Wie Menschen ihren Abend ausklingen lassen

Autoren: Oliver H. Herde und andere

JS

Erleichtert und dennoch etwas nachdenklich wendet sich die Adepta in Richtung Treppe, als sie die Blicke von Magd und Köchin bemerkt. Mit einem kurzen Seufzen wendet sie sich also erst den beiden zu, um laut genug zu diesen anzumerken: "Ich bin gleich zurück. Ich schau nur schnell nach oben."

OHH

Da die Magierin einen Abstecher zum Tresen macht, verlangsamt Feledrion seinen Schritt. Es klingt nicht danach, als wolle sie länger dort verweilen. Gemächlich schlendernd hält er weiter auf die Treppe zu, ihr nicht davonzulaufen.

VW

Siona schüttelt ein wenig unwillig den Kopf. "Ich wollte nur sagen, dass Eure Robe trocken ist. Wenn Ihr also eh..."

JS

Mit einem dankbaren Lächeln tritt die Adepta nun doch noch etwas an den Tresen heran, um ihre Robe gleich mit nach oben zu nehmen. "Habt vielen Dank. Dann werde ich mich oben gleich umziehen, bevor ich den Eintopf esse." Ein Blick über die Schulter verrät ihr, dass der Elf auf sie zu warten scheint. Gerade noch kann sie ein Seufzen unterdrücken, wendet sich wieder den Damen hinter dem Tresen zu und nimmt ihre Kleidung in Empfang.

OHH

Freilich hält Feledrion nicht an. Sollte die Magierin länger verweilen und ihn nicht zum Bleiben auffordern, wäre dies ebenfalls eine klare Aussage. Alsbald hat er den Fuß der Treppe erreicht.
Schon wenige Stufen später bekommt Feledrion Eindrücke von oben vermittelt. Stimmen, Alltagsgeräusche - nichts, das irgendeine Beunruhigung oder Hast hervorrufen würde. Dennoch ist es üblich, Wege zuendezuführen, wenn nichts direkt dagegenspricht.
Auf halber Höhe kann der Elf bereits Schatten von nicht ganz unvertrauten Menschen erkennen. Der vordere ist fraglos jener junge Diener des Sonnengottes. Ein etwas fragender Blick wird ihm entgegengeschickt.

JS

Mit einem höflichen Lächeln nimmt Hesindiane die Robe von der Magd entgegen. "Vielen Dank. Ich bin gleich zurück." Und schnon enteilt sie zur Treppe dem Elfen hinterher. Gedanklich ist sie dabei bereits im Obergeschoss, so dass sie erst auf den Stufen bemerkt, dass es vielleicht an Licht mangeln könnte. Ohne es überhaupt bewusst wahrzunehmen, beginnt sie zu murmeln, um sich den Weg zu beleuchten.

LR

Der Elf. Offenbar wohlauf und nicht von Dämonen gepeinigt und damit eigentlich kein Grund, auf dem Weg zur Adepta zu verharren. Aber erinnert er sich recht, waren das Zauberwesen und Vinizarah einander nicht bekannt? Führt sein Weg deshalb hinauf, oder ist es allein die Bettruhe, die er sucht? Es wäre Unrecht, ihn unter den gegebenen Umständen über das Wohlergehen einer Gefährtin im Ungewissen zu lassen. Andererseits schienen er und Bruder Brinulf einander zu kennen, und der Diener Hesindes ist knapp hinter ihm. Wie so oft bringt Hesinde Einsicht und Antwort.
So nickt der Praiot dem fragend dreinblickenden Elfen nur in stillem Ernst zu, macht eine kurze Geste mit der Linken, die ihn selbst als pflichtgebunden ausweist und eilt weiter die Treppe hinab, auf dass möglichst viele Fragen möglichst bald geklärt sein mögen.

OHH

Mit emporgezogener linker Braue schaut Feledrion dem Schweigsamen nach, im Hintergrund die nun nachfolgende Magierin entdeckend. Seine Gedanken bleiben jedoch noch kurz bei dem Manne. Auf welche Frage war dieses Nicken wohl eine Antwort, wenn es nicht allein einen Gruß darstellte?
Nach vierzig Jahren bekommt man irgendwann die Erkenntnis, dass man menschliches Handeln nicht überbewerten darf. Folgerichtig wendet sich der Elf weiter die Stiegen hinauf.
Nach der kleinen Biegung hat er freien Blick auf den Hauptteil des schmalen Flures. Soeben kommt ihm der Schreiber entgegen, dahinter unterhält sich Brinulf mit einem weiteren Gast - alles für einen Dämmerungssichtigen mehr als genug durch das Licht in einer Türe zur Linken erleuchtet.

SW

"Selbstverständlich." Mit wenigen Schritten ist der Almadaner bei dem Geweihten. Die Bewegung auf der Treppe in seinem Rücken lässt ihn sich dabei halb zur Seite drehen, damit er sehen kann, wer von unten heraufkommt. Dass dieser jemand ein Elf ist, scheint ihn weder zu irritieren noch zu alarmieren. In Unkenntnis, dass sein nicht ganz freiwillig erwählter Schützling und der Fey mehr als nur flüchtig miteinander bekannt sind, beachtet Haakon Feledrion allerdings auch nicht weiter.
"Ihr könnt Euch gerne auf mich stützen", hält er Brinulf den Arm hin - deutlich weniger galant als er es bei einer Dame wäre.

OB

Mit betont unbeteiligt wirkend sollender Miene folgt Timshal dem Ucuriaten. Dem entgegenkommenden Elfen schenkt er ein Lächeln, das in seiner Kürze nicht einmal ansatzweise die Augenwinkel erreicht. Den Versuch, die Treppenstufen munter hinabzuschreiten, muss der Schreiber seiner staksigen Beine wegen rasch abbrechen. Statt dessen hält er sich am Geländer fest und setzt vorsichtig einen Fuß vor - oder besser: schräg unter - den anderen.

JaR

"Habt vielen Dank!" erwidert der Geweihte und lässt die Wand, die ihm bislang als Stütze gedient hat, los, um sie durch den dargebotenen Arm zu ersetzen.

OHH

Kein Zweifel, hier ist etwas geschehen, was eine ganze Menschenschar in beiderlei Hinsicht erschüttert hat. Aber was immer dies war, es ist vorüber.
Nach einem weiteren kurzen Blick zurück den Hinabgehenden nach, konzentriert sich Feledrion wieder ganz nach vorne. Mit leichten Schritten nähert er sich den beiden Männern und somit auch der offenen Türe. Keiner von beiden scheint der Hilfe eines Elfen zu bedürfen - zumindest nicht in offenkundiger und das übliche Maß übertreffender Weise. So zeigt er ihnen ein ebenso aufmerksames Antlitz mit erhobener linker Braue und ganz geringfügig geneigtem Haupte wie den Vorangegangenen.

SW

"De nada! Dann versuchen wir mal unser Glück mit der Treppe", lächelt Haakon unbeschwert und führt Brinulf zu den Stufen.

OHH

Zu geräuschlos für die Menschen ist die Frage, zu sehr sind diese beiden mit sich selbst beschäftigt. Da Brinulf offenbar angeschlagen und das Ziel wohl nicht mehr fern liegt, geht Feledrion weiter. Auch aus dem Zimmer dringt kaum ein Laut, wohl aber der Schweißgeruch mehrerer Menschen, unter welchen Feledrion den seiner einstigen Weggefährtin zu erkennen vermeint. Gewiss ist ein Irrtum möglich; selbst Elfen erkennen bisweilen schlicht das, was sie erwarten. In diesem Wissen bringt sich Feledrion in eine Position, aus welcher er einen größeren Teil des Doppelbettes durch die Türe erspähen kann. Vinizarah und Majara stumm in einer Umarmung vereint. So wartet er, die Situation genauer zu erfassen und vorerst nicht zu stören.

JuR

Vollkommen haltlos fängt sie an zu wimmern, dann zu schluchzen, schreit schließlich den Schmerz, der sie innerlich zerreißt, aus sich heraus.

MW

Sanft und fest umfangen Majaras Arme die Freundin wie ein Fels im Sturm, ruhig streicheln die Hände fest über Schultern und Rücken und halten die Gepeitschte.

OHH

In der Tat sieht es nicht danach aus, als könne Feledrion hier in irgendeiner Weise dienlich sein. Immerhin weiß er nicht, was Vinizarah so erschüttert hat. Verletzt scheint sie nicht. Man hätte ihn holen sollen, bevor alles vorüber ist. Aber die Menschen wollten es so, also sollte er ihnen ihren Willen lassen.
Dennoch kein Grund, gleich davonzulaufen. Für einen Moment lehnt er sich an die hinter ihm befindliche Wand zurück, verschränkt locker die Arme und beobachtet weiter. Vielleicht durchschaut er am Ende ja doch noch, was hier verborgen geschehen ist und noch ausklingt.

JuR

Der Schrei bricht ab, um erneut klagend einzusetzen. In den Pausen schnappt sie nach Luft, hyperventiliert. Irgendwo in sich ermahnt sie sich, sich endlich zusammenzureißen, Stärke zu zeigen. Aber der Schmerz hält sie nach unten gedrückt. Alles, was sie tun kann, ist, zusammengekrümmt in Majaras Schoß zu liegen und zu heulen.
Ein Ruf. Daradans Stimme. Der Praiot ruft nach einer Magierin.
Und sie liegt hier schwach, heulend, von der Trauer überwältigt, während der Mann, den sie liebt, nach Hilfe ruft. In Gefahr schwebt. Entkräftet ist.
Der Schmerz, der sie eben noch in Fesseln hielt, wird davongewischt. Der Schrei bricht ab, der Körper spannt sich an, sprungbereit. Kann sie Magie wirken? Sie weiß es nicht. Aber ist das ein Grund zu zögern? Auf gar keinen Fall! Ganz gleich, wie tief sie auch fallen mag - Katzen landen immer auf den Pfoten.

MW

Plötzlich der Ruf aus der Ferne und die Reaktion der Freundin. Warnend füllt das lederne Knirschen wieder ihren Kopf und wie von selbst presst sie die Freundin sanft an sich, während die Rechte die Waffe zieht und, ohne dass Majara den Kopf wendet, sie mit der Spitze zur Tür richtet.

OHH

Ein kurzer Blick nach links, wo hinter der Gangbiegung auf der Treppe Tumult zu entstehen scheint. Eine Augenbraue - wie zumeist, die linke - hebt sich, als die unvermuteten Veränderungen im Zimmer geschehen. Geschieht schon wieder etwas, das Feledrion von seinem Platz aus nicht erkennen kann? Ist doch noch nicht vorbei, was immer geschah?
Der Körper strafft sich etwas und löst sich für alle Fälle von der Gangwand. Die zweite Braue gesellt sich zu der ersten, als er fragend zu den beiden Frauen hineinschaut.

JuR

Als sie die Härte der Phiole gegen sich gedrückt fühlt, tastet Vinizarah danach, löst sie Majara behutsam aus der Hand und nimmt sie an sich. Währenddessen blinzelt sie. Die Welt ist schwarz, angereichert durch einen goldenen, verschwommenen Schimmer. Beim Lauschen konkurrieren die Geräusche mit ihrem eigenen Herzschlag. Nur das Fühlbare, die Bewegung, ist eindeutig.
"Steck die Waffe wieder weg", bringt sie leise, mit tränenerstickter Stimme hervor. Sie richtet sich im Griff ihrer Gefährtin auf.

MW

Elf. Bekannt. Kein Angriff. Sperre gegen potentielle Angriffe aus dem Flur.
Die Waffe senkt sich, als dann die zarte Stimme durchdringt, weicht auch die Spannung aus Majaras Körper und das Knarren aus dem Kopf. Das gibt Luft für einen Blick zurück und Kraft die Stimme zu heben: "Kein neuer Angriff." Der Griff um Vinizara wird weicher, haltender.

OHH

Gerade scheint es, als würde sich wasauchimmer im Zimmer wieder so schnell auflösen, wie es aus dem Nichts auftauchte, da biegt Brinulf wieder um die Ecke auf den Gang. Feledrions Augenbraue bekommt heute aber auch keine Ruhe! Anscheinend wollen nun alle wieder herauf, nachdem sie gerade erst hinabgeflossen sind. Nun übertreiben sie es wirklich; so kurz ist doch selbst das Leben der Menschen nicht!
Vermutlich wäre es das Klügste, schlafen zu gehen. Seiner Intuition folgend, lehnt sich der Elf aber einstweilen wieder zurück an die Wand und verschränkt die Arme. Gleich im Anschluss wird ihm auch klar, dass sie wie meistens recht hat: Momentan käme er ja gar nicht ungehindert hinunter!

SW

Der Almadaner folgt Brinulf auf dem Fuße, den Praoisgeweihten dabei dicht hinter sich wähnend. Statt aber bis zur Tür des zweiten Zimmers vorzustürmen, öffnet er die Türe zum eigenen Zimmer und nutzt den Platz, den diese damit frei gibt, um den Weg Daradans nicht zu behindern.

JuR

Nun ist es am Griff der Gefährtin, zu zeigen, ob er mehr weicher oder haltender Natur ist, denn die junge Frau macht eindeutige Anstalten, sich daraus zu befreien.

JaR

Sich doch ein wenig an der Wand festhaltend, geht Brinulf weiter bis zur offenen Tür des Raums, in dem der Kampf gegen die Macht jenes Dämons stattgefunden hat. Er ignoriert den Elfen und fragt, sich am Türrahmen festhaltend, in den Raum hinein: "Ist alles in Ordnung?"

LR

Fast gleichauf mit dem Bruder in Hesinde stapft Daradan den Flur entlang, die Magierin hinter sich wissend. Mit leicht gesenktem Haupt schiebt sich der Priester wie ein greizter Stier voran. Sein Blick zeugt noch immer von der Glut heiligen Zorns, die ihn ergriffen hat, und von dem Schicksal, das jene ereilen soll, die sich ihm entgegenstellen mögen, seien sie sterblich oder dem Chaos entsprungen.
Die Glut mustert den Elfen vor sich und kommt zu dem Schluss, dass er nicht der Übeltäter ist. Besser für ihn, sagt die Glut.

MW

Der Blick Majaras zeigt nur völlige Verblüffung und schnell einen Hauch Zorn. Die Waffe verschwindet mit zügiger Bewegung in ihr Futteral, als sie antwortet: "Nein, Euer Gnaden, nichts ist in Ordnung. Eine Schlacht wurde geführt, Opfer und Schmerz bleiben auf dem Feld, bei uns allen. Dom Feledrion? Unten alles...?" endet sie rauh, den Elfen so ansprechend, als sähe sie ihn zum ersten Mal.

JuR

"Geht es allen gut?" vervollständigt Vinizarahs zittrige Stimme die Frage Majaras, die Wiederholung der auf vielseitige Kritik stoßenden Worte vermeidend. Während sie sich nun tatsächlich aus den Armen ihrer Beschützerin befreit, wischt sie sich mit dem Ärmel über die Augen, den Tränenschleier entfernend.
So steigt sie barfuß aus dem Bett, sucht tastend Blut und Stolperfallen zu vermeiden. Wie ein kleines Mädchen, das mitten in der Nacht von den erhobenen Stimmen seiner Eltern geweckt wurde und nicht genau weiß, wie es damit umgehen soll, dass die Quelle des Trostes und die Quelle der Furcht nun auf einmal ineinanderfließen. Sie hält die Phiole fest, hält sich an ihr fest.
Einen Schritt vor der Kerze und der in der Tür Stehenden bleibt sie stehen, die Augen groß vor Verwirrung und Verwundbarkeit.

JaR

"Das weiß ich alles", gibt der Geweihte nicht gerade freundlich zurück, "ich war dabei!" Sanfter ergänzt er: "Ich hörte einen Schrei. Ist... er... wieder aufgetaucht?"

OHH

Alles ist, wie man es erwarten konnte: Wo möglicherweise verständliche, doch wenig hilfreiche Gereiztheit die Menschen beherrscht, erweisen sich die Geweihten unter ihnen als besonders wenig einfühlsam.
Der unangemessene Blick des Goldenen prallt an des Elfen gelassen hochgezogener Braue ab, während Majara sich um den Grüngelben kümmert. Auf ihre Frage hin blickt Feledrion mit warmem Ausdruck wieder ins Zimmer hinein auf die beiden Frauen. Für Vinizarahs Irritation bringt er vollstes Mitgefühl auf. "Challa hat sich schon gut erholt", raunt er in aller Ruhe, aber auch sehr froh, diese gute Nachricht überbringen zu können. Erst jetzt bekommt er das Gefühl, dies könne manchem unklar gewesen sein. "Als ich sie eben verließ, putzte sie sich."

JuR

Die junge Frau wird blass, die Phiole droht den Fingern zu entgleiten. Vinizarahs Blick ist auf Feledrion gerichtet, doch ohne Anzeichen des Verstehens, als hätte er sich einer ihr ungeläufigen Sprache bedient.
Und vielleicht ist es auch so gewesen. Vielleicht sagte er etwas, das sie nicht verstehen kann, wodurch sie verstand, was nicht sein kann. Vielleicht waren die Töne, die Silben verfälscht, verrauscht durch das Dröhnen in ihrem Kopf. Vielleicht hat die Trauer sie den Verstand verlieren lassen. Oder der Dämon. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb die anderen so aufgeregt sind. Vielleicht ist sie besessen.
Als stünde man an einem Abgrund und bekäme zugerufen, dass man sich keine Gedanken machen müsse, weil Menschen seit Anbruch des heutigen Tages fliegen könnten. Aber sie weiß, dass sie nicht fliegen kann. Sie weiß, dass Challa nicht leben, sich nicht putzen kann. Sie ist tot. Sie ist in ihr gestorben, verschwunden. Diese Leere, die sie zerfrisst, die hat sie sich doch nicht eingebildet! Oder doch? Was, wenn sie sich das alles nur eingebildet hat? Ihr gesamtes Erwachen? Was, wenn sie sich noch immer in Gewalt des Dämons befindet und er ein neues Spiel für sie gefunden hat?
"Was?" haucht sie schließlich mit zitternden Lippen.

Die Katze auf dem Arm der Magierin wird spürbar unruhig. Offenbar hat sie genug davon, durch die Gegend getragen zu werden. Da sie die Hand in ihrem Nacken sie von größeren Bewegungen abhält, bleibt ihr allerdings nur ein jammerndes "Rrraaau!"

JS

Hesindiane spürt, wie die Katze in ihren Händen sich regt, dass sie sie nicht mehr lange wird halten können, sollte diese es sich doch überlegen, zappeln zu wollen. Etwas ungeduldiger als geplant entfährt ihr somit ein "Darf ich vielleicht mal durch?", bevor sie sich bremsen kann. In den Raum kommt Hesindiane gerade ohnehin nicht ohne weiteres, während zwei Geweihte den Zutritt versperren.

OB

Immer noch auf vielfältige Weise erschöpft beobachtet Timshal die Szenerie im Flur. Die Adepta versucht sich einen Weg zwischen den Geweihten zu bahnen, während die Katze in ihrem Griff zu zappeln beginnt.
"Nun lass sie doch schon los", seufzt der Schreiber, ohne dabei seine Stimme so zu erheben, dass man ihn tatsächlich vernehmen würde.

OHH

Irgend etwas hier gibt es noch zu durchschauen, soviel ist Feledrion schon lange klar. Vinizarahs Reaktion spricht Bände, die es allerdings zu entschlüsseln gilt.
Offenkundig hat sie etwas anderes erwartet. Wie ist dies möglich, wenn es ein Band zwischen ihr und Challa gibt? Sollte das kurrzeitige Schwellenüberschreiten der Katze diese Verbindung gestört haben? In Anbetracht seiner geringen Kenntnisse dieser Art der Kraft im Allgemeinen und den Geschehnissen hier im Besonderen eine zweifellos mögliche Erklärung. Müsste sich aber Challa dann nicht anders verhaltenm haben?
"Nun, sie... oh, da kommt sie ja", bemerkt er das Auftauchen der Magierin und ihres recht unfreiwillig wirkenden Tragegastes. Dem Schreiber wird unwillkürlich beigenickt, dann mustert der Elf wieder sanft, doch etwas unschlüssig lächelnd Vinizarah.

JuR

Vinizarah steht einfach nur wie erstarrt da, als wisse sie nicht, was sie mit ihren Armen und Beinen anstellen soll, als habe sie vergessen, wie man die Mimik verändert und wozu. Das Zittern scheint die einzige Ausdrucksmöglichkeit zu sein, die ihr in diesem Augenblick bleibt.

LR

Die Glut droht zu verrauchen, als Vinizarah in sein Blickfeld gerät. Verletzlich. Verletzt.
Daradan weiß noch nicht, was er von all dem zu halten hat, aber er will sich nicht noch einmal selbst Leichtfertigkeit und Arglosigkeit vorwerfen müssen. Es muss enden. Er braucht Gewissheit.
Er reißt sich vom schmerzerfüllten, Schmerz bringenden Anblick Vinizarahs los und wendet sich der katzenbeschwerten Zauberin zu: "Magica Clarobservantia, Adepta. Ich bitte Euch darum, wenn Ihr noch über die Kraft verfügt. Wenn er... ES sich hier noch verborgen hält, dann findet es!"

JS

Etwas irritiert schaut die Adepta sich um, geht doch keiner auf die Seite, dass sie das sich regende Tier seiner Freundin anvertrauen könnte. Statt dessen blickt sie mit erhobenen Augenbrauchen überrascht zu dem Ucuriaten. Gerade noch kann sie nach dem wenig aussagekräftigen "Ähhh...." das 'Seid Ihr sicher?' unterdrücken. Einen Moment sammelt sie sich, dann senken sich ihre Augenbrauen etwas, ihr Blick wird wieder fester und sie nickt Daradan lediglich zu. "Dazu müsste ich freies Blickfeld haben. Würdet Ihr mich hineinlassen? Dann könnte ich auch Challa absetzen..."

MW

Majara tritt rechts neben die Freundin und umfasst mit der linken deren Hüfte. Halt. Wärme. Schutz. Auf die Reaktion der Maga auf den Befehl des Ucuriaten folgt wie ein harter Hieb: "Nein. Beide!" Ihr griff wird fester, haltend.

JaR

"Das ist eine hervorragende Idee, Euer Gnaden!" lobt der Hesindegeweihte, während er den Zugang zum Raum freigibt, indem er in das Zimmer tritt, ohne sich dort jedoch ganz von der stützenden Wand zu lösen.

OB

Die Szenerie verlagert sich aus dem Flur in das Zimmer hinein und damit aus Timshals Blickfeld hinaus. Der Schreiber verzieht das Gesicht, als begreife er dies als persönlichen Affront. Mit einem missmutig-ergebenen Schnaufen und Brummen schlurft er ein paar Schritte weiter, um wieder einigermaßen freie Sicht auf das Geschehen zu erlangen.

JuR

Als Daradan in Erscheinung tritt, scheint es, als hebe Vinizarah ihre Hand, in der sie die Phiole hält, ein wenig an, doch dann erschlafft der kurzzeitig angespannte Arm wieder. Nichts ist in Ordnung. Nichts geordnet. Alles wirr, laut, sinnlos.

SW

Nachdem alle an ihm teils vorbei gehastet, teils geschlurft sind, beeilt sich Dom Haakon nicht allzusehr, das Zimmer wieder zu verlassen. Nahezu geräuschlos zieht er die Türe hinter sich wieder zu und vergewissert sich nur mit einem kurzen Blick, dass die Versammlung von Geweihten, Magiern und Kriegsvolk nicht auf dem Gang in ihrem Blute darniederliegt.
Ohne Hast kehrt er dann der Unordnung dort den Rücken und bewegt sich - darum bemüht, nicht unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen - zur Treppe.

OHH

Zu sehr steht Vinizarah unter Schock, zu wenig weiß Feledrion von den Zusammenhängen. Angesichts des Helfergewimmels kann er zumindest eines ganz sicher tun: Nicht auch noch den Versuch zu unternehmen, der ihre Überforderung nur vergrößern würde. Diers ist eine Sache, in welcher einer besser helfen kann als viele. Majaras Frage ist beantwortet, und ihre für ihn im ersten Moment erschreckende Härte birgt vermutlich doch nur die gleiche Erkenntnis wie die seine.
"Majara hat Recht", erklärt er daher leise, doch hörbar klar für alle, die hören wollen. "Wir sollten Zeit geben, sich zu beruhigen." Ganz bewusst, lässt er aus, wem; nicht allein Vinizarah benötigt diese Besinnung.
Seinen Worten Taten folgen zu lassen und ein gutes Beispiel abzugeben, wendet er sich ab, den Gang wieder hinunter, wo sich einer der Gruppe bereits seinerseits entfernt.

JuR

"Nein", klingt es leise aus Vinizarahs Richtung, "lass sie. Auch ich brauche Antworten."

MW

Majara streicht kurz über Vinizarahs Arm. "Nicht weglassen, meinte ich. Analysiert beide: Challa, den Raum. Mich. Zur Sicherheit."

LR

"Alles. Alles, was Ihr sehen könnt." Daradans Stimme ist fest, muss fest sein. Keine Zeit dafür, nicht stark zu sein.

OHH

Antworten. Unwillkürlich verlangsamen des Elfen Schritte geringfügig. Lohnt es sich, zu bleiben, um ebenfalls welche zu erhalten? Werden sie auf seine Fragen passen? Was ist das für eine seltsame Neigung, die Menschen verstehen zu wollen? DIESE Frage wurde ihm oft genug vom Älteren, aber auch von anderen gestellt. Zu Recht, da die Aussicht, es je zu können, doch allzu gering ist.
Dies beweist auch der Fortgang des Gespräches hinter ihm. So vieles hat er anscheinend anders aufgefasst, als es gemeint war. Vermutlich wird er nicht einmal je ganz sicher sein, wann sie selbst wissen, was sie meinen.
Dafür ist er sich seiner Gefühle im Klaren, die ihn vor keiner Gefahr warnen. Zumindest nicht für ihn. Dies muss ihm momentan genügen. Wieder entschlossener setzt er seinen Weg fort.
Gemächlich folgt Feledrion dem Söldner hinab in den Schankraum. Noch auf den Stufen, entdeckt er dabei den Wirt, wie jener die Türe verriegelt. Da werden wohl noch ein paar klärende Worte nötig, damit der Mensch sich nicht zu sehr verwundert, wenn der Elf gleich noch hinaus möchte.
Erst einmal jedoch werden die letzten Stufen getätigt. Dann stellt sich Feledrion still mit an den Tresen, wo sich bereits Wirt und Söldner wie verabredet zusammenfinden. Aufmerksam blickt er beide nacheinander an und wartet, bis er an der Reihe ist.

RB

Der Thorwaler ist an der Theke sitzen geblieben. Als nun der Elf, offenbar wartend, neben ihm zu stehen kommt, ergreift Brogdan die Gelegenheit und spricht ihn an: "Herr Feledrion, ist dort oben immer noch so viel Betrieb, oder ist der Gang inzwischen so frei, dass man ohne größere Probleme durchgehen kann?"

OHH

Diesmal wandern beide Brauen des Angesprochenen in die Höhe. Fast wirkt es, als zögen sie das Gesicht und den gesamten Kopf ein klein wenig mit empor. Die Lippen breiten sich zu einem Schmunzeln auseinander.
"Sowohl als auch", ist die Antwort, welche in sich Wahrheit und Scherz miteinander und mit der oftmals undurchsichtigen Weisheit der Elfen verbindet. Die Welt besitzt wenige Fragen, welche man allein mit einem Ja oder Nein beantworten könnte, mögen die Menschen auch noch so sehr danach suchen.

RB

Auf die Antwort des Elfen runzelt Brogdan kurz die Stirn. 'War doch eigentlich klar, dass man von einem Elfen keine vernünftige Antwort kriegt.' Etwas weiteres Nachdenken ergibt aber, dass der Weg zum Schlafsaal wohl frei ist. "Danke."
Mit einem Blick vergewissert sich der Thorwaler, dass sein Krug und Teller leer sind und bemerkt erst jetzt, dass die fürsorgliche Köchin diese schon entsorgt hat. Also steht er auf. An den Wirt gewandt sagt er ein "Gute Nacht" in die Runde und entschwindet dann gähnend hinauf.

OHH

Noch immer schmunzelnd wird dem Thorwaler zugenickt und noch einen Moment nachgeschaut, dann erscheint Feledrion der Augenblick günstig, den Wirt anzusprechen: "Verzeih, ich möchte noch hinaus. Ich sage dies nur, damit du hinter mir wieder verriegeln kannst, falls du dies möchtest."
Einige buchstäbliche Augenblicke starrt Tesden den Elfen verdutzt an. Dann platzt er hervor, was ihm dabei hauptsächlich in den Sinn kommt: "Jetzt noch? Bei diesem Wetter!?" Elfen sind schon ein Wunderliches Volk!
Jener aber nickt nur ruhig. "Ich kann dir nichts als eine Handvoll Nüsse für eine Übernachtung in deinem Hause bieten." Wenn es wenigstens ein ganzes Säckchen voll Nüse wäre, könnte sich Tesden dies ja wahrlich überlegen. Aber das klingt allzu kläglich. Und wer weiß, was der Elf da anschleppt!
"Nun, dann schlafe in Travias Namen hier im Schankraum - ausnahmsweise."
Tief nickt Feledrion. "Meinen Dank." Ein seltsamer Unterton begleitet dies, als wäre dahinter tatsächlich mehr zu erwarten.
Entsprechend ratlos blickt der Wirt drein, bevor er sich mit einem unschlüssigen Lächeln und Nicken abwendet.
Der Elf hingegen dreht sich jenem Tische entgegen, an welchem er vorhin so viele Menschen empfangen hat. Dort befinden sich noch Mantel und Bogen.
Im Blickwinkel lenkt eine Bewegung seine Aufmerksamkeit an. Challa kratzt an der Türe. Jetzt will sie noch hinaus? Bei diesem Regen? Feledrion muss schmunzeln, da ihn diese Gedanken an die Fragen des Wirtes gemahnen. Allerdings liegt es ihm fern, sie auszusprechen. Die Katze wird schon wissen, weswegen sie ins Freie will.
So führt er seine Schritte im Bogen zu ihr hin, lächelt kurz wie zu einem abendlichen Gruß zu ihr hinab, dann hebt er den Riegel etwas an und öffnet die Tür einen kleinen Spalt. Draußen im Dunkel prasselt es noch unbarmherzig herab. Fragend beobachtet Feledrion das Kätzlein.

JuR

Während der Elf die Tür öffnet, schüttelt sich die Katze und gibt ein leises "Prrrt" von sich, als wolle sie die Gelegenheit nutzen, ihr Missfallen über die Witterung kundzutun. Doch kaum ist der Spalt breit genug, um sich mit Haupt und Haar hindurchzuzwängen, tut sie eben jenes ohne zu zögern und verschwindet alsbald in der vom Regenprasseln erfüllten Dunkelheit.

OHH

Stirnrunzelnd nimmt Feledrion den dank- und grußlosen Aufbruch seiner einstigen Weggefährtin zur Kenntnis. Katzen sind eigensinnig und nun einmal anders als Elfen oder auch Menschen. Dennoch benimmt sie sich auch für ihre Verhältnisse etwas ungewöhnlich. Möglicherweise ist dies der Konzentration auf das Vorhaben geschuldet, welchem sie nun in die Feuchtigkeit nachjagt. Der Elf weiß ja noch immer wenig über die heimlichen Geschehnisse dieses Abends.
Heute, morgen oder irgendwann wird er dies schon noch durchschauen. Einstweilen jedoch schließt er die Türe erst einmal wieder, legt brav den Riegel zurück an seinen Platz und setzt dann seinen Weg an den Ecktisch fort.
Dort werden die vorhin zurückgebliebenen Sachen eingesammelt. Den Mantel hätte man ruhig über einen Stuhl hängen können, doch ist er keineswegs zu feucht, nun als Kopfkissen herzuhalten.
Allerdings bereitet sich der Elf sein Lager nicht gleich hier am Rande des Schankraumes, wie es normalerweise gewiss sinnreich wäre. Nein, er kehrt noch einmal unter den kritischen Blicken des Wirtes zurück zu der Türe.
Dort wird der Mantel sorgsam gefaltet und gerollt und dann auf dem Boden platziert. Alle Habe kommt in die Nähe, dann streckt sich Feledrion auf den Diehlen aus. Nicht unbedingt bequem, aber dafür gewiss trockener als im Stall. Wenn das Kaminfeuer weiter heruntergebrannt ist und die Menschen den Raum verlassen haben, wird auch die Luft besser sein als bei den Pferden.
Ein unwillkürlicher Blick hinauf zum Riegel der Türe ist das letzte, was Feledrion für heute sieht, da er dann die Lider schließt. Falls Challa während der Nacht zurückkehrt, wird er es hören und ihr öffnen können.

Weiter...


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Redaktion und Lektorat: OHH 2010