Pikeniers Sprechstunde

Autoren: Antje 'AMi' Steinborn, Christian Janiesch, Christian Stoll, Iris Schischmanow, Oliver H. Herde und andere

AMi

Der Wirt kommt an den Tisch und wartet untypischerweise nicht ab, bis man auf ihn aufmerksam wird, sondern platzt mit ernstem Tonfall in das Gespräch und Waienns Wühlereien. "Verzeiht, Herrschaften," wendet er sich anfangs an alle, "aber, Herr Waienn, Eure Gefährtin schickt nach Euch, es gibt Verletzte draußen! Ihr kennt Euch mit der Heilkunst aus?"

OHH

Aufgrund seiner doppelten Beschäftigung des gleichzeitigen Suchens und Nachdenkens, bemerkt Waienn den Wirt tatsächlich erst, als er von diesem angesprochen wird. "Wie!? Oh!" Er ist versucht, sogleich aufzuspringen, doch hält ihn das Gewicht auf dem Schoß zum Glück davon ab, sonst wäre wohlmöglich alles ausgeschüttet worden.
Einen Moment lang benötigt der Medicus, sich zu besinnen. Leocadia selbst wird es wohl nicht getroffen haben, da sie selbst nach ihm schickt und bei Gefahr ja nur zu gut die Beine in die Hand zu nehmen weiß. "Jawohl, Herr Wirt, dies ist meine vornehmliche Profession. Was ist denn nur geschehen?"
Nebenbei packt er eilig die kleinen Dinge vom Tische wieder weg, um sie nicht während seiner nahenden Abwesenheit hier herumliegen zu lassen.

AMi

"Das ist gut," Tesden ist beruhigt, dass Alrik sich hierbei nicht verhört hat; wäre nicht das erste Mal gewesen, dass er etwas verwechselt.
"Ich war nicht dabei", beginnt der Wirt danach seine Erklärungen, "aber ich nehme an, die zwei Herren, die vorhin beinahe hinter der Theke eine Prügelei angefangen haben - ich weiss nicht, ob Ihr das bemerkt habt; ich jedenfalls stand direkt dazwischen - ich nehme also an, dass diese beiden Söldner dann draußen aneinandergeraten sind und sich zumindest ordentlich eins auf die Nase gegeben haben, wenn nicht mehr." Tesden seufzt. "Draußen beim Brunnen sollen sie liegen; ich werd' mit Euch nach dem Rechten schauen, wenn's recht ist." Er wartet nur darauf, dass der Heiler soweit ist, um sich dann sogleich nach draußen zu begeben.

OHH

"Nein, bemerkt habe ich nichts, war ich doch zu sehr in die köstlichen Speisen und das nette Gespräch vertieft..."
Eilig wirft sich Waienn noch die Schürze über. Selbst, wenn es nicht nötig werden sollte, seine Uniform vor Blutspritzern zu schützen, so wird sie ihm doch zumindest von vorn ein wenig des eisigen Windes abhalten. Das aufgerollte dünne Tau vom Boden fädelt er noch über den Arm bis zur Schulter, dann steht er marschbereit vor dem Wirt - ohne zu ahnen, dass die Seife noch unter dem Tische weilt.
"Auf denn, Meister des Hauses, geht voran und führt mich zu Eurem Brunnen!"

MR

Interessiert beobachtet der Elf das kramende und teilweise unverständliches Gebrabbel ausstoßende Rosenohr. `Es kommt vom Thema ab. Die Blasen...'
Da kommt das bärtige Rosenohr. welches Wirt dieses Steinhaufens ist, an den Tisch und verlangt nach der Heilkunst des Bewappenrockten. Als ersteres fragt, ob sich letzteres mit der Heilkunst auskennt, muss Emetriel lächeln.
Dem Wirt nickt er freundlich zu. "Das Essen gut ist. Bester Dank dir zukomme."

AMi

"Gerne, folgt mir", erwidert Tesden knapp und will sich schon umdrehen, als der Elf ihn anspricht.
"Das freut mich, seid bedankt", erwidert er etwas geistesabwesend - gedanklich malt er sich schon die Szene draußen am Brunnen aus und will nun schnellstmöglich wissen, ob es wirklich so schlimm, weniger übel oder gar noch böser sich verhält.
"Entschuldigt mich bitte, ein Notfall", erklärt er sich darum auch gleich und wendet sich dann um, um mit Waienn im Gefolge den Schankraum Richtung Eingangstür zu durchqueren. Kurz erwägt er, den zweifelsfrei kürzeren Weg durch die Küche zu wählen, aber dieser erscheint ihm mit dem Fremden zu umständlich.

OHH

Bevor er dem Wirt folgt, wirft Waienn noch einen bedauernden Blick zurück. Der Ledergekleidete scheint bereits seinen Rausch auszuschlafen. Auch recht. So wendet sich der Pikenier nur an den Elfen: "Schade, ausgerechnet jetzt! Ich hoffe, es gibt nachher noch Gelegenheit, das Gespräch fortzusetzen. Ich bleibe nicht gern eine Antwort schuldig."
Sein Augenmerk fällt unvermutet noch einmal auf den herumliegenden Schlüssel. Flugs schnappt er ihn und wendet sich ab, dem Wirte nachzulaufen.
Jener steht schon wartend an der Tür und öffnet sie freundlich dem Gast, auf dass er zuerst hindurchgehen möge. "Bittesehr, links entlang..."
"Dankeschön! Übrigens, ich habe hier diesen Truhenschlüssel gefunden, der möglicherweise von dem inzwischen abgereisten weißgekleideten Elfen an meinem Tisch vergessen wurde..."

AMi

Stirnrunzelnd nimmt der Wirt den Schlüssel an sich und lässt ihn in seiner großen Hosentasche verschwinden. "Seid bedankt! Komisch ist das, aber - nunja. Wie gesagt: Hier entlang!"
Nach Waienn tritt der Wirt in den kalten, feucht-frierenden Winter und macht sich dort eiligst auf den Weg, den Eber zu umrunden.

OHH

Gerade will Waienn sich nach rechts wenden, als der Wirt in die entgegengesetzte Richtung eilt. `Achso, das andere links!'
Gemeinsam umrunden die beiden die erste Hausecke. Der Hof zwischen Stall und befestigtem Unterstand wird von den beiden schnell überquert. Das Schneetreiben, ist nicht gerade geeignet, sich für die Gegend zu interessieren. Unwillkürlich hält Waienn dennoch ein wenig Abstand zum Wirt. Nicht auszudenken, wenn der ausrutscht! Und mit dem Rucksack hat Waienn ohnehin selbst zu schleppen. Die Pike! Er hat sie stehenlassen! Aber so etwas Großes ist zum Glück nicht zu heimlichem Diebstahl geeignet.
Nach Umbiegung der zweiten Ecke, kann man schon einen Brunnen, eine Tränke und diverse Gestalten am Boden erkennen, auf welchletztere Wirt und Pikenier sogleich zuhalten.

AMi

Beim Näherkommen an den Ort des Geschehens versucht der Wirt zum einen, sich ein Bild von der Situation zu machen, und zum anderen, sich betont ungefährlich bemerkbar zu machen - nicht, dass die Spießgesellen noch auf ihn losgehen. Letzteres ist einigermaßen einfach, ersteres bei dem andauernden Schneetreiben, dem aufgewuehlten Boden und den verdreckten Personen rechtschaffen schwierig.
"Wie ist die Lage, was ist passiert?" fragt er mit erstem Tonfall in die Runde.

IS

Voller Konzentration presst die Jägerin die Hand mit dem Knechtshemd gegen die Wunde, um die Blutung einzudämmen. So hört sie die Schritte der herannahenden Menschen nicht und zuckt bei den Worten des Wirtes überrascht zusammen. Ja, was ist eigentlich geschehen? So versunken war sie in ihre Gedanken, dass sie sich erst mal sammeln muss, um dann nach einer kurzen Pause zu antworten: "Diese beiden Irren haben sich hier draußen die Köpfe eingeschlagen. Oder es zumindestens versucht." Der Ton ihrer Stimme lässt ahnen, dass so ein Verlust ihrer Meinung nach eher ein Segen für den Rest der Menschheit gewesen wäre. Und so fügt sie etwas lahm hinzu: "Aber ich konnte sie doch nicht einfach so liegenlassen. Ich meine, wenn es mir mal so dreckig geht, hoffe ich, dass sich auch jemand findet, der mir hilft."
Da nimmt sie auch noch die zweite, kleinere Gestalt war und atmet erleichtert auf.

OHH

Höchst interessant! Vorhin noch brummelig, sorgt sich Leocadia scheinbar hinreichend um diese Fremden, um Waienns Anblick nun um so positiver aufzunehmen!
Doch ist der Pikenier allzu gutmütig, auf derlei einzugehen. "Dann rücke mal ein Stückchen, damit ich mir das ansehe", brummt er friedlich und hockt sich seinerseits beim Blutenden nieder. Neben der Lache hat jener momentan auch weniger bewegungsreiche Lebenszeichen zu bieten.

AMi

`Ein Mensch ist immerhin schon da, der sinnvoll Rede und Antwort stehen kann. Eine Frau', präzisiert der Wirt in Gedanken und versucht, genauere Blicke auf die Verletzten zu werfen, als sein kleinerer Begleiter sich schon dazu hockt. `Eine Kerze wäre schön gewesen.' Er seufzt leise. Er hatte es vorhin wohl zu eilig gehabt; nicht wirklich verwunderlich, aber doch unpraktisch. Nach und nach bestätigt sich allerdings seine erste, intuitive Ahnung, um wen es sich bei den Raufbolden handelt, und er kommt nicht umhin, der Sprecherin gedanklich zumindest ein wenig zuzustimmen.
"Also leben sie noch? Wie schwer sind sie verletzt?" fragt der Wirt weiter.

OHH

Ebenfalls neugierig auf Leocadias Antwort, wartet Waienn diese doch nicht ab und schiebt nachdrücklich das Stoffknäuel beiseite, welches sie an den Verletzten drückt. Sehr viel besser wird die Sicht dadurch angesichts von Schneetreiben und Dunkelheit allerdings nicht. Tief beugt er sich über die Wunde und beginnt, mit einem Messer das Loch der Gewandung zu vergrößern.

CJ

Dunkel ist es, kein Wunder, in die Kiste dringt kaum Licht, das wenige, was durch die Fugen dringt, sagt ganz deutlich, es ist Tag.
Dann beginnt ER zu trommeln. Zwei Wochen in dieser Kiste, nun reicht es wirklich. Mengbilla - Havena ist zwar ein weiter Weg, aber seine Nahrung ist zu Ende und sein weiterer Weg bis Wehrheim ist noch noch allzu weit.
Da, Schritte, jemand nähert sich. Jemand macht sich ander Kiste zu schaffen. `Jetzt bloß nicht erwischen lassen und schnell aus der Kiste', sagt er sich, `blinde Passagiere werden hier nicht gern gesehen.'
Der Deckel öffnet sich: "Na schau mal da, wen haben wir denn..." sind die letzten Worte, die diese raue Seemannstimme von sich gibt, dann drückt Talon ihm die Kehle zu.
Von einem Moment auf den anderen öffnet Talon die Augen, kraftvoll, geradezu eisern greift seine rechte Hand nach Waienn und erfasst dessen rechten Arm, der gerade dabei war ihn zu untersuchen.

IS

Leocadia schüttelt den Kopf auf die Frage des Wirtes. "Keine Ahnung, wie schwer die verletzt sind. Der da scheint nur ein paar gebrochene Rippen zu haben", dabei nickt sie mit dem Kopf in Richtung des nicht Gerüsteten. "So schlimm kann es nicht sein, da ihm durch diesen Kampf wundersammerweise sein Augenlicht wiedergegeben wurde", fügt sie noch spöttisch hinzu.
"Aber der hier hat einen üblen Messerstich abbekommen und blutet ziemlich stark." Widerstandslos lässt sie sich von Waienn zur Seite drängen. Als der ihr das Hemd aus der Hand nimmt, macht sie bereitwillig Platz für den Heiler. Sie ist gerade im Begriff sich aufzurichten, da reißt der Patient die Augen auf und seine Hand schießt in Richtung ihres Freundes. Diese unerwartete Aktion des Verletzten überrascht sie so, dass ihre vor Kälte steifen Beine das Gleichgewicht nicht halten können und sie anstatt aufzustehen aus der Hocke nach hinten in den Matsch plumst. Ein dumpfes `Patsch' und ein halblauter Fluch quittieren das Missgeschick.

OHH

Rippenbruch, soso. Dann mag der andere die Hilfe nötiger haben als dieser hier. Allerdings macht es wenig Sinn, auf bloße Vermutung hin wie ein Frosch umherzuhüpfen.
Da fühlt er unvermittelt sein Handgelenk umschlossen. "Holla!" Waienns erster Schreck weicht schnell einer ihn anscheinend belustigenden Erkenntnis. Doch wird dies bei der momentanen Beleuchtung kaum jemand registrieren, zumal es gleich im nächsten Moment einen viel offensichtlicheren Anlass zu breitem Grinsen gibt, als sich die Jägerin geräuschvoll auf ihren Allerwertesten begibt.
Dann aber wendet er sich wieder seinem gefangenen Unterarm und dem nervösen Patienten zu. "Besser, Ihr haltet still, während ich Eure Wunde untersuche! Aber wenn es nötig ist, kann ich auch dafür sorgen..." Geduldig wartet er darauf, losgelassen zu werden.

AMi

`Vermutlich keine Toten', fasst der Wirt die für ihn essentielle Bedeutung von Leocadias Worten zusammen. Also ist Alrizio immerhin nicht zwingend zu benachrichtigen; das erleichtert den Wirt, wäre eine solche Pflicht bei dem Wetter für keine Seite eine Freude.
Gerade noch nachdenkend, was er nun am besten tun soll, schreckt einer der Verletzten und vormals Stillliegenden hoch und greift dem Heiler an den Arm. Tesden zuckt angesichts dieser Überraschung doch zusammen, auch wenn er sich in `sicherer' Entfernung befindet. Seine Anspannung lässt jedoch wieder nach, sobald er merkt, wie souverän und gelassen der betroffene, beziehungsweise be`fasste' Heiler mit der Situation umgeht, und so schweigt er zunächst weiter, still und beobachtend.

CJ

Noch eine ganze Weile hält Talon den Pikenier fest, bevor er schließlich den Kopf nach hinten fallen und den Arm wieder erschlaffen lässt. Man erkennt in den ersten Augenblicken deutlich, dass Talon wie durch einen Schleier hindurch erst nach und nach den Mann vor sich zu identifizieren versucht, ganz so als habe er vorher etwas anderes gesehen oder erwartet zu sehen. Mit sich unzufrieden gibt er deutlich einen Seufzer von sich. Eine denkbar undankbare Situation für einen Söldner, der lieber dem Gegner den Fuß auf die Brust stellt, als so dazuliegen und auf die `Almosen' der anderen zu vertrauen.
"Tut was ihr nicht lassen könnt, aber macht schnell." Diese Worte selbst kommen jedoch nicht so überlegen an, wie sie es eigentlich sollten. Talon hat Schmerzen, das spürt man, aber er erholt sich oder viel mehr gewöhnt sich relativ schnell an den Schmerz. Er würde vermutlich auch jederzeit versuchen, allein aufzustehen - auch wenn er dabei jämmerlich versagen könnte. Ein ziemlich undankbarer Patient, um es höflich zu formulieren.

CS

Platsch... platsch... platsch... platsch... hallen die Schritte des verschwommenen Riesen im Nebel. Oder halt! Nein, die Geräusche stammen von woanders. Tatsächlich verblassen Nebel und Gestalt und machen der kalten und feuchten Wirklichkeit platz. Nässe kriecht durch Ugdalfs Hose und auch die Hemdsärmel stellen kein Hinderniss für die klamme Kälte dar. Ein Zittern erfasst den ganzen Körper und wird immer stärker. Die linke Körperseite inklusive Knöchel der linken Hand erzeugen ständig neue Schmerzwellen, so dass Ugdalf gepeinigt aufstöhnt. Zusätzlich zum Zittern erzeugen die unangenehme Umgebung und vielleicht die Rippenverletzungen einen starken Hustenreiz. Ohne dass er die Hand vor den Mund bekommen könnte, bäumt sich Ugdalf in einem Hustenanfall auf und in hohen Bogen macht sich ein schleimiger roter Klumpen Irgendwas auf den Weg Richtung gestürzte Jägerin. Nach dem Anfall fällt der Körper dumpf auf den Boden zurück.

OHH

Wäre es nicht so empfindlich kalt, käme Waienn ob des Wartens auf seine Freiheit wohl ins Schwitzen. Verschiedene Möglichkeiten überraschender Fesselungskunststücke und anderer hinterlistig unsanfter Behandlungsmethoden kommen ihm in den Sinn, doch mag er nicht gern Unnötiges riskieren. Solch unvernünftige Messerstecher haben allzu oft noch eine Bosheit für den Notfall im Ärmel.
"Zu gütig, Hochwohlgeboren!" erwidert er sarkastisch. In Gedanken aber setzt er hinzu: `Schnell tut auch viel schöner weh, Armleuchter!'
Des anderen Aufbäumen allerdings gemahnt ebenfalls zur Eile, also schaut er wieder auf die Schnittwunde und puhlt ein wenig mit dem kalten Messer daran herum. Trotz des schlechten Lichtes erkennt er doch, sie ist viel harmloser als sie aussieht. Ein Lächeln überzieht sein Gesicht. Typisch Leocadias Übervorsicht! So erklärt er ihr und dem Wirte: "Sicherlich schmerzhaft, doch ungefährlich. Muskelstränge wachsen gemeinhin recht problemlos wieder zusammen. Besser, ich verbinde das im Trockenen, wo ich auch mehr sehe."
Damit beginnt er, zu dem anderen hinüberzurutschen.

AMi

Gleichsam fachkundig und entwarnend erklingt die Diagnose des Heilers zu dem ersten Bodenlieger. Wenn es nicht so kalt wäre, könnte sich Tesden hier am Brunnen fast wohlfühlen, aber so, da seine innere Anspannung nachlässt, bemerkt er langsam erst, wie kalt es eigentlich ist. Ohne etwas dagegen tun zu können, fängt er an zu zittern. Der Wirt beginnt daraufhin, auf der Stelle zu treten, um sich wenigstens etwas zu bewegen. Hoffentlich dauert die zweite Untersuchung ähnlich kurz!

OHH

Beim zweiten Patienten angelangt, beginnt Waienn, dessen Rumpf zunächst vorsichtig abzutasten. Schnell aber bemerkt der Medicus das lederne Rüstzeug. Immerhin ist es weich und elastisch - gutes Material! Dennoch muss man sich ja irgendwie hindurchfühlen, also drückt er um so fester.

CS

Tastende Hände sind das erste, was Ugdalf nach einer kurzen geisten Auszeit wahrnimmt. `Die Sau beklaut mich! Na warte! Du dreckiger Straßenräuber du, dir verpass ich eine!' Zum besseren Zielen öffnet er sein linkes Auges einen Spalt weit und...
`Wer issn das?! Wieso betatscht mich dieses halbe Hemd? Hey, die Visage kenn ich doch! Der hing doch mit den beiden Spitzohren an einem Tisch rum.'
Schon will Ugdalf einige deftige Worte von wegen berauben von Bewusstlosen an Waienn richten, als dieser beginnt, an ihm herumzudrücken. `Nein, bitte Phex, nicht die linke Seite!' Doch zu spät, Waienn hat zielsicher die verletzten Rippen gefunden und drückt.
"Ahhhhhh, du Affenmensch, elender Metzger! Hör gefälligst auf, da rumzudrücken oder ich dreh' dir den Hals um und wenn es das letzte is', was ich tue, bei Kor das schwör' ich!" bricht es gequält und wütend aus Ugdalf hervor.

AMi

Wer so fluchen kann, dem kann es nicht wirklich schlecht gehen! Tesden braucht kein Heiler-Urteil, um sich hierüber klar zu werden. Typisch andererseits, dass dieser Knilch es nicht mal für dankenswert erachtet, dass man ihm helfen will!
Der Wirt wendet sich somit auch nicht an die Hilfsbedürftigen, sondern an den Helfenwollenden, als er fragt: "Braucht Ihr noch etwas von drinnen, Herr Heiler? Wenn nicht, würde ich mich wieder zu meinen Gästen begeben." Er reibt sich dabei mit den Händen über die Oberarme; kalt ist es, bei Firun!

OHH

Überrascht schreckt Waienn auf, als er die Reaktion erhält. Allerliebst dieser Patient! Doch offenbar hat der Medicus gefunden, was er suchte. Allerdings ist ein endgültiges Urteil zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Unterbrechung und des einstweiligen Vorbotes der Fortsetzung ein gewagtes Unterfangen.
Nachdem er sich gefangen hat, antwortet Waienn erst einmal dem Wirte: "Von drinnen bräuchte ich allenfalls ein paar kräftige Hände, diese beiden hier an einen trockeneren und helleren Ort zu schaffen."
Aufstehend wendet er sich wieder dem Patienten zu, doch wird schnell deutlich, dass seine Worte auch noch Teil der Beantwortung der Frage des Wirtes sind: "Ganz, wie General Motz befehlen! Es spielt ohnehin kaum eine Rolle, ob du transportfähig bist, da ein Liegenbleiben deinen Exetus in jedem Falle binnen dieser Nacht zur Folge hätte." Sein Gesicht bleibt dabei auffallend unbeteiligt. Er hat schon hinreichend viele Tote gesehen, und die wenigsten davon waren zuvor derart unhöflich zu ihm gewesen wie diese beiden Rabauken, die es wohl ebenfalls überleben werden. Man ist einfach zu gutmütig!

IS

Mit starr vor Schrecken aufgerissenen Augen schaut die Jägerin auf den blutigen Schleimklumpen, den einer der Verletzten vor nicht gar so langer Zeit ihr direkt vor die Füße spie. `Oh nein! Blaue Keuche, Roter Rotz, oder wie das sonst noch so heißt!' Das Geplänkel mit den undankbaren Patienten rauscht an ihr vorbei, während in ihrem Geiste Menschen mit den unterschiedlichsten Ausprägungen der schrecklichsten Krankheiten, von den sie schon mal gehört hat, vorbeiziehen. Ein Fratze hässlicher und abstoßender als die andere. Dabei vergisst sie ganz, dass sie immer noch auf dem höchst unbequemen Boden sitzt.
Schließlich ergreift sie Waienns Ärmel und zupft dran. "Wa..Wa..Waienn, sei bloß vorsichtig, der ist bestimmt sehr krank", stottert sie während sie mit der anderen Hand auf die im Matsch langsam verlaufende blutige Masse zeigt.

CS

`Oh nein! Wieder einer dieser selbstgefälligen Möchtegernmedicusse. Ja, ohne sie wären schon Tausende verreckt, aber wehe, einer fragt wieviele sie mit ihrer Kunst schon frühzeitig zu Boron geschickt haben... Nachher isser vielleicht sogar so dreist und verlangt noch Unsummen für seine Hilfe, aber dann...'
Mitten in Ugdalfs ständig von Schmerzwellen, leichten Zitter- und Hustenanfällen - allerdings diesmal ohne Auswurf - unterbrochenen Gedankengang platzt die Jägerin mit ihrer absurden Vermutung. "Ja, ich hab bestimmt die Dämonenfäule oder noch was Schlimmeres und werd' euch alle mit ins Verderben reißen", murmelt Ugdalf mehr zu sich selbst als an die Jägerin gewandt.

AMi

"Und Ihr seid sicher, dass Ihr zum Transport nach drinnen", Tesden seufzt an dieser Stelle; es wäre ihm lieber, die Kerle würden dahin gehen, wo der Pfeffer wächst, aber da sie nicht können und er sie nicht hier draußen verrotten lassen kann, ist `drinnen' wohl die einzige Alternative. "...Hilfe benötigt? Ich meine, ich kann schwerlich jemanden zu Euch herausbitten, wenn ich riskiere, dass er mit blutiger Nase oder Schlimmerem rechnen muss. Andererseits werde ich auch nicht riskieren, dass mir diese Aranier das Mobiliar zertrümmern..."
Reden hilft gegen die Kälte, zumindest lenkt es ab, stellt der Wirt ganz nebenbei fest.

OHH

Ist die Panikmache der Jägerin auch nicht untypisch und somit wenig beunruhigend, so beugt sich Waienn dennoch unter ihrem Zupfen wieder hinab und schaut das Objekt ihrer Furcht genauestens an - schon aus medizinischer Neugier heraus. Ja, er nimmt sogar einen Teil des Blut-Wasser-Dreck-Gemisches auf und befühlt ihn interessiert mit den Fingerspitzen, riecht daran und nimmt gar zum Schlusse ein Pröbchen davon auf die Zunge. Dabei ignoriert er geflissentlich das Spotten des von seiner Einäugigkeit Kurierten.
Dann erwidert er dem Wirt: "Nun, ICH brauche diese Hilfe nicht, sondern unter Umständen diese beiden. Das mögen sie selbst entscheiden, ebenso, ob sie meine Dienste in Anspruch nehmen möchten. Bei gutem Wetter würde ich diesen" - und dabei weist er auf seinen zweitbetrachteten Patienten - "erst einmal hier draußen liegen lassen, da er offenbar innere Verletzungen davongetragen hat. Körperlich krank ist er wohl noch nicht - erst in ein paar Stunden, wenn sich die Erkältung Bahn bricht."

CJ

Erfreut bemerkt Talon, dass der Helfer sich schon nach kurzer Zeit des Untersuchens wieder von ihm abwendet. Die Verletzung scheint also nicht so schlimm zu sein.
Als Ugdalf dann jedoch zu sprechen beginnt, schwellen seine Pulsadern erneut an, und die einigermaßen gestillte Wunde beginnt sofort wieder zu bluten. Ist dieser Bastard immer noch hier! "Halt die Fresse, sonst stopf ich dir gleich das Maul!"
Energisch versucht er, sich aufzusetzen. Zu einem Teilerfolg kommt er sogar und stützt seinen Oberkörper auf die unverletzte Häfte. Deutlich merkt man, dass er sich dabei gewaltig auf die Zähne beißen muss, aber schlussendlich ist er in einer Position, in der er die Szenerie wesentlich besser beobachten kann.
Blut, mehrere Menschen, noch ein Söldner, sein Messer unweit von ihm...

AMi

Tesden hört auf Waienns Worte. Bei den Regungen der zwei Patienten verzieht er skeptisch sein Gesicht, schüttelt gleichzeitig den Kopf. Bei allen Zwölfen, so schimpfend und wütend wird er sie nicht wieder in den Schankraum lassen; eine Box im neuen Stall wird es dann tun müssen. "Sie selbst sollen entscheiden? Gut. Nur: sind sie in der Lage, etwas zu entscheiden?"

OHH

Während er die Hände mehr aus Gewohnheit denn notwendigerweise an der Schürze abwischt, erwidert Waienn in vertraulichem Tone: "Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich mich mehr auf körperliche Krankheiten spezialisiert habe, als auf geistige..."
Dann aber wendet er sich an die beiden Zankhähne: "Also, Herrschaften, wir haben rechts einen Rippenbruch mit inneren Verletzungen, links eine nicht allzu tiefe Stichwunde, die eine Reinigung und Versorgung wert wäre, so sie sich nicht entzünden soll. Möchte jemand meine Hilfe, oder soll ich mich wieder zu dem abendlichen Gespräch begeben, welches ich für euch unterbrochen habe?" Dem aufmerksamen Zuhörer mag auffallen, dass Waienn schon wieder verbal die Seiten verwechselt hat.

CS

"Du dreckige Ratte von einem Aushilfssöldner, dir werd ich gleich..."
Mitten in Ugdalfs an Talon gerichtete Hasstriade platzt Waienn mit seiner Diagnose. `Tatsache, n Rippenbruch, da wär ich ja nie drauf gekommen. Dacht, ich hätt mir den großen Zeh gestoßen.'
Mit einem verkniffenen Lächeln, das wohl spöttisch wirken soll, wendet er sich dem Heiler zu, wobei er Talon aus den Augenwinkeln weiter beobachtet. "Na, wenn de schonmal da bist, kannste auch gleich deiner Profession nachgehen, aber ich warne dich, drück ja nicht wieder auf der Rippe rum!"

OHH

Gewiss, die Wortwahl lässt einiges zu wünschen übrig, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der eine nunmehr innerlich zur Vernunft gekommen ist und seinen Behandlungswunsch ausgesprochen hat. So breitet sich nach einem ungehaltenen Zucken der Augenbrauen ein Lächeln über Waienns Gesicht, welches er sogleich fragend dem anderen zuwendet.

AMi

Tesden tut es fürs erste dem Heiler gleich und wartet die Antwort des Zweiten ab. Lediglich ein Lächeln vermag er nicht hervorzuzaubern, er versucht es nicht einmal, da er dafür beileibe keinen Grund sieht. Denn nach der Feststellung der Wünsche der zwei Schläger wird noch der schwierigere Teil kommen: Sie davon zu überzeugen, sich traviagefällig zu benehmen, was seines Erachtens der schwierigere Teil sein wird. Andererseits: Im Neuen Stall wird sich gewiss auch ein Plätzchen finden lassen.

CJ

Etwas genervt verdreht Talon die Augen. Nun scheint dieser Medicus auch noch Ansprüche zu stellen. "Dann seht zu, es soll Euer Schaden nicht sein." Er versucht dabei ein verschmitztes Grinsen aufzusetzen, was ihm aber nicht recht gelingen will.
Sobald er sich unbeobachtet fühlt, gleitet seine Hand wieder näher dem Dolch. Vorerst jedoch nur, um ihn zu sichern. Damit nicht noch jemand auch die Idee kommt, eine weitere Lücke in seiner Panzerung zu suchen.

OHH

Das scheint ja noch ein unverhofft lukrativer Abend zu werden! Eigentlich war dies gar nicht Waienns Hoffnung gewesen, als er am frühen Nachmittage dieses Gasthaus betrat, aber Gelegenheit macht Heilung.
"Gut", dreht er sich wieder zum Wirt um, "wo kann ich die beiden in Ruhe behandeln?" Den Blick möglichst durchgehend auf das angesprochene Gesicht gerichtet, schultert er seinen Rucksack wieder.

AMi

Tesden denkt kurz nach. Den Schankraum würde der Medicus sicher nicht als ruhig betrachten. Das Obergeschoss ist an zahlende Gäste ausgebucht, die Zimmer von ihm und seinen Gehilfen würden sich zwar theoretisch eignen, aber der Wirt denkt nur einen kurzen Moment daran, die Verletzten dorthin einzuladen. Einen ganz kurzen Moment. `Traviafrevler kann ich zwar nicht draußen erfrieren lassen, aber solange sie nicht ehrlich bereuen, kommen sie mir nicht ins Haupthaus', entscheidet der Wirt.
"Der Eber ist randvoll, nur im Neuen Stall dürfte noch Platz genug sein. Warm ist es da auch, wegen der Tiere. Ich werde vorgehen und etwas Ordnung schaffen!" Sprachs, und macht sich auf den Weg.

CS

`Klasse, in den stinkenden Stall wird man abschoben... Travia vergelts dir Dicker.'
Nachdem der Wirt geendet hat und schon auf dem Weg ist, macht Ugdalf Anstalten, sich zu erheben. "Na dann auf in die beste Unterkunft des Hauses", klingt es gepresst zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor.

CJ

Mit einem leichten Aufstöhnen schafft es dann Talon schließlich, den Dolch wieder in seinem Beingurt zu verstauen. Der wäre erstmal wieder gesichert.
Tja, und jetzt? Mit dem Panzer um den Oberkörper aufzustehen, wenn man überhaupt keine Kraft im Oberkörper hat, da die Wunde einfach höllisch weh tut? Keine Chance! Etwas resignierend blickt Talon umher, und versucht auszumachen, ob er sich wohl am Brunnenrand hochziehen könnte.

OHH

Etwas verdutzt ist Waienn schon, als der Wirt einfach voraneilt, anstatt beim Verletztentransport behilflich zu sein. Da sich die beiden allerdings schon von alleine regen - der eine aktiv, der andere erst einmal optisch prüfend - werden Leocadia und er selbst aber wohl doch genügen, sie bis zum erwähnten Stall zu geleiten.
So greift er jenem, der es eiliger zu haben scheint, unter einen Arm, um ihm aufzuhelfen und ihn zu stützen. "Leocadia, kümmerst du dich bitte um den anderen..."

IS

Inzwischen hat sich die Jägerin längst wieder aufgerappelt und das Treiben aus zwei Schritt Entfernung betrachtet. Vor allem das unverschämte Benehmen der beiden Rüpel lässt sie den Kopf schütteln, und so langsam kommen bei ihr Zweifel auf, ob sie wohl das Richtige getan hat, oder ob sie die beiden nicht doch lieber ihrem Schicksal hätte überlassen sollen. Denn statt Dankbarkeit zu zeigen, drohen die beiden auch noch dem Heiler, also dem einzigen, der ihnen in ihrer misslichen Lage wirklich helfen kann. Wie blöd können die denn eigentlich sein?
Zumindest der eine scheint halbwegs bei Sinnen zu sein, hat er doch Waienn zu verstehen gegeben, dass es `nicht sein Schaden' sein soll. Was auch immer das heißen mag. Bei diesen Irren kann man nicht sicher sein, ob der Heiler nachher ein paar Silberlinge mehr in seiner Geldbörse hat, oder im Falle einer zukünftigen weiteren `Meinungsverschiedenheit' nur einen Fausthieb im Gesicht statt ein Loch im Pelz.
Jedoch kann sie schlecht nein sagen, als ihr Freud sie um Hilfe beim Transport der Verletzten bittet. Und so geht sie auf den noch am Boden Liegenden zu und versucht, ihm beim Aufstehen zu helfen. Das ist schwieriger als gedacht, da sie ihm wegen seiner Verletzung nicht richtig unter die Arme greifen kann. Auch ist der Mann mit seiner Rüstung doch recht schwer, und bringt die kräftig gebaute Jägerin bei ihrem Versuch, den Mann hochzuwuchten, ins Schnaufen.

CS

Mit einem Schnaufen richtet sich Ugdalf vollständig auf. Dabei kommt ihm die Hilfe des Heilers sehr gelegen, welcher aber kurzzeitig das ganze Gewicht der Söldners zu spüren bekommt.
Als er dann steht, legt Ugdalf seinen rechten Arm auf die Schultern des kleineren Waienn, was zwar komisch aussehen mag, seine linke Seite aber enorm entlastet.
"Hmm, na dann los... und ähmm... danke."

OHH

Mit einem innigen Schmunzeln registriert Waienn den Erfolg seiner unbeirrten Höflichkeit. Da kann man sich eben nur anschließen, wenn man nicht gerade ein Oger ist. Diplomatie ist Engasals Stärke - es hat schließlich kaum andere.
So geht er langsam und sehr vorsichtig mit seinem Patienten voran, sich immer wieder nach den hoffentlich halbwegs problemlos Folgenden umschauend.

CS

Während sich die beiden dem Stall nähern und Waienn sich umschaut, beginnt Ugdalf plötzlich mit einem Gespräch: "Sag mal, großer Medicus, warst schonmal inner richtigen Schlacht dabei, so auf den Silkwiesen oder in Greifenfurt?" `Sicher nicht, das Weichei, aber das Reden lenkt erstaunlich gut ab.'

OHH

Eine `richtige' Schlacht... Das einzig halbwegs passende kann man schlecht erzählen, und es trifft auch wohl nicht das, was der Söldner meint.
"Nein, bislang hat es Kor nicht gefallen, mich zur rechten Zeit am rechten Orte sein zu lassen. Aber mein Gebiet ist auch eher das der Krankheiten. Deswegen versuche ich dieser Tage auch gen Süden zu kommen. Dort findet eine Schlacht ganz anderer Art statt."

CS

"Naja, wenn du noch n Weilchen in diesem Möchtegernkaiserreich bleibst, bekommst du bestimmt bald ein klasse Krieg zu sehn. Glaub nich, dass der Reichsbehüter sich noch lange von den Gecken in Vinsalt auffer Nase rumtanzen lässt... Ach ich freu mich schon, diesen Stutzern mal richtig den Arsch aufreißen, da würd ich sogar mein Sold nich so hoch ansetzen."
Schon will Ugdalf diesen Worten ein herzhaftes Lachen folgen lassen, als er sich eines besseren besinnt. Statt dessen verursacht das unterdrückte Lachen einen neuerlichen Hustenanfall. "So ein Mist... muss dieses Selemferkel auch so schwere Stiefel anhaben...
Achja, und nach Süden tät ich an deiner Stelle nich gehn, alles Dämonenwerk oder Strafe der Götter, kannste so oder so nix ausrichten nur draufgehn, das wirste bestimmt da unten."

OHH

Das ist ja ein ganz herziges Bürschchen! Und was für eine Ausdrucksweise! Nein, an Gemetzeln ist Waienn gewiss nicht interessiert.
"Wir werden sehen", raunt er auf die letzten Worte, bevor er lauter empfiehlt: "Du solltest nicht so viel lamentieren - insbesondere nicht während des Laufens. Aber wir sind ja schon fast da..." Die beiden können bereits das angelehnte Tor des befestigten Unterstandes erkennen. Ein paar Schritte später erreichen sie es und Waienn drückt es mit einem Fuß auf.

CS

"Sag mal, viel rumgekommen biste wohl noch nich, was? Hoffe mal, du hast vom Heilen mehr Ahnung als vom Kämpfen."
Als das ungleiche Paar den Stall betritt, kann und will Ugdalf eine Unmutsäußerung in Form eines verächtlichen Schnaubens nicht unterdrücken. "So Gestank hier..."

CJ/IS

Mit viel Mühe und Schweiß schaffen es dann auch Leocadia und Talon, sich dem Unterstand zu nähern. Die Wunde blutet natürlich wieder weiter, bei soviel Bewegung ist das ja auch kein Wunder. Ärgerlich grummelt Talon in sich hinein, jetzt hat die rote Suppe auch noch seinen neuen Hüftköcher versaut.
Da die anderen beiden schon einen erheblichen Vorsprung herausgearbeitet haben, beschleunigt er nun deutlich seinen Schritt. So schlecht geht es ihm ja auch wieder nicht - und tatsächlich muss die Jägerin bemerken, dass er weitestgehend ohne Hilfe laufen kann. Nur ausrutschen sollte er lieber nicht, denn seine Schritte sind alles andere als sicher. So beschränkt sich die Jaegerin darauf, ihn zu stützen, damit er nicht das Gleichgewicht verliert. Schweißüberströhmt erreichen die beiden dann doch nur recht kurz nach dem Medicus den Unterstand.

OHH

Woraus glaubt dieser Kerl Rückschlüsse auf sein Herumkommen ziehen zu können? Hat man nur viel gesehen, wenn man bei wenigstens einer Schlacht dabei war?
"Hast du das Fürstenzimmer erwartet, nachdem du dich im Garten geprügelt hast?" Die Frage klingt rhetorisch, und Waienn ist auch nicht recht bei der Sache. Erst schaut er sich noch einmal nach den anderen beiden um, und als er sie aufholend erkennen kann, schweifen seine Blicke im Stall umher. Immerhin vier Pferde hat man hier versammelt, doch irgendwie wirken sie durch die versetzte Anordnung, in der sie die Boxen belegen, ein wenig einsam, fast jedes für sich. Lediglich die beiden links neben dem Eingang machen den Eindruck, als gehörten sie zusammen.
Nun, da der Patient nach frischer Luft verlangt, nimmt man am besten gleich die erste Abteilung rechts, zumal die zweite für den anderen ebenfalls frei steht, was für einen hochbeschäftigten Heiler nur von Nutzen sein kann. Und der Bewegung ist auch erst einmal genug. "So, hier, vorsichtig!" Damit lässt er den Verletzten langsam auf das Stroh hinab.

AMi

Die Boxen, die der Heiler mit fachmännischem Blick als die bestimmten erkennt, sind mit trockenem Stroh ausgelegt und so sauber, wie es in einem Stall nur möglich ist. Öllampen hängen so, dass sie in diese fraglichen Boxen größtmögliches Licht spenden; gerade entzündet der Wirt eine dritte Lampe und hält diese so, dass Waienn das Licht Nutzen schenke.
Gesprochen hat er seit der Ankunft der Patienten und des Heilers nichts; nun tut er zunächst nur das, womit er am Brunnen schon die meiste Zeit zubrachte: Stillschweigen, beobachten und warten.

CS

Mit einem lauten "Ufff" lässt sich Ugdalf vollends in das Stroh gleiten. Als er es sich halbwegs bequem gemacht und das Körpergewicht hauptsächlich auf die rechte Seite verlagert hat, fährt er mit der Unterhaltung fort: "Na, das klingt ja so, als ob ich Schuld wär, dass mich dieser Halboger da" - er zeigt mit dem Kinn in Talons Richtung - "aus einem nur den Göttern bekannten Grund angreift. Mein Junge, du hast offenbar zu viel Zeit in irgendwelchen staubigen Bibliotheken oder an zu vielen Krankenbetten verbracht. Sonst hättste gleich gesehn, was für ne verschlagene, hinterhältige, dreckige, dämonenanbetende Ratte dieser Kerl da is." Bei den letzten Worten hebt Ugdalf die Lautstärke seiner Stimme soweit an, dass auch Talon sie ohne Probleme hören kann.

OHH

Die neue Lampe hellt Waienns Gesicht in doppeltem Sinne auf. "Oh, sehr gut, danke!"
Dem motzenden Patienten aber weiß der Medicus erst einmal nur ein Kopfschütteln zu schenken. "Nun, ich war nicht dabei, und es ist auch nicht meine Aufgabe, einen Schuldigen festzustellen. Allerdings lasse dir gesagt sein, dass mich Höflichkeiten leichter zu überzeugen wissen, als Beschimpfungen!"
Das musste einfach gesagt werden, bevor sich der andere wohlmöglich genötigt sieht, die Schlägerei wieder aufzunehmen. Jenem weist er auch sogleich mit einer Handbewegung die Nachbarbox.
Leocadia derweil beschließt zähneklappernd, dass der Angestochene nicht so sehr ihre Stütze benötigt, wie der Stall ein geschlossenes Tor. Hoffentlich wird man hier schnell fertig! Sie hätte am Kamin bleiben sollen! Krachend entkommen die Torflügel ihren klammen Fingern.

CJ

Kaum, dass er den Stall betreten hat, entzieht die Jägerin ihm den letzten, kleinen Rest der Stütze, den sie ihm noch gegeben hat. Fast wäre Talon dabei gestrauchelt, als sie die Tür schließt, doch irgendwie bekommt er ein Stück der Holzverkleidung zu fassen, um nicht umzufallen.
Die Worte Ugdalfs kontert er diesmal jedoch nicht direkt, bis die dämlichen Rippen wieder halten, hat er noch dreimal die Möglichkeit ihm eins überzuziehen. Der Wirt wird ja schon keine Wache hier postieren.
"Heda Heiler, kommt her, das blutet hier schon wieder. Dem Plappermaul scheint es ja schon wieder ganz gut zu gehen, soviel wie der die ganze Zeit redet!" Dabei deutet er mit der unverletzten Hand auf nasse Blut auf seinem Harnisch.

CS

"Ach, das kleine Weichei bluuuuutet, wie furchtbar. Aber vielleicht läuft ja mit dem Blut auch deine Blödheit aus."
Nach diesen hohntriefenden Worten muss Ugdalf einen neuerlichen Hustenanfall über sich ergehen lassen. Schnell führt er die linke Hand zum Mund, was ihm zusätzliche Schmerzen bereitet. Nach dem Husten öffnet er seine Handfläche und begutachtet interessiert den blutigen Auswurf. `Verdammter Mist. Das sieht weniger gut aus. Im Bündel müsste noch ein guter Heiltrank sein, aber wie soll ich da jetzt rankommen?'

OHH

`Uneinsichtiges Kriegsvolk! Euch werde ich lehren!' Des Pikeniers Stirnrunzeln wird nur sehr kurz von einem vagen Anflug eines Lächelns gestört.
Dann tritt er auch schon zu dem narbengesichtigen Bullen hinüber. "Vermutlich müssen wir die Wunde reinigen, bevor sie sich schließen kann. Erst einmal hinlegen, bittesehr!" Und während er ihm dabei hilft, meint er an den anderen gerichtet: "Du solltest dich wirklich nicht mit so vielen Beschimpfungen überanstrengen! Bei inneren Verletzungen ist vor allem Ruhe zu empfehlen. Gegen erstere sollst du gleich ein paar Kräuter erhalten, aber wenn es sein muss, helfe ich auch gerne bei letzterem." Die kryptische Bemerkung in strengem Tonfalle kommt von diesem kleinen und bislang so höflich-freundlichem Kerl recht unerwartet.
Lediglich Leocadias emporzuckende Augenbraue deutet darauf hin, dass sie natürlich allzu gut weiß, was Waienn meint.

CJ

"Dann helft mir mal aus diesem Teil hier raus. Hinfallen könnte ich mich wohl, aber legen ist nicht ganz drin."
Er deutet dabei auf die Verschlüsse seines Harnischs. Die auf der unverletzten Seite bekommt er auch schnell und ohne Probleme auf, nur die direkt unter seinem gesunden Arm sind etwas schwer für ihn zu erreichen - was nicht heißt, dass er es vermutlich könnte, wenn er wollte.

AMi

Äußerlich unbeeindruckt folgt der Wirt dem Heiler gerade soweit, dass er das Licht auch beim zweiten Patienten bestmöglich ausrichten kann. Das Gezetere der Söldner gefällt ihm zwar nicht, aber er ist recht `zuversichtlich', sich noch früh genug wegen anderer Dinge selber mit diesen beiden auseinandersetzen zu `dürfen', und so mischt er sich im Moment nicht ein. Das `Vergnügen' will er sich für später aufheben, und beginnt nur langsam, die erste `Vorfreude' auszukosten.
Gut, zugegeben, ganz unbeeindruckt bleibt Tesden nicht. Doch es ist weder Zorn noch Angst ob der verbalen Tobereien, sondern bittere Traurigkeit angesichts der Uneinsichtigkeit und Unvernunft der zwei Prügelknaben.

CS

"Ja, ja, is ja schon gut, Großer." Mit einer beschwichtigen Handbewegung Richtung Waienn versucht Ugdalf das Thema für sich möglichst ruhig zu beenden. Dabei entdeckt er den immer noch an der Hand klebenden Auswurf und wischt diesen mit einer schnellen Bewegung am Stroh ab.
Anschliessend zieht er sein Schwert aus der Rückenscheide und legt es griffbereit neben sich. "Stört nur beim Liegen also keine Angst..." Mit diesen, in die Raummitte und somit wohl an alle Anwesenden gerichteten Worten lässt er sich in Rückenlage auf das Stroh sinken.

AMö

Die vierbeinigen Insassen des Eberschen Unterstandes haben das nächtliche Eindringen in ihre Schlafgemächer noch mit Gelassenheit hingenommen. Als jedoch einige der Ruhestörer anstelle die Nachtruhe zu ehren sich lieber gegenseitig lautstark beschimpfen, werden einige der Pferde doch unruhig. Sie werfen die Köpfe nervös auf und nieder und treten in ihren Boxen auf der Stelle.

OHH

Bei all dem Durcheinander kann man schon einmal die offensichtlicheren Dinge vergessen. Gerne würde Waienn gemütlich am Tische sitzen, plaudern und Wein trinken, doch andererseits ist ihm seine Tätigkeit als Medicus nicht allein Beruf, sondern auch Passion.
"Natürlich!" Schnell legt er Seilrolle und Rucksack ab, um dann die Schnallen des Rüststückes seines angestochenen Patienten zu öffnen. Nebenbei äugt er schon kritisch auf die offene Wunde. "Im Grunde dient eine Blutung durchaus der Reinigung. Ob sie in diesem Falle genügt, müssen wir aber erst genauer prüfen..."

AMi

Zumindest streiten und motzen sie jetzt nicht mehr wie zänkische Waschweiber, sondern widmen Wort und Tat dem Voranschreiten der Untersuchung! Dass Tesden bei diesen beiden einen Lichtsteifen am Horizont sehen würde, wäre übertrieben zu sagen, doch die trübe, dunkle Finsternis wird einen Hauch weniger undurchdringlich. `Wenn hier das Morden und Totschlagen beendet ist, solltest du dich aber lieber wieder drinnen sehen lassen', strebt er gedanklich seinen Abschied im Unterstand an.

CJ

`Na da kann ich ja von Glück reden, das ich meinen Dolch... habe ich...?' Eiskalt läuft es Talon der Rücken herunter. Ein wenig bleich wird er um die Nase herum zu allem Überfluss auch noch. Da war doch was!
Mit leicht zittriger Stimme antwortet er Waienn: "Ja, schaut euch die Wunde einmal gut an, es wäre wirklich gut, wenn ihr sie zügig säubert. Ich habe keine Lust, mit Eiter unter`m Ellenbogen durch die Gegend zu laufen."
`Verdammt, verdammt, verdammt.'
Polternd fällt der Harnisch zu Boden, als sich die letzte Schnalle löst. Doch in Talons Ohren trommelt einmal mehr das Blut und nicht der Harnisch. Kalt sind seine Finger. Erste Anzeichen? `Götterverfluchte Giftscheiße. Wie lange hält sich so ein Zeug auf `nem Dolch, wenn man`s nicht wegmacht? Oder in der Dolchscheide?'
"Ja nun macht schon!" Völlig unbewusst fängt er an, auf den Fingernägeln zu kauen.

OHH

Erst einmal gebührend mit den Augenlidern klimpern! Was ist denn in den gefahren! Als Söldner müsste er derlei doch recht kleine Verletzungen gewohnt sein.
Doch auch diesmal fasst sich der Medicus nach dem ersten Schrecken über rauhe Töne. Er schüttelt den Kopf und mahnt mit erhobenem Zeigefinger: "Geduld, wenn ich nicht pfuschen soll!"
Dann beugt er sich endlich über die Wunde, schaut sie aus verschiedenen Winkeln an, fummelt hier, drückt dort, pustet und fischt schließlich mit der Messerspitze etwas aus dem Blute. "Tsts!" Er richtet sich auf - schon wieder kopfschüttelnd. Seine Stimme wird vorwurfsvoll: "Leocadia!"

CJ

Verzweifelt versucht Talon einen Blick auf das Stückchen zu erhaschen, aber Waienn hält das Messer `so geschickt', dass es ihm einfach nicht gelingen will.
Immer noch rasen seine Gedanken. `Was hatte die Kräutertante gesagt? Zwei Stunden vor der Anwendung auf die Klinge? Wie lange ist das jetzt her?'
Mühsam geht er im Kopf die Tage durch, bis er schließlich zu dem Ergebnis kommt, dass nur wirklich hartnäckiges Gift so lange an der Klinge bleibt. `Andererseits könnte es festgefroren sein und durch das warme Blut gelöst... oder sich in der Dolchscheide erhalten haben und nun noch an der Spitze geblieben...'
Nervös beginnt er etwas zu trippeln. `Nur nicht verrückt machen. Nur nicht verrückt machen. Ganz ruhig. Ganz ruhig. Wie damals vor Kap Brabak, ganz ruhig...'

OHH

Was Leocadia mit einiger Mühe erkennen kann, ist ein winziges Stück Wollfaden. Meine Güte, der Herr Medicus haben sich heute aber wieder kleinlich! Sie jedenfalls ist überzeugt, der Söldner wäre ohne die Weste des Knechtes auf der Wunde rettungslos verblutet.
"Zum Glück ist dies das einzige, was ich an größerer Verunreinigung gefunden habe. Aber die Keime wollen dennoch abgetötet werden!" Er öffnet seinen Rucksack - diesmal deutlich schneller als zuvor am Tische, da er ihn in der Eile nicht so sorgfältig zuband. Wieder werden zunächst Verbände und Schächtelchen mit Kräutern zuscheune gefördert, doch gehört hiervon offenkundig nichts zu dem Gesuchten, da er alles einstweilig neben sich auf halbwegs sauberem Platz deponiert. Es folgen Seile und Tücher verschiedener Materialien, dann etwas undefinierbar Größeres aus Schweinehaut. Dort heraus wickelt Waienn eine Weinflasche, die sogleich mit einem herzhaften Plopp ihres Korkens entledigt wird. Kurz und mit verklärtem Blicke schaut der Pikenier noch einmal auf das Etikett. `Eigentlich schade drum! Andererseits wird ein Schluck ja genügen.'
Einen solchen führt er sich auch schnell noch zu, bevor er unversehens weiteres von der Flüssigkeit über die Wunde kippt.

CJ

`Einzige Verunreinigung, ich möchte mal einen Medicus sehen, der Gift im Blut sieht, bevor es wirksam...' "Au!"
Der kurze und stechende Schmerz lässt Talon das Gesicht verziehen. Von der Seite erhascht er einen Blick auf die Ursache, Engasaler Weiswein, viel schlimmer kann es ja wohl kaum noch werden. `Hauptsache, der Wein ist alt genug, so dass alle Keime darin abgetötet sind.'
"Vorsicht, wo Ihr das hinkippt! Ich stinke ja wie ein Penner, wenn Ihr hier fertig seid."
Jetzt, wo er etwas abgelenkt von dem Gift ist, beschaut sich Talon ein wenig die Wunde. Es ist ja doch erstaunlich, wie ein einfacher Schnitt einen Mann so fällen kann, schießt es ihm durch den Kopf. Die Wunde ist weder groß, noch besonders tief (im Vergleich zu den Wunden, die er so mit seinem Andergaster reißt) und dennoch, es reicht, um den Körper für wenige Augenblicke auszuschalten. Er wird an seiner Selbstbeherrschung arbeiten müssen, ein schwaches Bild, ein schwaches Bild.

AMi

Jetzt zanken sie nicht mehr wie Waschweiber, jetzt jammern sie wie Halbwüchsige! Tesden nimmt den leichten Stimmungsumschwung zur Kenntnis. Die Gefahr entschärft sich demnach, der Reibungspunkt tritt in den Hintergrund. Angenehmer ist ihm die Situation schon, wirklich wohl fühlt er sich aber nicht, ganz im Gegenteil: Jammern und Wehleiden sind Dinge, die er einfach nicht gut haben kann. In den meisten Fällen weiß er, was dagegen zu tun wäre, aber diese zwei Fälle vor ihm haben seinen väterlichen Beistand in seinen Augen nicht verdient. Da bleibt nur eines: Flucht!
`Ich sollte schleunigst zusehen, wieder hinter meine Theke zu kommen...' denkt er noch, und meint dann laut: "Herrschaften, und werte Dame, Tote sind weiterhin nicht mehr zu befürchten, Travia sei Dank! Ich sollte mich demnach zurück ins Wirtshaus begeben, dort werde ich dringender gebraucht. Herr Waienn, benötigt Ihr etwas von drüben?"

CS

Auf Talons Gezeter kann sich Ugdalf die Bemerkung einfach nicht verkneifen. So stößt er zwar vorsichtig, aber denoch hörbar hervor: "Dann passt der Gestank wenigstens zu deiner Ogerfresse."
`Der dürfte gesessen haben.' Innerlich zufrieden, bewegt Ugdalf seinen Oberkörper vorsichtig hin und her um eine noch bequemere Position im Stroh zu finden.
Als der Wirt sich anschickt zu gehen, erwidert er kurz und ohne groß zu überlegen: "Der Waienn braucht bestimmt n grosses Ferdoker und n Schnapuss."

OHH

Ob des Tones zuckt Waienn wiederum in sich zusammen, bevor er verärgert kontert: "Erlaube mal! Das ist Rahjas Freudentrunk, der beliebte lieblich-süffige Weißwein aus der Traube `Liebliche Lenore' zum Preise von sieben Silbertalern die Flasche!" `So ein Barbar!'
Auf des Wirtes Worte hin jedoch springt Waienn sogleich auf, zieht eine freundliche Mine und verbeugt sich ausgesprochen höflich, um sich korrekt vorzustellen: "Oberweibel Waiennui Wratsch vom Engasaler Fremdenpikenierbataillon."
Wieder hochkommend, wirft er dem anderen Patienten einen pikierten Blick zu, bevor er dem Wirt seine Frage beantwortet: "Im Gegensatz zu der Vermutung dieses Mannes mit den orkischen Sitten, allenfalls etwas warmes Wasser, sowie einen Tee aus diesem Kraut..." Er holt ein paar Blätter aus einer Schachtel und gibt sie dem Wirte.

AMi

Die zackige Vorstellung verwundert den Wirt, was mag der Heiler verstanden haben, dass er sich dazu veranlasst sieht? Aber immerhin kommt er danach auch auf die Frage des Wirtes zu sprechen, ihm gleich einige Kräuter reichend. "Warmes Wasser und Tee - und das braucht Ihr hier?" vergewissert sich Tesden.

CS

`Habs doch gewusst, ein Weichei ohne gleichen. Tee will er trinken, das Würstchen. Dass das Bier für mich sein sollt hat er auch nich kapiert. Sowas nennt sich Söldner, da schifft sich Kor doch inne Hose vor Lachen.'
"Nana, bleib mal ganz ruhig Herr Oberweibel Waiennui Watschn vom Engasaler Fremdenpikenierbatallion." `Von der Einheit hab ich ja noch nie gehört. Aber wenn da alle so sind...' Innerlich grinsend, schließt Ugdalf kurz die Augen und entspannt sich. Dabei liegt die rechte Hand auf dem Schwertgriff, während sich die Finger der Linken in Stroh graben.

OHH

Den brummelnden Patienten ignorierend, erwidert Waienn: "Durchaus hier! Ich habe nicht die Absicht, diesen Tee selbst zu trinken; er hilft gegen innere Blutungen." Der Wirt scheint ihn ja auch für etwas verschroben zu halten. Doch ist es nicht Waienns Art, sich darüber zu ärgern oder auch nur zu wundern.
Statt dessen kniet er sich wieder neben den Angestochenen und betrachtet sein Kräutersammelsurium.

AMi

Mit der Erklärung kommt der Wirt dann klar; seinen kurzen Gedankengang, der Tee wäre für den Heiler als Belohnung für `danach', hat er nicht wirklich ernst genommen, aber irgendwie hat er sich Zugang zu seinen Worten und somit Gehör verschafft.
"Ein Heilgetränk, verstehe!" Und da dieses schon eher in sein Spezialgebiet zählt als das Heilen, fragt er gleich eifrig nach: "Wie lange soll er ziehen?"

CJ

`Engasaler Fremdenpikenierbataillon!?' Man könnte fast meinen, Panik steht in seinen Augen, so weit hat er sie aufgerissen, als der Pikenier sich korrekt vorstellte.
`Ach - du - Scheiße...'
Erst jetzt fällt ihm das recht deutliche Wappen auf der Kleidung Waienns auf. Etwas verzweifelt blickt Talon sich kurz um, man könne fast meinen, er sucht einen Fluchtweg. Wieder läuft es ihm heiß und kalt den Rücken hinunter. `Na, da kann ja jetzt kaum noch mehr schiefgehen... so lange ich bei Bewusstsein bleibe.'
Schnell hat er das Bild vor Augen, der soundsovielte andergastisch-nostrianische Krieg, irgendwo jenseits des Dutzends; Bauern rennen durch die Straßen des kleinen Dörfchens Joborn. Sie versuchen mit Dreschflegeln und ähnlichem die Nostrianische Bevölkerung zu töten oder zu vertreiben, dazwischen stehen tatenlos Joborner, die sich neutral verhalten: "Nein, wir mischen uns nicht ein, das war so und das bleibt so. Die anderen kommen ja sowieso wieder. Wenn nicht heute, dann morgen oder nächstes Jahr." Dann die Trumpfkarte, andergast'sche Söldner, angeworben oder von klein auf rekrutiert unterstützt vom `wahrhaft bombastischen' Adeptenzug des Kampfseminars.
`Wie blöd bin ich damals eigentlich gewesen', schießt es Talon durch den Kopf.
Dann sieht er sich mit anderen den Hügel hinabstürmen. Wie die Kinder.
Wie dem auch sei, die letzte Konsequenz: Joborn fällt, er auch: Pfeil im Rücken. `Mistverdammter Heckenschütze' war das letzte, was ihm damals dazu einfiel. Heute wäre es wohl nicht anders.
Dann: Dunkelheit, Kopfschmerzen, verschwommene Sicht, verschwommene Worte: "Ich... Engasal... Medicus... Arm... amputieren." Wie gut, dass er damals so schnell seinen Arm wegziehen konnte!
`Bedauerlicher Irrtum, Patient verwechselt, Arm gar nicht angeschaut, war Decke drüber.' Nie wieder Engasaler Midici hatte er sich geschworen, und nun? Weglaufen? Wohl kaum. Also spitzt Talon Ohren und beobachtet scharf, was der mutmaßliche Quacksalber da treibt.
"Was waren das für Kräuter?"

OHH

"Ziehen?" Der Pikenier taucht soeben aus einem tiefen Mustopfe empor.
"Achsoja. Einfach hinreichend lange, so wenigstens fünf Minuten, sofern Ihr das messen könnt. Wenn das Kraut seine Wirkung an das Wasser abgegeben hat, geschieht nichts weiter. Der Tee kann also nicht zu lange ziehen." An dieser Stelle kommt Waienn der Gedanke, dass der Wirt hiermit hinreichend zufriedengestellt sein dürfte, wenn nicht darüber hinaus. Also beendet er lieber seinen Redefluss.
Auf die Frage des pikierten erwidert der Pikenier ungewollt ausweichend: "Du bekommst etwas anderes." Er steckt seine Nase wieder in die Schachteln. Da ist wenig aus dem Herbst übrig geblieben. Waienn zieht eine Wurzel heraus, schnuppert daran und wirft sie mit angewidertem Ausdruck achtlos aus dem Handgelenk heraus fort.

CJ

"Ah", ist die schlichte Antwort Talons. Dann beobachtet er, wie Waienn beginnt, in seinem Kräuterkästchen zu sortieren. `Na hoffentlich färben die ganzen verschimmelten Sachen nicht ab...'
"Was habt ihr denn da sonst noch so drin?" fragt er dann neugierig, als der Medicus immer noch nach dem richtigen Kraut sucht.

AMi

"Verstehe", bestätigt der Wirt, denkt kurz nach und setzt dann wieder lauter an: "Was euch zwei Prügelknaben angeht: Nur weil ihr verletzt seid, dulde ich euch unter meinem Dach, doch nur für diese Nacht, und nur hier im Stall. Sobald es Tag wird, solltet ihr schleunigst zusehen, dass ihr Land gewinnt, sonst garantiere ich für nichts. Das gleiche gilt, sollte ich eines von euren Gesichtern heute Nacht anderswo als hier oder draußen am Brunnen sehen. Haben wir uns verstanden?"

CJ

"Bin ja nicht taub", entgegnet Talon dem Wirt während er weiter in Waienns Kräuterkiste starrt. Einen kurzen Moment später kommt ihm die Idee, dass auch der Stall noch keine sichere Unterkunft ist, und der Wirt sich dies auch noch anders überlegen könnte. So schaut er kurz zum Wirt. In diesem Zustand weiterzureisen, ausgerechnet mitten in der Nacht, darauf ist Talon jetzt nun wirklich nicht erpicht. `Bornierter Pinsel, dabei habe ich ihn mir nicht mal zu Brust genommen.'
Etwa zwei Sekunden später - so lange braucht es manchmal, wenn bei Talon der Heller kreuzerweise fällt - kommt ihm in den Sinn, dass er ja dann mit Ugdalf zusammen und ganz allein, mal abgesehen von den vertraut nach Abenteuer riechenden Pferden, in diesem Stall sein wird. Innerlich reibt er sich bei diesem Gedanken die Hände.

AMi

Mit geschlossenen Augen und ohne seine Position zu verändern, erwidert Ugdalf auf die Klarstellung Tesdens: "Hmmm, geht klar Herr Wirt."
Mit einem schiefen Grinsen versucht Ugdalf die Du-kannst-mich-mal-Komponente dieser Äußerung zu überdecken. `Einmal werd ich dich heut noch besuchen, nur merken wirst dus kaum.'

OHH

Vom Hin und Her der knapp am Streiten vorbeischrammenden Herren bekommt Waienn wenig mehr als die negativen Schwingungen mit. Zu sehr fragt er sich, was sein Patient nun hören möchte; Bezeichnungen oder Verwendungen?
Letztlich zählt er mit dem Blick in die Schachteln auf: "Verschiedene Pilze, Siebenblatt, Fingerhut", `auch nicht mehr gut', "Wachtelmoos, Bauernkraut, Kamille, Serbelstein", `oh, der gehört zu den Pilzen rüber', "Tüftelzapf, Feenbein und... ah!" - er nimmt ein vertrocknetes Blatt heraus - "da ist ja der alte Wirsel! Lass mich nochmal an deine Wunde, danach verbinde ich sie!"

AMi

Zumindest mit Worten bekunden sie ihren Willen, sich zu fügen. Tesden ist sich klar, dass sie ganz anders denken mögen, doch er hat hiermit seine Schuldigkeit getan. Sollten sie seiner Order zuwider handeln, könnte er mit vollem Recht reagieren. Auch wenn es ihm lieber ist, es kommt nicht soweit.
Diese unguten Gedanken beiseitewischend, nickt er einmal und dreht sich zum Gehen um, als ein Einfall ihn sich noch einmal wenden lässt: "Ach, Herr Waienn, denkt Ihr bitte daran, die Lampen zu löschen, wenn sie nicht mehr benötigt werden!"
Eine Reaktion wartet er noch ab, dann macht er sich eilig davon, durch die Tür in die feucht-kalte Dunkelheit.

OHH

"Ähmja..."
Letztere Silbe scheint dem Wirte bereits zu genügen, da er bereits hinaustritt.
Der Medicus allerdings ist doch ein klein wenig verwundert. Er hatte nicht vor, bis zum Morgen hier im Stall zu bleiben, wo er sich doch ein gemütliches Bett bestellt hat. Auch betrachtet er es nicht als seine Aufgabe, darauf zu achten, ob die beiden Raufbolde brav schlafen gehen oder sich lieber Stroh um die Ohren werfen. Nicht nett, diese zwiespältige Zwangslage, in die der Wirt ihn da bringt!

CJ

Mit einem knappen "Hier!" streckt Talon ihm die Verletzung entgegen und beschaut sich genau, was der Medicus dort nun versuchen wird.

OHH

Der zackige Aufruf des Patienten lenkt erfolgreich von Waienns eigenem Problem ab. "Oh, ja", entfährt es ihm, als habe man ihn aufgeweckt.
Dann aber beugt er sich wieder über die Wunde, legt vorsichtig das Wirselkraut darüber, wo er es mit einer Hand festhält. Mit der anderen kramt er wieder in seinem Rucksack. Das hätte er wohl besser vorher getan, wie ihm nun klar wird, aber das lässt sich nun kaum mehr ändern. Das Gepäckstück fällt um, ein gewichtiges Buch mit dem Titel `Ebrositas - Itera Sanationis' plotzt heraus, ferner ein weiteres Seilende, doch da haben des Pikeniers Finger auch schon gefunden, was sie suchten: Eine Rolle Stoffbinde.
Die weiteren Bewegungen des Medicus wirken deutlich geübter und gekonnter, als er den Verband anlegt.

CS

Durch die nur einen Spalt weit geöffneten Augen verfolgt Ugdalf die Bemühungen des Heilers, einen Wundverband anzulegen. `Flinke Finger hat er ja, aber besonders gescheit scheint er nich zu sein. Leider scheint es den Halboger nich wirklich hart erwischt zu haben. Das läuft dann sicher auf eine Fortsetzung des Kampfes hinaus. Hmmm, dann muss ich mich wohl eher verkrümeln als ich dachte. Die alte Söldnerverkleidung hat sich auf jeden Fall bewährt.'
Ein leichtes Grinsen liegt auf Ugdalfs Gesicht, als er sich scheinbar dösend über das linke Auge streicht, welches einige Zeit von der Augenklappe verdeckt war.

CJ

Ohne ein weiteres Wort läßt Talon die Prozedur über sich ergehen. Als dem Medicus die Hälfte aus dem Rucksack fällt, seufzt er zwar kurz, aber nachdem er auf dem Buch keine seltsamen Zeichen entdecken kann, scheint das für ihn in Ordnung zu sein.

OHH

Immer wider leichte Probleme habend, mit den relativ kurzen Armen um den stämmigen Rumpf herumzureichen, wird Waienn doch irgendwann endlich mit der Wickelei fertig. Ein hübsches Schleifchen fixiert den Verband. "So!" Waienn ist sichtlich stolz und lehnt sich zurück, sein Werk zu begutachten.
Etwas entfernt steht derweil Leocadia ungeduldig und klappert mit den Zähnen.

CJ

`Na wenn das mal hält. Im nächsten Ort lasse ich das gleich wieder abnehmen', ist der bei Talon zur Zeit vorherrschende Gedanke. Etwas misstrauisch betastet er den Verband, aber er scheint wieder erwarten zu halten. Noch einmal richtet der Söldner sein Wort an den Medicus: "Habt Dank, wann muss der Verband das nächste Mal gewechselt werden?"

OHH

Gerade will sich Waienn dem anderen zuwenden, als die Stichwunde noch eine Frage hat. "Och", erwidert er, "das hängt davon ab, ob die Blutung durch den Wirsel gestoppt wird. Dann brauchst du den Verband nur einmal morgen früh wechseln. Ich kann es mir ja dann noch einmal ansehen."
Er rutscht nun endgültig zu den Inneren Verletzungen hinüber. "Bis der Tee kommt, kann ich leider wenig tun, außer es dir bequem zu machen. Ruhe ist jetzt wie gesagt das Wichtigste." Er häuft ein wenig Stroh zu einem Kopfkissen zurecht.

CJ

"Hallo, jemand zu Hause", klopft es am Unterstand, bevor ein Zwerg nach dieser eher rhetorischen Frage eintritt. Nur kurz sieht er sich um, da hat er auch schon die Situation erfasst: Talon hat sich mit jemand geprügelt - offensichtlich nicht mehr hier, schon verbuddelt? - dann hat ihm der `dünne' Söldner dort die Wunde verpasst und Talon hat ihn noch ein wenig rund gemacht, bevor jemand der Meinung war, sich um ihn kümmern zu müssen. Und die Jägerin? Zeuge? Irgendsowas - zu passiv um wichtig zu sein. Egal, es handelt sich um einen kleinen, nicht blutenden Verband - was soll da schon sein, da hat er sich in Brabak schon anderes geholt.
"Acrylic? Du hier?" völlig verwundert blickt Talon an dem kleinen Mann hinunter. Ein halbes Jahr war das jetzt her, als er der Meinung war, er müsste sich jetzt in Angbar eine Weile zur Ruhe setzen. Geld vergraben oder versenken besser: Angbarer See.
"Wie du siehst, wer hat dich denn so verbeult, du Graupe." Mit den letzten Worten liegen sie sich kurz in den Armen - oder vielmehr um den Hüften - bevor Acrylic weiterredet. "Ich hab' da ein ganz heißes Angebot bekommen. Kontaktmann in Mengbilla, Weiterfahrt nach Port Corrad - so heiß, daß er nicht mehr erzählen wollte. Gutes Gold und..."
Recht aprubt lässt der Söldner den kleinen Mann los. "Was, wieder so eine verdammte Schiffsreise? Diese Kartographiererei für den Mizü...Müzi...Mizi - den König, den Dritten, das reicht mir eigentlich bis ...", er stutzt kurz, "was machst du da überhaupt mit meinem Helm? Her damit! Der war teuer!"
"Teuer, das ich nicht lache, hier nimm doch." Mit einem gekonnten Ellenbogenstoß trifft er Talon direkt in die Magengrube und als dieser sich kurz krümmt, hämmert er ihm den Helm direkt auf den Kopf. "Los, zieh' dich an. Den Rest erzähle ich dir unterwegs. Rohal das alte Mistviech habe ich auch mitgebracht, den hatte Zondron vor zwei Wochen vorbeigebracht. Den Treffen wir übrigens in Bethana. Alles organisiert."
"Nee du, das geht nicht, ich muss das erst noch mit den Kerl da beenden, der schuldet mir noch ein Rad. Solddiebstahl - nach dem KK, Seite 34 bin ich legal in der Lage... na egal und dieser Schwarzmagier oder was das war hier, der hat mich verzaubert. Den mache ich alle!"
Dann wendet er sich kurz zu Ugdalf um. "Aber erst bist du dran!"
"Jaja, tüllich. Aber jetzt komm', nimm' deinen Harnisch, zieh' erstmal an und dann reden wir weiter." Vorsichtig schiebt Acrylic Talon dabei vor sich her, langsam in Richtung draußen - und zwar so, dass er nicht gerade über Ugdalf solpert.

OHH

Etwas schwerfällig richtet sich Waienn auf, um den Neuankömmling zu betrachten. "Angrosch zum Gruße", murmelt er verdattert über den so rasant entbrennenden Wortwechsel, doch scheint der Zwerg es vor lauter Geplapper nicht wahrzunehmen, obwohl Waienn dessen Sprache verwendet.
So bleibt der Pikenier nur wie überfahren am Boden sitzen, vom einen zum anderen blickend, ohne dem Gespräch recht folgen zu können.
Leocadia hat derweil eine ganz andere Sorge: Schnell das Tor schließen!
Allerdings ist es kaum zu, als der Turbozwerg auch schon mit seinem Opfer wieder hinaus will. Unwillig, jedoch eilig öffnet sie, bevor der wohlmöglich noch grantig wird. Hier gibt es allzu wenig Platz zum Weglaufen.

Dem ungleichen Paar nachschauend, wiegt Waienn unschlüssig den Kopf. So überrascht ist er, dass ihm etwas für Menschen meist sehr wichtiges erst im allerletzten Augenblick in den Sinn kommt: Die Bezahlung für seine Dienste! "Mmmoment!" stösst er heiser hervor. "Der Lohn!" Dabei geht allerdings außer einem kraftlosen Heben des Armes keine Regung durch seinen am Boden hockenden Körper, dass man ihn nur allzu leicht überhören und übersehen kann, wenn man es sehr eilig hat.

CJ

"He, lass mich los, ich werde dem Kerl jetzt noch ordentlich eine verpassen. Es kann doch nicht sein, dass... hörst du mir überhaupt zu?" Leicht aufgebracht versucht, Talon an Acrylic vorbei zu Ugdalf zu gelangen, doch der klemmt immer wieder seine Arme ein und schiebt seinen massigen Körper dazwischen.
"Der ist es nicht wert, glaub' mir. Wenn man eins in zweihundert Jahren lernt, dann das. Nu komm." Kopfschüttelnd blickt er kurz zu Waienn und Ugdalf, wie als wolle er den beiden zeigen, wie nervig das manchmal mit Kindern sein kann, die einfach immer ihren Willen haben wollen. Als der Heiler da den Arm hebt und nach Bezahlung verlangt, schaut der Zwerg jedoch gekonnt in eine andere Richtung und ignoriert die Frage. Die Worte prallen von ihm ab, wie von einem Brocken Granit. Lediglich ein "Wir haben's eilig" murmelt er Talon zu. Unnütze Geldverschwendung sowas.
Talon jedoch sieht das anders und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Irgendwie gelangt seine Hand in den Geldbeutel und er fischt ein paar Silberlinge heraus, die er dem Heiler zuwirft, während der Zwerg stöhnend die Augen verdreht. "Habt dank und ich bitt Euch, zahlt auch meine Zeche davon..." Zu mehr kommt er nicht, dann hat Acrylic ihn schon durch die Tür geschoben.
"Du spinnst wohl! Für so einen einfachen Verband 4 Sibertaler zu bezahlen, den hätte dir jede Magd umsonst angelegt!"
"Aber..."
"Kein aber."

CS

Leicht verwundert nimmt Ugdalf den hereinstürmenden Zwerg und dessen Redeschwall zur Kenntnis. `So was von einem gesprächigen Zwerg! Wie ein Waschweib...'
Als Talon sich anschickt, auf ihn loszugehen, hebt Ugdalf nur sein Schwert in dessen Richtung und spricht: "Na komm schon... diesmal wirst du nich so ein Glück haben wie vorhin."
Zu - aus seiner Sicht - Talons Glück scheint der Zwerg aber der Klügere der beiden zu sein, nach Ugdalfs Meinung ein weiterer Beweis für Talons niedere Intelligenz und so entfernenen sich die beiden, ohne dass es einen weiteren ungleich blutigeren Kampf gegeben hätte.
An Waienn gerichtet: "Sag mal, was schwebt dir eigentlich als Preis für meine Behandlung vor?"

IS

Die durch die sich überschlagenden Ereignisse im Unterstand eindeutig überforderte Jägerin steht erst mal verdattert in der Ecke und versucht, sich zu sammeln. Erst, als der Zwerg den einen Verletzten abgeschleppt hat und der andere mit Waienn den Lohn für die Verarztung aushandelt, gelingt es ihr, ihren Unterkiefer wieder zuzuklappen. Sie schüttelt den Kopf, so als würde ihr das beim Denken helfen. Mit einem immer noch leicht verdutzten Gesichtsausdruck wendet sie sich schließlich an Waienn: "B... b... brauchst du mich hier?" fragt sie zähneklappernd. Dabei schlägt sie die Arme um den Körper und wippt auf den Zehen, um ihren frierenden Körper zu wärmen. Dabei denkt sie sehnsuchtsvoll an das warme Wirtshaus und einen heißen Becher Kräutertee - am besten mit einem Schluck Feuer drin zum aufwärmen.

OHH

Vier jämmerliche Silbertaler!? Waienn schaut ungläubig auf die vor ihm liegenden Münzen. Allein der Wirsel war mehr wert! Und für eine solche Behandlung kann man durchaus ebenfalls ein Vielfaches verlangen. Und davon soll er auch noch die Zeche bezahlen!?
Doch kommt er zunächst nicht einmal dazu, ein Nachlaufen auch nur zu erwägen. "Ich will deine Reisekasse nicht allzu sehr strapazieren, also werde ich mich mit fünf Dukaten begnügen." Dabei erhebt er sich, den Honorarpreller doch noch zu verfolgen.
Aber auch Leocadia weiß, ihn zu bremsen. "Nein, ich... Gehe nur hinein, während ich diesem Bullen erkläre, was ein guter Medicus wert ist!"

CS

`WAS?! 5 Goldstücke für ne Tasse Kräutertee und paar gute Ratschläge. Phex hilf!' Vor lauter Schreck über den ganannten Preis verschluckt sich Ugdalf am eigenen Speichel. Heftig hustend und mit weit aufgerissenem Mund nach Luft schnappend, wirft er sich im Stroh hin und her.

OHH

Ihr Götter! Es scheint doch schlimmer um die inneren Verletzungen zu stehen, als Waienn angenommen hat. Sogleich vergisst er pflichtbewusst seine ausstehenden Forderungen und kniet sich wieder zu dem noch verbliebenen Patienten hinab. "Ganz ruhig, der Tee kommt ja bald!"

IS

Nur kurz zögert die Jägerin, ihren Freund mit dem Verletzten allein zu lassen - besonders der letzte Ausbruch war doch recht heftig. Die Kälte lässt sie jedoch erschauern und der Gedanke an die warme Wirtsstube und ein heißes Getränk ist zu verlockend und so setzt sie sich nach einem kurzen Seitenblick auf Waienn in Bewegung. `Der wird sich schon melden, wenn er Hilfe braucht', denkt sie, öffnet die Tür und tritt hinaus in die Nacht.

OHH

Ja, da sitzt er nun bei seinem zweifellos ob der inneren Beutelung so schweigsamen Patienten - einsam und verlassen von Kameradin und Wirt, sowie dem wunderlich eiligen Zwergen und dessen Freund, dem anderen Patienten, der viel zu wenig bezahlt hat...
Augenblick mal! Waienn springt auf. "Entschuldige mich ein ganz kleines Momentchen! Nicht bewegen! Ich bin gleich wieder da!" erklärt er hastig mit beschwichtigender Gestik, dann springt er zum Tor.

CS

`Na toll, da lässt mich der tolle Wundermedicus hier allein liegen.' "Für fünf Dukanten kann man wohl etwas mehr mehr erwarten", versucht Ugdalf zumindest empört seine Stimme zu erheben, heraus kommt dabei aber schlussendlich nur ein heiseres Krächtsen. `Was für ein toller Tag... mal sehn was die Götter noch für Überraschungen bereithalten...' Vollkommen entkräftet lässt sich Ugdalf wieder ins Stroh sinken.

OHH

Mehr mehr? Wie meint er das? "Verzeihung, aber du scheinst die Preise qualifizierter Medici nicht zu kennen, das ist jedoch nicht meine Schuld." Unschlüssig steht Waienn neben dem Patienten. Prahlt mit einem lächerlichen Geldbetrag, den er noch nicht einmal bezahlt hat. Andererseits wirkt er etwas verwirrt und entkräftet. Kein Wunder, wenn er sich nicht an ärztliche Ratschläge hält! Allerdings liegt er ganz gewiss nicht im Sterben, wenn er dies auch zu glauben scheint.
"Nicht bewegen, sonst wird es nur noch schlimmer! Und nicht aufregen!" Damit huscht Waienn zur Tür hinaus. Seine Befürchtung, jeder Moment zähle, erweist sich schnell als höchst berechtigt, da er den Dolchstich und den Zwerg nicht entdecken kann.

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Redaktion und Lektorat: OHH