Das X markiert den Punkt

Verfasser: Carmen Diehn, Oliver H. Herde, Ralf Büngener und andere

RB

Das war wirklich ungeschickt, dass er sich gerade dazugesetzt hat, bevor das Essen kam. Jetzt gibt es keine Geschichte und keine Unterhaltung. Nur ein Lächeln von der Frau, das er kurz erwidert, bevor er wegguckt. Da er sonst nichts zu tun hat, nimmt der Thorwaler einen weiteren Schluck von seinem Bier.
Aber auch der überbrückt nur eine gewisse Zeit. Guten Hunger hat er schon gewünscht, was könnte er denn noch sagen? Schließlich räuspert er sich und verkündet: "Min Name is übrigens Thorkar Brogdansson."

OHH

Da hört sich doch alles auf! Beinahe kraftvoll wird der Löffel in die Schüssel gestoßen und dort belassen.
"Ja, gibt es denn sowas; wahrhaftig! Angenehm, Kamerad! Ich bin der Kapitän Kvalor Hullheimer." Statt eines Handschlages, welcher mangels Auswahl nur mit der oft unbeliebten Linken erfolgen könnte und zudem aufgrund der Sitzanordnung über Tisch und Eintopf erfolgen müsste, klopft der Seemann unterstreichend mit der Faust auf den Tisch. "Heimathafen Brabak, wohin ich gerade auf dem Wege bin", ergänzt er noch.
Kurz ist er versucht, auch seine Reisegefährtin vorzustellen, wie das sich dorthin wendende Auge verrät. Aber das Mädel ist ja alt genug, nicht auf den Mund gefallen und weiß selbst am besten, wie es genannt sein möchte.

CD

Gerade hat ein weiterer Happen den Mund der Händlerin passiert, als der Thorwaler sich vorstellt. 'Stimmt; jetzt, wo er es sagt, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt', schießt es ihr durch den Kopf.
Der Kapitän nutzt auch sogleich die Gelegenheit, das Versäumnis nachzuholen. Kurz überlegt Rovena, mit welchem Namen sie sich vorstellen soll. Aber es gibt keinen Anlass, hier einen Decknamen zu verwenden, zumal man sie hier ja auch noch persönlich kennt.
Doch gerade ist der Mund sowieso zu voll zum Sprechen und so dauert es einen Augenblick, bis auch die Blonde spricht: "Rovena Fuxfell, reisende Händlerin", meint sie dann mit nur noch halb vollem Mund und schluckt dann erstmal weiter, "derzeit unterwegs Richtung Kuslik."

RB

"Ich komm von Thorwal wech", gibt Thorkar seine Herkunft preis, zumindest so ungefähr, "vonne Sjólfur Ottajasko Skálfjördur", präzisiert er für den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass jemand die Seewölfe kennen sollte. Dann geht er auf die Worte der anderen beiden ein: "To Kuslik anne Waterkant, dat wohl. Liecht da ör Schip, Käpt'n?"

OHH

Irgendwas mit Sulfur, also Schwefel, wenn Kvalor sich gewissen gelehrten Geredes eines gewissen gelehrten Illusionszauberers recht entsinnt. Und Ottajasko kennt er auch noch dunkel - das müsste wohl sowas wie eine Kapergemeinschaft sein. Interessant.
Licht? Schippe? Achso, nein! Die sichtbare Braue hüpft empor, was auf das Verhalten der anderen schließen lässt. "Nein, mein Schiff liegt... etwas weiter unten vor Albernia... Man muss also erst ein neues besorgen."
Wird jenes letzte Wort nicht irgendwie ungewöhnlich betont? Jedenfalls werden die beiden Hörer dabei wenngleich abwechselnd recht eindringlich gemustert.

RB

Der Thorwaler lacht, als ihm aufgeht, was der Käpt'n damit sagen will, dass sein Schiff weiter unten liegt. "Besorgen", wiederholt er. "So wie Fiete Tampens-trick die Canido di mare? Hasse denn schon nen Plan unne Ottajasko?"

OHH

Immer mehr wird das Auge zusammengekniffen, denn die Worte des Nordmanns erweisen sich als zunehmend schwierig. Fast möchte man nicht mehr von einem Dialekt, sondern einer eigenen Sprache munkeln, doch dann bekommt zumindest der erfahrene Kapitän weit mehr Eindruck vom Gesagten als beispielsweise beim Mohischen. Scheinbar geht es um eine List, eine Kapergemeinschaft zusammenzustellen. In Erinnerung an Vorheriges, muss das Ziel tatsächlich aber wohl eher ein Schiff sein.
"Mh, ja... Erst einmal muss ich wenigstens einen Teil meiner Leute wiederfinden - allerdings habe ich auch nichts gegen neue!" Beiden am Tische wird ein einladendes Lächeln geschenkt. So viel darf natürlich jeder wissen.

UK

Neugierig blickt Ayjid beim Vorbeigehen zu den Gästen an den Tischen, belässt es aber bei einem einfachen Nicken als Gruß.

RB

Der Nordmann wiegt den Kopf hin und her. "Hmm. In Brabak war ich noch nit. Wat s-pringt denn för de Mannir dabie rut?" Zwar kommt er gerade aus Richtung Kuslik, aber jede Richtung ist so gut wie jede andere. Schließlich hat er es nicht eilig anzukommen, er weiß ja nicht einmal wo.

OHH

Soll er 'Ein Anteil' antworten? Solches scheint dem Korsaren zunächst allzu verwegen, da es doch schwerlich auf anderes denn eine aufzuteilende Kaperbeute oder einen Schatz schließen ließe. Ersteres wird hierzulande vermutlich nicht gut aufgenommen, wohingegen...
Kurz kann er die Entscheidung aufschieben, da es die Maraskanerin mit einem freundlichen Nicken zurückzugrüßen gilt.
Dann schaut er wieder abwechselnd und recht prüfend auf Thorkar und Rovena. Seine Menschenkenntnis warnt ihn nicht. Auch gewinnt nicht, wer nichts wagt. Ohne Anreiz wird der Kapitän nicht einmal alle von der alten Mannschaft zurückgewinnen, geschweige denn eine neue. Zum Vierten und schlussendlich wird es fraglos reichlich zum Verteilen geben, dass niemand zu kurz kommt.
So beugt sich Kvalor vertraulich über den Tisch vor und raunt mit unbeteiligt wirkendem Ausdruck: "Ein fetter Anteil..."

RB

Thorkar grinst: "Nee, is klor." Er trinkt erst einmal einen Schluck. "Aber von wat? Hassen Schatz vergraben? Oder müssen wa den ers noch opm Water zosammhandeln tun?" Auf Schatzsuche würde er ja mitkommen. Aber vom Piratendasein hat er momentan die Nase voll.

OHH

Ein zufriedenes Grinsen zieht Kvalors Lippen in die Breite; er hat sich in diesem da nicht getäuscht: ein heller Bursche und grundsätzlich offen, wenngleich mit verständlichen Vorlieben.
Bevor die Mundwinkel die Ohren erreichen können, erwidert der Bärtige: "Zweimal nein, würde ich meinen, denn weder noch. Aber keine Sorge! Was ich suche, ist schon versammelt - nur eben von jemand anderem..." Ob er als Nordmann wohl den berüchtigtsten Piraten des Südmeers kennt? Kvalor kommt noch näher und wird noch leiser, als er die Gegenfrage stellt: "Hast du schon einmal von Kapitän Brabacciano gehört...?"

CD

Aufmerksam und mit wachem Interesse verfolgt die Händlerin die Unterhaltung der beiden Seebären, während sie schweigend ihren Teller leert. Das Thema des Profits ist ja nun nicht uninteressant. Auch dessen Beschaffung ist ja durchaus etwas, was auch sie zu ihren Aufgaben zählt. Die Art und Weise kann dabei natürlich sehr unterschiedlich sein. Was auch die beiden Herren wohl wissen, wie Rovena zwischen den Worten klar heraushören kann.
Auf dem Wasser hat sie selbst wenig Erfahrung. Dort hat sie dem Herrn Phex bisher nur mit Handel gedient, oder besser mit der Reise vom einen Handel zum nächsten. Aber in der Stadt... Ach, das wäre eigentlich auch mal wieder ganz schön, dem Listenreichen auf andere Weise zu huldigen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja auf dem Weg nach Kuslik noch die eine oder andere Gelegenheit.
So leert sich der Teller zunehmend, während sich im Magen der Händlerin das wohlige Gefühl der Sättigung nach und nach einstellt. Die Blonde lauscht weiterhin dem Gespräch der beiden Seeleute und macht nicht den Eindruck, als wäre sie davon gelangweilt - eher im Gegenteil. Besonders die sich anbahnende Geschichte des Kapitäns lässt hoffen, dass es spannend wird - vorausgesetzt, die Puzzleteile fügen sich zusammen.

RB

'Soso, das Gold von Kapitän Brabacciano.' Klingt nach typischem Seemannsgarn, aber genau deshalb hat er sich ja an diesen Tisch gesetzt. "Is dat een, för de man'n Biä s-pendieän mut oda vertellste sou?"

OHH

Wieder kneift der Kapitän das Auge zusammen. Auf Dauer sollte der Kerl wirklich einen südlicheren Dialekt annehmen, sonst könnte das in eiligen Situationen auf See oder dem buchstäblich holperigen Wege dorthin noch gefährlich werden. Außerdem ist der Zuhörer ein wenig von den fast sichtbar gewachsenen Ohren Rovenas ein klein wenig abgelenkt.
So versteht er die gehörten Worte auch nicht ganz so, wie sie gemeint sind. "Nein, dem brauchst du nichts mehr zu spendieren, Kamerad. Der ist schon lange, lange tot!"
Erst nach seiner Auskunft spürt Kvalor, hier läuft irgendwas verkehrt. Aber was?

RB

Auch Thorkar merkt, dass die Nachbarin etwas giert und grinst. Schließlich hat er nicht umsonst lange genug Tjölfengrimm und den anderen aufs Maul geschaut. Immerhin kommt er so ohne Bier davon.
"Na, denn vertell mal et Garn", wiederholt er seine Aufforderung etwas deutlicher.

OHH

Garn verteilen? Ach so! Langsam senkt sich die Braue wieder, als der Kapitän den Zusammenhang zu durchschauen beginnt. "Das ist kein Seemannsgarn, mein lieber", zischt er etwas beleidigt. Allerdings muss er zugeben, von Brabaccianos Schätzen schon ehedem arg viel gehört zu haben, dass sie bislang allzu sagenhaft und geradezu mystisch erschienen.
Für einen Moment stößt ihm ein furchtbarer Gedanke auf: Was, wenn sie alle auf ein Märchen hereingefallen sind? Der fortführende zweite Einfall lässt sein Auge weiter werden: Dieser seidetragende Schiffsmagus war doch Meister der Illusion! Das würde zusammenpassen.
Unwillkürlich sucht seine Hand in der Rocktasche nach etwas, das sie nur betastet, jedoch nicht ans Licht holt. Nein, er will nicht glauben, dass all die Fahrten und Verwicklungen vergebens waren! Und schon hilft ihm der Einfall, dass selbst dieser Al'Anfaner Gaukler und Redenschwinger schwerlich eines der Kartenteile in jenes Grab im Südmeerarchipel hätte verstecken können - wofür auch! Erleichtert atmet Kvalor durch. So vieles hat die ganze Geschichte inzwischen bestätigt!
Wieder auf seine Zuhörer achtend, sucht er nach einem guten Anfang.

VW

Kurz sieht die Wirtsfrau nach dem Rechten, dann steuert sie auch schon den Kapitän an. Das Tablett wird abgestellt und Wurst und Brot vor dem Mann positioniert. "Guten Appetit noch mal", wünscht Siona freundlich und wendet sich zum Weitergehen.

OHH

Großäugig starrt der Seebär auf die neueste Lieferung, welche all die möglichen Erzählungsansätze einstweilen in den Hintergrund vertrieben hat. Was ist denn dieses? Eine neuerliche Spende? Eine Beilage zu seinem noch nicht ganz ausgelöffelten Eintopf? Irgendwas ist ihm wohl entgangen. Oder gilt dies Essen einem seiner Tischgefährten, zwischen welchen sein Blick nun umherirrt?
"Äh... Danke?" murmelt er, und es ist vielmehr eine Frage denn jenes, was es behauptet.
Dass die Wirtsfrau schon wieder enteilt, hilft auch nicht weiter, aber dann bemerkt der Kapitän endlich, dass Wurst und Brot wohl wirklich gar nicht für ihn gedacht sind. Da kann er sich gedanklich wieder zurückbegeben zu jenem, was er verließ. Dem Anfang. Aber alles hat viele Anfänge, die irgendwie zusammentreffen.
"Guten Hunger!" soll ihm bei der Auswahl noch etwas Zeit verschaffen.

RB

Offenbar wird die Wurst hierzulande geschnitten serviert. So muss sich der Thorwaler wenigstens nicht entscheiden, ob er sie gesittet mit dem Messer oder großspurig mit dem Beil schneiden will. Das macht mächtig Eindruck bei den Tischnachbarn, wenn es klappt, ist aber mächtig peinlich, wenn es, wie meistens, nicht klappt. Bei einer jüngeren Nachbarin wäre es möglicherweise das Risiko wert gewesen.
Bis all das zuendegedacht ist, hat die Wirtsfrau schon gewendet und rauscht davon. Gut, dass der Kapitän schnell genug für ihn geantwortet hat. Schlecht nur, dass jetzt auch die zweite Gelegenheit, ein Dippchen Butter dazuzubestellen, verpasst ist. Sein gebrummtes "Danke" gilt demnach mehr dem Käpt'n für dessen guten Wunsch, während seine Finger schon eine dünnere Scheibe Wurst zum Probieren greifen.

CD

Als die Brotzeit für den Thorwaler gebracht wird, hat Rovenas Teller sich bereits endgültig geleert. Rovena lehnt sich zurück. Ein zufriedenes Seufzen entfährt der Händlerin. "Ach, so lässt es sich aushalten!" meint sie eher leise gemurmelt, als an die Tischgenossen gerichtet. Sie lässt den Blick durch den Schankraum schweifen, während ihre Ohren durchaus am Tisch bleiben. Zwar gibt es gerade nicht viel zu hören - man könnte es gefräßige Stille nennen - aber sie will ja den Beginn der Geschichte nicht verpassen, oder das Ende, oder... welchen Teil daraus auch immer der Kapitän erzählen wird.

OHH

Nun hat er die beiden aber lange genug zappeln lassen, wenn es auch nicht ganz allein an ihm lag! So ist das eben in unsicheren Gewässern.
"Wohlan... Ich will euch nicht mit ausschmückenden Kleinigkeiten aufhalten", beginnt der Seebär in vertraulichem Ton, um dann sogleich mit einem solchen fortzufahren, weil es ganz ohne eben doch nicht geht: "Wir hatten seinerzeit gerade eine neue Potte organisiert und fanden in der Bilge einen..." Plötzlich lacht er auf und setzt etwas lauter an: "...einen Goldjungen!" Dies amüsiert ihn offenkundig so, dass er sich erst einmal wieder beruhigen muss.

RB

Die Wurst schmeckt gut, also beißt der Thorwaler als Nächstes ins Brot. Dabei hört er der Erzählung zu. Offenbar hat der Käpt'n Erfahrung darin, Schiffe zu organisieren. 'Ist das ein Junge aus Gold oder ein Junge, der zum Gold führt?' fragt er sich kauend; in der Bilge treibt sich ja in Geschichten immer alles Mögliche rum. Aber er will den gerade Fahrt aufnehmenden Redefluss nicht durch ein Frage unterbrechen, also nickt er nur.

OHH

Schon hat sich Kvalor wieder gefangen. Obgleich er nicht um die Gedanken seines Hörers weiß, nickt er wie bestätigend. "Ja, im doppelten Sinne: Als er nämlich gestellt wurde, sah er ganz golden aus, aber das war nur eine Illusion, mit welcher er die Navigatorin und die anderen beiden Mädels vergeblich zu erschrecken versuchte. Wie er nun etwas später durchsucht wurde, fanden die drei ein kleines Papier, auf welchem nebst anderem Gekrakel ein deutliches X zu sehen war..." Immer mehr lehnt er sich über den Tisch, und immer leiser werden die Worte, weiß man doch nie, wer draußen unter dem Fenster lauert!

VW

Der geschulte Blick gleitet ein weiteres Mal durch die Gaststube und die Wirtsfrau hinterher, in Richtung des leeren Tellers blickend, der bei der Dame steht. "Ich nehm' Euch das schon mal ab."

OHH

Die Wirtin naht! Schon scheint die Geschichte beendet, der Seebär sitzt urplötzlich gerade. Dann fällt sein Blick auf den Eintopf, der auch noch einer Fortsetzung harrt. So kann man die kurze Unterbrechung sinnvoll nutzen und harmlose Alltäglichkeit ausstrahlen. Still nimmt er den Löffel wieder auf und beugt sich etwas über die Schüssel, damit alles, was womöglich in Kürze kleckert, dorthin zurückgelangt.

VW

Die Wirtin lächelt die junge Frau an für den Fall, dass sie ihre Frage nicht gehört hat.

RB

Unwillkürlich hat sich auch Thorkar vorgelehnt, um der Geschichte zu lauschen, und wird so von der plötzlich erscheinenden Wirtin erschreckt. Die taucht ja genau so flink auf, wie sie verschwindet. Diesmal wird er aber die Gelegenheit nutzen: "Gib's noch'n Dippchen Buddah bei?" spricht er die Wirtin an, bevor seine Nachbarin Gelegenheit hat, die an sie gerichtete Frage zu beantworten.

CD

"Ja danke", antwortet die Häbdlerin, ein wenig aus ihren Gedanken gerissen. "War übrigens sehr lecker!"
Sie nimmt den Teller und reicht ihn der Wirtin. Dabei fällt ihr Blick in den schon wieder ein gutes Stück geleerten Becher. "Ach, und bei Gelegenheit wäre ein weiterer Becher Neetlingshofer fein. Eilt aber noch nicht." Rovena lächelt beinahe verlegen. Irgendwie scheint der Durst heute recht ordentlich zu sein.

OHH

Wer ist nun wieder dieser Buddha? Ach so. Fett wird überbewertet, wenn genug Wurst da ist. Zumindest sieht Kvalor dies so, für den vermeidbare alltägliche Handgriffe in aller Regel auch vermieden bleiben. Viereinhalb Finger und ein Haken sind eben nicht immer genügend, trotz aller Übung.
Und das Mädel kann gut was vertragen, scheint es. Das schadet nicht, auch wenn es sich schon selbst aus der Heuer zurückgenommen zu haben scheint. Doch ein alter Seefahrer weiß nur zu gut, wie schnell sich ein Wind drehen kann.
Bis dahin löffelt er genüsslich den Eintopf, dessen geminderte Wärme ihn kaum stört.

VW

Die Wirtsfrau nickt nach allen Seiten. Dann greift sie nach dem Weinkrug und dem leeren Teller, platziert alles auf ihrem Tablett und strebt ihrer besseren Hälfte zu.

OHH

Das Auge folgt der Wirtin. Mag der eine Weg auf frei geworden sein, indem nun niemand mehr offensichtlich zuhört, der solches nicht soll, bleibt doch der andere noch versperrt: Der Mund ist voll. Da es sich mit der Schüssel beinahe andereherum verhält, kann Kvalor auch noch rasch den Rest auslöffeln und sich überlegen, wo er eigentlich unterbrechen musste.

RB

Der Käpt'n scheint mal wieder den Faden verloren zu haben. Vielleicht kann ihm Thorkar etwas auf die Sprünge helfen: "Bannich viele Kvinnas up din Kahn", bemerkt er zunächst. Dann passt er sich dem letzten Teil der Erzählung an und fügt leiser hinzu: "Un wat war nu mitte Kaate?"
Er nimmt das Brot in die Hand, besinnt sich dann aber, dass er auf die Butter wartet. Also lässt er es wieder sinken und greift stattdessen zum Bier.

OHH

Von der Bemerkung des Thorwalers versteht Kvalor kaum die Hälfte, so dass ihm der Sinn abgeht. Da jedoch gleich darauf wieder zum Eigentlichen, namentlich einem gezeichneten Plan, nicht einer kleinen Hütte, zurückgeführt wird, denkt er nicht weiter darüber nach.
"Tja, die war leider unvollständig. Sie ist von vier späteren Piraten gezeichnet und aufgeteilt worden." Von den die gesamte Geschichte nur verwirrend erschwerenden Kleinigkeiten berichtet er den beiden lieber nicht; das könnte abschrecken und hilft gerade eh nicht weiter, zumal das meiste davon ja erledigt ist. "Wir hatten drei Viertel bereits zusammengetragen." Ja, das ist so richtig, wenn auch bewusst auf mehrerlei Ebenen missverständlich.
Er grinst breit, seine verbliebenen Zähne zeigend, da er manche der Gedanken seiner Zuhörer durchaus erraten hat. "Jedes Teil wäre schon wieder mindestens eine eigene Geschichte!" Die werden sie eher nicht alle hören wollen.

RB

Langsam wird der Thorwaler in den Bann der Geschichte gezogen. Nachdem er seinen Humpen abgesetzt hat, fragt er weiter: "Un? Hasse nu de Kaate?"

CD

Fast scheint es, als hätte der Kapitän wieder den Faden verloren. Doch dann erzählt er endlich weiter, und Rovena lauscht aufmerksam den Worten des Seebären. Praktischerweise stellt der Thorwaler genau die Fragen, die sie auch hätte stellen wollen.
So sitzt die Händlerin also einfach schweigend und lauschend da und wartet ab, was die Geschichte noch bringen mag. Geteilte Karten sind ja schon mal ein interessanter Einstieg. So etwas birgt in der Regel guten Stoff. Das weiß offensichtlich auch Kvalor, wie die Händlerin aus seinem Kommentar schließt. Bleibt nur zu hoffen, dass er die einzelnen Kartengeschichten nicht alle gleichzeitig und damit durcheinander erzählt. Da würde vermutlich keine der Geschichten wirklich Sinn ergeben. Aber wozu sich unnötig Gedanken machen? Sie wartet einfach ab, was der Kapitän von den Ereignissen um die Karte berichten mag.

OHH

Da ist dem Thorwaler wohl etwas entgangen, aber mutmaßlich wird er bei der Verständigung ähnliche Holper erfahren wie es Kvalor bisweilen umgekehrt ergeht.
"Wie gesagt", erinnert jener, "drei von vier Teilen waren es" - rein mathematisch gesehen, freilich, aber er will jetzt nicht gleich mit diesem komplizierten Sachverhalt anfangen. Solch spezielle Dinge gehen ohnehin nur die spätere Mannschaft an. Und da selbst die beste Absicht keine Garantie ist, wer alles auf der Fahrt dabeisein wird, wird diese Mannschaft auch bis später mit solchem warten müssen, wenn sie bewiesen hat, dass sie eine ist.
Nach diesem Gedankengang fällt dem Kapitän auf, dass die Frage im Kern unzweifelhaft auf etwas anderes abzielte. "Ich habe, was dem Kapitän zukommt", erwidert er schmunzelnd und rechtschaffen ungelogen.

RB

'Er hat also keine Karte', schließt der Thorwaler aus der Antwort des Kapitäns. Also bleibt es wohl nur Seemannsgarn und kein neues Abenteuer.
Er lehnt sich zurück und steckt noch eine Scheibe Wurst in den Mund. "Un nu?" versucht er kauend die Geschichte voranzutreiben.

OHH

Weniger als das Gehämmer von draußen lenkt eine ausladende Bewegung am großen Nachbartische des Kapitäns Aufmerksamkeit auf sich. Der Erzeuger will wohl eher nicht den Umfang des Schatzes andeuten, sondern mutmaßlich die eines Fisches. Gewiss hatten sie schon größere an Deck... Da der Thorwaler seinen irrigen Gedanken nicht ausspricht, kann Kvalor nicht direkt darauf eingehen, aber die Frage führt dennoch notwendigerweise in dieselbe Richtung. "Nun, der Kurs ist klar: Wir müssen Schiff und Mannschaft besorgen, dann haben wir auch bald den Rest der Karte beisammen."

OHH

Hoffentlich hat der Kerl noch alles verstanden. Wenn man die Sprache nicht vollends beherrscht und das Gegenüber so leise spricht, sollte man in der Nähe bleiben! Aber alles weitere muss mal wieder warten, da nunmehr der Wirt an den Tisch tritt. Wiederum lehnt sich auch Kvalor zurück und lächelt dem Manne harmlos zu, derweil er innerlich über all die Halunken an Deck ein wenig die Stirne runzelt.

RB

Auch der Thorwaler blickt zum Wirt. Da er aber keine Butter in seinen Händen sieht, hält er sich ansonsten zurück.
Natürlich versteht er jedes Wort, das der Käpt'n spricht, schließlich ist er mit dieser Sprache aufgewachsen. Aber der thorwaler Dialekt gefällt ihm einfach, und ein bisschen Verwirrung kann manchmal ganz hilfreich sein.

NW

Da Tesden bereits die Aufmerksamkeit der am Tisch Sitzenden genießt, stellt er mit dem gewohnten "Wohl bekomm's" den Wein vor der Dame ab. Dann nimmt sein Blick einen fragenden Ausdruck an, scheinen die Herren doch möglicherweise noch ein Anliegen an ihn zu haben.

OHH

Doch so mancher Schein trügt. Dem Seemann jedenfalls fällt es nicht ein, irgendeine Bitte an den Wirt heranzutragen. Statt dessen schaut er noch einmal auf seine Schüssel hinab - soweit leer, würden die meisten sagen, doch man kann sie noch ein wenig auskratzen, was er denn auch gleich beginnt.

CD

Mit einem dankenden Nicken nimmt die Händlerin den Becher entgegen. "Ha, sehr schön, ist die Luft hier gleich weniger trocken! Dank Euch!"
Den ersten Schluck nimmt sie gleich. Dann umspielen die Finger den Becher, während Rovena wartet, ob noch einer ihrer Tischgefährten etwas bestellen möchte. Sie selbst ist mit dem Wein erst einmal wieder gänzlich zufrieden. Der Magen ist voll, der Teller leer. Also alles gut - bis auf die Neugier, wie denn nun die Geschichte des Kapitäns weitergehen mag.

RB

Thorkar hat zwar seine seine Bestellung schon der Wirtin mitgegeben, aber es kann nicht schaden, sie nochmal zu wiederholen. "Ich heb noch Buddah bestelln tun", erklärt er dem fragend schauenden Wirt. Dann wirft er einen prüfenden Blick in seinen Krug, aber der ist für den Moment noch ausreichend gefüllt. Es gibt ja keinen Grund, schnell zu trinken.

NW

"Butter?" fragt der Wirt vorsichtshalber nach, nickt dann. "Ich werde mal in der Küche nachfragen..."
Noch ein letzter fragender Blick über die Anwesenden, aber die scheinen alle wunschlos glücklich. Somit wendet sich Tesden in Richtung Küche.

OHH

Bis der Herr des Hauses genügend Abstand genommen hat, kann sich der alte Seemann weiter seiner Schüssel widmen. Manchmal wäre eine Zunge wie bei einem Echs doch sehr hilfreich! Gerade in den Kanten zwischen Boden und Schüsselrand verstecken sich so gerne leckere Reste, an welche mit einem Löffel nur unzureichend heranzukommen ist - um so mehr, wenn man dieses Mistding von Keramik nicht mit einer anderen Hand festhalten kann, sondern mit dem Haken auf den Tisch drückt.

VW

Und schon begibt sich die Wirtsfrau in Richtung der kleinen Versammlung, das irdene Butterschälchen fest in der Hand.

RB

Zufrieden, dass seine Bestellung beim Wirt sicher angekommen ist, lehnt sich Thorkar zurück. Da der Käpt'n seine ganze Aufmerksamkeit seinem Eintopf widmet und seine Steuerfrau gewohnt still ist, hat die Geschichte momentan Pause. Die will der Thorwaler gerade mit einem Schluck Bier überbrücken, als er die Wirtin bemerkt, die schon wieder Kurs auf seinen Tisch genommen hat. Die Bedienung hier ist wirklich auf zack, dass muss er ihnen lassen.

VW

"So. Hier ist dann auch die Butter," bestätigt die Wirtsfrau die Gedanken des Thorwalers und stellt das Erwünschte in greifbare Nähe. "Darf es sonst noch irgendwas sein?"

CD

Da ihre Tischgenossen sich in Schweigen hüllen, sinniert auch Rovena ein wenig in ihren Weinbecher. Dabei lässt sie jedoch den Blick ein wenig durch den Schankraum streifen und bemerkt deshalb die nahende Wirtsfrau recht schnell. Ah, die Butter für Thorkar.
Auf Sionas Frage hin überlegt Rovena kurz. "Hmmm, habt Ihr noch Käsetörtchen? Da hätt ich jetzt Lust drauf!"

OHH

Weiterhin mit dem Löffel über den Schüsselboden schabend, stellt Kvalor die Richtigkeit seines Beschlusses zu fortgesetzter Pause fest: Die Bedienung scheint gerade diesen Tisch besonders ins Auge gefasst zu haben, was wegen der Nähe zum Tresen ja erklärlich wäre. Hoffentlich liegt es wirklich daran! Allerdings hatten die Leute bislang ja stets guten Grund für ihr Erscheinen. Es gibt also eigentlich keinen für Misstrauen.
Törtchen? Solches gibt es überaus selten an Bord. Aber bevor nicht der Schatz gehoben ist, wird für solche Spezereien kein Geld übrig sein. So bleckt er die Lippen und konzentriert sich wieder auf die Schüssel, welche jeder andere im Schankraume wohl längst für unzweifelhaft geleert erklären würde.

RB

"Danke", quittiert der Thorwaler die Butter und fügt dann als seine Antwort auf die Frage noch wortreich hinzu: "Dat wäret för nu." Dann zieht er sein selbstgeschmiedetes Messer hervor und beginnt ein Stück Brot mit reichlich Butter zu beschmieren.

VW

Nun denn. Nachdem die beiden Herren auf verschiedene aber nachdrückliche Weise zum Ausdruck gebracht haben, dass sie selber fürs Erste bedient sind, nickt die Wirtsfrau der Dame zu: "Ein Törtchen also, kommt sofort" und tritt den Rückweg an.

OHH

Wenn das Törtchen 'sofort' kommt, wartet man lieber noch mit Dingen, die Törtchenbringer nicht zu interessieren hat. Aus der Eintopfschüssel ist dennoch nichts mehr herauszubekommen, selbst mit dem Haken nicht. Kvalor muss es wissen: Er hat es versucht.
So schiebt er das Gefäß von sich und lehnt sich wieder zurück. Dabei lächelt er entspannt. Wenn man schon nicht weiterarbeiten kann, soll man dies wenigstens genießen.

RB

Der Käpt'n hat es wirklich alles andere als eilig, seine Geschichte an den Mann zu bringen. Den Thorwaler stört das momentan allerdings wenig, denn er ist vollauf damit beschäftigt, die Frau zu betrachten, die den Schankraum betritt und durchquert und schließlich an der Theke gebremst und begrüßt wird. "Holla, die Waldfee", entfährt ihm halblaut, während er sich bemüht, seine Aufmerksamkeit zumindest teilweise wieder an den eigenen Tisch zu lenken.

OHH

"Wer, was?" folgt Kvalors Blick dem Thorkars. Zur rothaarigen Braut hat sich eine andere ebensolche gesellt, deren Gesichtszüge allerdings nicht gerade für eine Verwandtschaft sprechen. Ja, sehr hübsch, durchaus, wenngleich es davon viele gibt. Bemerkenswerter, weil leider seltener, erscheint dem erfahrenen Seebären der Verzicht auf unnütz das Wesentliche verdeckende Verzierungen. Dies nun wieder könnte auf ein wenig oberflächliches Frauenzimmer hindeuten. Bleibt die gar nicht so leichte und von der jeweiligen Situation abhängige Frage, ob man es so haben will.
Wie auch immer. Mangels anderen Zeitvertreibs kann man ebensogut dorthin starren, denn als Matrosin wird sich jene kaum bewerben wollen. Ein herzhaftes Gähnen lässt den Mund so lange und weit offen klaffen, dass man bequem die vielleicht zwanzig Zähne zählen könnte.

CD

Der Kapitän scheint es mit dem Erzählen wirklich nicht allzu eilig zu haben. So muss Rovena sich weiterhin in Geduld üben. Das staunende 'Holla, die Waldfee' des Thorwalers lässt Rovena ebenfalls den Kopf in die entsprechende Richtung drehen. Ah, ein neuer, weiblicher Gast hat die Aufmerksamkeit ihres Tischgenossen an sich gezogen.
Aber das ist doch... "Potsdonner! Ist das nicht...? Beim verphexten Alveransfuchs, das kann doch kein Zufall sein! Wenn die werten Herren mich kurz entschuldigen mögen. Ich muss eben eine ehemalige Weggefährtin begrüßen!"
Mit einem entschuldigenden Blick steht Rovena von ihrem Platz auf und schickt sich an, zur Theke zu gehen.

OHH

Schwupps, weg ist sie. Damit kann man schon drei schnatternde Fräulein am Tresen beobachten. Kvalor weiß allerdings anderes zu bedenken, derweil er sich an der Stuhllehne zurechträkelt. Offenbar zieht Rovena gute Bekanntschaften oder Freundschaften einem ohnehin noch nicht greifbaren Reichtum vor. Das spräche für sie und ihre Verlässlichkeit. Allerdings hat sie ja bereits zudem angedeutet, an Unternehmungen zur See weniger Interesse zu verspüren.
Da aber noch der nächste Besuch des Personals kaum mittelbar aussteht, könnte man auch noch nach einem unverfänglicheren Thema suchen, zumal der Abend auch noch irgendwie gefüllt sein will. Da den Seemann nicht sogleich etwas anspringt, lächelt er einstweilen den Thorwaler freundlich an, um seine Gesprächsbereitschaft zu bekunden, als plötzlich doch noch gesprungen wird: "Tjaja, das Weibsvolk..."

RB

"Tja", stimmt der Thorwaler dem Käpt'n zu, "un wech isse." Die Frauengruppe am Tresen wird ihm zu schnatterig.
Er nimmt sein Messer und buttert sorgfältig ein Stück Brot. "Nu aba ma Buddah bei die Fische. Vertell ma, wo de die Stücken wech has. Mus ja nich vertelln, wo se sein tun." Schließlich will er ihm die Karte nicht abjagen, sondern nur eine gute Geschichte hören. Er beißt ab in der Hoffnung, beim Kauen wieder ein Stück der Geschichte zu hören.

OHH

Allzu genau will der Kapitän wahrlich noch nicht werden; dafür möchte er erst Schiffsplanken unter sich knarren hören und sich auch des Gegenübers noch sicherer sein. Im Falle einer bereits vorhandenen Mannschaft würde er sich gewiss zuerst weit mehr darum gekümmert haben, wie der Thorwaler dort wohl hineinpassen mag. Aber im Moment sind ja noch fast alle Posten frei. Da genügt noch ein kurzes Weilchen die eigene Menschenkenntnis.
Noch rast kein Personal heran, wie ein Blick zum Tresen und ein zweiter durch den restlichen Schankraum erweist. Den Oberkörper wieder nach vorne bewegend, schließt Kvalor daher an die Frage ebenso wie bisher Vorgetragenes an: "Das Kapitänsstück habe ich selbst bei mir, andere Teile Vertrauensträger meiner Offiziere." Naja. "Bleibt ein Viertel" - rein rechnerisch, natürlich - "für dessen Verbleib ich gute Hinweise habe."
Die gesamte Vorgeschichte wird kaum interessieren, da man auch damit nicht alle Stücke zusammentragen könnte. Ohne Kvalor wird man schwerlich auskommen - eine bessere Absicherung könnte es kaum geben.

Weiter...


Ausschnittliste / anwesende Gäste / Lageplan

Redaktion und Lektorat: OHH 2016/7