Die verrückte Tischgesellschaft III: Boron, Schläfrigkeit und Traumtheater

Verfasser: Astrid Brandt, Matthias von Zedlitz, Oliver Baeck, Oliver H. Herde, Ralf Büngener und andere

RB

Urszula verkündet, dass sie satt ist; damit ist es an der Zeit, endlich auch auf ihre Frage zu antworten: "Wir hatten immerhin genug Zeit, um festzustellen, dass wir bei diesem Projekt nicht zusammenarbeiten werden. Also werde ich nach meiner Rückkehr andere potentielle Autoren in Vinsalt unter die Lupe nehmen. Es wird heutzutage so viel geschrieben, da werde ich schon eine fähige Person finden." Die drei Frauen beschäftigen Jana so sehr, dass sie die Kontaktaufnahme zwischen Capitano und Avessandro nicht bemerkt.

MvZ

'Ob Jana sich für unfähig hält? Auf jeden Fall hat sie recht damit, sich möglichst wenig Gelegenheit zum Üben zu wünschen. Was wäre das für eine schöne Welt, in der man keine Heiler braucht!'
Zaünin bemerkt mit Interesse, dass Urszula das Essen beendet, obwohl noch etwas auf ihrem Teller übrig ist. Erleichtert schiebt auch sie ihren Teller zur Tischmitte und sagt ebenfalls: "Ich bin leider schon satt."

AB

"Das tut mir wirklich leid, dass es nicht geklappt hat. Ihr hattet Euch so viel davon versprochen, Frau D'Aminovitch. Und ich bin übrigens immer noch der Ansicht, das Ihr selber durchaus in der Lage wäret, dieses Stück selber zu schreiben. Wirklich!"
Jetzt wendet sich Urszula mehr oder weniger an die anderen am Tisch Sitzenden. "Ihr hättet vorhin dabei sein sollen, um zu hören, wie Frau D'Aminovitch die allererste Szene erzählt - ach was sage ich, dargestellt hat. Sehr berührend."

OHH

Satt? Verflixt! Reska lässt gar nicht gern etwas umkommen. 'Lieber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt', wie es der Vater gern ausdrückte, erscheint fraglos übertrieben. Dennoch! Allerdings ist ja noch viel Zeit, bis es ins Bett geht. So zieht Reska den von Urszula fortgeschobenen Teller ein klein wenig zu sich herüber, damit er nicht auf irgendeine Weise verlorengeht.
Was denn? Zaünin auch? Eigenartigerweise gar mit denselben Worten. Stirnrunzelnd schaut Reska auf deren Teller. Man kann wohl alles übertreiben, zumal wenn man in diesem Lande und mit einer zahlenden Reiseleiterin ja keinerlei Mangel zu fürchten braucht. Trotzdem schade drum. Mit einem Achselzucken sinkt der Blick wieder auf das eigene Tischgeschirr.
Woran die Zusammenarbeit am Stück wohl gescheitert sein mag, verliert sich in den sanften Erschütterungen weiteren Kauens.

AB

Begleitet von einem kalten Windstoß und einer Schar vorwitziger Schneeflocken betritt er mit einem seitlichen Schritt den Schankraum, die Tür zügig, aber nicht hastig hinter sich wieder schließend. Erst danach dreht sich der Wanderer herum. Den Stab vor sich auf den Boden abstellend, legt er beide Hände darum und verharrt so.
Hochgewachsen ist die Gestalt, soviel ist unter dem schweren schwarzen Mantel, der gegen Wind und Wetter fest verschlossen ist, durchaus zu erkennen. Die weite Kapuze verbirgt jedoch weiterhin das Gesicht.

RB

Urszulas Lob und Bericht von Janas Vorstellung bringt die Schauspielerin auf eine Idee. Sie holt gerade Luft, um zu antworten, da trifft sie ein kalter Lufthauch von hinten. Augenblicklich bedauert sie, den warmen Stuhl am Kamin aufgegeben zu haben. 'Hier ist es sowieso schon kälter, und wenn dann noch jemand die Tür aufreißt... Wer denn eigentlich?' Sie wendet den Kopf und muss auch den Oberkörper verdrehen, um zu sehen, wer da hinter ihr eingetreten ist.
So beobachtet sie, wie der Neuankömmling die Tür schließt und sich in Positur stellt. 'Ein durchaus bühnenreifer Auftritt. Im Theater wäre das jetzt ein Bote mit einer wichtigen Nachricht oder eine lang erwartete Hauptperson.' Mit einem erwartungsfrohen Lächeln im Gesicht verharrt sie in ihrer Position und betrachtet den weiteren Verlauf der Vorstellung. Ohne es zu merken, streicht sie die Locke aus der Stirn, die natürlich sofort zurückfällt.

MvZ

Von der Sorge um die Frage nach dem Zwang zum Aufessen befreit, beobachtet Zaünin wieder verstärkt das Verhalten ihrer Tischgenossen. Als Jana sich zur Eingangstür umwendet, tut sie es ihr gleich. 'Ob da wohl wieder jemand mit einer Verletzung gekommen ist?'

OB

Die Konversation an seinem eigenen Tisch plätschert wieder einmal an Lerano vorbei, während er den Augenkontakt zum Nachbartisch sucht. Als der Magus sieht, dass Dom Avessandro seinen Blick bemerkt hat, wünscht er mit einem kurzen Lächeln, einem Kopfnicken und einer angedeuteten Löffelbewegung mit seinem eigenen Essbesteck stumm 'Guten Appetit'. Allerdings bleibt sein Blick danach noch etwas länger an seinem vormaligen Tischgenossen hängen. Die Augenbrauen gehen fragend in die Höhe...
...als sich die Tür des Grünen Ebers öffnet. Sofort zuckt der Blick des Capitano Richtung Eingang, mit dem Ansatz eines echten, frohen Lächelns auf den Zügen - das aber so rasch wieder erlischt, wie es gekommen war, als Lerano erkennt, dass der neue Gast nicht der erhoffte Besuch ist. Einen Moment lang schaut er enttäuscht, fast ein wenig finster sogar, bis die Mundwinkel wieder kurz zucken. 'Schau den armen Kerl nicht so finster an. Der kann schließlich nichts dafür, dass er nicht Serafia ist...'
Nun sieht er sich den Neuankömmling etwas genauer an. Stab? Ein Collega etwa?

OHH

Ob des Windeshauchs und der dadurch und damit einhergehenden Bewegungen allerseits zur Türe gezogenen Aufmerksamkeit verleitet, schaut auch Reska kurz dorthin. Das ist wohl eher nicht die erwartete Priesterin. Oder doch? Heute weiß man ja besonders nie.

AB

Auch Urszula wird durch das Öffenen und Schließen der Tür aus ihren Gedanken und Gesprächen gerissen. Während auch sie sich der Ursache für die Unterbrechung zuwendent, nimmt sie sehr genau die Reaktionen der einzelnen am Tisch zur Kenntnis. 'Die Signora scheint erwartungsvoll, der Capitano war voller Erwartung und ist enttäuscht. Wohl nicht, was er erhofft hat. Reska und die Heilerin... nun, man schaut halt, wer da kommt.'
Fragend richtet sich sodann der Blick der Freiin auf den späten Gast.

Unbewegt hält die Gestalt den prüfenden Blicken der anderen Gäste stand. Dann - indem sie die Hände vom Stab löst und diesen mit einer geübten Bewegung in der rechten Armbeuge auffängt - hebt sie die Hände und nimmt die weite Kapuze vom Haupt. Ein hageres, fast schon asketisch-schmales gebräuntes Gesicht, umrahmt von etwa kinnlangen braunen Haaren, die zum Teil nach vorn ins Gesicht fallen, kommt darunter zum Vorschein. Vor allem die rechte Gesichtshälfte wird dadurch verdeckt.
Ohne mit der Wimper zu zucken, erwidert der Wanderer die Blicke für einen Augenblick, um dann mit der linken Hand den Stab zu ergreifen. Mit der somit freigewordenen rechten zeichnet er schweigend und den Kopf leicht zum Gruß senkend ein Boronsrad vor sich in die Luft.

MvZ

'Ach, ein Boron-Geweihter. Das ist gut. Die sind nicht so aggressiv wie Praios- oder Rondra-Geweihte.' Zaünins Eindrücke von ihrem ersten und bislang einzigen Zwölfgötter-Konvent sind noch recht frisch. Allein dem Friedensgebot im Travia-Kloster war es geschuldet, dass ein junger Rondra-Geweihter ihr nicht bei der ersten Begegnung den Kopf vom Rumpf trennte. Die Boroni waren die ganze Zeit über eher unauffällig. Zaünin kann sich an kein böses Wort von ihnen erinnern.
Mit einem freundlichen Ton in der Stimme ruft sie dem Neuankömmling ein "Boron zum Gruße!" zu.

AB

Auch das noch. Die Freiin ist froh, dass alle Sitzplätze am Tisch belegt sind, denn von allen Zwölfen sind ihr die Diener des Schweigsamen immer ein wenig unheimlich. Fast schon erschrocken vernimmt sie den frohen und unüberhörbaren Gruß der Heilerin. Ein verhohlen erzürnter Blick trifft die Grüßerin, ehe sich Urszula wieder ganz auf Jana und deren noch ausstehende Antwort konzentriert.

Angesichts der ihm entgegengebrachten Begrüßungen verzieht sich der Mund des Wanderers zu einem feinem Lächeln, und er bedenkt jeden der Grüßenden mit einem freundlichen Nicken, ehe er sich erneut in Bewegung setzt und auf den Tresen zuschreitet.

OB

Auch Lerano grüßt den Neuankömmling mit einem respektvollen Nicken. Offenbar kein Collega, sondern ein Diener der Götter. 'Sozusagen ein Collega von Seraphia', denkt er sich schmunzelnd, bevor er sich wieder eingehend seiner Suppe widmet.

OHH

Zunächst mutet die bogenhafte Handbewegung des dunklen Fremden wie ein langsames Winken an oder wie die symbolhafte Nachstellung des Sonnenlaufes, was beides gar nicht recht passen will. Doch Tsaünins Gruß lässt Reska sich daran erinnern, solches schon des öfteren vor allem in der Nähe von Friedhöfen gesehen zu haben. Wie viele Speichen muss man andeuten? Überhaupt welche? Beim nächsten Mal sollte man wohl besser aufpassen, falls rückgegrüßt werden soll. Für diesmal unterlässt Reska den Versuch und belässt es ebenfalls mit einem Nicken, welches hier ja allgemein als hinreichend anerkannt zu werden scheint, wie man es auch von anderswo her gewohnt ist.
Noch einmal kurz durchatmen, dann stürzt sich Reska auf die verbliebenen Reste zweier Teller mit Ochsenkeulen.

RB

Nachdem der Neuankömmling seine Profession preisgegeben hat, nickt Jana ebenfalls schweigend, das passt ja zu einem Borongeweihten. Sie folgt ihm noch ein wenig mit den Augen, während er zur Theke geht und sie sich in der gleichen Richtung zurückdreht, um nun endlich der Freiin zu antworten. Dabei hört sie noch, dass er offenbar kein Schweigegelübde abgelegt hat. Sie freut sich heimlich für ihn, denn für sie wäre das eine grausame Strafe.
Sie begegnet Urszulas erwartungsvollem Blick: "Habt Dank für Eure erneute Geduld im Angesicht meiner unerträglichen Neugier. Und noch mehr für Euer Lob; Ihr wisst, wie man einer Künstlerin schmeichelt." Den Worten zum Trotz zeigt das Strahlen in ihren Augen, dass sich die Schauspielerin über das Lob freut.
"Ihr habt das schon ganz richtig analysiert. Wenn es um die Darstellung geht, habe ich kein Problem. Da kann ich meinen Gedanken Ausdruck verleihen und meine Träume spielen. Da fließt das, was ich vermitteln will, einfach nur so aus mir heraus. Vor einem leeren Blatt sitzend, sieht es ganz anders aus. Das ist ein einschüchternder Anblick, der jegliche Kreativität im Keim erstickt", gibt sie ernüchtert zu.
"Und doch haben mich Eure Worte auf eine Idee gebracht. Vielleicht brauche ich gar keine Schriftstellerin, die kunstvolle Poesie oder kühne Prosa produziert. Was ich wirklich brauche, ist eine Stenographin, die das, was ich ihr vorspiele, in Echtzeit aufschreibt. Oder eine Beobachterin mit eidetischem Gedächtnis, die sich anschließend an jede Einzelheit erinnert und sie zur Niederschrift wiedergibt." Plötzlich weiten sich die Augen. "Ja natürlich! Warum bin ich da nicht schon längst selbst drauf gekommen?" Fast hätte sie sich mit der flachen Hand an die Stirn geschlagen, wo die Locke aufgeregt auf und ab wippt.

AB

Urszula winkt nachsichtig ab. Der Neuankömmling hätte ja auch ein schmucker Jüngling oder so ein Prachtexemplar wie der Capitano sein können. Da ist es verständlich, dass Jana ihn sich genauer anschaut. Und das Lob war berechtigt, aber dies muss sie nicht betonen.
Versonnen den fast leeren Teebecher zwischen den schlanken Fingern drehend, lauscht sie der Signora. Interessanter Ansatz, aber wahrscheinlich für eine authentische Wiedergabe der Geschehnisse dergestalt, dass es den Ansprüchen der Signora Genüge tut, angemessen.
Als Jana ihre Überlegungen mit einem Quasiausruf beendet oder vielmehr unterbricht, hakt die Freiin ein. "Kein Stenograph? Was denn dann?" Phex sei Dank, das Problem scheint gelöst.

OHH

Wie schön, wenn sich jemand so für etwas begeistern kann! Fast steckt dies an, doch Reskas ruhige Art siegt dennoch weitgehend, so dass es einmal mehr bei einem friedvollen Lächeln bleibt, bis sich eine gewisse Verwunderung in den Vordergrund drängt. Hat Urszua nicht recht aufgepasst? Das wäre ungewöhnlich.

MvZ

Der erzürnte Blick Urszulas wird von Zaünin nicht bemerkt. Sie blickt erst wieder auf, nachdem sie eine ganze Weile dem neuen Gast zugeschaut hat. In das Gespräch der Freiin und der Künstlerin will sie sich nicht einmischen. Alle anderen am Tisch sind eher schweigsam. Also blickt sie wieder in Richtung Theke. 'Boron steht für Tod und Schlaf. Steht er nicht auch für prophetische Träume? Vielleicht sollte ich mal mit dem Neuankömmling ein wenig plaudern, ob er im Traum oder in einem Grab ein goldenes Ei gesehen hat.' Zaünin beobachtet aufmerksam, wohin der Boron-Geweihte sich als nächstes bewegt.

RB

Eigentlich hatte die Schauspielerin an Selina gedacht. Sie hat die nötige künstlerische Begabung und würde sich auch nicht scheuen, Kritik zu üben. Doch wenn sie das so genau wissen will, wäre Urszula vielleicht die Richtige, um die Idee gleich einmal zu testen.
Die Signora überlegt einen Moment lang. Arjana hat ihr kürzlich zum ersten Mal erlaubt, das Gelernte anzuwenden. Aber in der Öffentlichkeit könnte das, insbesondere im Beisein von abergläubischen Zeitgenossen, nicht ratsam sein. Sie geht kurz die am Tisch Anwesenden durch: Der Magier ist es offensichtlich gewöhnt, Myrana hat sich gerade von ihm heilen lassen und auch Zaünin hat keinerlei Protest eingelegt. Reska wird sich sicherlich an ihrer Herrin orientieren, also kommt es auf die Bornländerin selbst an.
Vorsichtig tastet sich Jana an das Thema heran: "Mir gefällt die Idee mit dem Gedächtnis besser. Die Erinnerung ist doch viel umfangreicher als das, was selbst die schnellste Stenographin in der kurzen Zeit niederschreiben könnte. Darüber hinaus gibt es so vieles, was sich nur schwer in Worten ausdrücken lässt."
Sie beugt sich etwas vor und blickt die Freiin direkt an: "Ihr habt doch sicherlich eine Erinnerung daran, wie Ihr meine Vorstellung von eben erlebt habt..."

AB

Unwillkürlich lehnt sich auch die Freiin nach vorne, der Signora entgegen. "Selbstverständlich erinnere ich mich an Eure Vorstellung. Sie war so... so eindringlich, farbig... Man, also, ich meine, ich habe mich fast in die Szene hineingezogen gefühlt. Es war beklemmend, bedrückend und schmerzvoll. Die Angst, die Bedrohung waren fast greifbar und dann..." Sie schluckt. "Fast, als wäre man selber dort."

OHH

Wahrhaftig hat Reska alsbald den eigenen Teller geleert und den Urszulas gleich hintenan. Der wohlig von allerlei Kleidungsschichten umschlossene Körper sinkt zurück an die Stuhllehne. Schon drängt die Müdigkeit einer langen Tagesreise und der Verdauung in den Vordergrund. Im Grunde könnte Reska sofort ins Bett fallen und einschlafen, aber dazu müssten erst einmal die Treppenstufen bewältigt werden, zu welchen man auch erst einmal gelangen müsste.
Ein herzhaftes Gähnen träg die längst gefallene Entscheidung nach außen, am Orte sitzen zu bleiben. Gemütlich werden die Hände in den Schoß gelegt. Hier lässt es sich doch am besten dösen, wenn man sich nicht mehr bewegen mag - zumal, wenn auch noch Geschichten erzählt werden. Schwer klimpern die Lider.

MvZ

Zaünins aufmerksame Beobachtung des Geweihten wird durch die beiden Frauen unterbrochen, die sich diagonal einander entgegen über den Tisch beugen. Bevor ihre Konzentration völlig dahin ist, bleiben ein paar Worte bei ihr hängen: beklemmend... bedrückend... schmerzvoll... fast greifbar... fast als wäre man selber dort...
'Nanu, reden die zwei über Illusions- und Hellsichtzauber?' Zaünin ist ein wenig verwirrt, da der anwesende Experte für Zauberei offenbar nicht in die Unterhaltung eingebunden ist. Ein Blick zu Lerano, der sich ungerührt seiner Suppe widmet, sagt ihr, dass der sich so gar nicht für das Gespräch zwischen Urszula und Jana interessiert. 'Na, was soll's?'
Zaünin schaut wieder zum Geweihten hinüber.

RB

Die Augen der Schauspielerin leuchten immer mehr, während Urszula berichtet, wie sie die Szene erlebt hat. Sie scheint genau die Art Zuschauerin zu sein, die Jana braucht. "Ja, genau das meine ich. Diese Emotionen, die man nicht mit Worten beschreiben kann, sondern selbst erleben muss. Das macht es so schwer, das Stück zu Papier zu bringen. Aber vielleicht kann ich genau beschreiben, was Ihr erlebt habt. Wärt Ihr bereit, die Erinnerung mit mir zu teilen?"

OB

Lerano hat die Suppe, die ihm jemand anderes eingebrockt hat, nun rasch und schweigend in sich hineingelöffelt. Ab und zu schaut er dabei von seinem Teller auf, aber dann interessiert ihn das Treiben am Tisch deutlich weniger als die Zeichen von der Theke. Er will bereit sein, wenn Dom Tesden das Signal zum Aufbruch gibt. Dass die beiden adligen Damen sich nun von beiden Seiten über die Tischplatte beugen, versperrt ihm ein wenig die freie Sicht. Zum Glück ist er groß genug gewachsen, dass er sich im Sitzen ein wenig strecken und damit über das Hindernis hinwegblicken kann. Sein Blick streift dabei Dom Avessandro und den neuen Gast.

AB

Die Bornländerin stutzt. Hat sie nicht gerade genau dies getan - ihre Erinnerung geteilt? Oder meint die Signora etwas anderes, etwas... Tiefgreifenderes?
Ein Kribbeln macht sich entlang der Wirbelsäule Urszulas auf den Weg und wandert von unten nach oben. 'Wer oder vielmehr was bist du? Auf keinen Fall eine einfache Frau vom Theater. Und dieses Erinnerungsteilen... könnte unter Umständen einmal sehr nützlich sein. Das sollte ich mir genauer anschauen.'
Sich innerlich gegen was-auch-immer wappnend, entgegnet Urszula: "Jetzt verwirrt Ihr mich aber, Frau D'Aminovitch. Ich habe doch gerade beschrieben, woran ich mich erinnere, und damit meine Erinnerung mit Euch geteilt. Das wolltet Ihr doch." Sie hält inne, als fiele ihr etwas ein. "Ach nein, richtig - Ihr wolltet, dass ich beschreibe, wie ich eure Beschreibung erlebt habe. Nicht, wie Ihr sie beschrieben habt. Soll ich Euch jetzt beschreiben, was ich erinnere, wie Ihr sie beschrieben habt? Denn Ihr könnt ja schlecht beschreiben, was ich erlebt habe, als Ihr die Szene beschrieben habt. Ihr könnt ja nicht in meinen Kopf gucken oder Gedanken lesen oder so..." Die Stimme der Bornländerin wird gegen Ende hin immer leiser, und die Worte purzeln langsamer aus ihrem Mund. Mit großen Augen schaut sie Jana über den Tisch hinweg an. "Oder könnt Ihr?"

MvZ

Wieder wird Zaünins Konzentration auf den Geweihten durch etwas, das sie von Urszulas und Janas Unterhaltung halb mitbekommt, gestört. 'Jana kann Gedanken lesen? Ach du meine Güte! Wenn sie meine Gedanken liest, erkennt sie, dass ich ein Echsenmensch bin, sagt es den anderen und bis auf Avessandro, Myrana und Lerano geraten alle in Panik.' Zaünin richtet sich auf dem Stuhl plötzlich kerzengerade auf. 'Ich sollte mich ihr vielleicht auch anvertrauen. Moment... Wenn sie meine Gedanken liest, weiß sie aber auch, dass ich harmlos bin und niemand hier etwas von mir zu befürchten hat. Also hat sie keinen Grund, eine Panik auszulösen, indem sie es weitererzählt.'
Sie entspannt sich im nächsten Augenblick wieder - 'Wird schon gutgehen' - und schaut wieder zum Geweihten hin.

RB

Während Urszula ihre Gedanken ausbreitet, wird das Grinsen der Schauspielerin immer breiter; sie ist offenbar auf der richtigen Fährte. Als die Freiin von Gedankenlesen redet, bemerkt Jana, wie sich Zaünin neben ihr anspannt. Hat sie sich in ihr geirrt? Oder hat sie etwas zu verbergen? Vielleicht sollte sie lieber gleich mit einer Erklärung herausrücken.
"Oder so trifft es wohl am besten", beginnt sie und holt dann etwas weiter aus: "Ihr könntet mir beschreiben, wie Ihr Euch erinnert, und ich könnte das aufschreiben, das wäre schon eine große Hilfe. Aber wie ich eben sagte, gibt es ja Dinge, die mit Worten nur unvollkommen ausgedrückt werden können. Für eine vollständige Erfahrung würde ich Euch vorschlagen" - sie zögert kurz, bevor sie damit herausrückt - "meinen Geist mit Eurem zu teilen."
Hastig spricht sie weiter: "Das ist nicht das Gedankenlesen, von dem Ihr vielleicht gehört habt", dabei geht ihr Blick unwillkürlich kurz zum Magier, "mit dem ich Eure intimsten Geheimnisse ausspähen würde. Da kann ich Euch beruhigen, das beherrsche ich gar nicht." 'Noch nicht.' "Ich würde Euch vielmehr eine Bühne bieten, auf der Ihr das, was Ihr mit mir teilen wollt, aufführen könnt. Was Ihr dort zeigt, ist ganz allein Eure Entscheidung."
Bevor die Bornländerin antworten kann, fährt die Signora fort: "Und ich kann vollständig verstehen, wenn Ihr das ablehnt. Seinen Geist zu teilen, setzt Vertrauen voraus. Und dieses Vertrauen nicht zu einer Person zu haben, die man gerade erst getroffen hat, ist mehr als verständlich. Ich wäre also keinesfalls beleidigt, wenn Ihr die rein verbale Beschreibung vorzieht. Ich halte mein Angebot sogar selber für anmaßend, aber vielleicht habt Ihr ja Interesse." Jana zieht sich etwas zurück, so dass sie Zaünin im Augenwinkel behält, und blickt Urszula fragend, aber auch ein bisschen lockend an.

AB

'Mein Geist zu deinem Geist?' fährt es der Bornländerin blitzartig durch den Sinn. Doch bevor sich etwaige Zweifel oder Bedenken auf ihrer Miene manifestieren können, setzt die Signora fort.
'Bühne bieten, aufführen... Was hat das mit meinen Gedanken und Empfindungen zu tun?' Richtig überzeugt ist Urszula nicht, auch wenn die Neugier groß ist. Die Schaupsielerin hat ja recht, wenn sie das fehlende Vertrauen zu jemandem, den man noch nicht einmal einen halben Tag lang kennt, in den Mittelpunkt stellt. Sehr geschickt, wie sie gleichzeitig warnt und lockt. Nun denn. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Die Freiin wiegt bedenkend den Kopf. "Ich kenne Euch ja wirklich noch nicht sehr lange, Frau D'Aminovitch, da habt Ihr recht. Und wer weiß, was ich vieleicht alles ausplaudere... Mein Vater sagt, ich würde immer viel zuviel plappern, mehr noch als meine Tantchen. Aber es klingt so spannend, was Ihr da vorschlagt. Köennt Ihr mir nicht vorher ein bisschen erklären, wie das funktionieren soll? Wenn ich weiß, was auf mich zukommt, dann fällt mir die Entscheidung doch sicherlich viel leichter."

MvZ

'Der Geweihte hat Blickkontakt aufgenommen! Ob ich es wohl wagen kann, die Tischgesellschaft zu verlassen?' Zaünins Blick geht einmal kurz von einem Tischgenossen zum nächsten. Urszula und Jana sind immer noch intensiv miteinander am Sprechen, Lerano scheint mit sich zufrieden zu sein und Reska und Myrana schweigen schon seit längerem in die Runde. 'Im Moment wird mich hier wohl niemand vermissen.'
Zaünin rutscht mit einem "Entschuldigt mich bitte", das so leise gemurmelt ist, dass sich niemand gestört fühlen muss, und das - außer vielleicht Lerano - wahrscheinlich auch niemand gehört hat, vom Stuhl und huscht zu dem Boronsdiener hinüber.

OB

Als hätte Lerano auf das stumme Signal nur gewartet, lässt er seinen Löffel in den fast leergegessenen Teller gleiten, murmelt ähnlich wie gerade zuvor Zaünin ein "Ihr entschuldigt" in die Runde - wobei es ihm offenbar gleichgültig ist, ob die redseligen Adelsdamen oder die wortkarge Kriegerin samt Norbardin die Bemerkung überhaupt wahrnehmen. Mit strumpfsockig leisen Schritten begibt er sich Richtung Theke.

OHH

Ein paarmal klimpert Reska mit den Lidern, dann wird herzhaft gegähnt. Was ist hier los? Derweil die Damen anscheinend über irgend etwas reden, das sie nicht wirklich aussprechen, entschwindet ein Großteil des eher passiven Restes vom Tische. Realistisch betrachtet, ist solches in einem Gasthaus nichts Ungewöhnliches. Möglicherweise liegt die Verwunderung Reskas eher in der Verschlafenheit begründet.
Ein zweites Gähnen folgt dem ersten mit so aufgerissenem Munde, dass dann doch noch irgendwann die Hand davorgehalten wird, bevor noch jemand Angst bekommt, verschlungen zu werden. Die benachbarte Ritterin scheint ihren Kampf gegen den Schlaf bereits verloren zu haben - falls sie ihn je geführt hat. Kein Wunder. Verletzungen ermüden nun einmal, selbst wenn sie magisch geheilt werden.

RB

Die Signora nickt bei den Worten der Freiin. 'Das klingt ja schon besser als erhofft.' Dann erklärt sie: "Zunächst einmal müsste ich Euch berühren, zum Beispiel, indem Ihr Eure Hand auf meine legt. Das gibt Euch die Kontrolle, denn sobald Ihr die Hand wegnehmt, ist die Verbindung unterbrochen. Praktischerweise sollten wir dabei vielleicht nebeneinander sitzen, damit wir uns die Hände nicht quer über den Tisch reichen müssen." Janas Blick fällt dabei auf die beiden gerade frei gewordenen Plätze.
"Dann werde ich Euch eine Einladung schicken, vielleicht eine Art Tür, durch die Ihr in Gedanken hindurchtreten könnt. Was dahinter ist, erschaffen wir beide in unserer Vorstellung, ich denke da an mein Theater in Vinsalt, das wäre ein passender Ort dafür. Dort passiert dann alles, was Ihr Euch vorstellen wollt."

OHH

Sieht so aus, als würde das Gespräch der beiden Damen alsbald in irgendeine Traumebene wechseln. Dann gäbe es für Reska hier am Tisch allerdings wohl nichts mehr zu beobachten, selbst wenn die verschlafene Ritterin mal mit den Wimpern klimperte.
Ein Blick durch den Schankraum ergibt zumindest nicht sofort etwas Interessantes, ein zweiter auf die verbliebenen Kuchenstücke erinnert hingegen lediglich an das kaum geminderte Sättigungsgefühl.

AB

Ohne zu Zögern erhebt sich die Freiin und umrundet den Tisch, um sich dann neben Jana auf dem freien Stuhl niederzulassen. Nicht frontal zum Tisch, sondern zu Jana hingewendet. Der schläfrig scheinenden Reska wirft sie dabei einen Blick zu, der 'pass auf' sagen könnte - oder auch nicht.
Wie aufgefordert, hebt Urzsula dann ihre Hand und macht sich bereit, diese in die Hand der Signora zu legen. Nach außen hin aufgeregt erscheinend, ist die Bornländerin im Inneren ruhig, gespannt und auf alles gefasst.

RB

'Da scheint ja jemand wirklich interessiert zu sein', freut sich Jana. 'Dann bekommt sie jetzt zu sehen, was ich mir eigentlich für Avessandro überlegt hatte.' Sie dreht sich ebenfalls in ihrem Stuhl, bis sie der Bornländerin fast frontal gegenüber sitzt. Der Theke und der Ablenkung durch die Personen dort dreht sie so den Rücken zu.
Die Schauspielerin legt die rechte Hand mit dem Ehering auf den Tisch, Handrücken nach oben, so dass sie Urszulas Hand nicht festhalten kann. "Wahrscheinlich ist es am bequemsten, wenn Ihr Eure Hand hier auf meine legt. Der Handschuh ist dünn genug, dass sich unsere Auren berühren werden. Ich brauche dann einen Moment, um mich auf Euch einzustimmen. Wie gesagt, es findet alles nur in unserer Phantasie statt, und wenn Ihr es abbrechen wollt, nehmt einfach Eure Hand weg." Nach diesen beruhigenden Worten, begleitet von einem aufmunterndem Lächeln, beginnt die Schwarzhaarige leise eine Melodie zu summen.

OHH

Nanu, diesen mutmaßlich Auffordernden Blick glaubt Reska, schon gelegentlich bei Urszula bemerkt zu haben, wenn auf der bisherigen Reise die Molokdeschnaja oder schlicht ein zweites Augen- oder Ohrenpaar gefragt war. Als würden die sich hebenden Brauen den gesamten Kopf und Körper nach sich ziehen, richtet sich Reskas Rumpf ein wenig wieder auf. Der misstrauische Ausdruck jedoch gilt weniger dem Geschehen an sich als der Vermutung, dabei eh nicht viel zu sehen zu bekommen.

RB

Während Jana summt, lauscht sie auf die Melodie in ihrem Inneren. Schnell findet sie die zweite Stimme, die in die Melodie mit einstimmt. Aus dem kleinen Flämmchen ist in den letzten Jahren eine richtige Flamme gewachsen und so ist ihre Stimme bald so laut wie Janas und für die Menschen in ihrer Umgebung zu hören. Es klingt ein bisschen wie Vogelgesang. Der Blutstein will wie immer mitsingen, wird aber von Jana energisch zum Schweigen gebracht. Das Einzige, was man davon außen mitbekommt, ist ein Schließen der linken Faust, an der sie den Ring mit dem Stein trägt und die ansonsten ruhig in ihrem Schoß liegt.
Die Sängerin bringt die beiden Stimmen in Harmonie. Die Melodie klingt gut, und sie beginnt ihre eigene Aura zu spüren. Jetzt ist sie bereit, Kontakt mit einer anderen aufzunehmen. Aufmunternd nickt sie Urszula zu.

AB

Urszula vergewissert sich, dass Reska die Aufforderung zur Beobachtung vestanden hat. Gut, sie ist dabei. Dann gilt es jetzt.
Mit einem tiefen Atemzug, als wolle sie sich selber Mut machen, legt die Freiin ihre Hand in die angebotene der Signora. Die Frage, die ihr beim ersten Wahrnehmen der gesummten Melodie durch den Sinn schießt, bleibt stumm - sie will die andere nicht stören, nicht aus der Versenkung reißen. So nickt sie nur und lässt ihre rechte Hand ruhig und entspannt - Handfläche auf Handfläche - in Janas rechter Hand ruhen.
Als sich zu der ersten Stimme eine zweite gesellt, huscht ein Lächeln über Urszulas Lippen und mit einem weiteren tiefen Atemzug, der von einem langen, immer länger werdenden Ausatmen gefolgt wird, gibt sie sich den Stimmen hin. 'Komm und sieh', flüstert sie innerlich.

OHH

Zwei Stimmen? Sollte diese Dame elfisches Blut in sich tragen? Jedenfalls hat Reska derartiges noch nicht bei Menschen und auch nicht so weit südlich erlebt. Letzteres wiederum wohl, weil hier so wenig Elfen umherlaufen. Unwillkürlich huscht Reskas Blick zu Janas Ohren, schweift dann kurz über deren schlanken Körper - elfisch groß ist sie ja nicht gerade - um dann wiederum zu den Ohren zurückzukehren.

RB

Jana hatte ein bisschen Sorge, wie der Kontakt mit einer Fremden funktionieren würde. Bis jetzt hat sie ihren Geist immer nur mit Personen geteilt, die ihr nahestehen. Aber die Sorge scheint unbegründet, denn sie bemerkt die Annäherung der Hand schon, bevor Urszulas Haut ihren Handschuh berührt. Die Aura der Bornländerin ist deutlich zu spüren. Sofort ändert sich der Gesang der zweiten Stimme. Die Melodie kommt Urszula bekannt vor, ohne dass sie das Lied erkennt und auch diese Vogelart kennt sie aus ihrer Heimat. Wäre sie schon einmal im Salasandra gewesen, wüsste sie, dass es eine Variation ihres Sippenliedes ist.
Die Sängerin passt ihren Gesang an diese neue Melodie an und langsam wird Urszula gewahr, dass sie nicht nur hört, sondern auch sieht: Es ist eine Tür. Auch diese Tür kommt ihr bekannt vor. Sie steht drinnen, wo sie sich geborgen und daheim fühlt. Aber die Tür steht offen, und auch wenn sie nicht erkennen kann, was auf der anderen Seite liegt, weiß sie, dass dort Abenteuer und neue Erfahrungen warten.
Gleichzeitig ist sie aber nach wie vor ihrer Präsenz im Schankraum bewusst. Sie kann hören, wie die Signora ihren Gesang beendet, sie kann den Kopf wenden und in die konzentrierten, dunklen Augen blicken. Die schwarze Stirnlocke hängt ganz still, und im Haaransatz hat sich ein einzelner Schweißtropfen gebildet, der noch zu klein ist, um herunterzurollen.
"Tretet ein, wenn Ihr Euch bereit fühlt", lädt Jana lächelnd ein.

AB

Die Freiin horcht auf und legt sogar ein wenig den Kopf schief. Wie vertraut... wie heimelig...
Durch diese kurze Ablenkung sieht sich Urszula mit einem Mal recht unvermittelt vor der geöffneten Tür stehen. Sie ist hin- und hergerissen. Kann sie wirklich die Stimme der Mutter vernehmen, die immer warnte und sie anhieltn brav und sittsam daheim zu bleiben? Und sind da nicht auch die Stimmen des Vaters und der Muhme, die sie auffordern - nein, beinahe locken - den Schritt zu wagen und etwas Neues zu erleben? Und doch ist das alles nur in ihrer Vorstellung, geschaffen von der zauberhaften Melodie der Signora. Derselben Signora, welche sie nun einlädt, sich in dieses neue, unbekannte Abenteuer zu stürzen. Wohlan denn.
"Gerne", raunt die Bornländerin, und in ihrer Vorstellung überschreitet sie die Schwelle.

Tief zieht die vor der Tür stehende 'Urszula' die Luft ein - was sich in einem deutlichen Heben und Senken der Brust der in der Gaststube sitzenden Urszula widerspiegelt.

OHH

Na toll! Wie soll Reska auf Urszula aufpassen, wenn sich der ganze Spuk nur in deren Vorstellung abpsielt? Aber fraglos meinte die Freiin nicht, dass irgendwelche eingebildeten Werwölfe mit der Molokdeschnaja zu bearbeiten seien. Andererseits ist wohl auch in diesem verschneiten Gasthause kein Angriff zu erwarten.
Nun ja, dann kann man wenigstens weiter beruhigt die Ochsenkeule sacken lassen.

RB

Jana sieht den tiefen Atemzug der Bornländerin. Einen Moment später spürt sie, dass sie in ihren Geist eingetreten ist.

OHH

Was also nun? Zwei träumen miteinander, eine weitere allein - da bleibt Reska für sich übrig. Aufpassen, ja doch, ja! Aber worauf denn nun eigentlich? Wenn beide irgendwann von den Stühlen kippen, kann Reska eh nicht viel tun.
Weit mehr lässt sich statt dessen soeben am Tresen beobachten. Was treiben die Männer da nur? Offenbar hat das emporgeholte Fass seinen Zielort noch nicht erreicht. Seltsam dabei, dass man diesen Sachverhalt anscheinend vorhin noch nicht ahnte.

RB

Jana sitzt weiterhin schweigend auf ihrem Stuhl im grünen Eber. Sie atmet und blinzelt, ansonsten bewegt sie sich nicht.

OHH

Nur vereinzelt schaut Reska zu den beiden Traumdamen hin - ob sie noch da sind, atmen und so weiter. Hauptsächlich gilt das Augenmerk weiterhin den drei Männern an der Theke und ihrem offenkundig nicht bereits geleerten Fasse. Das sieht ganz nach ordentlicher Schinderei aus. Vielleicht ist ja im Thekenbereich auf Dauer gar nicht genügend Platz. Bestimmt wurde es vorhin nur zwecks eine Pause dort abgestellt. Zeit, sich einmal bei einem herzhaften Gähnen zu entspannen!

RB

Ein Schmunzeln umspielt die Lippen der Jana im Grünen Eber.

Weiter...


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Redaktion und Lektorat: OHHerde 2020