Von drauß', vom Wald, da komm ich her

Autoren: Julia Richling, Oliver H. Herde und andere

OHH

Große helle Augen schimmern aus einem kleinen Wäldchen hervor. Ein gutes Stück weit vor sich erkennen sie die schwarze Straße der Menschen, welche vor einem wohlbekannten Gasthause verläuft. Ja, dies ist der Grüne Eber. Ein Nicken der Erkenntnis bewegt das fast leuchtende Augenpaar sanft auf und ab. Dies war zu erwarten.
Momente später löst sich eine Gestalt, schlank und hochgewachsen fast wie einer der jungen Stämme, aus der Baumgruppe und schreitet mit ausladenden, weiten Tritten auf das Gehöft zu. Ähnlich einem milden Abendwind gleitet der Gertenhafte über die wild wuchernde Wiese, deren Blumen und Halme die Berührung nicht lange übelnehmen. Licht aus dem Hause ebenso wie von Mond und Sternen schimmert sanft silbrig in den wallenden Haaren.
Alsbald setzt man über die menschengemachte Narbe in der Landschaft und steht vor der Türe, unterhalb des bereits vor vielen Jahren angelaufenen Kufperschildes im Schattenriss eines mutmaßlich männlichen Schweines. Der Blick hinauf währt nur kurz, dann gilt er der Klinke.
Eine seltsame Vertrautheit durchströmt den neuen Gast, die nicht von der hauseigenen Magie ausgeht, sondern von etwas anderem, was er noch nicht zu fassen weiß. Unwillkürlich schaut er umher, doch die streunende Katze unfern der Stallungen ist nicht das Wesen, an welches er sich erinnert fühlt. In gewisser Weise war es dies höchstselbst zuletzt auch schon nicht mehr. Eine Braue hebt sich nachdenklich.
Dann jedoch wird endlich die Türe geöffnet und eingetreten. Sogleich verstärkt sich der schon seit langem wahrgenommene Rauchgeruch um ein Vielfaches. Dem ersten Augenmerk hingegen bietet sich eine junge Schlafende am Tisch bei der Treppe hinauf. Ein Schmunzeln breitet sich auf dem Gesicht des Elfen aus.
Dem Betrachter desselben bietet sich ein in dunkles, weiches Leder gehüllter schlanker Leib, dessen Gesamthöhe zu zwei Schritt wohl nur eine Handbreit fehlt. Aus der langen Silbermähne stoßen zu den Seiten des Hauptes zwei beachtliche spitz zulaufende Ohrenmuscheln hervor. Wie dunkel dagegen seine Augen! Manchem jedoch wird eher die Bewaffnung des Neuankömmlings auffallen, namentlich Kurzbogen und Pfeile im Köcher, welche hinter seinem Rücken aufragen.

JuR

Die rothaarige Frau stoppt den Gedankenstrom. Irgend etwas ist anders. Etwas liegt in der Luft... Es fühlt sich nach einem... Schmunzeln an.
Vinizarah hebt den Kopf.

NW

Dem Wirt entgeht das Öffnen der Tür und das Eintreten des neuen Gastes - eines Elfen - nicht. Er nimmt ihn mit einem freundlichen Nicken und Lächeln ins Visier. Quer durch den Raum zu rufen, liegt ihm derzeit fern.

OHH

Ein wenig zur Linken steht der altbekannte Tresen, dahinter der willkommenheißende Wirt, wie auch der Knecht, welcher eben in Begleitung über den Hof ging, älter geworden als ehedem. Menschen eben. Wie viele Jahreszeiten mag es her sein?
Mit einem kurzen Schließen der Lider wird der Gruß ansonsten gleichartig erwidert. Aber auch der Hausherr ist gewiss nicht derjenige, ob dessen man hergekommen ist. Geräusche und Gerüche verraten weit mehr Anwesende, wenngleich sie allesamt weniger zahlreich erscheinen als bei den bisherigen Besuchen des Elfen.
Da man rechtsherum nur wieder zur Türe hinaussehen würde, wendet sich das schmalgesichtige Haupt weiter in die Gegenrichtung am Kamin vorüber zum Kamintische mit durchaus farbenfrohen, doch unbekannten Gästen. Sollte hiervon einer den Anlass bilden, wird man es erst später erfahren.

VW

Kurz ist die Dame von der hochgewachsenen Gestalt abgelenkt, die sich da in den Schankraum gestohlen hat. Ein neuer Gast. Ein Fae. Kurz fragt sie sich, was einen solchen in die Gaststube treiben mag, die Getränke sicher nicht, dann konzentriert sie sich wieder auf die Geschichte.

JuR

Ein erfreutes Lächeln breitet sich auf Vinizarahs Gesicht aus, als sich der aus der Luft gegriffene Verdacht bestätigt.

RB

Während er den kleinen Mann noch einmal eingehend betrachtet, bemerkt Thorkar, wie sich die Tür öffnet und eine nicht minder interessante wenn auch komplett gegensätzliche Gestalt eintritt. Misstrauisch mustert der Thorwaler den Elfen, aber da von ihm keine Gefahr auszugehen scheint, wendet er sich wieder dem bei ihm Stehenden zu.

OHH

Noch mehr Aufmerksamkeit weht dem Elfen entgegen und verliert sich wieder, vom Kamintisch ebenso wie vom benachbarten großen, an welchem ebenso bunt zusammengewürfelt Menschen vereint sitzen und offenkundig angeregt den Abend genießen. Jedoch gilt für dieses Möbel und seine Ansitzenden auch ansonsten gleiches wie zuvor die anderen.
In der Peripherie seines Blickes macht sich zunehmend ein bleibend zugewandtes Antlitz bemerkbar. Noch weiter wird der Kopf gewendet. Jener Tisch in der Ecke, an dem der abendliche Besucher bereits wiederholt saß - sofern es noch derselbe ist und er nicht irgendwann durch einen anderen ersetzt ward - scheint beinahe einen besonderen Punkt der Kraft zu markieren in diesem ohnehin reich damit versehenen Hause. Oder es ist einfach nur ein Zufall wie das Leben selbst. Vinizarah also. Wie zuletzt schon. Doch diesmal scheinen die Voraussetzungen andere. Man wird sehen.
Er lächelt sanft zur Begrüßung, schließt beiläufig und ohne den Blickkontakt abzubrechen die Türe und schreitet am bislang unbetrachteten letzten Tische vorbei seinem eigentlichen Ziel zu.

JuR

Feledrion sieht sich noch länger um. Vinizarah vermutet, dass er die vielen Sinneseindrücke, mit denen er hier konfrontiert ist, erst einmal in Ruhe erkunden und sortieren möchte. Möglicherweise kommen zu den Eindrücken der Gegenwart auch noch Erinnerungen dazu.
Langsam legt sie das Brot in die Eintopfschüssel ab und erhebt sich, den Blickkontakt ebenfalls behutsam haltend. Sie fühlt tiefe Dankbarkeit dafür, dass der Freund hierher gekommen ist. Dazu gesellt sich Interesse, wie es ihm wohl in den Jahren seit ihrem letzten Wiedersehen ergangen ist und gleichzeitig auch Verwirrung. Es ist, als stärke die Anwesenheit des Elfen etwas in ihr, das sie eigentlich im Zaum halten möchte.
Kaum dass sie es erfassen kann, entwischt es ihrer Kontrolle und lässt die kleine Frau leise schnurren.

VW

Die Wirtsfrau wendet sich um, als sie endlich auch den neu eingetretenen Gast bemerkt. Kurz kneift sie die Augen zusammen. Dieser Elf kommt ihr bekannt vor, obwohl die irgendwie immer alle gleich aussehen.

OHH

Die drei Menschen am zu passierenden Tische werden noch oberflächlicher wahrgenommen als die bisherigen. So hemmen sie des Elfen Schritte nicht; schon steht er vor der alten Freundin.
Und tut, was sie an ihm so gut kennt: Er hebt die linke Braue. Dann schmunzelt er wieder. Allerdings mag bei genauerer Betrachtung ein versteckter Anteil Melancholie oder Trauer in seinen Augen hindurchschimmern.
Nein, danach wird er sie nicht fragen. Vorsicht scheint geboten, aus verschiedensten Gründen. Einer davon ist die Zeit, welche zwischen ihnen liegt und für Menschen gewöhnlich viel ausmacht. Wer kurz lebt, versucht schneller zu leben. Mancher lebt dadurch noch kürzer.
Ein anderes Anzeichen bilden die Umstände, unter welchen man sich dereinst trennte. Vinizarah wirkt weniger düster als damals, aber dies ist ja lediglich der erste Eindruck. Da der kürzeste Weg nicht immer der schnellste ist - insbesondere dann, wenn der andere ihn nicht mitbeschreiten möchte - verzichtet Feledrion auf die allzu direkte Frage nach ihrem Befinden. Andererseits möchte er auch noch keine Meinung äußern. Da sie steht, bleibt er dies auch.
Wieder lächelt er freundlich, urgroßväterlich, was keinen Zweifel an seinem Wohlwollen aufkommen lässt, auch wenn er möglicherweise unerwartet forschen muss: "Und nun?"

JuR

Das vom Schmunzeln begleitete großväterliche Lächeln hätte früher wohl dazu geführt, dass sich Vinizarah klein und unbeholfen gefühlt hätte und unbewusst innerlich ein wenig auf Distanz gegangen wäre. Ein wenig überrascht stellt die kleine Frau fest, dass dies gerade nicht der Fall ist. Zudem freut es sie, dass Feledrion lange Begrüßungsformeln und dergleichen überspringt, sondern mit seiner direkten Frage den Anschein erweckt, als befänden sie sich bereits im Gespräch. Das fühlt sich für sie sehr nah und vertraut an.
"Ich würde dich gerne umarmen", beantwortet sie seine Frage ehrlich mit ebenfalls sanfter Stimme. Nachdem sie kurz in sich hinein gelauscht hat, fügt sie den Wunsch ihrer inneren Katze hinzu: "Und ein wenig an dir schnuppern."
Sie lächelt ein wenig verlegen, genießt jedoch zugleich die Lebendigkeit und Freiheit, die sie gerade empfindet, ehe sie ihrerseits mit aufrichtigem Respekt fragt: "Wäre dir das recht?"

NW

Der Elf kommt auch dem Wirt bekannt vor. Er ist sich ziemlich sicher, ihn bereits als Gast im Eber begrüßt zu haben. Aber offensichtlich ist Vinizarah in diesem Fall sein Ziel. Dere ist manchmal doch ein Dorf!

OHH

Ein Anfang weit besser als erwartet. Oft schon musste der Elf bei einem Wiedersehen mit einem Menschen nach längerer Zeit feststellen, dass dessen allzu große Veränderungen die Wiederaufnahme des alten Verhältnisses belastete. Abermals hat sich die Intuition entgegen der Überlegung erfolgreich bewiesen. Bei der geringen Kenntnis der Dinge war dies auch zu erwarten.
"Gewiss", ist die bekannte, vielleicht gar vermutete Antwort, verbunden mit den für eine Umarmung notwendigen Schritten weiterer Annäherung und dem Ausbreiten seiner Arme. Längst ist jegliche schnurrbedingte Belustigung aus seinem schmalen Gesicht einem friedvollen Ausdruck gewichen, zugleich ebenso die innere Spannung, welche sich auch im Zeitlosen für einige Momente umtrieb.

JuR

Mit einem dankbaren Lächeln lässt sich Vinizarah in die Arme nehmen und umarmt Feledrion ihrerseits sanft. Dann schmiegt sie ihr Gesicht an das weiche Leder, schließt die Augen, atmet tief ein und genießt die Nähe, die Geborgenheit und die Fülle der Eindrücke.
Dabei spürt sie, wie sie selbst weicher und zärtlicher wird, wie sie den Wunsch verspürt, sich in der Berührung fallenzulassen. Als würde sich die Katze in ihr ob der Vertrautheit und des tiefen Vertrauens, das sie dabei empfindet, auf den Rücken legen und ihren empfindlichen Bauch zur Liebkosung darbieten.
Ihre Atmung vertieft sich. Gleichzeitig richtet sie ihre Wahrnehmung auf ihren Freund, versucht zu hören und erspüren, wie es ihm in der Umarmung geht.

RB

Soeben schwenkt Thorkar seinen Blick zurück zum eigenen Tisch. Dabei bemerkt er zwangsläufig Winisara und den Elfen. 'Die braucht aber viele zum Umarmen', denkt er kaum überrascht und überlässt sie ihrer Zweisamkeit.

VW

Dass der Elf Vinizarah augenscheinlich kennt und somit anspricht, lässt die Wirtin ein klammes Gefühl in den Magen bekommen. Wieder ein Gast, der zur Hochzeit kommt und erfahren muss, dass diese nicht stattfindet. Sie selbst, gesteht sie sich ein, könnte mit dieser geballten Ladung an Erwartungen und Irritationen schwerlich umgehen; Vinizarah scheint es nichts auszumachen. Aber das ist nicht ihr Wein und soll auch nicht von ihr getrunken werden.

OHH

Inzwischen vollkommen entspannt und am Orte wie bei der einstigen Reisegefährtin angelangt, findet auch Feledrion in der vor allem Vinizarahs Trost dienenden gemeinsamen Gebärde auch ganz ureigenen Nutzen. Einem Elfen ist die Berührung anderer vermutlich nicht einmal unbedingt notwendiger als einem Menschen ebenso, wohl aber gewohnter. Ob dies der Grund für mancherlei hergerichtetes Augenpaar sei, interessiert dabei nicht, solange von den ohnedem kurzfristigen Betrachtern nicht weitere Signale ausgehen, welche eine Reaktion erfordern würden.
War es Furcht, von welcher dem Elfen noch ein feiner Rest in die Nase steigt? Eher wohl Unsicherheit und insbesondere die altvertraute Rastlosigkeit und gewiss allerlei mehr in einem reichhaltigen Gemisch, welches sich noch eröffnen wird, soweit dies gewünscht ist. Er wird ihr alle Zeit geben, die sie dafür oder auch für die Umarmung benötigt.

JuR

Vinizarah genießt die Umarmung wie eine Wanderung durch einen freundlichen Wald an einem sonnigen Tag. Dann verabschiedet sie sich dankbar von der Umarmung und löst sich behutsam heraus. Sie geht ein Stück zurück, um Feledrion besser in die Augen sehen zu können. "Was möchtest du nun tun?" erkundigt sie sich freundlich und offen.

OHH

Sich ganz der Freundin anpassend, lässt auch Feledrion von ihr ab und schaut sie mit nur leicht erhobener linker Braue für Momente ruhig an. Dann erwidert er mit je einem Seitenblick auf den Tisch und zum nächstbesten Fenster hinaus: "Nun, wir könnten uns hinsetzen - oder die Abendluft genießen."

JuR

Wie im Spiegelbild erhebt nun auch Vinizarah eine Augenbraue. "Ja, das könnten wir", erwidert sie langsam nickend. Den größten Hunger hat sie gestillt, und kälter kann der Eintopfrest ohnehin nicht mehr werden. Ihr Blick richtet sich noch ein wenig fester auf den Elfen während sie fragt: "Was willst du?"

UK

Ayjid nippt an ihrem Humpen, während sie ihren Blick auf besagten kleinen Tisch schwenkt und dabei die hochgewachsene Gestalt am Nachbartisch streift. Ihre Stirn kräuselt sich, als sie das Gesehene gedanklich zu greifen versucht. 'Ein Dschinn? Hier an diesem Ort?' Die Geschichte ist ganz vergessen - unwillkürlich begafft die Maraskanerin den Elfen.

OHH

Derweil die linke Braue weiter emporwandert, sinkt die andere etwas zur Nasenwurzel in der Mitte ab. Hat er nicht angedeutet, was ihm lieber wäre? Aber von wollen wäre gewiss zuviel gesprochen. Will Vinizarah ihn prüfen? Sie wird wissen, dass sie nicht aufgegessen hat, und ihre Gründe dafür haben. Vorgeblich ist es ihr gleichgültig, was sie tun. Jedenfalls darf es keinen Belang haben, was in ihr vorgeht, wenn sie eine solche Frage stellt - dann muss sie darin ernst genommen werden.
Sein Streben richtet sich auf den Grund seines Hierseins, aber diese Antwort wird sie schwerlich befriedigen, wie er die Menschen kennt. Klüger, man bleibt bei der Auswahl, welche man selbst angeboten hat, auch wenn es unzweifelhaft weit mehr Möglichkeiten gäbe. "Nun... Ob dieser Abend genügt, um auch nur herauszufinden, was ich will, wird sich in genau diesem Zeitraum herausstellen", versetzt er schmunzelnd. Alsdann kommt er bereits etwas von der Beantwortung ihrer Frage ab und erklärt: "Draußen lässt es sich angenehmer unterhalten." Die vielfältigen Gründe hierfür liegen auf der Hand und müssen nicht ausgesprochen werden.

JuR

Während Feledrion überlegt, verharrt Vinizarah, ein wenig über die Direktheit ihrer eigenen Frage erschrocken. Umso erleichterter ist sie, als der Freund ihr diese nicht übelnimmt. Seine Antwort verwirrt sie allerdings auch ein wenig. Er wird den ganzen Abend brauchen, um herauszufinden, ob er jetzt gerade lieber drinnen oder draußen sein möchte? Vermutlich meint er es tiefgreifender oder umfassender? Zumindest scheint es ihm für hier und jetzt schwerzufallen, einen Satz wie: 'Ich möchte mich gerne draußen unterhalten.' zu formulieren. Ob er es wohl für unhöflich hält, dies so direkt zu tun?
"Gut", sagt sie schließlich, "von mir aus können wir gerne rausgehen. Allerdings möchte ich vorher noch kurz mit Herrn Tesden reden." Sie deutet auf die Eintopfschüssel. "Möchtest du den Rest meines Eintopfs essen?"

OHH

Für einen winzigen Moment blitzen des Elfen Augen zum großen Nachbartische hinüber, von wo er sich besonders bestaunt fühlt. Jene Frau dort bekommt ein feines Schmunzeln entgegnet, dann ruht Feledrions Blick auch bereits wieder auf Vinizarah.
Bei ihren Worten zuckt letzterer lediglich kurz zu der Schüssel, zumal ein Umdrehen und Forschen nach dem Genannten wenig Sinn ergäbe. Mit einem freundlichen Blinzeln erwidert Feledrion: "Gern, danke!" In der Annahme, sie werde sogleich diesen Tesden aufsuchen, gleitet die schlanke Gestalt in einer einzigen fließenden Bewegung auf den nächststehenden Stuhl, ohne diesen irgend zu bewegen.

JuR

In Bestätigung der Annahme verabschiedet sich Vinizarah mit einem "Bis gleich!" und begibt sich alsdann in Richtung Theke.

OHH

Es trifft sich gut. Das letzte Feld Beeren liegt weit genug zurück, um im Magen schon wieder reichlich Platz geschaffen zu haben. Wohlgemut zieht Feledrion die Schüssel zu sich heran und beginnt mit seinem bescheidenen Abendmahle.
Wenn er sich dabei auch wesentlich auf dieses konzentriert, so nimmt er dennoch beiläufig die Bewegungen und Worte am Nachbartische wahr. Mutmaßlich wird dort von länger zurückliegenden Ereignissen gekündet, da es an sonderlich aktueller Erregung fehlt.

UK

Die Maraskanerin zuckt zusammen, als ihr recht offenes Starren auf den Dschinni am Nachbartisch erwidert wird. Kurz verliert sich Ayjid in den schwarzen Augen des Elfen, bevor sie beschämt den Blick abwendet und sich wieder ihren Gesprächspartnern am Tisch zuwendet. Mit einem säuerlichen Lächeln versucht die Maraskanerin, den gefallenen Worten nachzukommen.

OHH

Zu unauffällig, kurzzeitig und abseits ist der neuerliche Blick der Wirtin, als dass Feledrion ihm weitere Beachtung schenkte. Auch verhält es sich ja aus Richtung des großen Tisches ganz anders.
Wieder schmunzelt der Elf, als die Maraskanerin den Kontakt flüchtet, diesmal wohlwollend warm und vermutlich mit etwas Mitleid versetzt. Ebenso wie ihre gleitet sein Augenmerk zurück zum Vorigen, in seinem Falle der Schüssel. Nicht viel, aber wenig, was besser ist als nichts und mehr als erwartet.
Die Füße schieben sich derweil weit unter den Tisch voran, als suchten sie dort im Halbdunkel nach einer geeigneten Schlafstatt.
Genüsslich langsam wird die Schüssel weiter entleert. Soweit der Elf es hinter sich am Tresen erlauschen kann, wird es wohl noch hinreichend lange dauern, jedem Geschmack in aller Ruhe nachzuhängen. Denn dem Klange ihrer Stimme nach schüttet Vinizarah nun ganz offenbar erst einmal der älteren Menschin ihr Leid aus.
Viel geschieht, doch wenig ändert sich.
Gewiss wird es nicht von nachteil sein, sich bereits vorab ein wneig über den Stand der Dinge zu belehren. Seine Ohren spitzen muss der Elf freilich nicht. Doch obgleich er in seinem Leben viele durchaus lärmvollere Schenken und andere Orte der Menschen zu besuchen hatte, ist auch hier genügend Gespräch vorhanden, als Störgeräusch zu wirken.
Gelegentliche Schreie des einen oder anderen Nachtvogels bieten hierbei eher Beruhigung und damit ein wenig Ablenkung, als dass sie ebenfalls die gesuchten zarten Stimmen überdecken. Sich ihnen zuwenden könnte die Akustik verbessern, erscheint aber aus verschiedenen Gründen nicht angebracht.
So erreichen nur Bruchstücke der Ausführungen beider Frauen Feledrions feine Hörmuscheln. In jedem Falle geht es um Schmerz, vornehmlich den geistigen, wenn er auch körperlichen stets nach sich zu ziehen pflegt. Taten, welche nicht zufriedenstellten.
Genaueres wird er auf diese Weise nicht erkennen. Bis sich etwas daran ändert, kann er sich dem letzten Rest Eintopfes widmen, welchen er voller Sorgfalt zusammenkratzt, wodurch jegliche Zwiesprache im Schankraume für ihn noch weiter in den Hintergrund tritt.
Als der Löffel kaum mehr lohnend aus der Schüssel zu fördern vermag, wird er beisetegelegt. Dennoch verbleiben Reste, für welche es eine Zunge gibt. Erst, als auch sie nichts mehr erreicht, landet auch das Gefäß wieder auf dem Tische.
Sanft lächelnd lehnt sich der Elf zurück, legt gemütlich die langfingrigen Hände auf den unteren Bauch und lässt seinen Blick in die Ferne schweifen. Letztere ist innerhalb vierer Wände freilich nicht groß - dank des Fensters zur Rechten zwischen diesem und dem großen Nachbartisch lässt sie sich erweitern, soweit die Dunkelheit draußen dies zulässt. Doch muss Feledrion nicht lange dort hinaussehen, da er ein längliches grünes Kerbtier an seinem Rahmen entdeckt.
Es bewegt sich nicht, sitzt aber an einer auch beim Schließen der Läden ungefährlichen Stelle. Kein Handlungsbedarf, zumal es noch eine Weile bis dahin dauern dürfte. Das Tier scheint nichts weiter zu tun als dort auf die Rückkehr des Tages zu warten, um dann seinen Weg fortzusetzen.
Zunehmend vertieft sich der Elf in die großen dunklen Augen der Florfliege, welche kaum ein Mensch auf diese Entfernung überhaupt vom Rest der Tieres unterscheiden könnte. Beide Wesen sitzen ruhig an ihrem jeweiligen Platze, scheinbar völlig reglos. Immerhin bei dem Zweibeiner mag ein aufmerksamer Beobachter ein gemächliches Heben und Senken des Oberbauches bemerken und auf Atem schließen.

Schritte hinter ihm deuten an, weswegen es kürzlich am Tresen ruhig geworden ist. Unzweifelhaft entstammen die leichten Tritte, aus welchen sich auch je ein Hauch von Eile und Unsicherheit herauslauschen lassen, von Vinizarah. Es ist lange her, seit der Elf sie zuletzt in dieser Form hörte - länger als ihrer beider voriges Zusammentreffen vor vielen Jahreszeiten hier im Grünen Eber.
Als die junge Menschin ihn erreicht, wendet Feledrion den Blick ab von dem unverändert gebliebenen Insekt und den kleinen Winkel zu ihr hinauf. Ein entspanntes feines Lächeln heißt sie willkommen, die linke Braue kaum höher als die rechte. Freundschaftliches, unvoreingenommenes Interesse.

JuR

Als Feledrion sich ihr zuwendet und sie anlächelt, lächelt Vinizarah müde zurück. Nicht in dem Sinne, dass sie für den Freund nur ein müdes Lächeln übrig hätte, sondern in dem, dass sie tatsächlich sehr müde ist. Der zurückliegende Tag fühlt sich sehr lang und intensiv an, und am liebsten würde die kleine Frau sich nun verabschieden und in ihr Bett kriechen.
Ihr Abschweifen bemerkend, lenkt sie die Gedanken wieder in Richtung des Elfen. "Ich merke gerade, dass ich zu müde bin, um jetzt nochmal rauszugehen", spricht sie ihn an und das Gedachte aus. "Wäre es für dich in Ordnung, wenn wir hierbleiben und kurz zusammen sitzen, ehe ich mich dann in den Schlafsaal zurückziehe?"

OHH

Nunmehr wandert die linke Braue doch noch ein wenig höher, zieht dann aber auch die andere nach sich. "Gewiss", entgegnet der Elf in altvertrauter Weise, wobei seine Linke sich wie zur Einladung aus dem Handgelenk heraus kurz vom Bauche hebt. "Vorausgesetzt, du wünschst nicht in Wahrheit bereits jetzt, dich niederzulegen." Der behutsam neutrale Ton verspricht Verständnis, der Blick hingegen fordert eine ehrliche Antwort heraus.

JuR

Vinizarah setzt bereits zum Niederlassen an, bleibt jedoch stehen, um den Blick zu halten. "Mein Bedürfnis nach Ruhe ist groß, aber meine Freude über deine Nähe und der Wunsch, mit dir Zeit zu verbringen sind größer", erwidert sie aufrichtig.
Langsam zieht sie den Stuhl zurück und setzt sich. "Du sagtest vorhin, draußen ließe es sich angenehmer unterhalten. Gibt es denn etwas, über das du sprechen möchtest?" erkundigt sie sich schließlich.

OHH

Feledrion nickt lächelnd zu der akzeptablen und zudem schmeichelnden Auskunft. Dann hebt sich wiederum die linke Braue - diesmal allein bleibend. Das Lächeln verlässt sein Antlitz dabei nicht, mag es für einen winzigen Augenblick auch wie erstarrt wirken.
Nach einem gemächlichen Wimpernschlag erwidert der Elf: "Über dich?" Es ist eine Frage, ein Vorschlag. "Wenn dir der Sinn danach steht. Ich habe das Gefühl, etwas dir Bedeutsames nicht zu wissen."

JuR

Als Feledrion auf ihre Frage mit einer Gegenfrage reagiert, beißt sich Vinizarah unwillkürlich auf die Lippen. Sie spürt Schmerz und Wut in sich aufsteigen, und es braucht einige Momente, in denen sie bemüht ruhig atmet und sich innerlich sortiert, ehe sie sich wieder so halbwegs wieder entspannen kann.
Schließlich sagt sie: "Ich empfand Wut, als du gerade 'über dich' gefragt hast. Ich... ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll... Ich habe heute und auch schon die letzten Monde hier in diesem Haus den Eindruck, von genügsamen, hilfreichen Geistern umgeben zu sein. Geister, die mir geben wollen, was ich mir wünsche, ohne eigene Wünsche klar und deutlich zu äußern. Geister, die sich um alles sorgen, aber nicht für sich selbst. Und sich dann plötzlich in Luft auflösen, weil sie es nicht mehr ertragen können."
Sie hebt die Hände und reibt sich damit über die Augen, über das Gesicht. "Ich bin selbst zu einem geworden. Heute hat es ein Ende gefunden - zum Glück. Aber gerade fühlt es sich für mich... schmerzhaft an, wenn mein Gegenüber sich nicht zumindest ein wenig sichtbar macht und eine reine Helferrolle einzunehmen scheint."
Langsam lässt sie die Hände sinken und blickt den Elfen an. "Bitte Feledrion", sagt sie leise, "bitte zeig mir etwas von dir. Irgendwas. Ich rede gerne über mich, aber könntest du mir dann bitte zumindest sagen, was dich interessiert?"

OHH

Angesichts Vinizarahs unerwarteter Reaktion, in welcher sie stumm mit sich ringt, fühlt sich die Rechte Augenbraue nun doch herausgefordert, ihrem gegengleichen Zwilling in den höheren Lagen zu unterstützen. Was mag sie so aufgebracht haben?
Die Erklärung wirft weitere Fragen auf, deren Beantwortung zum Verständnis Voraussetzung ist. Doch eines scheint bereits sicher: Vinizarah gesellt den Elfen zu den Menschen ihres derzeitigen Umfeldes hinzu - oder zu deren Geistern. Ein charakteristischer Fehler der Rundohren, welche von den Fey doch so viel Wesentlicheres unterscheidet als all die letztlich belanglosen Äußerlichkeiten.
Dennoch wird Feledrion zunehmend klar, in welches Problem er hineingetreten ist. Es ist nicht lediglich ein altes, was für die meisten gilt, sondern auch ein offenbar längst ausführlich behandeltes. Gleichwohl wird er mehr darüber wissen müssen. Schlussendlich schmunzelt er treuherzig bei ihren Bitten, denn dieser scheinen ihm zweierlei.
"Nun, selbstverständlich gern, Vinizarah", entgegnet er freundlich und verwirft den unterschwelligen Drang, ihr kleines Missverständnis aufzuklären. Dies wirkt unnötig, könnte gar in allzu weite Ferne fortführen.
"Meine Erkundigung galt den Hintergründen deiner Müdigkeit, welche mir nicht lediglich auf körperlicher Anstrengung zu fußen scheint, sondern wie ich nun erahne, auch wesentlich auf dem Umgang mit jenen Geistern. Je mehr man über den anderen weiß, desto besser mag man ihn verstehen und seine Gedanken und Gefühle nachvollziehen.
Aber du hast recht; dies gilt in beiden Richtungen. So will ich dir zunächst andeuten, was mich bei unserer letzten Begegnung beschäftigte: Ich war Zeuge tiefgreifender Veränderungen, welche ich wohl zu großem Anteil nicht verstand. Jedoch erschreckten mich mehr als die ungewissen Dinge die eindeutigen."
Dies mag genug sein, vielleicht auch zuviel. Verhält es sich hingegen anders, wird es ein Leichtes sein, Fehlendes nachzureichen. Offenen Blickes sucht er im Antlitz der Frau nach deren Meinung.

JuR

Vinizarah bemüht sich, den Worten Feledrions zu folgen, aber sie merkt, wie sie hinterherhinkt. Ihre Gedanken stecken in dem, was sie noch nicht verarbeiten konnte. Überhaupt fühlt es sich gerade einfach schwer an. Klar, sie hat selbst mir den Geistern angefangen, da braucht sie sich nicht zu wundern, wenn sie nun mit zu entschlüsselnden Andeutungen konfrontiert wird. Gewiss gibt es da auch irgendwo in ihr Schlüssel, die passen, Schlösser, die zu öffnen sind, aber... puh... sie mag einfach nicht mehr.
"Puh", hört sie sich nun auch laut seufzten, "und hier geht die Hoffnung, du könntest mich nach meiner Lieblingsimmanmannschaft fragen." Sie grinst schwach und fragt sich, ob sie nicht doch einfach ins Bett gehen sollte.
"Ich fürchte, ich bin für diese Art von Gespräch gerade echt zu fertig. Mir wäre wohl mehr danach, mit dir zu kuscheln und dabei zu hören, wie es dir und deiner Sippe gerade so geht, was dich zur Zeit beschäftigt, ob du Kinder hast... sowas halt. Wäre das für dich unbefriedigend, weil die Fragen, die du bezüglich meiner Person hast, unbeantwortet bleiben würden?"

OHH

Stirnrunzelnd sucht Feledrion nach der Bedeutung des langen Wortes, denn auch wenn er im Tonfall den Scherz erkennt, möchte er ihn auch machvollziehen können. Ahja, Imman - das ist eines jener kriegerischen Spiele der Menschen, welche ihn nie auch nur zu passiver Beteiligung anregen konnten. Möglicherweise sieht Vinizarah genau hierin den Witz versteckt.
Bedeutsamere Fragen werden wiederholt wachgerufen oder neu aufgeworfen. Die vordergründigen sind an ihn gerichtet wie die abschließende, als solche ausformulierte, welche ihn väterlich lächeln lässt. "Nein", schiebt er sanft die Sorge Vinizarahs beiseite. Dies fällt um so leichter, wenn man sie nicht teilt. Es gibt viele Wege; die längeren mögen oft die angenehmeren sein.
Zum Kuscheln müsste man wohl dichter beieinander sitzen. Ihr den Anfang erleichternd, legt er die Hand offen auf den Tisch entgegen. "Ganz wie du magst... Es ist eine vergleichsweise ruhige Zeit bei uns seit der Dämonenmeister wieder fort ist. Doch wie schon früher sehen wir uns nur selten, oft nur zum gemeinsamen... Meditieren." Dieses Wort der Menschen mag am ehesten passen.
"Kinder habe ich leider noch keine." Es ist ein doppeltes Bedauern, denn neben dem verpassten Thema wird er auch gewiss sehr gern welche haben, sobald es nur an der Zeit ist.

JuR

Als sie Feledrion zuhört, verschwindet Vinizarahs Müdigkeit und ihre Augen beginnen zu leuchten. Wie wundervoll! Diese Art von Gespräch ist genau das, was ihr gerade gut tut.
"Oh, dann drücke ich dir die Daumen, dass sich das eines Tages ändert", erwidert sie lebhaft auf die letzte Bemerkung und erhebt sich von ihrem ursprünglichen Platz, der Feledrion gegenüber liegt. Während sie zu dem Stuhl an der Haustürseite tritt und diesen anhebt, schwärmt sie: "Ein Kind zu haben ist so eine unbeschreibliche und einzigartige Erfahrung - sehr herausfordernd, aber zugleich unfassbar bereichernd! Ich habe ja eine Menge Abenteuer erlebt, aber die Zeit mit Noiona war zweifellos das größte von ihnen."
Vorsichtig trägt sie den Stuhl um die Ecke und stellt ihn neben den von Feledrion. Dabei sieht sie diesen fragend an: "Wie kommt es denn, dass du keine hast, wenn du offenbar gerne welche hättest?"

OHH

Gern würde der Elf nun fragen, wie es denn dieser Noiona geht und wo die eigentlich steckt, aber die Freundin scheint nicht wirklich in der Stimmung, über sich selbst zu sprechen. Zudem wittert der allerlei Fallstricke in jener Richtung.
Statt dessen gibt es ja die nächste Frage zu beantworten. Wieder schmunzelt er, sich mit ihrer verändernden Position mitbewegend. "Nun, ich würde dann schon eigene vorziehen. Wie sie entstehen, weißt du gewiss. Allerdings ist mir keine Frist gesetzt wie den Frauen der Menschen." Er ahnt nicht, dass ausgerechnet jener Umstand Teil von Vinizarahs Problem ist. "Es geschieht, wenn die Zeit dazu kommt."

JuR

"Hmm", kommt es nachdenklich von Vinizarah, während sie sich neben dem Freund niederlässt und sich an ihn ankuschelt. "Angenommen, du würdest erfahren, dass du nur noch kurze Zeit - wenige Jahre oder vielleicht sogar nur Monde - fruchtbar sein wirst. Wie würde sich das für dich anfühlen? Und würde es etwas für dich ändern?"

OHH

Entspannt legt der Elf Vinizarah den linken Arm um. Kurz schließt er dazu die Lider, sich ganz auf den Duft der Freundin zu konzentrieren.
Naheliegend nimmt sie das Problem thematisch auf, da es das ihre ist. Gewiss würde es mich bedrücken", räumt Feledrion ein. "Aber dürfte ich mich deswegen anders verhalten? Manche Dinge sollten nicht erzwungen werden, da das entstehende Leid ein größeres wäre. Ich würde mich damit begnügen, dem Glück meine offenen Arme zu zeigen, ihm aber die Entscheidung überlassen. Zudem gibt es andere Möglichkeiten als eigenen Nachwuchs."

JuR

"Hmmm", sagt Vinizarah noch einmal, während sie unter dem Tisch die Schuhe von den Füßen streift. "Ich hoffe, du bist mir deswegen nicht böse, aber die Aussage, dass man das Glück nicht erzwingen sollte... oder kann... scheint mir so offensichtlich, dass sie schon fast bedeutungslos ist."
Sie zieht die Füße hoch und setzt sich in den Schneidersitz. "Wie sähe das denn konkret mit den geöffneten Armen aus? Welche Prioritäten würdest du setzen? Was wärst du bereit zu geben und welches Leid würdest du dabei auf dich nehmen wollen?"
Während sie sich behutsam an den Arm des Freundes schmiegt, sehen die braunen Augen die Wand des Gasthauses an. Langsam hebt sie die rechte Hand. "Wärst du bereit, deine Schritte dorthin zu lenken, wo es potentielle Partnerinnen oder zumindest Mütter gibt und anderes dafür zurückzustellen? Würdest du dir die Zeit nehmen, geeignete Frauen näher kennenzulernen, unzählige Zurückweisungen und Enttäuschungen riskieren, das nötige Vertrauen aufbauen, dich in fremde Strukturen eingliedern... um dann doch unter Umständen das Scheitern und die damit verbundene Kinderlosigkeit zu akzeptieren?"
Langsam hebt sie die zweite Hand. "Oder würdest du tendenziell weiter tun, was auch immer du gerade sonst tust, hoffen, dass es dir auf schicksalshafte Weise zufällt, und, sollte es ausbleiben, mit den Schultern zucken, und dir sagen, dass es dann eben nicht sein sollte?"

OHH

Scheinbare Bedeutungslosigkeit von Aussagen mag eine Ursache dafür sein, dass Menschen sie nicht in ihre Betrachtungen einbeziehen und nicht danach handeln. Der verächtlich mitleidige Ausdruck im Antlitz des Elfen währt jedoch nur einen winzigen Augenblick.
So viele Fragen! Wieder sind es beide Brauen, die darob emporsteigen. Aber Vinizarah hat ja selbst angedeutet, wie wenig Zeit ihr verbleibt - denn dass es hier lediglich vordergründig allein um ihn geht, steht wohl außer Diskussion.
"Hängt dies nicht von allzu vielen Vorbedingungen ab? Mit jeder Frau, mit jedem Ort, jeder Zeit ändert sich die Situation, nach welcher ich zu entscheiden habe. Mich gezielt unbekannten Frauen anzunähern, wird in meinem Falle ein erster Versuch des Erzwingens sein, der mir nicht liegt und wenig Aussicht auf Erfolg verspricht. Dies mag allerdings auch daran liegen, dass es mir schwerfällt, mir eine zeitliche Beschränkung vorzustellen", bekennt er mit kurz gesenktem Blick. Anscheinend unbewusst beginnt sein Daumen, ihr über dem Oberam zu streichen, auf welchem seine Hand liegt.

JuR

OHH

Wird fortgesetzt...


Ausschnittliste / anwesende Gäste / Lageplan

Redaktion und Lektorat: OHH 2018