Nordseemannsgarn und Südseemannstod

Verfasser: Oliver H. Herde, Ralf Büngener und andere

RB

Der Thorwaler nickt leicht. Wo die Kartenstücke sind, interessiert ihn wenig, schließlich hat er seinen eigenen Schatz und die zugehörige Karte an sicherer Stelle. Vielleicht muss er selber mal eine Geschichte zum Besten geben, um den Käpt'n zu unterhaltsameren Erzählungen zu ermuntern.
Er nimmt einen Schluck Bier, um die Krümel aus der Kehle zu spülen und fragt: "Kennse de Geschichte vom Piratn, da wo die Kahte tätowiät het?"

OHH

Das Auge blinzelt etwas überrumpelt. Ob der Thorwaler ihn nicht ernst und die ganze Geschichte nur als einen Schwank, eine Posse nimmt? Dann wäre er als Mannschaftsmitglied denkbar ungeeignet, denn wer weiß, ob er mit Befehlen ebenso verführe!
Zugleich bekommt der stets für das allgemeine Deckgeschehen aufmerksame Kapitän das Gefühl, es werde über ihn am Tresen geredet. Einzelheiten bekommt er jedoch nicht mit. Er muss hier am Tisch eine Heuer prüfen!
Thorkar will also eine Geschichte erzählen. Möglicherweise ja nur, weil er die Brisanz des bisherigen Themas erkannt hat und nun zu einem ungezwungenen Abend überleiten will? So oder so ist es klug, auf ihn einzugehen. Dann wird man ja sehen.
"Gibt es da nur eine? Aber lass gern hören!" Bestimmt kann man in den nordischen Erzählungen mancherlei neue Elemente vorfinden. Berserkerei statt Maru-Kampfkoller, zum Beispiel. Kvalor lehnt sich wieder zurück und streicht versonnen mit dem Mittelfinger über seinen Haken.

RB

"Tja", beginnt der Thorwaler gemächlich, "da wars dieser Piratenkäpt'n. Ück nenn ma kin Namen, obwohl mers ja unner uns sin. Da hätt ne ziemelich goude Masche un am Ende nen bannichen Schatz zammengaunert. Wat tut er nu damit? Vergram natörlich. Unne Kahte zeichnen. Aba nu wo hinnamit? Er will se ja nich verliern. Un wegnehm soll ihm och kena tun. Un wem gehm? Wem tuste schon ganzen Schatz anvertraun wollen?
Da hätta nu ne Idee. Er findn Tätowiera, dema tatsächelicherweise vertraun tut un lässt sich die Kahte ins Bein stechen. Unnefähr hiä." Er zeigt eine etwa zwei Hände große Stelle auf dem rechten Oberschenkel.

OHH

Wie er dies alles so hört, kommt Kvalor ein Gedanke, den er eigentlich schon vor Jahren irgendwann mal hätte haben müssen: Warum nur vergraben solche Leute ihre Schätze, anstatt sich was dafür anzuschaffen! Naja, ist ja nur gut so, sonst gäbe es nichts mehr auszugraben.
Der Geste folgend, beugt sich der Kapitän neben dem Tische über das Bein Thorkars und nickt ein paarmal. "Ja, nicht dumm. So kann man eine Karte nicht so leicht verlieren - außer in einem Kaiman oder so..." Das eigene Holzbein kratzt unwillkürlich über den Boden. "Aber wegnehmen kann man sie wohl trotzdem..." Auch nicht unangenehmer als das Reptil.
Er richtet sich wieder auf.

RB

"Da hassu wahr", pflichtet Thorkar seinem Zuhörer bei, "un dat soll er och hurtich föhln. Denn wie a so sin Gold verprassen tut un derbe prahlt, vertellt a besoffen och vonne Kahte. Vorm Gasthut hamse ihm uplauert. N halbes Dussend Leute ham se gebrocht, um n festhalten unne Buxe runner tau ziehn. Aba wie kümm se nu anne Kahte? 'Schad, dasset nit up din Schniedel gepinselt has', mint noch eener."
Nach der langen Rede braucht der Thorwaler erst einmal eine Pause, um Luft in seine Lunge und seinen Krug zu lassen.

OHH

Schlüssig: Man vergräbt einen Schatz, weil er so umfangreich ist, dass man ihn nicht gleich ganz verprassen kann. Solches vergisst man allzu leicht, wenn man immer mit dem Nötigsten auskommen muss.
Alles Folgende hingegen kommt dem redseligen Kapitän wie eine Mahnung vor, nicht so offen auszuplaudern, was ihn umtreibt. Wie aber sonst sollte er an eine neue Mannschaft kommen? Zudem sitzt er hier nicht in einer Hafenschenke unter einem großen Haufen rauher Burschen. Mit dem Thorwaler allein würde er wohl noch fertigwerden, falls er sich in jenem irren sollte.
"Man muss sich die Leute schon genau ansehen", kommentiert er mit einem höchst bedeutungsvoll freundlichen Lächeln an Thorkar.

RB

"Ha, der war so voll, der kütt nimmer grad kieken, war der", lacht der Thorwaler. "Aba dann isser doch helle worden, als ihm dämmert, dat et um sin Been gehn tut. Un irchenwie hatta se översnakt, ihm det Been to lassen unne Kahte up to maln. Frach mich nich, wie a dat schafft hat, aba so wahs nu ma. Un dann sin se up un davon."

OHH

"Mehr Glück als Verstand!" ist Kvalors erster Gedanke, aber dann fällt ihm ein: "Allerdings, wenn er gut reden konnte..."
Sich wieder zurücklehnend und die Hand auf den Bauch legend, interessiert ihn noch: "Und hat dann irgendwer auch den Rest des Schatzes gehoben?" Natürlich kann die Geschichte damit auch schon zuende sein.

RB

"Törlich, törlich", bestätigt Thorkar. Dann nimmt er allerdings erst einmal einen weiteren Schluck, um die Kehle zu ölen und die Fantasie in Schwung zu halten. Langsam wird Zeit, sich nach Nachschub umzusehen, fällt ihm dabei auf.
"Hat n büschen dauert, aba de ham de S-telle och irchendwann funden, Kahte wa ja goud. Wa och leicht to sejn, weil ja koz vorher eener graben hat tun."

OHH

Unschlüssig brütet der Kapitän darüber, ob es sich nun um eine blanke Erzählung handelt oder ein wirklich geschehenes Ereignis. Letztlich mag dies gleichgültig sein, da der Schatz ja nunmehr gehoben wurde und somit nicht mehr zur Verfügung steht. Für eine richtig gute Geschichte fehlt es aber an einer gewissen Spannung und mancher Einzelheit wie den Worten, mit welchen sich der Trottel herauszureden wusste.
Da ihm hierzu nichts mehr einfällt, wendet sich Kvalor einem anderen Thema zu: "Was für Aufgaben hast du auf deinen bisherigen Schiffen übernommen?" Man muss sicherlich bedenken, dass die Kähne der Thorwaler ander aufgebaut sind als jene des Südens.

RB

"Nu ma halblang. Lass mück doch ers ma to Ende vertelln", bremst der Thorwaler den ungeduldigen Käptn. "Dat Beste kütt ers noch." Er grinst beim Gedanken daran.
"De S-trolche gehn also bei un buddeln. Un tun och ne Kiste finden. Aba wo se de upmachen, da s-tinkts. Un alles wat se finden is ne Wuäst. Nit so eene", er steckt sich ein Stück seiner Wurst in den Mund und erzählt kauend weiter: "Nur ne Kackwuäst hat se der Käptn vermacht. Der wa nämmich schneller wesen un hat sin Schatz verschafft. Wusst ja bessa, wo a suchen mut."
Er spült die Wurst mit einem Schluck Bier hinunter. "Den wirt a wohl wieda vabuddelt ham. Aba wat a diesma mit de Kahte gemacht hat, hat a nie vertellt. Een Been hatt a ja noch", beendet Thorkar lachend die Geschichte.

OHH

"Ach so, ach so!" wirft Kvalor zwischendurch ein. Beruhigend, dass die Geschichte noch ein runderes Ende bekommt, mag es auch wenig appetitlich sein. Man muss ja nicht den Fehler begehen, sich jene andere Wurst mehr als bildlich für die anderen Sinne vorzustellen.
Derweil sein Auge kurz das vermeintliche Brautpaar am Tresen beim Kusse betrachtet, ohne dabei sonderliche Gedanken hervorzurufen, lächelt der Seebär. "So dumm wird er ja nicht gewesen sein. Im Grunde genügt doch vielleicht das eigene Gedächtnis."

RB

"Jou, dat wohl!" pflichtet der Thorwaler dem Käptn bei.
"Was ück macht hab, willse wissn?" kommt er dann auf dessen Frage zurück. Offenbar ist er nach dem zweiten Bier in Plauderstimmung. "Schiffszimmermann bin ück von Berufs wechen. Gim mir n Stöck Holz un ück sorch för, dat et schwimmt, ejal wat passiät. Un mitte Axt s-palt ück nit nur Holz sonnern och Bregen, wenn et Not tut."

OHH

Ach ja, die Liebe! Für so recht dauerhafte Beziehungen hat es in des Seemanns Leben weniger Gelegenheit gegeben. Doch als der Thorwaler weiterspricht, verschwinden die verschiedentlichen Gesichter aus seinem Gedankenbild.
Schon will er sich darob verwundern und selbst dafür loben, sich in dessen Sprache hineingehört zu haben und ihre Besonderheiten gar nicht mehr recht bewusst wahrzunehmen, da stolpert er zum Ende hin doch über ein Wort: "Bregen?" Regen wird jener kaum spalten wollen. Brot vielleicht? Oder einen Braten? Oder sollte es sich um einen stellvertretenden Eigennamen für Feinde handeln?

RB

"Jou. Un n Döz törlich gleich midde. Hacketau!" Mit der Handkante als Axt macht der Thorwaler vor, wie er den Kopf eines Feindes spaltet. Dabei holt er allerdings zu viel Schwung und die Hand knallt lautstark auf den Tisch. "Ops!" Verlegen blickt Thorkar sich um, ob er jemanden gestört hat. Die Hand bleibt dabei auf dem Tisch stehen, wie ein Axtblatt, das im Holz steckt.

OHH

Was!? Für einen Moment erstarrt der Seebär. Nun ist es also passiert: Er versteht überhaupt nichts mehr! Mag es nun an der martialischen Geste und dem Rumms liegen oder an sostwas - irgendwo im Hinterkopf erinnert sich Kvalor daran, einmal das Wort 'Dets' oder so ähnlich für Kopf vernommen zu haben. Ob Bren... nein, Bregen demnach eine Art Helm ist?
Doch langsam wird auch ihm klar, dass hier vielleicht zuviel Aufmerksamkeit erzeugt wurde. Entsprechend sucht sein Auge nach unangenehmen Konsequenzen. Zum Glück sind sie ja nicht mehr beim eigentlichen Schatz-Thema.

RB

Offenbar hat sein Aufschlag niemanden gestört. Außer seinem Zuhörer, der erstarrt, als hätte er selber den Hieb abgekriegt. Aber schon bewegt sich sein Auge wieder, also war wohl alles nicht so schlimm. Trotzdem braucht der Thorwaler erst mal einen Schluck Bier.
Und das war der letzte in seinem Krug. Das Umsehen eben hat kein Wirtspersonal gezeigt außer dem Wirt, der hinter der Theke steht. Wenn der wenigstens herschaute, könnte Thorkar gleich ein neues Bier bestellen. So behält er zunächst mal die Theke im Auge und kriegt dabei peripher den Massenaufbruch nach oben mit. "Jibbet da wat umsonsten?" murmelt er.

NW

Tesdens aufmerksamem Blick entgeht nicht, dass einige der Gäste trockengefallen zu sein scheinen - jedenfalls nicht, nachdem er sich von der immer noch irritierenden Szene zwischen Vinizarah und Benko lösen konnte. Also macht er sich mit bedächtigen Bewegungen auf zum Thorwaler, der bereits nach ihm Ausschau hält.
"Darf es hier noch etwas sein?" fragt er in die Runde.

OHH

Anderswo können die Wände Ohren haben - gerade wenn es um Schätze geht. Hier hingegen scheinen nicht einmal die Menschen über welche zu verfügen; auch gut.
Kvalor fixiert den plötzlich heranspringenden Wirt. Ob der sich jetzt wohl im Namen der durchaus unachtsamen Gäste über den Radau beschweren will? Nein, auch nicht. Des Kapitäns Achselzucken gilt somit weniger dessen unerwarteter Frage als dem rätselhaften Umstand.

RB

"Noch eens, büdde", antwortet der Thorwaler und hebt dabei seinen Humpen leicht an, um zu zeigen, was er meint.

NW

Nachdem Tesden Dom Chiaro mit einem Nicken bestätigt hat, dass sein Anliegen bemerkt wurde, nickt er auch dem Thorwaler zu. "Noch ein Bier, kommt gleich", wiederholt er zur Sicherheit die Bestellung, nimmt den leeren Krug an sich und wechselt dann zum anderen Tisch hinüber.

OHH

Natürlich könnte das Verhalten der anderen Gäste auch in einer Finte begründet liegen: Sie haben alle die Schatzgeschichten trotz Flüsterns aufmerksam verfolgt und wollen dies nun überspielen. Keine schöne Vorstellung. In dem Falle sollten sie unbedingt das Thema wechseln. Es ist ohnehin das Wichtigste dazu gesagt.
Wieder zurückgelehnt, fingert Kvalor gedankenverloren an seinem Haken. "Ja, einen Holzwurm und kräftigen Kämpfer kann man an Bord immer gebrauchen", brummt es halblaut.

RB

"Nee, nee", grinst Thorkar, "Holzwürma wisse ma ga nich ham. Sons kracht dir örnwann de Kahn unna de Föß wech. Nuä Muschelbohra sin noch schlimma." Jetzt hat er aber erst einmal genug geredet. "Wo büssn du einlich von Brabak wech zur See fahn?"

OHH

In der Hoffnung und Annahme, der Thorwaler habe dies nicht ernsthaft wörtlich genommen, schmunzelt der Kapitän zu dessen Aussage. Wie gut jener sein Handwerk versteht, wird man gewiss noch sehen, bevor sie überhaupt in See stechen. Immer die Teilnahme Thorkars vorausgesetzt, natürlich.
Dessen Frage lässt die Braue hoch emporgleiten und dort verharren. "Oh, nun... Von unserer nicht ganz abgeschlossenen Fahrt nach Thorwal abgesehen, bin ich wohl ziemlich überall im Süden gewesen bis rauf nach Mengbilla und Thalusa, selten auch zu den Zyklopeninseln und zwei, drei Male Maraskan. Na, eher zwei; das letzte kann man kaum zählen."

RB

Thorkar kann die meisten Ortsnamen nur grob einordnen. Obwohl er schon einmal weiter im Süden war, kennt er sich dort nicht wirklich gut aus. Darum fragt er einfach: "Un, wo isset am schöinsten? Wat mut ück ma ankieken?"

OHH

Der Braue folgend hebt sich auch das Lid, derweil sich Kvalor wie dickbäuchig zurücklehnt und mit dem Daumen unter die gegenüberliegende Rockseite fasst, um sich dort einstweilen festzuhalten.
"Oh, ja nun...! Es hat überall seine schönen Ecken, selbst in der Pestbeule des Südens. Allerdings ist dies ja auch immer eine Interessenfrage. Es gibt viele alte Ruinen, die manchen reizen mögen. Andere suchen eher nach gepflegten Hurenhäusern oder Hafenschenken..." Ja, was wäre da wohl besonders berichtenswert?

RB

"Hm", antwortet der Thorwaler. Das klingt alles in Ordnung aber trifft nicht wirklich sein Interesse. Mit Ruinen kann man sich im Dschungel totschmeißen. Und in den meisten gibt es nicht einmal einen Schatz. Und Schenken und Huren gibt es auch alle Nase lang.
Aber dieser Käpt'n ist wohl nicht der richtige, um ihn nach beeindruckenden Gebäuden, schönen Kunstwerken oder fähigen Lehrmeistern zu fragen. Er überlegt, was er stattdessen fragen könnte, um die Unterhaltung in Gang zu halten.

OHH

Auf 'Hm' antwortet man am besten mit... ja, auch mit "Hm". Dass er eben nicht gerade ins Schwarze getroffen hat mit seinen 'schönen Dingen', merkt Kvalor selbst. Solange sich Thorkar aber nicht getraut, seine Frage zu verfeinern, wird es wohl dabei bleiben.
Da der Seemann nicht weiß, was im anderen vorgeht, sucht er seinerseits nach geeignetem sprachlichem Zeitvertreibe. Dabei irrt unterstützend sein Auge umher, nur ist von der hübschen Damenwelt wenig übriggeblieben. Nur die junge Maraskanerin. Ob sich der Magus wohl gut mit dem Praioten unterhält? Zumindest intensiv, wie es scheint, aber gut? Unwillkürlich zucken Kvalors Mundwinkel und setzen damit allerlei längere Bartstoppelei und Fransen in Bewegung.

RB

"Hm", wiederholt der Thorwaler und blickt sich ebenfalls nach Gesprächsstoff um. Aber da findet er nichts, was sich direkt anbietet. Plötzlich fällt ihm eine Geschichte seines Vaters ein und er fragt: "Bisse auch ma von Brabak mit Kurs Praios wech?"

OHH

Breites Schmunzeln. "Ja, natürlich! Ich vermute, Mizirion III. hat nicht nur einmal versucht, sich in dieser Richtung zu orientieren. Wobei wir dort auch noch jenes andere Interesse hatten... Ich weiß gar nicht mehr, wie wir damals eigentlich darauf kamen..." Einmal mehr taucht vor ihm dieses gar nicht tiefe Loch im Boden auf, mitten im üppigen Grün der Insel.

RB

Der Thorwaler lehnt sich in seinem Stuhl zurück. Vielleicht kommt ja jetzt doch noch eine Geschichte. "Wat gingen damals?" fragt er nach.

OHH

Was meint dieser schwere Leichtmatrose nun eigentlich? Wohl nicht die Geschehnisse am Grab, von dem Kvalor ja noch nichts hat verlauten lassen. Also die Fahrt als solche.
"Je, nun... Es gab wohl mal wieder Schwierigkeiten mit Al'Anfanischen Schiffen. Da sind Freibeuter den hohen Herrschaften immer eine billige Lösung. Bei der Gelegenheit sollten wir auch Gerüchte um Inseln im Süden überprüfen. Manches uninteressante kleine Eiland gibt es dort. Am bemerkenswertesten sind wohl die Einwohner." Er grinst breit. "Hin und wieder auch mal ein Pirat, wie das in Gegenden fernab von lästigen Landesherren so üblich ist, aber es gibt dort auch ein ganz spezielles Volk..." Bedeutungsvoll wiegt er den Oberkörper von der einen zur anderen Seite und lehnt sich schließlich wieder etwas nach vorne, dem Zuhörer entgegen.
"Das waren so echsenartige Tiermenschen", setzt der Seebär fort. "Schon sehr anders als die Achaz, die in Brabak zum Stadtbild gehören. Irgendwie fischiger, mit größeren Augen und weniger Schwanz." Nachdenklich stützt er das Kinn in die Hand. "Vielleicht waren es ja auch gar keine Echsen, sondern eher Lurche." Ein Achselzucken folgt.
"Jedenfalls... Die Verständigung war natürlich nicht gerade einfach."

RB

Thorkar schüttelt sich innerlich, als er hört, dass Echsen zum Stadtbild gehören. Äußerlich nickt er nur und hört zu.

OHH

"Wie auch immer; auf das Grab sind wir dann eher fast zufällig gestoßen. Das wäre sonst ärgerlich gewesen!" Nickend stellt sich Kvalor die Folgen vor. Was für eine Sucherei!
Wie wenig nachvollziehbar seine letzten Äußerungen sein müssen, bedenkt er zunächst gar nicht.

RB

"Watten förn Grab?"

OHH

"Tjaha!" nickt der Kapitän bedeutungsvoll. "Dazu muss man wissen" - er beugt sich abermals in vertraulicher werdendem Tone vor - "dass wir schon erfolgreich einige Erkundigungen über die Wege der Kartenstücke eingeholt hatten. So kannten wir den Namen eines der mutmaßlichen gegenwärtigen Besitzer - den meine Leute augerechnet in jenes Boronsrad zwischen Farnen, Palmen und Kerbtieren eingeritzt fanden. Nogrok hieß er; was man sich nicht alles merkt, selbst wenn man es nicht mehr braucht!" Er schmunzelt wieder breit und zeigt den einen oder anderen Zahn und eine Lücke dazwischen.
"Na, jedenfalls haben sich die Landgänger gleich ans Ausheben gemacht und das kleine Teil tatsächlich beim Kalten gefunden." Im Grunde ist es doch ünberaus unwesentlich, dass es nur ein halbes Viertel war...

RB

"Nogrok", wiederholt der Thorwaler, "Nie jehört... Wo warn dat?" Da der Käptn das Kartenstück hat, sollte es ja kein Problem für ihn sein, weiterzuerzählen.
Aus den Augenwinkeln sieht Thorkar den Wirt Richtung Tür gehen. 'Was wird jetzt aus meinem Bier?'

OHH

Wieder entspannter sich etwas zur Seite statt nach hinten lehnend, sinniert Kvalor zunehmend lauter: "Mmmh, das war auf einer kleinen Insel einen unbedeutenden Archipels im Süden - ein paar Tage weg vom Kap. Ich weiß gar nicht, ob sie inzwischen irgendwelche Namen tragen. Jedenfalls sind wir ganz zufällig auf das Grab gestoßen, da wir über den Aufenthalt Nogroks kaum etwas wussten."
Nun lehnt er sich doch wieder zurück. "Tja, der gute Phex muss manchmal schon ein wenig mithelfen."

NW

Noch während der Wirt den Tresen umrundet, um Benko nach draußen zu folgen, fällt sein Blick auf einen weiteren Bierkrug auf der Theke. Er hält kurz inne, als es ihm einfällt: Der Thorwaler hatte noch ein Bier geordert! "Mach vier draus!" ruft er Alrik noch zu.

RB

"Dat wohl", stimmt Thorkar zu. Inzwischen hat Alrik den Zapfhahn übernommen. Für den Gast ist das nichts Besonderes, aber es verheißt, dass mit dem Bier alles wohl wird. "Wenn dat Zufall war, warum wasn dann öberhaupt da?"

OHH

Zunächst erregt das Gelächter am Nebentisch des Kapitäns Aufmerksamkeit, denn wer würde nicht gern bei anderen mitlachen! Da es jedoch um religiöse Speiseriten zu gehen scheint, erinnert sich der Seebär, wie unterschiedlich Interessen und Humor ausfallen können. Im Übrigen erfasst er den Inhalt drüben wohl gar nicht umfassend genug und gibt es ja um so mehr auch noch ein eigenes Gespräch fortzuführen.
Hatte er den Grund der Fahrt nicht zu Beginn genannt? Allerdings kann er sich selbst auch nicht immer alles merken, zumal manchmal Zusammenhänge gern untergehen, wenn sie nicht durch klare Strukturen über Wasser gehalten werden. "Nun, es war so eine Art Forschungsauftrag, den wir neben der üblichen Freibeuterei gegen Al'Anfa zu erfüllen hatten."

Weiter...

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Redaktion und Lektorat: OHH 2016