Flaute mit Strudeln

Verfasser: Oliver H. Herde, Ralf Büngener und andere

RB

Der Alte scheint seinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Thorkar ist das ganz recht. Man muss ja nicht ständig reden. Er blickt schweigend im Schankraum umher, was sonst noch so alles passiert.

OHH

Der Kapitän folgt dem Beispiel seines Malsehenvielleichtauchnichtoderdochachnein-Matrosen und erfasst den Schankraum in seiner Gänze, welcher es an Trubel mit kaum einer bisherigen Hafenkneipe aufzunehmen weiß. Die meiste Bewegung herrscht unzweifelhaft am Tresen vor, wo die Wirtsleut gerade zu dritt die Kundschaft bedienen. Eigentlich ist es hier doch recht gemütlich!
Ob Rovena wohl noch zu der Hochzeit morgen bleiben will? Ja, vermutlich. Aber auf einen Tag mehr oder weniger kommt es nach all den Ereignissen nun auch nicht mehr an.

RB

Der Moment der Ruhe wäre mal wieder eine Gelegenheit, einen Schluck zu trinken, wenn der Humpen nicht schon wieder leer wäre, wie Thorkar enttäuscht feststellt. Ohne sich an seine früheren Gedanken zu erinnern, geht sein Blick zur Theke, und zu seiner Freude erblickt er den Knecht am Zapfhahn. Welch glückliche Fügung! Er hebt einen Arm, um die Aufmerksamkeit des Zapfenden zu erlangen. Währenddessen denkt er an seinen Gesprächspartner, der auch schon länger nichts mehr getrunken hat. "Auch noch eens?"

OHH

In die Flaute hinein weiß der Tischnachbar frischen Wind zu bringen. So mag man bei genauerem Hinsehen ein leichtes Aufrichten des Kapitäns erspähen. "Trefflich, gern! Vielen Dank!" lächelt er und stellt so gleich heraus, dies als neuerliche Einladung zu verstehen. Gut, eines könnte er sich vielleicht noch leisten, aber lieber Vorsicht als absaufen. Die Hand spielt wieder in der allzu übersichtlich gefüllten Rocktasche.

RB

Der Knecht ist wohl zu beschäftigt mit dem Zapfen, um Thorkars Handzeichen zu bemerken. Aber zum Glück ist ja anderes Personal in der Nähe. Mit einem halblaut gerufenen "Betreuung!" versucht der Thorwaler die Aufmerksamkeit der Frau zu erlangen, die am Nebentisch gerade Essen ausgeliefert hat. Den Worten an jenem Tisch zufolge handelt es sich dabei wohl um die Köchin.

VW

Kurz sinniert Siona darüber nach, was die Herren wohl unter 'Betreuung' verstehen. Soll sie ihnen vielleicht eine Decke über die Knie legen und feststopfen, wie sie das damals bei ihrer Großmutter zu tun pflegte? Oder meint Betreuung, dass sie die Herren nun bespaßen soll? Entsprechend breit ist ihr Grinsen, als sie an den Tisch herantritt und fragt: "Was soll es sein?"

RB

Thorkar ist etwas verwirrt. Er hat dem Knecht gewunken, dann nach der einen Bedienung gerufen, und jetzt steht plötzlich die andere an seinem Tisch. Aber sei's drum. Hauptsache, er kann seine Bestellung loswerden: "Noch zwee Biä, wenn det wouhl is."

OHH

Aus Kvalors freudigem Erwartungslächeln wird ein Schmunzeln, da man unter Betreuung in Brabak auch ein leichtes Mädchen auf dem Schoße vorstellen könnte. Das Antlitz der Herbeitretenden verrät ihm, es möge ihr ähnlich ergehen. Offenbar ist die Wortwahl vom anderen Ende des Kontinentes auch hier im gemäßigten Norden noch ungewohnt. Gespannt beobachtet der Seemann, wie die Wirtin wohl ferner mit dem thorwalschen Dialekte zurandekommen mag.

VW

Verwirrung zuckt kurz über das Gesicht der Wirtsfrau. Dann dämmert verlangsamt Erkenntnis hinterher. "Zwei Biere. Kommen." 'Ich habe schon Thorwaler hier gehabt, die besseres Horati gesprochen haben', zuckt es durch Siona, dann antworten die Achseln.

RB

"Das wohl", bestätigt der Thorwaler freundlich der zuckenden Bedienung. Er freut sich immer wieder über die Reaktionen auf seinen erlernten Dialekt.

OHH

Schmunzelnd verfolgt der Kapitän dieses possierliche Zusammenspiel und den Abzug der Wirtin. Letzterer weitet seinen Blick in den Schankraum, in welchem inzwischen doch allerlei Umhergelaufe stattfindet, obgleich es gar nicht so voll ist. Geschäftiges Personal, suchende Gäste - nicht gerade mit dem Trubel im Südkap zu vergleichen, aber auch schön anzuschauen auf seine Weise.

Dann jedoch wirkt alles wie durch ein Fingerschnippen ruhiger und doch unharmonischer. Liegt es an dem jungen Praioten, welcher zu dem noch jüngeren Burschen hinkniet wie zu einem weinenden Kinde? Doch ein paar Wortfetzen genügen bereits, dem Brabaker Aufschluss zu geben. In seiner Heimat ist die Sklaverei verhasst, aber das schützt ja nicht davor, selbst mal in solche zu geraten. Oh ja, er kennt diesen Zustand, mag er auch nicht lange gewährt haben! Zudem aber hält er das Los eines Haussklaven in aller Regel für erträglicher als das eines Feldarbeiters. Kommt natürich immer auch auf die Herrschaft an.
Aber dieser Junge hier scheint sein Schicksal ganz verinnerlicht zu haben, wenn er sich selbst hier im Norden darin ergibt. Einen solchen befreit man nicht allein mit Wort oder Geste. Um einen Willen zur Freiheit entwickeln zu können, muss man erst einmal eine Ahnung davon haben, was da eigentlich ist. Dazu jedoch sind auch andere Landratten oft nicht imstande, auch in Brabak nicht.
Wie auch immer - dies ist nicht Kvalors Bier. Apropos! Er schaut wieder zum Tresen.

RB

Eine Weile sonnt sich der junge Thorwaler in der Vorfreude auf das nächste Bier. Als er sich wieder dem Schankraum zuwendet, kann er nicht umhin, dem Blick seines Nachbarn zu folgen. 'Oha, da hat wohl jemand Ärger mit dem Praiosgeweihten.' Dazu gehört ja nicht viel, obwohl dieser bislang umgänglicher als die meisten seines Standes schien. Wie gut, dass der vor dem Jungen hockt und nicht vor ihm, denkt sich Thorkar, während er die Szene weiter beobachtet, weil es sonst gerade nichts zu tun gibt.

OHH

Mangels menschlicher Wesen am Tresen wendet der Kapitän sein Augenmerk wieder auf Thorkar, der seines wiederum dem Sklaven und dem Praiospriester zukommen lässt. Was letzterer nur vorhaben mag! Aber wenn jener auch gerade so hochkonzentriert auf sein... Opfer? zu sein scheint, verhält sich Kvalor lieber eines Kommentars, zumal er nicht sicher ist, alles an der Szene erfasst zu haben. Tatsächlich scheint der Geistliche ja helfen zu wollen, wenn er als Nordländer auch vielleicht nicht recht die möglichen Folgen bedacht hat. Wobei Voreingenommenheit ja wirklich kein Vorrecht derer des Nordens ist.
Ein wenig in unbestimmte Unruhe versetzt, kratzt der Seebär mit den verbliebenen vier Fingernägeln am Holze der Tischplatte.

VW

Wie gut, dass die Gaststube groß und die Tische von mehr als nur einer Seite erreichbar sind, denkt sich Siona, während sie an der Theke entlang den Tisch des Kapitäns sozusagen von hinten her erobert: "Zwei Bier, wie gewünscht. Wohl bekomm's."

OHH

Die wackere Frau wird mit freudigem Blick in Empfang genommen. "Ah, trefflich! Gerade recht!" Zumal es von dem unangenehmen Rededuell drüben ablenkt, bei welchem keiner der beiden Kontrahenten zurückweichen will. Schon lehnt der alte Kapitän wieder bequem an.

RB

Obwohl es Thorkars Bestellung war, kommt ihm der Käpt'n mit seiner Antwort zuvor. Nichtsdestotrotz bedankt sich auch der Thorwaler mit einem herzlichen "Travia vergelt's", als er sein Bier in Empfang nimmt. Sodann hebt er den Krug und prostet seinem Tischgenossen zu: "Auf's Wohl!"

VW

Siona verneigt sich ein wenig in Richtung der Gäste. Das sind ein paar Nette.
Hoffentlich bekommen die zwei in der Mitte des Raumes langsam ihren Zwist in den Griff, worin auch immer der bestanden haben mag. Siona stellt sich ein wenig auf die Zehenspitzen und versucht, den Knecht auf sich aufmerksam zu machen.

AB

Während er sich davonschleicht, wird der Knecht Sionas gewahr, die versucht seine Aufmerksamkeit zu erringen. Liebe gute Siona! Leise, um Timon und Bosper nicht zu stören, begibt er sich hinüber zu ihr an den Tisch mit den Seeleuten.

OHH

Wirtsfrau und Knecht lenken den Kapitän für ein Momentchen ab. Drüben philosophieren sie, was dem verrückten Jahrmarktszauberer vermutlich auch allerlei Freude erbracht hätte. Sei's drum!
"Ja, auf's Wohl!" erwidert er den Krug hebend und setzt hintan: "Das wohl!" So sagt man ja in Thorwal, soweit er feststellen konnte. Freilich kein Grund, nochmal dorthin zurückzufahren. Allein der Gedanke läd zum Frösteln ein.

VW

Siona sieht den Knecht liebevoll an und nickt ihm zu: "Wenn du was essen willst, dann kannst du dich, glaube ich, jetzt gut mal rausziehen. In der Küche ist es eh gerade zu voll, und sonst ist ja nicht viel los. Weißt du schon, was du willst und wo du sitzen willst?" Der Blick der Wirtsfrau streift hinüber zu dem letzten, noch freien Tisch.

RB

Nach dem Zuprosten nimmt Thorkar einen nicht allzu großen Schluck von seinem Bier, schließlich ist der Durst schon durch die vorherigen Biere gestillt worden und dieses dient nur noch dem Genuss. Nachdem er den Humpen abgestellt hat, wendet er sich etwas von seinem Nebenmann ab, um zu beobachten, wie es zwischen Praiosgeweihtem und Jungen weitergeht. Dabei dreht er sich etwas weiter als nötig, um aus den Augenwinkeln noch einen Blick auf die hübsche Bardin zu erhaschen, die leider genau in seinem Rücken sitzt. Als er sieht, dass sie sich gerade umsieht, wendet er schnell wieder den Blick ab und starrt auf den Rücken des Geweihten.

AB

Alrik nickt. "Das wollte ich eh - was essen, meine ich. Aber mit ihm zusammen." Sein Kopf ruckt hinüber zu Timon in der Mitte des Raumes. So wie das aussieht kann das noch dauern. "Wir wollten an die Theke; ich glaube, das wäre ihm lieber als an einem Tisch. Und essen... Hühnchen und Käsetörtchen?"

VW

Siona lächelt, während ihr Blick vom Knecht zum Jüngling schweift, kurz an diesem hängenbleibt und dann zu Alrik zurückkehrt. "Ich würde sagen: beides! Nimm schon mal Platz. Bis das Essen fertig ist, dauert es eine kleine Weile, und bei Travia muss auch Herr Praios essen, so lange es noch warm ist. Bier?"

OHH

Kvalor tut es dem Thorwaler beim Trinken gleich, allerdings vor allem, damit das Bier nicht allzu schnell wieder alle werde. Ein Schluck für den Anfang genügt.
Da Thorkar sich abwendet, kann der Kapitän leider nicht dessen Blicke verfolgen und sich darüber väterlich amüsieren. Dessen mutmaßlich einzige Beobachtungsobjekte kreisen noch thematisch um sich selbst, also ist der Wortwechsel der Bedienung gegenwärtig am spannendsten. Eine angenehme Stimmung herrscht in diesem Hause, scheint ihm. Die Unruhe vorhin ist ja verständlich, wenn morgen geheiratet wird.

AB

Alrik denkt kurz nach, dann schüttelt er den Kopf. "Ich hatte heut schon genug Bier, denke ich. Most wäre mir lieber." Leicht legt er der Wirtsfrau die Hand auf den Arm. "Ich geh dann mal und sag Sarina Bescheid wegen dem Essen. Um die Getränke kümmer ich mich selbst." Dann stockt er. "Oder... ist Vinizarah immer noch in der Küche?"

VW

Die Wirtsfrau nickt bestätigend und lächelt verständnisvoll. "Geh du man zu Tische. Ich kümmere mich um die Bestellung und den Most."

AB

"Danke." Ein Wort nur, aber es weltenumfasst so viel mehr.
Der Knecht wendet sich ab und schlendert hinüber zum Tresen.

OHH

Kurz schmunzelt der Kapitän, da der gute Knecht wohl so viel Bammel hat, dass er die Braut nicht sehen mag. Dann aber kommt dem Weitgereisten auf, es möge vielmehr eine hiesige Sitte zugrundeliegen, dass die Brautleute sich direkt vor der Hochzeit nicht sehen sollen. Solches und ähnliche Riten kennt man ja von verschiedenen Völkern.
Ein Trinkspruch und Bewegungen vom Nachbartische lenken des Seemanns Gedanken wiederum auf ein anderes Ziel. Hat die Dame ihm eben zugenickt? Ihm? Vielleicht, weil man dort itzt auf die Freiheit anstößt und sie in ihm eine solche vermutet? Da er alles nur aus dem Augenwinkel heraus mitbekommen hat - auf der anderen Seite hätte er davon nicht einmal solche Unklarheiten sehen können - ist er sich entsprechend darüber unschlüssig.
Aber freundlich zu lächeln und zu nicken schadet ja nicht. Falls er sich geirrt hat, mag sie ihn nicht einmal bei seiner dann überflüssigen Erwiderung bemerken.

VW

Siona zieht sich ähnlich Alrik in Richtung der Theke zurück.
Drüben findet das Bier seinen Weg. Das Nicken des Kapitäns vom Nachbartische kommt an und wird mit einem kurzen Lächeln erwidert. Es freut die Dame, dass man sich hier, in dieser Gaststube zurückhält. Zumindest was ihren Sklaven angeht. Da hat sie mit heftigeren Reaktionen gerechnet und mit vielen erklärenden Worten. Sei's drum. Hier genießen die hübschen Damen weit mehr Aufmerksamkeit, wie sie aus dem Blick des Mannes am Nebentisch ersehen konnte.

OHH

Was wohl in der Dame vorgehen mag? In jedem Falle hat sich der Kapitän offenbar nicht geirrt. Sollte es doch noch irgendeine Art des Kontaktes als das gegenseitige Wahrnehmen geben?
Nach einem nunmehr nachdenklichen Lächeln in ihre Richtung wendet Kvalor seine lediglich von einer kleinen Narbe verzierte, ansonsten jedoch vollständige Nase vorsichtshalber anderem zu - hier bieten sich nun wiederum Thorkar und die beiden ungleichen Disputanten in der Raumesmitte an, welche kein allzu großer Winkel voneinander scheidet. Man will ja nicht aufdringlich erscheinen. Oder sollte er ihr noch zuprosten? Zu spät für solches! Außerdem werden feine Damen gewiss nicht so leicht zu beeindrucken sein wie Matrosinnen oder gar Hafendirnen.

RB

Auch Thorkar wendet seine Aufmerksamkeit wieder von der von ihm betrachteten Dame ab, allerdings ohne von ihr beachtet worden zu sein, und seinem Tischnachbarn zu. "Wat hat 'n de Lütje wohl utfressn?" fragt er halb ihn, halb sich selbst.

OHH

Da sich auch die Augenklappe hebt, gilt dies wohl für beide Augenbrauen, auch die davon verdeckte. Lütje? Ach, Thorkar meint wohl den kleinen Kerl drüben.
"Ich weiß gar nicht recht; möglicherweise genügt Seiner Gnaden bereits dessen Status, was ich ja gut nachvollziehen könnte. Nur leider befreit man manche Sklaven nicht so rasch wie andere. Bisweilen braucht es eine regelrechte Lehre..." Vielleicht sucht er ja einen Novizen. Ob das Bürschlein sich wohl als Schiffsjunge eignete? Doch daraus ist es wohl schon entwachsen.
Leicht tippeln die drei mittleren der viereinhalb Finger am noch gut gefüllten Becher. Der Daumen hält lieber achtsam Ausschau, wohingegen der Kleine schlicht buchstäblich zu klein ist.

RB

'Was denn für eine Lehre?' überlegt Thorkar und blickt wieder zum Gegenstand des Gesprächs. Dabei bleibt sein Blick an der Wirtin hängen und folgt ihr bis zur Bardin am Nachbartisch. 'Durchaus appetitlich', denkt er und meint damit nicht nur die Musikerin, sondern auch das Essen, das ihr serviert wird. Wo ist eigentlich sein eigenes hin verschwunden? Das muss er wohl während der Erzählungen aufgegessen haben, ohne es richtig zu merken. Immerhin ist der Hunger ebenfalls verschwunden.
Nachdem solcherart seine Aufmerksamkeit endlich wieder am eigenen Tisch angekommen ist, artikuliert er seine Frage: "Watt'n för ne Lehre?"

OHH

Wenn der Kapitän die Worte des Geweihten drüben recht verstanden hat, unterscheidet den Sklaven vom Pferd, dass ersterer vielleicht bisweilen in einen Tempel geht. Demnach wären Mohas wohl wieder ein eigener Zweig derischen Lebens. Aber vielleicht hat Kvalor sich ja ohnehin verhört, auch wenn dies dann eher nicht am fehlenden Ohrläppchen läge.
Wie auch immer, gilt es nun, sich Thorkars Frage zu widmen. "Nun, ich habe schon Sklaven erlebt, welche die Freiheit erst einmal zu erlernen hatten. Natürlich waren diese in der Regel einen wesentlichen Teil des Lebens in Gefangenschaft oder gar darin geboren. Wobei ich das Phänomen in vergleichbarer Form auch schon bei Stadtgardisten oder Hafenarbeitern wahrgenommen habe. Wirkliche Freiheit muss zunächst einmal im Kopf bestehen, um überleben zu können."
Durch seine eigene Rede angeregt, kribbelt es ihm im Fuß, endlich wieder schwankende Planken unter denselben zu bekommen. Fast glaubt er, auch im Holzbein solches zu verspüren.

RB

Freiheit lernen? So ein Blödsinn. Für Thorkar hat es sich nach Freiheit angefühlt, als er das Langhaus mit der nervigen Familie verlassen hat. Und den dominanten Vater, der einen festen Plan für seinen ältesten Sohn hatte. Dabei war es ihm egal, dass der kein Interesse hatte, einst Hetmann der Otta zu werden, die der Vater wiederzubeleben versuchte. Auf dem Schiff hat er die Freiheit gespürt, ohne etwas lernen zu müssen. Und seitdem ist er als Mitglied der selbstgewählten Otta seinen eigenen Weg gegangen, ohne sich viel um andere zu kümmern.
Etwas diplomatischer formuliert, fragt er: "Wat gibbet denn da to lern?"

OHH

Es ist ein sehr nachdenkliches Schmunzeln, welches sich über Kvalors Antlitz legt. "Ja, ich weiß... Für uns ist das sehr schwer nachvollziehbar. Aber Befehle erhält man in seinem Leben nicht nur, wenn man ein Sklave ist. Manche Leute können sich gar nicht recht vorstellen, Entscheidungen zu treffen, welche in ihrer Komplexität über die Auswahl beim Einkaufen hinausgehen."
So recht zufrieden scheint der Kapitän mit sich selbst noch nicht. Jetzt könnte er vielleicht doch mal den verrückten Zauberer zur Ausformulierung brauchen - wobei der es wahrscheinlich wieder völlig übertreiben würde. Nein, nein, es ist schon besser so!

RB

Für Thorkar ist das immer noch schwer nachzuvollziehen, wie man an dem langgezogenen "Tjaah" erkennen mag, das er zunächst als Antwort gibt. Schließlich findet er doch einen Weg, den neuen Gedanken mit seinem Glauben zu verbinden: "Wer nich mitte Freiheit um kann, is se wouhl auch nich weät, bei Swafnir." Das ist wie bei dem Kaufmann, der seinen Reichtum nicht wert ist, wenn er ihn nicht verteidigen kann.

VW

Die Kerze balancierend nähert sich die Wirtsfrau dem Tisch, an dem Kapitän und Handwerker sitzen. "Wenn Ihr verzeiht..." unterbricht sie kurz das Gespräch, beugt sich nach vorne und entzündet die auf dem Tisch stehende Kerze.

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Redaktion und Lektorat: OHH 2017