Waienns Hand.

OHH

Ja, was! Es hat gar keinen Durst!? Ungläubig stiert Waienn das Muli einige Augenblicke lang an und lässt sich die Hand kosen.
Dann seufzt er, richtet sich auf und hakt diesen Episode unnötig erfolgter Schufterei im Geiste ab - alles andere hätte ohnehin keinen Sinn.
"Na gut, dann komm jetzt!" Die Hand belässt er weiterhin am Kopfe des Maultieres. Allerdings achtet er darauf, seinen Bewegungen zu entsprechen und nachzugeben, während er ihn sanft gen Stall zu lenken sucht.

FH

Iaa,iaa... warum sollte man sich nicht langsam mal wieder Richtung Stall bewegen? Janosch besitzt zwar ein Winterfell, um das ihn manches Pony beneiden würde, aber allmählich kriecht die feuchte Kälte auch da hindurch.
So trottet das Maultier an Waienns Seite friedlich bis zur Hausecke. Da bleibt es plötzlich wieder abrupt stehen, die Ohren fast waagrecht nach vorn gestellt.

OHH

"Was ist denn jetzt schon wieder?" Waienn klingt ehrlich bemüht, aber inzwischen auch ein wenig verzweifelt. Seine Zähne beginnen bereits zu klappern, da er trotz der wärmenden Kurbelei nun doch langsam bis auf die Knochen durchgefrohren ist.
So fasst er den Entschluss, das Maultier nun doch nicht später mit dem letzten Zuckerchen zu belohnen, sonder lieber sofort zu bestechen und zu locken. Das bedeutet allerdings zunächst einmal wieder: Rucksack herunter vom Rücken. Der Mantel des Patienten kommt dabei unbemerkt mit etwas Schneematsch in Berührung.

FH

Es dauert nur einen Herzschlag lang, bis Janosch sich völlig sicher ist: Die schmale Gestalt, die da gerade um die Hausecke gebogen ist und nun mitten auf dem Hof steht, ist seine Herrin und Freundin! Ein lautes Schnauben, und dann könnte Waienn, wenn er nicht mit seinem Rucksack beschäftigt wäre, ein Maultier aus dem Stand angaloppieren und davonstieben sehen.

OHH

Kaum hat der Pikenier auch nur den Rucksack geöffnet und sich hingekniet, um hineinzugreifen, wird sein Augenmerk durch eine kraftvolle Bewegung erregt. "Was... Hiergeblmpf!"
Die Aufforderung wird durch aufgewirbelten Schneematsch erstickt, welcher Waienn nicht nur um die Ohren fliegt.
Langsam richtet er sich auf und entfernt in zurückhaltender Missmut den gröbsten Schmadder aus Mund und Gesicht. Den Körper schützte zum Glück weitgehend die Lederschürze.
Hut und Mantel des Rippenbruches haben weniger Glück und werden nun von ein paar großen Flecken verunziert. Pflichtbewusst kümmert sich der Pikenier putzenderweise auch zuerst um sie, statt um die eigene Schürze, die sich so viel leichter abwischen lässt.
Kaum fertig, schaut er dem Maultier nach. Was hat es geritten, so plötzlich davonzugaloppieren? Da sind irgendwelche Leute zwischen den Ställen. Langsam setzt er sich in Bewegung, dem Muli zu folgen, derweil seine Hand noch säubernd über die Brust fährt.

FH

"Nun ist genug. Findest du nicht, dass es langsam Zeit wäre, mal wieder ins Warme zu gehen?"
Dann erst bemerkt die junge Frau die Gestalt, die mit einigem Gepäck beladen um die Ecke biegt, genau daher, wo auch Janosch aufgetaucht ist. Ist es womöglich der erfolglose Knecht? So wartet sie noch ab, bis sie erkennen kann, um wen es sich handelt.

OHH

So langsam wird Waienn klar, auf wen er da zustapft: Diese beiden Gestalten müssen die Eigner des Muli sein. Und als er dicht genug heran ist, erkennt er, es handelt sich doch um die beiden Edlen vom kleinen Tisch. Offenbar weiß man doch auch beim Adel die Vorzüge dieser Mischlinge zu schätzen.
"Hach, da bin ich ja froh!" schnauft er ankommend, wobei ihm der Rucksack von der Schulter in die Ellenbeuge rutscht. Umständlich versucht er, diese unbequeme Stellung zu ändern, doch muss er ja auch auf die Kleidung über dem anderen Arm achten, die schon genug gelitten hat.

FH

Schau an, der da mühselig und beladen daherstapft, ist niemand anders als der kleine Pikenier. Neugierig blickt Mischka ihm entgegen, den rechten Arm um Janoschs Nase gelegt. "Zum Gruße!" entgegnet sie dem Ankömmling fröhlich. "Was freut Euch denn so?"

CH

Noch immer steht Rondrian hinter der Bardin, allerdings ist er etwas zur Seite getreten, so dass Mikhailja ihm nun nicht mehr direkt auf beide Füße treten würde, sollte sie einen Schritt zurück gehen.
Der Ritter wartet. Still sieht er der Begrüßungsszene zu. Die Bardin und ihr Maultier scheinen wirklich zusammenzugehören, langjährige Reisegefährten und Freunde.
Manchen würden jemanden wohl für einen Fall für die Noioniten halten, wenn er davon spräche, sein Reittier sei sein Freund, doch wer wirklich eine längere Zeit mit einem Reittier zusammen ist, mit ihm einiges erlebt und Gefahren übersteht, dass wirklich Zuneigung Freundaschaft entstehen kann. Ja, manche behaupten sogar, dass Pferde - wenn man sie einmal zum Freund hat - treuer sind als Menschen.
Den herankommenden Mann bedenkt er nur mit einem Nicken, sagt aber (noch) nichts.

OHH

Und schon ist Waienn überfordert: Das fröhliche Lächeln, der Zwiespalt, ob er erst grüßen oder sich vorstellen oder die Frage beantworten soll... Begrüßungsriten verschiedener Länder und Gesellschaftsschichten führen in seinem Kopfe eine Parade auf.
"Ähm... Die Götter mit Euch, Oberweibel Waiennui Wratsch aus dem Herzogtum Engasal." Einen winzigen Augenblick lang ist er versucht, seine Hand zu reichen, doch gegenüber einer Edlen wäre dies unschicklich - ganz davon abgesehen, dass er ob seiner Lasten momentan ohnehin schlecht zum Händeschütteln fähig ist. So deutet er statt dessen eine kleine Verbeugung an.
"Es freut mich, Euer Maultier nicht mehr herrenlos in der Kälte herumirren zu wissen."

FH

Wie zur Bestätigung von des Oberweibels Worten gibt Janosch ein zufriedenes Schnauben von sich, wobei seine Ohren munter vor und zurück wippen, als wolle er sich kein Wort der Unterhaltung entgehen lassen.
Mischka schaut ihr Maultier an, legt den Kopf schief, blickt wieder zu dem Pikenier.
"Ah, ich verstehe", sagt sie gedehnt, mehr in Richtung des Maultiers, um dann ganz an Waienn gewandt vergnügt hinzuzusetzen: "Hat er sich wenigstens manierlich benommen? Der Stallbursche" - mit leicht zusammengezogenen Brauen schaut sie dem Knecht hinterher, der wortlos den Stall verlassen hat - "schien gewisse Schwierigkeiten mit ihm zu haben. Ich bin Euch sehr dankbar!" fügt sie herzlich hinzu, wobei sie dem anderen die Rechte entgegenstreckt, ohne zu bedenken, dass dieser keine Hand frei hat. "Mein Name ist Mikhailja vom Born."

OHH

"Oh, keine Ursache!"
Anhand des Namens und der Kleidung schließt Waienn auf eine Dame niederen Adels, möglicherweise ohne Land. Das würde erklären, warum sie so weite Reisen unternimmt. Dass ihre vorgestreckte Hand gar nicht dazu passt, fällt ihm in seinem Gedankenchaos gar nicht auf. Vielmehr tritt er dichter an sie heran, um ihre Hand mit der seinen ergreifen zu können, die von dem Rucksack über der Ellenbeuge so misslich behindert wird. Ein Umstand, der ihn im Augenblick gar nicht stört, ja ihm nicht einmal auffällt.
"Sehr angenehm, Euer Wohlgeboren!" Er seufzt verträumt. "Hach ja, das Bornland...! Und wie heißt unser gemeinsamer Freund?" Zweifelsohne meint er damit nicht den schweigenden Ritter im Hintergrunde.

CH

`Aus Engasal soso.' Beinahe automatisch fallen ihm die wichtigsten Eckdaten Engasals ein, wozu hat er schließlich staatskundlichen und derographischen Unterricht genossen? (Wenngleich Engasal auch eher belächelt als politisch ernst genommen wird.) `Herzogtum Engasal, gelegen am nördlichen Ingvall, etwa 20 Rechtmeilen groß. Unabhängigkeit von Nostria und Andergast 6 nach Hal, was nach der dortigen Datierung 1346 EA entspricht; derzeitiger Regent Herzog Garf I.; Vererbung der Adelstitel in männlicher Linie; Kaum festgeschriebene Gesetze, stattdessen die sogenannte »Lex opportunitas«; umfangreiche Bündnispolitik. Militär mit knapp 30 Kämpfern kaum vorhanden. Haupteinnahmequellen sind diverse rahjanische Waren und Dienstleistungen; eigene Magierakademie.'
Und so ganz nebenbei fallen ihm noch einige »Gerüchte« über Engasalschen Wein und Engasalsche Pikeniere ein. Wahrscheinlich kann er froh sein, Engasal noch nicht besucht haben zu müssen.
Bei den weiteren Worten des Pikeniers zieht sich seine linke Augenbraue in die Höhe. Zum einen ist er sich nicht sicher, wie Mikhailja auf diese Anrede reagieren wird - anscheinend hat sie dies ja hinter sich gelassen. Allerdings kann es auch seinen Bemühungen dienlich sein. Überhaupt interessant, wie er darauf kommt. Ob er sie kennt? Wobei, wenn man Mikhailja so ansieht...
Was dem Pikenier allerdings einen missbilligenden Blick einträgt, ist die Tatsache, dass jener ihn vollkommen zu ignorieren scheint. Gut, er selbst ist recht schweigsam, dass ist aber kein Grund, gleich wieder auf das entlaufene Maultier zu sprechen zu kommen.
Doch Rondrian unterlässt es, sich in das Gespräch hineinzudrängen, schließlich wäre das ebenso unhöflich - und er hat im Gegensatz zu diesem »Oberweibel« Manieren. So hält er sich weiter im Hintergrund, eine stumme Präsenz, die schon aufgrund ihrer Größe kaum zu übersehen ist, und wartet darauf, dass die Bardin diese Konversation beendet. Hin und wieder lässt er aus schierer Gewohnheit seinen Blick über die weite Fläche schweifen, man weiß ja nie.

FH

Irritation flackert für einen Moment in Mikhailjas Augen auf. Wie kommt der Engasaler auf diese Anrede? Woher könnte er wissen...? KANN er überhaupt wissen...? Schnell schiebt sie diese Möglichkeit beiseite, es wäre ein gar zu wahnwitziger Zufall.
"Nichts `wohlgeboren', Herr Oberweibel!" antwortet sie nach einem kurzen Augenblick etwas hastig. "Mein Name ist in keiner Weise ein Titel - er bedeutet nichts weiter, als dass ich am Born aufgewachsen bin. Ich bin nur eine fahrende Sängerin."
Etwas unhöflich wäre es jetzt aber doch, das Maultier vorzustellen, bevor der Pikenier und der schweigend abwartende Ritter wenigstens voneinander Notiz genommen haben. Andererseits kann sie jetzt schlecht den Ritter dem Soldaten vorstellen, und umgekehrt wäre es etwas lächerlich, da Rondrian die Vorstellung des Letzteren nicht entgangen sein kann.
Eine verzwickte Situation, fürwahr!
Wenn es keine passenden Worte gibt, muss man zu anderen Mitteln greifen: Möglichst unauffällig dreht sich Mischka leicht in Rondrians Richtung und öffnet damit den Kreis, um ihn gewissermaßen in die Gruppe einzubeziehen. So diskret die Bewegung ausgeführt wird - einer wird darauf reagieren müssen.

OHH

Misstrauisch blickt der kleine Mann nun auf die junge Frau. Allzu oft und allzu leicht übersieht er so manches. Für einen Söldner ist er ausgesprochen kampfuntauglich, und für seine Reisen in vielen Dingen des Lebens recht unerfahren. Doch er hat seine Stärken, und das Beobachten und Einschätzen von Menschen gehört ganz gewiss dazu! Die Dame hat doch was! Sängerin? Das soll sie noch unter Beweis stellen! Wenn Waienn Unrecht hat, bekommt er wenigstens gute Musik zu hören.
Ihre Bewegung kommt ihm gleichsam wie eine Flucht vor. Eine Flucht aus der Situation oder auch vor seiner Vermutung?
Ach ja, da ist ja noch ihr Begleiter, der sich immer noch nicht vorgestellt hat. So unbeteiligt, wie er tut, scheint er irgendwie verärgert, das verrät die machtvoll abweisende Körperhaltung. Dabei hat sich Waienn doch allgemein vorgestellt. Im Grunde ist es unsinnig, aber gleichzeitig wohl die eleganteste Lösung, diese frostige Stimmung zu brechen, indem er sich nochmal ganz persönlich und wiederum mit einer kleinen Verbeugung auch jenem vorstellt: "Oberweibel Waiennui Wratsch, Medicus des Engasalischen Fremdenpikenierbataillons, zu Euren Diensten."

CH

`Na, so habe ich mir das gedacht. Wie hastig sie doch richtiggestellt hat, dass sie »nur« Sängerin ist. Die meisten anderen Frauen hätten sich wohl geschmeichelt gefühlt, aber sie... Sie hat ihr altes Leben weit hinter sich gelassen, auch wenn sie die Zeichen ihrer guten Erziehung nicht ganz verbergen kann. Der Pikenier ist ein recht scharfsinniger Mensch, wie es scheint.'
Von Mikhailjas guter Erziehung zeugt auch die Lösung des Vorstellungsdilemmas, dass sie also wohl bemerkt hat. Und wieder erweist sich der Pikenier als scharfsinnig und nimmt diese Geste sogleich auf, stellt sich nun noch einmal ihm vor, was ja durchaus korrekt ist.
Doch dass er so scharfsinnig ist, passt nicht ganz zu dem landläufigen Bild einens Engasaler Pikeniers und das könnte wiederum bedeuten, dass er mehr sein könnte, als er vorgibt zu sein. Natürlich könnten auch die Berichte über Engasaler Pikeniere falsch sein, aber in so einem Fall muss man so lange beides in Erwägung ziehen, bis man sich für eine Seite entscheiden kann. `Also vorsicht.'
Huldvoll nickt Rondrian Waienn zu. "Rondrian von Hohenstein, angenehm." Seinen Titel lässt er mit Absicht weg, da er zum einen ja nicht wirklich offiziell da ist und dies zum anderen als ein weiterer Test dienen kann. Aus reiner Höflichkeit fügt er noch hinzu: "Ich hoffe, der Herzog und seine Familie befinden sich wohlauf?"

FH

Der kleine Mann hat Mikhailjas Interesse geweckt. Er wirkt ausgesprochen feinfühlig; und wenn Janosch sich ihm angeschlossen hat, muss hinter diesem Eindruck etwas stecken - das weiß Mischka aus Erfahrung.
Mit Erleichterung nimmt sie zur Kenntnis, dass Waienn sich nicht zu schade ist, die heikle Etikettefrage auf seine Kosten zu lösen, indem er sich ein weiteres Mal dem Ritter vorstellt, der daraufhin seine in ihren Augen bis dahin recht arrogante Haltung aufgibt - immerhin konnte die Vorstellung des Pikeniers durchaus als an sie beide gerichtet verstanden werden.
Nanu - Rondrian scheint sich in diesem Engasal, von dem Mischka nur weiß, dass es sehr klein ist und irgendwo nördlich in der Gegend des Orklandes liegen soll, auszukennen. Sehr interessant - aber vielleicht könnte das Wohlergehen des Herzogs auch an einem wärmeren Ort erörtert werden? Trotz ritterlichem Pelzmäntelchen kuschelt sie sich dicht an Janoschs Hals.

OHH

Fast scheint Waienn unter dem Zug des Rucksackes über dem Arm immer kleiner zu werden. Vielleicht aber beugt er sich auch nur vor dem Edlen, wer mag das sagen?
`Hohenstein' - ein mittelreichischer Baron vielleicht? Der Pikenier kennt zwar manche, doch lange nicht alle, sind sie doch so zahlreich. Ganz zu schweigen von den unzähligen Rittern und Junkern. So lange jener Rondrian es nicht richtigstellt, ist die Anrede `Wohlgeboren' folglich korrekt.
"Danke der Nachfrage!" erwidert der Engasaler erfreut und verbeugt sich nun ganz eindeutig noch etwas tiefer. "Allesamt wohlauf, soweit ich das beurteilen kann. Ich bin bereits wieder seit Ende Phex unterwegs, aber ich kann sagen, die Kinder entwickeln sich prächtig!" Ganz offenkundig wurde ein Thema angeschnitten, bei dem der Pikenier leicht alles vergessen könnte.

CH

"Nun, es freut mich, sie bei Gesundheit zu wissen", antwortet er höflich.
Rondrian wirft einen Seitenblick auf die kuschelnde Bardin. Auch ihm ist es recht kühl - eigentlich eine glatte Untertreibung - trägt doch auch er keine wirklich wärmende Kleidung. `Erst einmal genug mit dem Geplänkel.' "Aber vielleicht sollten wir nun erst das Tier wieder in den Stall bringen. Denn mir dünkt, dass wir doch alle die warme Stube für ein Gespräch der Kälte bei weitem vorziehen..."

OHH

"Oh, natürlich!" Schon will Waienn mit in den Stall gehen und nebenbei von den niedlichen Zwillingen parlieren, doch eine zustimmende Bemerkung muss er unbedingt noch loswerden: "Ich freue mich auch, wenn ich diese Sachen loswerde." Dabei hebt er die Arme, seine Lasten vorzuzeigen, als hätte die irgendwer übersehen können.
Da hält er inne und starrt ungläubig auf die Kleidungsstücke über dem linken Arm. "Oh, verflixt! Ich habe ja noch Hut und Mantel eines Patienten. Ich fürchte, er ist in der geistigen Umnachtung seiner schweren Verletzungen ohne sie in die Kälte hinausgelaufen. Ihr werdet verstehen, dass ich mich erst darum kümmern muss, ihn zu finden. Vielleicht lebt er ja noch."
Bei aller gebührenden Sorge um einen ihm Anvertrauten mischt sich doch eine beängstigend sachliche Nüchternheit in des Medicus Worte.
Nach kurzer Verzögerung stiefelt Waienn um so eiliger davon - zunächst Richtung Straße, bis er bemerkt, dass er ja in der anderen Richtung suchen wollte, wo er den Abort vermutet. Sogleich dreht er auf dem Absatz um und rauscht noch einmal an den beiden Edlen, wie er sie im Geiste immer noch tituliert, vorbei. Ob sie sich wohl über ihn wundern, wagt er nicht anhand ihrer Gesichter zu prüfen, sondern gibt sich auf den leicht rutschigen Boden achtend.

CH

`Eine schwere Verletzung? Patient? Wer wirklich schwer verletzt ist, kann nicht in die Kälte hinaus laufen, jedenfalls nicht weit.' "Ja natürlich, Peraine mit Euch." Er wirft einen Seitenblick auf die Bardin und möchte noch hinzufügen, dass er - sobald das Maultier vom Hofe ist - sich anbieten würde, suchen zu helfen, schließlich kann man schlecht jemanden in der Kälte umherirren lassen. Doch da hat der Pikenier sich schon umgedreht und ist davongerauscht. Doch umso merkwürdiger, dass er plötzlich kehrt macht und noch einmal mit riesigen Schritten an ihnen vorbeihastet, diesmal in die entgegengesetzte Richtung. Ob dieser Tatsache ist der Ritter zu überrascht, um jetzt sein Angebot auszusprechen. `Es fragt sich, wer hier etwas geistig verwirrt ist.'
Er macht sich gedanklich eine Notiz, später am besten einmal nach dem Rechten zu sehen, und wendet sich dann wieder der Bardin zu.

OHH

Wirklich ärgerlich, nicht mit hineingehen zu können! Um so mehr, da eine Bardin in einem solchen Gewand sicherlich eine interessante Besonderheit und somit eine angenehme Gesellschaft darstellen dürfte. Allein - es soll wohl erst einmal nicht sein; ihm bleibt keine Wahl.
Die Hausecke ein weiteres Mal umrundend, kommt Waienn wiederum am Brunnen vorbei, der inzwischen reichlich von insbesondere seinen eigenen Fußstapfen umgeben ist.
Ob man wohl etwas aus den Spuren lesen könnte, wenn man könnte? Vielleicht sollte Waienn Leocadia rufen, doch der Schneefall dürfte selbst ihr die Spurensuche erschweren, zumal sie ja mit sowas eher weniger Erfahrung hat, da sie aus dem tiefen Süden stammt.
Weitergehend, gelangt der Medicus an jenes Gebilde, welches er vorhin schon bemerkte, jedoch nicht recht erkannte: Es handelt sich um einen Holzstapel - Brennholz, das man recht kunstvoll im Rund aufgetürmt hat. Fleißig, fleißig!
Aber hier ist der Patient gewiss nicht. Zu ärgerlich, dass Waienn nicht einmal seinen Namen weiß, um ihn effektiv zu rufen! Darauf reagiert man selbst im Unterbewusstsein noch eher als auf neutralere Formulierungen wie jene, mit der es der Pikenier nun einmal probiert, um nichts unversucht zu lassen: "Hallo, Söldner, bist du hier wo!?"
Es gibt keine Antwort, und der Medicus hatte auch nicht ernsthaft eine erwartet. Ja, er kommt sich direkt ein wenig albern vor.
Da taucht vor ihm das kleine Klohäuschen auf. Selbst bei der schlechten Sicht und seinen grauslichen Kenntnissen im Spurendeuten kann Waienn doch erkennen, dass es hier keine frischen Fährten zu finden gibt außer zweien, die schnurstracks daran vorbeiführen. Dennoch schaut er hinein, weil ihm mittlerweile nichts Vernünftiges mehr einfällt, das er noch versuchen könnte. Kälte macht lustlos.
Leer, wie vermutet. Aber Waienn stellt mal wieder interessiert fest, wie sehr die Temperatur den Geruch menschlicher Fäkalien zu verändern vermag. Das wäre bei Gelegenheit einmal genauer zu untersuchen. Vielleicht lassen sich daraus irgendwelche Erkenntnisse gewinnen.
Wie er noch so sinniert, muss er mit einem Male niesen. Allzu lange schon irrt er hier draußen herum. So hat er sich den Abend wahrhaftig nicht vorgestellt! Jetzt das Umland abzusuchen hätte wohl selbst eine Hundertschaft geringe Aussicht auf Erfolg, den Gesuchten noch zu entdecken. Dass jener ihn an der Nase herumgeführt haben und abgereist sein könnte, kommt dem Pikenier gar nicht in den Sinn. Aber er wird zweifellos innerhalb der nächsten halben Stunde erfrieren, wenn das nicht gar bereits geschehen ist, also hat es wohl keinen Sinn mehr.
Nun doch etwas niedergeschlagen, trottet der Medicus weiter ums Haus herum. Zumindest kann man ja den Bogen schließen.
Wer verliert schon gerne einen Patienten? So erlaubt Waienn sich nicht, das letzte Stück zur Vordertüre mit gesenktem Haupte zu schlurfen, sondern hält noch immer mit einem letzten, wenn auch wenig begründeten Hoffnungsschimmer Ausschau.
Er hält die Klinke bereits in der Hand, als er im Dunkel mehrere Gestalten erspäht. Sofern er sich nicht irrt, und es dreie sind, mag es sich um den Rondrianer, seinen Schergen und den gefangenen Ork handeln, gewiss aber nicht den Rippenbruch.
Waienn atmet noch einmal tief ein, dann öffnet er die Tür. Er tritt ein, doch natürlich bleibt er in der Türe stehen, als er bemerkt, dass die anderen ihm folgen, um sie jenen höflich aufzuhalten, wie es sich für einen gut ausgebildeten Engasaler Pikenier gehört. Dabei lächelt er freundlich und grüßt beim Ankommen der drei, die sich nun als unbekannte Neulinge erweisen: "Die Götter mit Euch!"

RL

"Die Götter auch mit Euch", erwidert der Vorausgehende. "Sehr freundlich von Euch."
Er wirft einen kurzen Blick in den Schankraum. Da er jedoch nichts Besorgniserregendes bemerkt, tritt er auch ein wenig zur Seite, um seinen Begleiterinnen den Vortritt zu lassen. "Tretet ruhig ein", spricht er in deren Richtung.

AMi

Gemeinsam nähern sich die beiden Frauen der Tür, kurz davor kommt die kleinere jedoch ins Stocken, kann man die Tür doch nicht nebeneinander durchqueren, das wäre ja was! Zögernd hält sie sich also zurück, wirft nur scheu einige wortlose Blicke auf den Pikenier und in den Schankraum hinein, von dem jedoch noch nicht viel zu sehen ist.

OHH

Um hinreichend Durchgangsmöglichkeit zu bieten, tritt Waienn noch einen Schritt weiter zurück und drückt die mit dem Rücken gehaltene Tür noch etwas mehr auf. Die Neugier über die dem Manne folgenden Damen lässt ihn für einen kleinen Moment seine unbequem schleppende Lage vergessen. Nicht aber seine gute Erziehung und Ausbildung: Er deutet freundlich lächelnd eine Verbeugung an.

SR

An der Tür angekommen, bemerkt nun auch die etwas größere der beiden Frauen den Pikenier, der ihnen freundlicherweise die Tür aufhält und offenbar vor ihnen eingetreten ist. Als sie nun nach einem erneuten Zögern ihrer Gefährtin erkennt, worauf deren Blicke zielen, wird ihr einiges klar. Sie löst die Umarmung, schüttelt den Schnee von ihrem Umhang und tritt in den Gastraum ein.
Neben dem Pikenier bleibt sie stehen und streift die Kapuze ihres roten Umhangs herunter. Darunter zum Vorschein kommt eine sehr junge Frau mit braunen Augen und einem entschlossenen Gesichtsausdruck. Ihre gebräunte Haut mitten im Winter lässt darauf schliessen, dass sie einen Grossteil ihres Lebens im Freien verbracht haben muss.
Sie schaut sich zunächst kurz im Schankraum um und mustert dann den Pikenier mit eine, prüfenden Blick. Schließlich dreht sie sich mit einem freundlichen "Vielen Dank!" auf den Lippen um und ruft ihrer Gefährtin vor der Tür ermutigend zu: "Yandirai, nun komm' doch!" Die draußen Zurückgebliebene hat nun die Möglichkeit, sicher zwischen ihr und Felian einzutreten.

AMi

Kaum 80 Finger mag sie wohl groß sein, die kleinere der beide Damen, die an dem Pikenier vorbei nun ihrer Gefährtin in den Schankraum folgt. Zart wirkt das Gesicht, dessen jugendliches Alter schwer einzuschätzen ist, doch zählt es mit Sicherheit noch keine 20 Sommer. Ebenmäßig, fast puppenhaft sähe das Anlitz aus, würden ihm nicht Kälte und Schnee durch die geröteten Wangen eine lebendigere, greifbarere Farbe geben.
Das Lächeln des Pikeniers erwidert sie, senkt danach jedoch den Blick scheu zu Boden und schließt rasch zu der Gefährtin auf. Nun nur noch sich selber wärmend, hält sie ihren dunkelroten Umhang auch im Eber weiterhin mit beiden Armen geschlossen, die Kapuze liegt zurückgeschoben an ihrem Hinterkopf und entblöst dunkelbraunes, langes Haar, das am Ansatz vor Nässe verklebt ist, hinten jedoch offen herunterfällt.

OHH

Oh, das sind ja mal wieder zwei besonders gutaussehende Damen! Ein wenig verzaubert steht Waienn noch in der Türe, obwohl dies nicht mehr nötig ist, als ihm etwas klar wird: Die beiden, besonders die zweitere, sind wohl viel zu schön für ihn, als dass sie zu ihm passen könnten.
Mit dieser entmutigenden Erkenntnis lässt er die Tür endlich zufallen.
Der Blick indes bleibt noch ein wenig an den drei Neulingen haften. Es war schon seltsam, wie sie eben hereinkamen - fast mit einer zeremoniellen Reihenfolge. Prüfend betrachtet Waienn die beiden Frauen, kurz auch den Mann. Die Jüngste scheint zugleich die Hochgestellteste - und die Schreckhafteste. Aber auf der Flucht vor etwas werden sie wohl nicht sein.
Ein Schmerz in der Ellenbeuge weist den Packpikenier darauf hin, dass sein Rucksack soeben schon wieder von der Schulter gerutscht ist. Besser, man wird das ganze Zeug erst einmal los. Aber was danach? Kann man so einfach zu einem gemütlichen Abend zurückkehren, wenn es einen Exetus gab?
Wie ratsuchend blickt Waienn in den Schankraum. Die Edelleute - und Waienn vergisst einen Moment lang, dass die Dame ja gerne als Bardin bezeichnet werden möchte - sind offenbar noch im Stall beschäftigt. Der Patient ist natürlich nicht zu sehrn, da er ja draußen tot im Schnee liegt. Aber der interessante tulamidische Kollege ist wieder herabgekommen. Man sollte ihn konsultieren, und sei es nur, sich die Todesdiagnose in Abwesenheit des Probanten bestätigen zu lassen.
Mit wenig Elan schlurft der gescheiterte Medicus zu seinem alten Tisch.

Weiter...


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Redaktion und Lektorat: OHH