Wie Sturheit sich selbst schadet

Autoren: Jan Richling, Magnus Wessel, Oliver H. Herde und andere

OB

Mit einem geräuschvollen Scharren schiebt Timshal seinen Stuhl nach hinten, um gleichzeitig aufzuspringen, sich Richtung Treppe zu drehen und in der Drehung mit der linken Hand noch eine Kerze vom Tisch zu schnappen. Dass in seinem geplanten Weg plötzlich ein Elf steht, quittiert er mit einem erstaunten "Hupps", kommt allerdings noch rechtzeitig vor ihm zum Stehen.

RB

Die Begeisterung seines Gegenübers überrascht den Thorwaler. Den Elf hat er wegen des Gesprächs auch nur periphär wahrgenommen, deshalb - und wegen dessen überraschend überhasteten Aufbruchs - kann er Timshal nicht warnen, aber der kann ja den Zusammenstoß noch verhindern.
Dann fällt Brogdan noch etwas ein: "Bring was zu schreiben mit!"

OHH

Ob Vinizarah gerade aufgestanden ist oder sich setzen will, geht aus ihren Gesten nicht recht hervor. Einerseits wirkt sie unruhig, andererseits unterhält sie sich mit der Elfmenschin. Das mag am Thema liegen.
Im nächsten Moment hat er den jungen Mann vom Nachbartisch fast im Gesicht. Nach erstem kurzem erschrecken, welches doch von keiner überflüssigen Ausweichbewegung begleitet wird, schmunzelt er nachsichtig. In aller Ruhe schiebt er die Kaputze zurück. "Hetzen dauert manchmal etwas länger", raunt er dem an Lebenserfahrung gewiss noch nicht Überreichen dann in väterlichem Wohlmeinen zu. Anschließend gibt er den Weg frei, indem er ein klein wenig zur Seite entweicht und die nun der Treppe zugerichtete Rechte nunmehr sanft zum Vorüberziehen einläd.

OB

Mit gespielt erstaunter Miene wendet sich Timshal zu Brogdan um. "Etwas zum Schreiben?" fragt der Schreiber. "Tja, ob ich da etwas finde..." ergänzt er mit Unschuldsmiene und einem kleinen Augenzwinkern. Dann lächelt er dem Elfen entschuldigend zu und huscht - oder sollte man es eher staksen nennen? - an ihm vorbei Richtung Treppe.

OHH

Mit emporgezogener linker Braue schaut Feledrion dem Schlaksigen noch kurz nach. Dann wendet er sich wieder dem Rest des Schankraumes zu.
Die Situation ist eindeutig: Was immer heute noch geschehen mag, sein erster Weg kann ihn nur zu jenem Tisch führen, bei welchem in der Ecke noch Bogen und Köcher lehnen. Schwungvoll, doch ohne Hast setzt er sich in Bewegung.

JaR

Der Geweihte folgt dem Gespräch sehr aufmerksam. Den wieder zum Tisch zurückkehrenden Elfen bemerkt er zwar, widmet ihm darum allerdings keine Aufmerksamkeit.

PN

"Aha", erwidert Alynia knapp. "Nun, erst einmal fürchten Dämonen sich nicht. Ein Dämon ist beseelte magische Essenz. Ein Dämon fühlt nicht, denkt nicht und plant nicht. Das einzige Bestreben ist Chaos und Verderben zu säen." Sie legt die Fingerspitzen aneinander bevor sie weiterdoziert. "Eine dämonische Entität lässt sich mit der Macht der Götter vertreiben - dazu kann aber sicher Seine Gnaden mehr sagen - oder mit magischen Mitteln. Schnellstes Mittel ist die Applicatio von Magica Hermetica. Effektiver indes ist das Wirken von Contra Invocatio - will heißen eine Entschwörung ad Exempla mit dem Pentagramma. Beantwortet dies Eure Frage?"

JuR

"Ja, das tut es", erwidert Vinizarah verzögert. "Danke." Sie zieht ihre Hand wieder zurück. "Wenn Ihr mich nun entschuldigen möchtet..."
Sie nickt Brinulf noch einmal zu, dann wendet sie sich dem Schankraum zu, dem schwungvollen Elfen im Passieren ein zerstreutes Lächeln schenkend.

OHH

Kaum am Tisch, muss Feledrion einem neuen verwirrenden Vortrag der Elfmenschin beiwohnen, welcher ihm ob des Themas an Geschwindigkeit nimmt und dafür Erinnerungen wachruft. Keine allzu alten, dafür aber nicht seine eigenen, sondern jene des Ältesten, der notgedrungen die meisten Begegnungen mit jenen fremdweltigen Wesen zu erleben hatte. Möchte er solches wirklich auffrischen?
Doch Vinizarahs unvermitteltes Entschwinden verhilft zu einer gedanklichen Umorientierung. Mit erhobener linker Braue schaut er ihr nach und bleibt unwillkürlich stehen. Wie sehr sich Menschen in so kurzer Zeit verändern können! Ist es nur jene Kriegsfrau, welche sie solch Interesse an Dämonen aufbringen lässt? Dass die Probleme der Menschen meist größer sind als sie zugeben, konnte der Elf schon vor Jahrzehnten lernen - es liegt eben nicht zuletzt daran, dass sie sie meist für sich behalten.
Gewiss war Vinizarah schon immer auf ein wenig andere Art seltsam als andere Menschen; das hält sie für Feledrion natürlich auch beobachtenswert. Ob sie in diesem Hause eingezogen oder angestellt ist, da sie ganz unvermutet zum nächsten Tisch abbiegt und dort anscheinend abzuräumen beginnt? Ebensogut könnte es ein Freundschaftsdienst sein.
Im Grunde ist das nebensächlich, doch zeigt dem Elfen die Fragestellung allein, dass es ihm noch zu früh ist, sich im Stall ein Nachtlager zu bereiten. Sein Blick geht auf seinen alten, nun wieder unangefochten freien Platz. Von dort aus wird er sich den weiteren Abend mit Beobachtungen beschäftigen - sofern den beiden Gästen nicht noch einfällt, weswegen sie ihn aufgesucht haben.
Leichten Schrittes geht Feledrion seinem eigenen Blick nach und hängt zunächst den Mantel über die Stuhllehne.
Einen Blick zur Linken, einen zur Rechten. Die beiden sind so selbstversunken wie Feledrion sie verlassen hat. Es gäbe schlimmere Gesellschaft.
Schmunzelnd gleitet der Elf wieder auf die Sitzfläche, welche ihm tatsächlich warmgehalten worden ist. Die Hände legt er zunächst an die Tischkante. Dann lässt er seinen Blick nach beobachtenswerten Lebenszeichen schweifen.

JaR

Für einen Augenblick folgt Brinulfs Blick noch der verschwindenden Vinizarah, dann streift er kurz die Magierin und bleibt schließlich an dem wiedergekehrten Elfen hängen. "Seid willkommen zurück", spricht er ihn dann an, "ist das Wetter draußen immer noch so grässlich wie vorhin?"

OHH

Natürlich ist die Bewertung des Wetters auch eine Ansichtssache. Aber Brinulf fragt ja nicht einen Sturmvogel, sondern einen Elfen.
"Der Regen hat etwas nachgelassen, falls du das meinst. Der Wind hingegen noch nicht." Dieser Wetterbericht wird es dem Menschen wohl nicht gerade schmackhaft machen, seine Überlegung zu einem Spaziergang noch umzusetzen - zumindest, soweit Feledrion seine Formulierungsweise richtig deutet. Aber der Elf hat die Menschen schon lange genug beobachtet, um immerhin von deren Unberechenbarkeit zu wissen.
"Wie hast du Vinizarah kennengelernt?"

JaR

"Danke, dann werde ich mir das Vergnügen eines Spaziergangs wohl noch etwas vorenthalten", erwidert der Geweihte, "denn von Efferds Element hatte ich heute mehr als genug."
Er hält inne, um kurz zu überlegen, wie er die Frage am besten beantworten kann und vor allem, um sich zu erinnern, was genau am Anfang gestanden hat.
"Vinizarah habe ich über einen gemeinsamen... Bekannten kennengelernt. Es begab sich, dass jener... Bekannte sie zu einem... Ausflug... eingeladen hat, bei dem auch ich beteiligt war." Er stockt vor manchen der Wörter hörbar, um eine Formulierung zu finden, die harmlos genug klingt, ohne die Wahrheit zu sehr zu verfälschen.

PN

Alynia hat Vinizarah noch kurz nachgesehen. Als Feledrion es sich wieder am Tisch gemütlich macht, schenkt sie diesem ein freundliches Lächeln und erhebt sich selbst. "Euer Gnaden, Feledrion. Ich fürchte dieser Tag der Reise fordert seinen Tribut, und so werde ich mich auf meine Kammer begeben. Ich wünsche noch einen angenehmen Abend."
Sie beginnt damit, Stab und Buch aufzusammeln.

MW

Leise vor sich hin murmelnd, schließt Majara die Tür hinter sich und macht sich auf den Weg zurück zum Tisch.

OHH

Bei jeder Sprechverzögerung Brinulfs hebt sich des Elfen linke Augenbraue ein klein wenig mehr. Schon wieder Dämonengeschichten vielleicht? Sollte Vinizarah eine ungeahnte neue Spezialität herausgebildet haben? Das würde gewiss manches erklären. Jedenfalls scheinen die Umstände ihres Miteinanderbekanntwerdens ein für Brinulf nicht sonderlich angenehmes Thema zu sein.
Der Aufbruch der Elfmenschin unterbricht dies ohnehin. Das Lächeln erwidernd, nickt ihr Feledrion zu. "Ruhe wohl", wünscht er der jungen Frau warm.
Während sie sich noch ausstattet, geht sein Blick zunächst ohne Regung des Hauptes zu jener, welche soeben von draußen kommend den Tisch ansteuert.

JaR

"Danke! Ich wünsche Euch eine angenehme und erholsame Nachtruhe!" verabschiedet auch er die Magierin, um sich dann wieder dem Elfen zuzuwenden. Dass auch Majara wieder auf dem Weg zum Tisch ist, entgeht vorerst seiner Aufmerksamkeit.

MW

"Euer Gnaden" - ein kurzes grüßendes Nicken - "habt Ihr für mich noch Platz am Tisch?" Suchend schaut sie sich um. "Wo ist meine Weyzirah denn jetzt wieder hin?"

PN

Alynia wendet sich gerade wieder zum Tisch um, als die Stimme Majaras an ihr Ohr dringt. Als sie der Soldatin ansichtig wird, regt sich für einen kurzen Moment bereits in ihr erneut der Zorn über diese Person, doch es gelingt ihr, dieses Aufwallen direkt im Keim zu ersticken.
Stattdessen schenkt sie ihr sogar ein Lächeln und deutet auf ihren Platz. "Wenn es Euch beliebt, könnt Ihr auch gerne meinen Platz haben. Ich werde werde mich zurückziehen. Auch Euch einen angenehmen Abend noch."
Mit dem Stab in der einen und ihrem Notizbuch in der anderen Hand tritt sie etwas beiseite, um den Weg zu der Sitzgelegenheit freizugeben.

MW

Majara mustert sie kühl und nimmt dann mit kurzem Nicken platz. "Danke, Boron mit Euch." Und leiser mit trocknem Sarkasmus gesprickter Stimme, durchaus so, dass die Maga es hören kann, als sie sich setzt und sich dem Geweihten zuwendet: "Rückzug kann sie ja."

PN

Obgleich sie nicht über ein elfisches Gehör verfügt, wie die spitz zulaufenden Ohren vermuten lassen könnten, dringen die Worte Majaras doch bis zu ihr vor. Alynia hatte sich bereits zum Gehen gewandt, aber dieser Spott lässt sie innehalten und ihre Augen blitzen vor Zorn, als sie sich umwendet und den Blick auf Majara richtet.
"Wie bitte?" Die Worte, in mühsam beherrschtem Zorn gesprochen, richten sich an jene, auf die auch die Spitze des Stabes nun deutet.

OHH

Ohja, diese Majara benötigt wirklich Hilfe, wie man sieht. Allerdings nicht mit der Waffe, sondern eher Betreuung und lehrenden Rat.
Feledrion lehnt sich auf dem Stuhl etwas zurück. Im Falle einer Auseinandersetzung können bisweilen wenige Fingerbreit entscheidend sein. Vor allem aber kann er sich auf diese Weise sichtbar von den beiden Frauen distanzieren.
Ein Seitenblick geht auf Brinulf. Es heißt ja immer, die Geweihten hätten so großen Einfluss auf die Menschen.

JaR

Der Geweihte hebt erst eine, dann auch die andere Augenbraue, während sein Blick zuerst Majara, dann die Magierin und schließlich wieder Majara trifft. Während er eine Hand leicht abwehrend - vielleicht auch beschwichtigend - in Richtung der Magierin hebt, wird sein weiter auf Majara gerichteter Blick ernst. "War das noetig?"

MW

Den Blick zur Maga wendend und dann wieder zum Geweihten wandern lassend, kommt es eher gelassen, wenn auch einen kleinen Hauch kampfeslustig von Majara: "Pah, wir sitzen alle im gleichen Boot, Euer Gnaden. Wir müssen uns alle damit abfinden: Jede geschändete Seele schreit in den Niederhöllen unsere Namen, solange die besetzten Lande besetzt sind. Jeder götzenopfernde Bauer, jede geschändete Schankmagd, jedes greinende Kind schreit es: Wo warst du, als ich dich brauchte? Soll sie schlafen gehn." Die Stimme ist rau geworden.
Sie schluckt hart während ihr Blick beim Geweihten bleibt und meint vernehmlicher: "Aber wenn die Maga mich nochmal mit dem Stab bedroht, wandert Sie schneller ins Eisen als sie Ignifax sagen kann, wir sind hier im Horasreich und nicht auf den Silkwiesen."

JaR

"Ich denke nicht, dass sie Euch niederstrecken will", erwidert der Geweihte ruhig, "und Ihr werdet einsehen, dass Ihr eine solche Reaktion durchaus provoziert habt." Kurz huscht sein Blick zur Magierin in der Hoffnung, dass diese den Wink versteht und den Stab senkt.
"Wie Ihr selbst gesagt habt", fährt er an Majara gewandt fort, "sitzen wir im selben Boot und haben denselben Gegner. Meint Ihr nicht, dass es für diese Sache weitaus nutzbringender wäre, wenn Ihr pote... mögliche Helfer nicht schon gleich zu Beginn verb... mit Euren Worten angreifen würdet, sondern Euch die Zeit nehmt, sie erst kennenzulernen und dann zu urteilen?"

PN

Auf die Worte des Geweihten hin hebt sie den Stab an und hält ihn wieder senkrecht. 'Närrin', denkt sie sich. 'Als wäre es für die applizierten Canti im Stab von Relevanz, wie ich ihn halte!'
"Verzeiht Euer Gnaden", sagt sie dann. "Ich werde ihr kein Haar krümmen. Das werden ohnehin jene Entitäten übernehmen, über die sie so viel weiß wie eine Blinde von Farben. Danach kann sie die greinenden Kinder in den Niederhöllen trösten..." Ihre Rechte verkrampft sich im Griff um den Stab und weiß treten die Knöchel der grazilen Finger hervor, während sie darum ringt, die grauenhaften Bilder in ihrem Kopf wieder zu verbannen.

MW

Majara ignoriert die Person hinter sich vorerst, allerdings nicht deren Worte. "Sie beuteilt sich selbst, das brauche ich gar nicht machen. Euer Gnaden, bevor ich jemanden an meiner Seite weiß, die, obwohl sie von der Hilflosigkeit der Truppen überzeugt ist, lieber von ihnen fern bleibt, anstelle mit aller Kraft zu sorgen, dass sich das ändert, bevor ich jemanden hinter mir weiß, der an der treue Rondras zweifelt und den Rückzug in den Tross für die richtige Methode gegen einen übermächtigen Feind hält... Selbst meine Weyzirah macht das besser. Dann lieber allein Kinderseelen in den Niederhöllen trösten." Der eiskalte Schauer und die schmerzhaft harte Gänsehaut, die sich mit den Worten auf ihrem Körper bildet, bringt den Satz zuende.
"Und letztlich: Lieber den Falken auf der Faust als den Adler am Himmel. Lieber eine Heilerin an der Seite, die den verletzten Kameraden helfen kann, als ein Kusliker Theorie über das Besiegen aller Dämonen." Der letzte Satz klingt leiser und weitaus weniger selbstsicher als gewünscht.

PN

Ein schon ein wenig mitleidiges Lächeln legt sich auf die fein geschnittenen Züge der zierlichen Magierin, als sie die Worte Majaras vernimmt.

JaR

Bei den Worten der Magierin trifft auch diese ein warnender Blick des Geweihten, der bei der erneuten Erwiderung Majaras zu dieser zurückkehrt.
"Ich schlage vor", fährt er ruhig fort, "dass Ihr BEIDE über das nachdenkt, was Ihr gesagt habt und was Ihr der jeweils anderen vorwerft. Wenn Ihr das getan habt, dann redet noch einmal miteinander." Sein Blick geht ernst zwischen den beiden Frauen hin und her. "Vielleicht solltet Ihr das auf jeden Fall erst nach dem Schlafen tun, vielleicht morgen beim Fruehstück."

MW

Mit Schulterzucken wird der weise Rat quittiert. "Ihr werdet Recht haben. Aber ich habe das letzte halbe Jahr genügend Argumente dafür gehört, nicht dort zu sein, wo man gebraucht wird, dass ich kaum glaube, je ein Neues oder gar zutreffendes zu hören. Im Ernstfall findet man immer einen Grund, leider nicht nur Zivilisten, bei denen ich es zumindest noch verstehen kann, sondern auch bei denen, die ihren Eid auf die Krone und für die Verteidigung der zwölfgöttlichen Lande abgelegt haben.
Was hat meine Wezirah eigentlich vor?" Sie schaut sich suchend um, den Themenwechsel überspielend.

PN

Insgeheim hat sie schon gehofft und erwartet, dass die Kritik deutlicher in Richtung dieser Soldatin ausfallen würde. Aber es ist wohl kaum angemessen, die Worte eines Dieners der Allweisen als nicht weise zu bezeichnen. So erwidert auch sie: "Euer Gnaden, verzeiht diese Streitigkeiten. Ich werde mich mehr in Zurückhaltung üben." Sie deutet eine Verneigung in Richtung Brinulfs an.
"Aber die andere Partei scheint immer noch nicht verstanden zu haben, wie wichtig es ist, die Waffen zu schärfen gegen diesen Feind. Zu viele sind sinnlos gestorben und wehrlos gegen diesen Feind bereits gefallen. Auch scheint ihr der Gedanke fremd, wie schwer es sein mag, die eigene Familie in solcher Gefahr zurückzulassen, um sich selbst in sicherer Entfernung Studien zu widmen. Mögen die Zwölfe ihr wohlgesonnen sein."

OHH

Schnell hat es Brinulf geschafft, mit seinen Vermittlungsversuchen in Feledrions Achtung zu steigen. Freilich nutzt der beste Friedensvermittler nichts bei einfältigem Starrsinn der streitenden Parteien. Zeitweise ist Feledrion versucht, einen Stillezauber über diesen Tisch oder wenigstens um die unvernünftige Kriegerin zu legen. Gewiss wäre dies allemal erfolgversprechender, als sich selbst mit klugen Worten zwischen die aufgeheizten Gemüter zu stellen. Die Magierin aber zeigt immerhin mehr Reife, als ihre Jugend bisher erwarten ließ.
Leider versuchen dennoch beide weiter, das letzte Wort zu behalten. Daher sieht sich Feledrion nun doch genötigt, sich vor einer durchaus wahrscheinlichen posthinterallerletzten Äußerung nach der allerallerletzten etwas einzuwerfen: "Ein schönes Schlusswort, das nun die Umsetzung von Brinulfs Rat einleiten soll." Sein Blick und Ton würde guten Bekannten verraten, dass man soeben einen feledrionischen Wutanfall miterlebt hat. Bewegt hat er sich dabei kaum. Doch gerade deswegen mögen auch Fremde eine Ahnung von der düsteren Strenge bekommen, welche gerade jenen erfüllt, welcher die anderen drei Beteiligten gemeinsam an Jahren übertreffen dürfte.

JaR

Brinulf schüttelt bei den Worten der Magierin den Kopf. "Nein, ich werde nicht darüber richten, wer von Euch recht hat! Schlaft darüber und Ihr werdet beim Frühstück feststellen, dass Ihr beide im Grunde das gleiche wollt und nur anders anfangen wollt."
Er nickt wie zur Bekräftigung und folgt dann dem Blick Majaras, den Versuch des Themenwechsels aufgreifend: "Das kann ich Euch nicht sagen, da ich sie nicht kenne. Oder" - eine vage Vermutung, gestützt durch die Wortfetzen der letzten Minuten, drängt sich auf - "oder meint Ihr damit Vinizarah?"

PN

Die Lust auf Nachtruhe ist ihr jetzt endgültig vergangen. Mag er auch ein Geweihter der Allweisen sein - sie lässt sich doch nicht wie ein ungezogenes Mädchen ins Bett schicken. Wieder wallt eine Zorneswelle in ihr auf, die dieses mal aber nicht nur diese impertinente und unwissende Majara erfasst, sondern auch den Geweihten und selbst Feledrion streift.
Erneut neigt sie den Kopf in Richtung von Brinulf und Feledrion. "Wie Euer Gnaden meinen", sagt sie dann noch höflich und mit einer Stimme, die mit einem leicht frostigen Unterton versehen ist. Ohne die Antwort abzuwarten, dreht sie sich um und schlägt den Weg zur Treppe ein. Als ihr Blick allerdings auf den Tresen fällt, verwirft sie diesen Ansatz endgültig und lenkt ihre Schritte stattdessen in diese Richtung.

OHH

So richtig die Worte Brinulfs gewesen sind, so waren sie anscheinend auch missverständlich. Immerhin wirkt Alynia erbost darüber. Natürlich ist es denkbar, dass der Elf selbst einen verborgenen Sinn nicht erkennt.
Ihr Abgang ebenso wie der Themenwechsel lassen auf Frieden hoffen. Feledrions Blick folgt ihr nicht lange, denn alte Weggefährtinnen sind immer ein interessantes Studienobjekt.

MW

"Magier... pah." Von des Geweihten Frage aus den Gedanken gerissen: "Ja, die meine ich, verzeiht, Euer Gnaden. Wo ist sie hin?"

JaR

Auch wenn Brinulf bei Vinizarahs Verabschiedung gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt war und sie nach den Worten des Abschieds auch nicht sofort gegangen ist, sondern sich noch für einige Momente an den Gesprächen beteiligt hat, so fällt es dem Geweihten dank seines gut trainierten Gedächtnisses nicht schwer, sich an die betreffende Bemerkung zu erinnern. "Sie meinte, sie wolle kurz vor die Tür an die frische Luft gehen", beantwortet er dann die Frage.

MW

Schweigen. seufzen."Woran erkennt man, wenn jemand von Hesinde verlassen und von Noiona gesegnet wurde?" meint sie ernst und leis.

OHH

An die frische Luft... Hinreichend bemerkenswert, wenn man bedenkt, wohin sie statt dessen als erstes - und zweites - gegangen ist: zum Nachbartisch, dann in die Küche. Dies hat Feledrion trotz der nun beigelegten Unruhe am Tische am Rande mitbekommen können. Aber da es sich um eine Menschenfrau handelt, muss man daraus noch keinerlei Schlüsse ziehen.
Die Worte Majaras könnten Selbsterkenntnis und Reue vermuten lassen, nachdem man erst einmal in Erinnerung gerufen hat, auf welche Personen sie sich namentlich bezieht. Allerdings ist ebenso möglich, dass sie auf Alynia, Vinizarah oder sonstwen anspielen will. Da die Frage gewiss nicht an ihn, sondern Brinulf gerichtet ist, schweigt Feledrion und wartet so zugleich auf die Antwort auf seine eigene Überlegung. Auch Mimenspiel oder ein Tonfall können schon vieles Verraten.

JaR

Auch Brinulf ist sich nicht sicher, auf wen die Frage bezogen ist, zumal das auch einen ziemlichen Einfluss auf seine Antwort hat. "Da gibt es verschiedene Möglichkeiten", entgegnet er dann vorsichtig, "die wiederum von verschiedenen Dingen abhängen. Ihr müsst die Frage konkreter stellen und mehr über die Person erzählen, auf die sie sich bezieht."

MW

Für einen Moment ist die Soldatin zu verdutzt, zu antworten, dann räuspert sie sich und klingt anschließend, als würde sie zu einem dreijährigen Fohlen sprechen: "Von der Weyzira, Vinizarah, rede ich." Trocken auflachend fügt sie hinzu: "Bei der Maga wäre die Frage ja bereits beantwortet. Wer glaubt, weil er es schwer gehabt hat, Recht mit einer Entscheidung zu haben, dem hat der Sandsturm längst Staub durch die Ohren geblasen."

JaR

Brinulfs Blick wird bei Majaras Worten wieder strenger. "Denkt daran", sagt er dann, "nicht jeder, der eine andere Meinung hat, ist gleich von Noiona gesegnet. Selbst wenn Euch diese Meinung noch so abwegig erscheint, so dürft Ihr erst darüber ein so drastisches Urteil fällen, wenn Ihr die Hintergründe kennt und sorgfältig beurteilt habt."
Etwas versöhnlicher fährt er fort: "Was Vinizarah angeht, so kenne ich sie bereits eine geraume Zeit. Sie ist sehr sprunghaft, was ihre Ziele, Motivationen und Tätigkeiten angeht, doch solltet Ihr auch bei ihr nicht den Fehler machen, die Beobachtungen eines Abends als Grundlage für ein Urteil zu nehmen."

MW

Majaras Blick bleibt in der unendlichen Ferne hängen, dann meint sie leise zum Geweihten: "Sie ist so - von einem Lidschlag zum nächsten, jetzt rennt sie herum, vorher von einem Moment auf den nächsten tat sie so, als wären finstere Verschwörer in jeder Ecke, behandelt ihr Instrument erst wie einen engen Freund und tut dann so, als würde es sie gleich anspringen, ist erst Weyzira, dann Heilerin, dann..." Für einen Moment rauscht wieder die Einsamkeit und sehr viel Wärme durch Majaras Stimme, ohne das es ihr bewusst sein mag. Offen. Verletzlich. Voll Unverständnis und Hilflosigkeit.
Sie scheint wie aufzuwachen, und die Stimme wechselt wieder ins militärische, sachlichere. "...wieder ganz anders. Wenn Ihr sie kennt, was ist los mit ihr? Wie kann ich sie nur halten? Bei der Stange halten auf dem Weg nach Osten, meine ich. Nicht, dass sie mir wegläuft, wenn ich sie am dringensten brauche, ich werde schließlich Verantwortung für die Truppe übernehmen müssen."
Im Kopf festigt sich mit einem Mal ein klarer Gedanke, blitzlichtsgleich. Wie gut, das dunklere Haut die leichte Röte, die ihr in die Wangen schießt, verbergen hilft.

OHH

Offenbar ist Brinulf ein besserer Lehrer als Schüler. Wie er mit Majara umgeht, die den beiden anderen Frauen in Sonderlichkeit ja keineswegs nachsteht, wird mit respektvollen Blicken des Elfen belohnt. Allerdings weiß jener nur zu gut, dass ein Meister des Lehrens auch weiterhin des Lernens mächtig bleiben muss. Man wird sehen.
Doch das Gespräch führt allzu deutlich zu Vinizarah, dass auch Feledrions Gedanken sich dem nicht verschließen können. Sie wird nicht weglaufen. Doch dies zu erwidern, ist die Reihe an Brinulf dem Gefragten.

JaR

Der Geweihte überlegt kurz, ehe er antwortet. Seine Gedanken schweifen dabei in die Ferne, zu jenen Abenteuern, die er mit Vinizarah gemeinsam bestanden hat.
"Macht Euch diesbezüglich keine Sorgen", antwortet er dann mit wesentlich freundlicherer Stimme, "ich war mit Vinizarah zusammen auf mehr als einer gefährlichen Reise, und ich kann Euch versichern, dass man sich auf sie verlassen kann und sie Euch nicht weglaufen wird."
Er macht eine Pause, ehe wieder mit ernster Stimme fortfährt: "Ihr solltet Euch aber das, was ich vorhin zu Eurem Umgang mit der Magierin gesagt habe, wirklich zu Herzen nehmen. Konzentriert Euch weniger darauf, die Menschen zu halten, achtet mehr darauf, sie nicht von Euch zu stoßen!"

OHH

Das saß! Auf Feledrions schmalem Antlitz könnte ein aufmerksamer Betrachter ein feines, zufriedenes Schmunzeln erkennen. Es ist doch immer wieder recht, jedem seine Chance zu geben. Womöglich wird dies ja noch ein richtig interessanter Abend.
Aber möglicherweise ist Majara ja so davon überrascht, dass sie erst einmal in Ruhe darüber nachdenken muss. Derweil kann Feledrion seinen Blick in aller Ruhe umherschweifen lassen; für ein Gasthaus ist es hier ja recht ruhig, anders als beim letzten Besuch oder in den großen Städten.

RB

"Mein Großvater konnte eine Geschichte zu dem Spiel erzählen, sie handelte von Piraten, einem Mohajungen und einem Drachen. Aber ich kriege das Ende nicht mehr hin. Also sehen wir es einfach als Würfelspiel.
Man musste erst alle 13 Piraten herbeirufen und dann wieder loswerden. Wir schreiben einfach die Zahlen von 1 bis 13 auf und streichen sie anschließend wieder durch." Dabei deutet er mit dem Kinn auf Timshals Tafel. Er lässt den Würfelbecher im Kreis pendeln. "Man kann gleichzeitig von oben und von unten anfangen, also von 1 und 13."
Der Würfelbecher landet auf dem Tisch. Beim Aufheben erkennt man 2, 6, 4. Borgdan verzieht das Gesicht: "Damit kann ich jetzt gar nichts anfangen. Ich muss aus den Würfeln irgendwie eine 1 oder ein 13 machen können. Also entweder mit einem Würfel oder mit mehreren. Hier habe ich keine 1 und selbst wenn ich alle drei zusammen nehme, ergibt es nur 12. Also wärst Du jetzt dran. Wenn ich etwas anders gewürfelt hätte,", er nimmt einen Würfel und dreht ihn von der 4 auf die 5, "könnte ich jetzt die 13 aufschreiben und nochmal würfeln." Er sammelt die Würfel ein und würfelt noch einmal: 5, 3, 4. "Das ist ein sehr guter Wurf! Denn wenn ich alle drei Würfel zusammen nehme, kriege ich die 12, die die nächste Zahl ist, da ja die 13 schon da steht. Und es ist eine Straße, also alle drei Würfel in einer Reihe, dafür darf ich mir noch eine Zahl wünschen und nehme die 11. Hm, aber eine 10 kriege ich damit nicht hin, also würfele ich nochmal." 1, 6, 6. "Damit kriege ich auch keine 10 hin. Ich hätte die 12 und 13, aber die habe ich ja schon. Deshalb schreibe ich die 1 auf und würfele nochmal. Man darf immer weiter würfeln, solange man mindestens eine Zahl aufschreiben kann. Wenn nichts geht, ist der andere dran. Wenn man dann alle 13 Zahlen hat, muss man sie wieder loswerden, das geht aber nur von oben, man muss also irgendwann eine 13 würfeln oder eine Straße und sich die 13 wünschen. Gewonnen hat, wer zuerst alle Zahlen aufgeschrieben und wieder durchgestrichen hat. Alles klar?"

OHH

Während den anderen ferneren Geschehnissen anfänglich zumindest Seitenblicke vergönnt sind, konzentriert sich Feledrion zunehmend auf die Vorbereitung des Würfelspieles am Nachbartisch zwischen Thorwaler und Schreiber. Dank der Ruhe am eigenen Tisch bekommt der Elf jedes Wort von drüben mit. Die Regeln klingen sehr einfach - ein simples Glücksspiel, wie zumeist. Dass man auch ein wenig aufpassen muss, was man gerade gewürfelt hat, erscheint ihm so selbstverständlich, dass Feledrion es gar nicht recht als Eigenleistung ansieht.
Entsprechend wenig fasziniert ihn der eigentliche nun folgende Spielverlauf. Vielmehr beschäftigt ihn die Frage, was dieses Spiel mit Waldmenschen oder Drachen zu tun haben mag.

OB

Auch wenn er die Gedanken des Elfen am Nebentisch mit Sicherheit nicht lesen kann, so bestätigen Timshals nächste Handlungen Feledrions Eindruck: Das Würfelspiel ist nicht so schwierig, als dass es der ungeteilten Aufmerksamkeit des Schreibers bedürfte. So kann er gleichzeitig Brogdans Zahlen gewissenhaft notieren und das angefangene Gespräch weiterführen.

MW

Stilles Nicken während der Blick weiter durch die Schankstube wandert, und die Finger beginnen leise auf dem Tisch zu trommeln. "Sei es sei, Recht muss Recht bleiben... aber Ihr habt recht, ich muss wohl die Hoffnung aufgeben, das zu bekommen, was nötig ist, und mich mit dem Abfinden, was sich bietet."
Es klingt eher hoffnungslos als wütend, als sie weiterspricht: "Aber nach fast einem dreiviertel eines Götterlaufes verläßt einen irgendwann die Geduld, wenn man egal wie freundlich man ist, egal wie beschwörend, egal wie eng verbunden jemand mit Dom Bernhelm war und wieviel er vom Osten wusste, vom Gegenüber immer nur auf die gleichen Argumente und Ausreden, warum man im sicheren Westen und nicht im Kampf gebraucht wird. Als hätten wir, die Eide geschworen und waffenkundig sind, nicht unser aller Leben in Rondras und Borons Hand gegeben an dem Tag, an dem wir unsere Eide schworen." In ihren Augen glüht es mit einem Mal wieder, und für einen Moment mag der aufmerksame Betrachter die hinter den Worten liegende tiefe Überzeugung und Hingabe spüren, die die Soldatin bewegt.

JaR

Geduldig wartet der Geweihte, bis Majara von selbst wieder spricht. Ebenso geduldig lauscht er ihren Worten, um dann leise zu antworten: "Jeder, den Ihr hier im sicheren Westen anspricht, hat irgendwelche Gründe, warum er hier ist und nicht dort, wo gekämpft wird - sonst würdet Ihr ihn hier nicht antreffen können. Wenn Ihr in den Spiegel seht, so trifft das auch auf Euch zu."
Er beeilt sich, an dieser Stelle weiterzusprechen, um nicht seinerseits missverstanden zu werden. "Versteht mich nicht falsch, aber ist Eure Suche nach Kampfgefährten nicht letztlich auch ein Grund, der Euch im Moment hier hält und dafür sorgt, dass Ihr nicht direkt kämpft? Wie wollt Ihr entscheiden, welcher Grund eine Ausrede ist und welcher Grund ein wahrer Grund ist? Wisst Ihr genug, um das zu können? Wie könnt Ihr von den Menschen erwarten, dass sie Euren Grund als über jeden Zweifel erhaben anerkennen, während Ihr den Ihren nicht einmal genau kennt?" Fast schon herausfordernd sieht der Geweihte die Soldatin an.

MW

Majara wirft den Kopf etwas zurück, als sie den Geweihten anschaut. "Ich hatte einen direkten Befehl meines Capitano und des Außerordentlichen Gesandten der horaskaiserlichen Majestät, zurückzukehren und Bedeckung zu organsisieren. Und das werde ich tun. Und ich habe geschworen, dieses Reich zu verteidigen. Und jeder Krieg, der nie den Boden des Reiches erreicht, ist die beste Verteidigung."

OHH

Als das Gespräch am Tische weitergeht, velässt auch Feledrions Aufmerksamkeit die Ferne sogleich wieder. Majaras Resignation kann er nur allzu gut nachvollziehen. Bei Brinulf Worten hingegen kommt er um ein Schmunzeln nicht mehr herum. Zu gut trifft der Mensch den Kern. Unwillkürlich wird er mit einem zustimmenden Nicken belohnt.
Natürlich war die Antwort zu erwarten. Statt über die Kernaussage nachzudenken, wird sich lieber gerechtfertigt. Nicht wegen eines tatsächlichen Angriffs, sondern ob des schlechten Gewissens.
Vielleicht ist es nützlich, wenn er an dieser Stelle eingreift. "Was Brinulf wohl sagen wollte - falls ich helfen darf: Deine Gründe sind gut, aber akzeptiere auch, dass es andere für andere Menschen gibt."

MW

Der Blick Majaras, der gen Elfen fliegt, gleicht einem zynischen Eiszapfen. "Wie auch immer Elfen ihr Leben leben, es gibt einen Unterschied zwischen persönlich und wichtig. Wer andere Ziele als das Vernichten der Feinde Deres hat, wird von ihnen hinweggefegt werden. Mal abgesehen davon, dass die meisten, die ich fragte, einen Eid geschworen haben, das Reich zu schützen."

JaR

Brinulf nickt zu den Worten des Elfen, dann verzieht er wieder das Gesicht, als er Majaras Erwiderung vernimmt. "Ihr tut es schon wieder. Herr Feledrion hat wahre Worte ausgesprochen, doch Ihr bewertet nicht seine Worte, sondern nehmt den Umstand, dass er ein Elf ist, als Ausrede, dies nicht tun zu müssen."
Der Blick des Geweihten bleibt ernst, als er sich etwas vorbeugt und fortfährt. "Ihr seid eine Frau des Schwertes, Euer Weg ist der direkte Kampf. Warum glaubt Ihr, dass dies der einzige Weg ist, den Feind zu vernichten? Warum maßt Ihr Euch an, darüber entscheiden zu können? Wäre es eine Ausrede, wenn ich mich für mehrere Monde in eine Bibliothek im sicheren Westen zurückziehe, um nach Schwächen des Feindes zu suchen? Wäre es eine Ausrede, wenn ein Magier sich in seinen sicheren Turm hockt, um dort einen neuartigen Zauber gegen diesen Feind zu entwickeln?"
Er bricht ab, da weitere Beispiele die Sache kaum noch klarer machen würden und er der Soldatin vor allem auch die Möglichkeit geben will, darüber nachzudenken. In seinen Gedanken indes stapeln sich schon die nächsten Argumente.

MW

Majara schweigt und antwortet dann bedächtiger. "Das Schwert der Schwerter hat gesagt: jeder mit seinen Waffen. Forschen sollen die, die forschen, schreiben die, die schreiben, kämpfen, die dafür berufen und ausgebildet sind. Die gelehrte Dame ist es, die Veteranen der Trollpforte sind es, andere sind es. Andere sind es nicht. Nach allem, was ich über den Osten von meinem Capitano und auch dem Magister Lerano gelernt habe, versteht der Feind keine andere Sprache als geweihtes Schwert, heiligen Bannspruch und astrale Kraft. Aber vor einem muss sich jeder mit seinem Willen beugen: Wie Gareth gezeigt hat, läuft uns die Zeit weg. Wir hätten vor Vinsalt nur einen Bruchteil der Truppen gehabt und keine Stadt des Lichts. Entweder, wir werfen den Kampf ins Mittelreich und sorgen dafür, das er nie wieder zuschlägt, oder wir gehn unter."

OHH

Der Elf beschließt, die verbohrte junge Frau ohne besonderen Anlass nicht mehr in ihrer Traumwelt zu stören. Da Brinulf sich ihrer weiterhin eilfertig annimmt, muss Feledrion seine Absicht auch nicht mehr kundtun. Sein Blick geht alsbald in die Ferne. Das Wildpferd, der Kronenhirsch... die anderen... jeder auf seine Weise...

JaR

"Da wird Euch niemand widersprechen", entgegnet der Geweihte, "nur ist das nicht der Punkt, um den es hier geht. Wir sind uns wohl einig, dass jeder etwas tun sollte, nur schien mir vorhin, dass Ihr nur eine Art von Begründung anzuerkennen scheint." Sein Blick geht dabei wiederum kurz in Richtung der Theke und damit der Magierin, dann kehrt er zu Majara zurück.
"Nicht jedes an Euch gerichtete Nein ist gleich ein Nein zur Sache selbst."

MW

"Im vorliegenden Fall würde es wohl nur ein Narr trennen, glaubt mir. Sehen wir es nüchtern: Mein Capitano ist auf Befehl und Wunsch der Horas im Osten und damit wohl der Einzige dieses Reiches vor Ort mit dem notwendigen Befehlsrang. Und er braucht heute mehr denn je jede Unterstützung, die er im Kampf gegen die Finsternis bekommen kann. Und wenn im Kampf nur das Eine hilft, dann gibt es wahrlich keinen anderen Weg als sich aufzumachen und zu handeln, selbst wenn er nur von einer einfachen Soldatin erbeten wird." Sie klingt bitter.
Sie nickt zur Adepta hinüber. "Und was sie anbelangt: Wäre sie auf dem Weg nach Bethana, würde ich nichts sagen, wäre sie eine Magieforscherin, so hätte ich geschwiegen. Aber so? Ihr Reich wird sie kaum ausgebildet haben, damit sie bei uns Theorien und Analye lernt."

OHH

Ja, es wird wirklich wieder Zeit, die Sippe zu sehen. Aber einen Beschluss muss man nicht ständig wiederholen; davon wird Feledrion auch nicht schneller wieder bei ihnen sein.
Die anerkennenswerten aber sichtlich auf wenig fruchtbaren Boden fallenden Bemühungen Brinulfs so weitgehend ignorierend wie jenen Boden, schaut der Elf wieder in geringere Entfernungen - solche, die er tatsächlich mit den Augen sehen kann. Zunächst ist dies der Nachbartisch, an welchem der Schreiber wohl gerade gewonnen hat. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich man einem Sieg Ausdruck verleihen kann.

JaR

Bei den ersten Worten Majaras nickt Brinulf noch, doch gegen Ende wird wiederum ein Kopfschütteln daraus. "Wisst Ihr es wirklich?" Ernst sieht der Geweihte die Soldatin an.
"Was denkt Ihr: Wenn sie eine Magieforscherin wäre, die gerade an einem wirksamen Mittel arbeitet, das eine entscheidende Wende bringen kann - würde sie das jemanden, den sie heute zum ersten Mal getroffen hat, in einem Gasthaus irgendwo an einer Straße einfach so erzählen?"
Er weist in die Runde. "Noch dazu, wenn viele andere einfach zuhören können?" Ein fast schon entschuldigender Blick trifft dabei den Elfen.

OHH

Als wecke ihn der Blick Brinulfs aus fernen Dingen, wendet Feledrion ihm den seinen zu. Doch weder die Charakterstudie Würfelnder noch Erinnerungen an die Geschwister haben ihn völlig vom Tischgeschehen abgeschnitten. Er lächelt freundlich, gibt es doch momentan nichts, was er dem Menschen verzeihen müsste. Selbst die Vorstellung durchtriebener, eigensüchtiger, machtgieriger oder böswilliger Elfen ist diesem nicht mehr so fern wie dereinst vor einem Menschenleben in Wäldern von Sala Mandra.

MW

Majara grübelt einen Moment, wirkt etwas ertappt. Entsprechend zu vorherigem Feuer fast lahm klingt ihre Antwort, vorsichtiger im Tonfall. "Sicherlich mag dererlei phexgefälliges Versteckspiel eine Möglichkeit sein. Aber ehrlich gesagt, eurer Gnaden, sind wir nicht beide zu... klug, um zu glauben, dass der Kampf gegen die Feinde Deres im Osten durch ein großes magisches Riesenwerk gewonnen werden kann? Siebenstreich und Götterhilfe haben den Dämonenknecht besiegt, nachdem Magie ihn zurückgebracht hatte; alle die Knechte des Wahnwitzigen bauen mit ihrer Macht auf magischem Dämonenwerk.
Feuerball und Exorzismus, magische Rüstung und Schutz vor finsterere Einflüsterung. All das gibt es schon. Sicher kann es besser werden. Sicher kann nur jemand von der Front dabei helfen. Aber besiegt haben wir den Feind immer nur dann, wenn die Götter auf unserer Seite waren und wir hart darum gerungen haben. Und mit allem Respekt, nicht mit dem Buch, sondern mit Schwert und Feuer."

OHH

Die Götter. Was müssen das für Wesen sein, die sich daran erfreuen, so sehr in Anspruch genommen zu werden? Vermutlich ist es bei ihnen wie bei den Anführern oder Herrschern in Aventurien eine Machtfrage. Sie erstarken, wenn man sie verehrt. Ob es das Mandra ist, von denen ihnen abgegeben wird? Vom Nurdra womöglich auch? Das würde die kurze Lebensspanne der Menschen, Orks und Goblins erklären.
Von Majaras einseitigem Vortrag bekommt Feledrion bei diesen Gedanken nur am Rande mit, und das ist auch so gewollt.

JaR

Beim Vergleich der eigenen Klugheit mit jener der Soldatin muss der Geweihte, um die Höflichkeit zu wahren, rasch zu seinem Krug greifen, damit er sein Gesicht trinkend hinter selbigem verstecken kann. Ein Kämpfer, der auf die Idee kommt, seine Klugheit mit der eines Geweihten der Hesinde zu vergleichen - DAS ist etwas, das er bislang noch nie erlebt hat.
"Ihr wollt damit tatsächlich sagen", fragt er nach einer kurzen Pause nach, "dass all die Magier und Gelehrten, die auf unserer Seite kämpfen, entbehrlicher sind als jene, die das mit dem Schwert tun?" In den Worten liegen weder Verachtung noch Geringschätzung; sie sind eher in einem schon fast plaudernden Tonfall ausgesprochen, als säßen sie sich beide in irgendeiner Runde bei einem wissenschaftlichen Disput gegenüber.

MW

Energisches Kopfschütteln von Majara. "Nein, nein Euer Gnaden, mit keinem Wort! Jeder mit seinen Waffen und wo er am Besten wirken kann."
Leiser dann: "Es kommt mir nur nicht in den Sinn, wie ausgerechnet die, die in der Waffen- und astralen Feuerkraft ausgebildet sind, in einer Akademie oder einem gelehrten Disput besser aufgehoben sind, als im direkten Kampf vor Ort. Denn wenn es nur darum geht, dass man lernt, bessere Zauber zu finden, dann mag es doch reichen, die Forscher und Gelehrten ihr eigenes Bild vor Ort machen zu lassen und nicht die Kampfkraft von der Front abzuziehen."

JaR

Auch Brinulf schüttelt den Kopf, wenn auch aus einem ganz anderen Grund. "Wieder urteilt Ihr aus Euer Sicht heraus, ohne das Gesamtbild zu beachten. Was glaubt Ihr, wer die Kampfmagier ausbildet, die an der Front ihre astrale Feuerkraft zum Einsatz bringen? Wollt Ihr ernsthaft, dass das an der Front geschieht? Glaubt Ihr ernsthaft, ein Gelehrter ist in der Lage, sich an der Front mal eben etwas auszudenken, ohne auf wirklich alles zurückgreifen zu können, was es dazu gibt?"
Er schüttelt erneut den Kopf. "Nein. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Kampf an sehr vielen Fronten geführt werden muss und dass alle diese Fronten wichtig sind, auch wenn Ihr manche vielleicht nicht seht. Es stimmt, dass bislang noch nicht DER große Zauber gefunden wurde, der auf einen Schlag das erledigt, für das sonst Hunderte von Kämpfern monatelang in die Schlacht ziehen müssen, aber zeigt das nicht umso mehr, dass das nicht einfach so nebenher passieren kann? Wenn das gelingt, dann nur als Ergebnis von sehr aufwendigen Forschungen. Denkt Ihr nicht auch, dass es neben den Dingen, die jetzt und sofort schnell gemacht werden müssen, auch solche gibt, die lange brauchen, viel Arbeit erfordern und Ergebnis eines langen Weges sind, dem man nicht unbedingt ansieht, wohin er einmal führen mag?"

MW

Majara starrt ins Leere. "Doch Eurer Gnaden. Aber das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir so Seelen in den Griff der Niederhöllen stoßen. Ihr, ich, Sie. Diese... Magus Opi? Heißt das so? ...sind für mich näher der eitlen Täuschung als der Lösung aller Probleme. Eben weil jeder Sieg bitter erkämpft, lang vorbereitet und ausdauernd gehalten werden will.
Könnt Ihr Euch sicher sein, dass das alles nicht eine große Falle ist, die die Einigkeit und Kraft der Anhänger der 12 zu zersetzen, unsere Kräfte zu binden, damit wir abgelenkt werden? Wie sonst sollte das, was auf Gareth gefallen ist, entstanden sein, ohne das jemand es vorher erkannte? Und was, wenn der Flammenstrahl der Dame, Euer Bannfluch und mein Schwertarm die sind, die Fehlen, weil wir hier sitzen und reden anstelle zu handeln?"

OHH

Man könnte sich über Majaras Personenauswahl wundern, fehlt doch gewiss Vinizarah darin, eventuell auch Feledrion selbst. Letzteres ist aber nun gar keine Überraschung. Sie hat bereits durch ihr Verhalten gezeigt, wie wenig sie von den Elfen hält, welche in ihrer Gesamtheit möglicherweise schnell eine große Wendung brächten. Aber wofür? Wem soll man beistehen, wenn die Menschen es nicht einmal untereinander vollbringen? Mögen sie auch im Osten bedroht sein, haben sie doch allerorts genügend Zeit und Kraft für ihre inneren Kämpfe. So schlimm kann es also nicht um sie bestellt sein.
Dunkelheit und Kälte umfangen zunehmend Feledrions Geist, der einmal mehr vom Tische fortschweift. Unerfreuliche Erfahrungen, traurige Beobachtungen.
Die Älteren haben eben doch recht. Menschen ergeben sich ganz ihrer kleinen Vorstellungswelt. Als müsse jedes noch so fremdartige sprechende Wesen Aventuriens daran teilhaben und für dasselbe kämpfen oder sich am selben erfreuen. Im nebulösen Rausch einer religiösen Festwoche halten jede Feier für die eigene und erkennen den Widerspruch nicht einmal mehr, wenn auch sie gerade selbst eine andere begehen.
Der Elf schließt seine Augen. Er war zu lange fort. Zu sehr hat er den Halt der Sippe verloren. Nun darf er sich nicht selbst in düsteren Erinnerungen verlieren. Der Kronenhirsch lächelt, und Feledrion lächelt zurück.

JaR

Ein weiteres Mal ist es an Brinulf, die Stirn zu runzeln. "Habt Ihr nicht vor kurzem gesagt, dass jeder zu diesem Kampf beitragen soll? Gehört dazu nicht auch eine entsprechende Portion gegenseitiges Vertrauen? Wie könnt Ihr erwarten, dass ein Magier Euch traut, wenn Ihr derlei offen in Erwägung zieht? Wenn Ihr ihm nicht traut und das auch sagt - warum soll er Euch helfen? Ist es nicht genau diese Art von gegenseitigem Misstrauen, die unser größtes Problem ist?"

MW

Majara runzelt die Stirn. "Ich traue keinen großen Versprechungen über magische Rituale, die unser aller Probleme lösen. Und ansonsten lehrt mein... lehrt die Gegend aus der ich komme vor allem eins: Vertrauen muss man sich durch Taten verdienen. Deswegen verlange ich kein Vertrauen, nur Einsicht und Eidestreue."

JaR

Brinulf seufzt. "Seht Ihr, genau da haben wir das Problem. Jeder hat etwas anderes, das er voraussetzt. Ihr wollt Einsicht und Eidestreue, wobei sich ersteres auf Eure Sicht der Dinge bezieht und bei letzterem das zusätzliche Problem besteht, wer wem welchen Eid geschworen hat. Jemand anderes setzt auf das gegenseitige Vertrauen als Grundlage, wiederum jemand anders auf die Erkenntnisse irgendeines Gelehrten und der nächste vielleicht auf das Urteil eines anderen, dem er vertraut."
Er setzt sich etwas aufrechter und fährt dozierend fort. "Wenn man nun, wie Ihr es tut, einzig Eure Sicht anerkennt und fordert, dass die anderen es ebenfalls genauso sehen, dann stoßt Ihr sie weg. Wenn Ihr hier - und anderswo - wirklich mit Worten etwas für Euer Ziel erreichen wollt, dann rate ich Euch, auf die anderen einzugehen und ihnen das zu geben, was sie haben wollen. Vertrauen ist da sicher ein guter Anfang."

OHH

Nur für einen Lidschlag lang erwägt Feledrion, Brinulfs Worte mit einem Beispiel aus der Sicht der Elfen zu untermauern. Wer braucht dort schon einen Eid! Das Wort genügt.
Am Schluss aber muss Feledrion schmunzeln. Ob der Mensch schon gemerkt hat, dass er vom Handeln spricht, aber gar kein Geld im Spiele ist?

MW

Worte, Worte, Worte. Majaras Kopf schwirrt von aufgeweckten Emotionen, Verwirrung und wieder auflodernder Wut - und vielleicht sogar dem dumpfen Gefühl, dass er Recht und sie noch viel zu lernen hat. Und doch drängen die Worte in andere Richtung, wie im Rückzugsgefecht.
"Ihr... Jeder Lehnseid und jeder Waffeneid, egal unter welche Krone, befielt den Widerstand, da gibt es kein 'wem geschworen'. Wenn hier jeder seine eigene Sicht der Dinge zum Horas macht, dann predigt Ihr Anarchie und Wehrlosigkeit. Wie könnt Ihr sowas nur fordern. Ich verlange nur, das was Recht ist. Aber..." verzweifelt verbirgt sie ihr Gesicht in den Händen, als die Stimmte bricht.

JaR

Dem Hesindegeweihten entgeht die Verzweifelung der Soldatin keinesfalls, auch wenn er sich nicht sicher ist, ob diese Verzweifelung Resultat ihrer Lage ist, die ihr durch das Gespräch wieder bewusster geworden ist, oder ob es eher daran liegt, dass sie das Wortgefecht mit ihm verliert.
"Da habt Ihr mich missverstanden", erwidert er deutlich sanfter als zuvor, "ich predige weder Anarchie noch Wehrlosigkeit. Nein, ich sage Euch nur, dass Ihr auch andere Motive als das Eure anerkennen sollt und nicht davon ausgehen sollt, dass jeder genau das Eure teilt."

MW

"Es geht nicht um meine Wünsche und Motive!" kommt es hart, stockend und wütend hervor. "Als würden die eine Rolle spielen..." Dann bricht die Stimme, mit hastiger Bewegung wischt die gebräunte Rechte die in den Augenwinkeln blitzenden Tränen weg.

OHH

Zunächst etwas aufgeschreckt durch die schroffen Töne, richtet Feledrion seinen Rücken noch mehr in die Gerade. Dann beugt er sich mit tröstendem Lächeln etwas vor und streckt die Hand aus, sie auf Majaras Schukter zu legen. Vielleicht wird sie langsam bereit, sich helfen zu lassen.
"Verzweifele nicht, junge Menschin. Aber erschwere es auch niemandem, dir oder deinem gesuchten Freund hilfreich zu sein. Vermutlich findest du in der Nähe eher Gefährten als in der Ferne..."
Unschlüssig zieht er die rechte Braue etwas nach innen und empor. Ob diese viel zu eiligen Worte etwas bewirken werden, nachdem er ebenso wie Brinulf schon viel bessere vergeblich versucht hat? Zu schnell hat er wieder Rat gegeben statt Trost allein. Erkennt sie trotzdem die Hemmschwelle, die sie den Leuten legt?

JuR

Zu der tröstenden Berührung des Elfen auf Majaras Schulter gesellt sich ein schmeichelndes Reiben an ihrem Bein.

JaR

Auch wenn Majaras Ausbruch nicht gänzlich unerwartet kommt, so bewirkt er für einen Moment eine gewisse Hilflosigkeit bei dem Geweihten, dem logische Argumente deutlich mehr liegen als emotionale Ausbrüche.
So nickt er dem Elfen ob dessen Eingreifens dankbar zu und nickt kurz danach noch ein zweites Mal in Majaras Richtung. "Ganz genau. Und dabei spielen Eure Motive und die Motive möglicher Helfer eine zentrale Rolle."

MW

Müde und verzweifelt meint Majara rau: "Da mögt Ihr recht haben. Ich bin eine einfache Soldatin, und vielleicht hab ich tatsächlich zu sehr auf Dinge gebaut, die für mich selbstverständlich sind. Ehre, Treue, Mut."
Sie starrt ins Leere und wird aus der Tiefe ihrer Gedanken nur durch die beiden so ähnlichen Berührungen gehalten, Elf und Katze. Unbewusst lässt sie die linke Sinken, so, dass sie das Fell der Katze sucht und berührt.

JaR

"Es spricht nichts dagegen, wenn Ihr darauf baut", erwidert der Hesindegeweihte nach einer kurzen Pause. "Es spricht auch nichts dagegen, wenn Ihr anderen sagt, wie wichtig Euch das ist. Ihr dürft nur nicht den Fehler machen, bei den anderen genau das einzufordern, was Euch motiviert."
Er weist in die Runde der Schankstube. "Lernt die anderen erst kennen, versteht, was ihnen wichtig ist, und überlegt Euch dann, wie Ihr sie motivieren könnt."
Er nickt in Richtung des Elfen. "Nehmt Herrn Feledrion als Beispiel. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihm Schwüre gegenüber menschlichen Herrschern wenig bedeuten, auch mag sein Bild von Ehre anders sein als das Eure. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es vieles gibt, angesichts dessen er anderen ohne jedes Zögern zu Hilfe eilen würde." Brinulfs Blicke gehen nach dieser Äußerung zwischen Elf und Soldatin hin und her.

OHH

Brinulfs Zustimmung erleichtert den Elfen zwar ein wenig, doch letztlich kommt es auf die Patientin an, bei der sein Handeln gute Frucht tragen soll. Entsprechend sieht er ihr Zulassen der Berührung als einen großen Fortschritt an, mögen ihre Worte auch Resignation und eine kleine Spitze enthalten.
Ein bestätigendes, dann eher etwas nachsichtiges Lächeln breitet sich auf des Elfen Antlitz aus. Brinulfs Worte verraten, wie wenig er Elfen kennen kann, aber wie sehr er sich dennoch Mühe gibt. Es wäre unangemessen und ablenkend, einzelne Wörter zu korrigieren, wenn die Kernbotschaft doch trifft. Er nickt. "Im wesentlichen ist dies so richtig."

MW

Majara wirkt sprachlos. "Das heißt, Ihr sagt mir, Wahrheit und Pflicht sind bedeutungslos, weil ja jeder sowieso nur das tut, was er will, und nicht das, was die Götter selbst uns lehren? Wie könnt Ihr damit leben?" Sie starrt wieder die Maga finster an. "Wenn das im Mittelreich so ist, verdient es vielleicht nichts anderes als das heutige Schicksal, und wir ebenso."

JaR

Wieder seufzt der Geweihte. "Nein", antwortet er bestimmt, "Ihr verallgemeinert schon wieder in einer unzulässigen Weise. Wahrheit und Pflicht sind wichtig, und selbstverständlich muss das geachtet werden, was die Götter uns lehren. Nur hat ein einzelner bei weitem nicht genug Wissen, um jeden Aspekt einer Sache aus der Perspektive eines jeden anderen beurteilen zu können." Er hält kurz inne.
"An der Stelle waren wir aber vorhin bereits. Vielleicht sollte ich mein Beispiel noch sehr viel einfacher machen: Was es für Euch heißt, Eure Pflichten zu erfüllen, Eure Schwüre zu erfüllen und der Wahrheit zu dienen, das wisst ihr ganz genau. Nehmen wir nun mich als Beispiel. Wisst Ihr im Detail, was die Pflichten eines Hesindegeweihten ausmacht? Wisst Ihr, was er gerade tut und warum er das tut, welche seiner Tätigkeiten wichtig für die Göttin ist, welche weniger wichtig?"

OHH

Auch Feledrion ist trotz seiner inzwischen sehr niedrig gesteckten Erwartungen in diese Frau doch für seine Verhältnisse hinreichend überrascht, wie ein winziges Zucken der linken Braue verrät. Nicht darüber, dass sie schon wieder die Götter bemüht, statt selbst zu denken. An solches hat er sich bei den Menschen fast ein klein wenig gewöhnt; zumindest ist ihm dies nach vierzig Jahren der Beobachtung halbwegs bewusst.
Vielmehr hat er soeben erkannt, dass man auch bei Majara noch viel früher und grundlegender bei einer Begriffserklärung ansetzen muss wie zuvor bei Brinulf, als es um das Wort Handel ging. Sie scheint Pflichten sehr eng zu definieren.
Mit eigenen Beispielen hält er sich zurück, da sie das von Brinulf nur unübersichtlich verwischen würden. Weniger ist mehr, gerade wenn jemand eine schlechte Verdauung hat. So stimmt der Elf seinem Tischnachbarn lediglich zu, um ihm beizuspringen: "Ganz recht; Pflichten können sehr unterschiedlich entstehen."

MW

Majara stutzt und schaut den Hesindegeweihten dann ernst an. "Ich weiß nur das, was ich lernte. Ich weiß, dass es vordringliche Aufgabe jedes Geweihten sein wird, für das Seelenheil der Gläubigen zu sorgen und Seelen vor dem Zugriff der Verfluchten zu retten. Und die, die am unmittelbarsten bedroht ist, am ersten. Und ich kann nur hoffen und beten, dass ihr die Gebote und Weisungen der Herrin Hesinde richtig versteht und nicht irrt, hier zu sein." Sie atmet durch, und ihr Blick wird stählern, für einen Moment brennt das Feuer tiefsten Glaubens und Hingabe in ihren Augen. "Und ich erfülle nicht 'meine Pflicht', sondern die jedes Zwölfgöttergläubigen. Wenn Ihr das nicht versteht, wer dann?"

JaR

Ein erneutes Mal ist es an Brinulf, den Kopf zu schütteln. "Das sind Allgemeinplätze. Natürlich sind das die Pflichten eines Geweihten, natürlich sind jenes die Pflichten eines jeden Gläubigen. Meine Worte bezogen sich aber nicht auf diese Ebene."
Er nickt in Richtung der Soldatin. "Drehen wir mein Beispiel um. Ihr seid eine Kriegerin, Ihr versteht es, zu kämpfen. Ich als Geweihter habe davon wesentlich weniger Ahnung als Ihr. Ebenso, wie Ihr gerade die grundsätzlichen Pflichten eines Geweihten aufgezählt habt, weiß ich, dass es Eure grundsätzliche Pflicht ist, Euch denen zu stellen, die das bedrohen, das zu verteidigen Ihr geschworen habt. Nur: Ich weiß nicht, WIE Ihr das genau macht und ich würde mir auch nicht anmaßen, Euch sagen zu wollen, dass Ihr alleine mit einem Säbel in der Nacht angreifen sollt, wenn Ihr es lieber mit einer ganzen Kompanie am Tag tun würdet. Ebenso würde ich Euch nicht sagen, ob Ihr zuerst den Anführer der Gegner angreifen sollt oder vorher seine Bogenschützen unschädlich macht. Das wisst Ihr wesentlich besser als ich. Damit kann ich aber auch nicht entscheiden, ob Ihr Eure Pflicht erfüllt, wenn Ihr beispielsweise mit einer Waffe in der Hand hinter einem Gegner herlauft, oder ob es eine bessere Pflichterfüllung wäre, wenn Ihr ihn laufen lasst und statt dessen Verstärkung holt."

MW

Sie hört zu und nickt dann. "Aber ihr könnt beurteilen, ob ich aktiv am Kampf teilnehme, oder weglaufe. Und ihr habt als Hesindegeweihter andere Aufgaben als eine ausgebildete Kampfmagierin."

OHH

Feledrions erkenntnisgeborene Bestürzung drückt sich in einem neuerlichen Heben der linken Braue aus. Diese Frau ist eine radikale Eiferin, wenn sie selbst Vertreter ihrer eigenen Religion in Frage stellt. Langsam zieht er seine Hand zurück, welche ihr ohnehin so wenig bedeutet.
Wieder sind Brinulfs Worte klug gewählt. Was sollte ein Elf einer verstockten Menschin erreichen, das einer ihresgleichen nicht vermag!
Inzwischen lehnt Feledrion wieder entspannt zurück, die schlanken Hände auf dem Bauch verschränkt.
Ihre letzten Worte verraten, dass sie am Verstehen gar kein ernsthaftes Interesse haben kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr irgend jemand in diesem Hause zu helfen weiß, sinkt also weiter. Es ist wirklich ratsam, auf die Umgangsweise des Ältesten umzuschwenken und nur zu beobachten.

JaR

"Letzteres ist richtig, aber das erste nicht. Aus so einer Beobachtung heraus kann ich nicht beurteilen, was Ihr tut und ob Ihr Eure Pflicht erfüllt."
Er sieht sich kurz um, als suche er Gegenstände, die zur Verdeutlichung geeignet wären, doch dann fährt er ohne derlei fort.
"Wenn ich sehe, dass Ihr kämpft, dann kann ich daraus nicht ableiten, ob Ihr das tut, weil es dem Schutz dessen dient, was zu schützen Ihr geschworen habt, oder ob Ihr mit diesem Kampf nur einem anderen, wirklich wichtigen Kampf ausweicht und Eure Pflicht damit verletzt. Wenn ich sehe, dass Ihr von einem Kampf weglauft, dann kann ich auch daraus nichts über Eure Pflichterfüllung ableiten. Vielleicht lauft Ihr wirklich weg, aber wäre es nicht ebenso wahrscheinlich, dass Ihr loslauft, weil Euer Anführer Euch losgeschickt hat, um jemanden anderen zu warnen oder um Hilfe zu holen? Wie soll ich das beurteilen, wenn ich nur etwas sehe, aber nicht mehr darüber weiß?
Wie wollt Ihr beurteilen, ob und wie ich meine Pflichten erfülle, wenn ich in einem Gasthaus sitze und Notizen in ein Buch schreibe? Wie wollt Ihr das bei einer Kampfmagierin tun?"

MW

Stumm wartet sie die Predigt ab. "Nein, da habt Ihr wohl recht. Aber so wie ein Fisch schwimmt, und nicht in der Khom wandelt, so gehören die die Kämpfen können dorthin, wo es den Kampf braucht. Denn wer sollte es sonst tun? Auch wenn ich einräumen will, ihren Marschbefehl nicht zu kennen und nur ihr Wort zu haben. Und das spricht nicht für sie, ihr Wort meine ich."

JaR

Brinulfs Blick wird ernst, als Majara wieder Vorwürfe gegen die Magierin ausstößt. "Warum messt Ihr mit zweierlei Maß? Ihr sagt, dass die, die kämpfen können, dahin gehören, wo es den Kampf braucht. Warum seid Ihr dann hier, weit entfernt vom Kampf?"
Der Geweihte lässt diese Worte nur ganz kurz wirken, um in beschwichtigenderen Ton fortzufahren. "Weder die Magierin noch ich kennen alle Details, die Euch dazu gebracht haben, aber dennoch vertrauen wir Euren Worten der Erklärung. Warum könnt Ihr das bei anderen nicht auch tun?"

OHH

Seiner schier überwältigenden Belustigung über Brinulfs entlarvende Worte lässt der Elf freien Lauf - und schmunzelt fein.
Sich selbst zu widersprechen, ist eine weitverbreitete und höchst beliebte Freizeitbeschäftigung unter den Menschen. So einfach und ernüchternd ist die Antwort auf Brinulfs Frage. Diese Erkenntnis Feledrions hat sich in den letzten Jahrzehnten leider nicht mehr wesentlich geändert. Natürlich gibt es immer auch Ausnahmen, die jeder Mühe wert sind.

MW

Etwas eingeschnappt antwortet Majara: "Ich habe einen direkten Befehl dazu bekommen, mit Brief und Siegel. Mit der Begründung würde ich nichts sagen. Aber die gelehrte Dame hat ja offen zugegeben, dass sie sich hinter Akademiemauern wohler fühlt als in ihrer Profession. Was das Vertrauen angeht: Verzeiht, aber wenn Ihr in den letzten Monden so viele fadenscheinigen Ausreden gestandener Recken oder solcher, die ihr dafür hieltet, gehört hättet wie ich, wäret Ihr auch weniger... geneigt, derelei Worte einfach für bare Münze zu nehmen."
Sie erhebt sich leicht, den Kontakt zu Katze nur unwillig aufgebend. "Soll ich Euch etwas zu trinken mitbringen?"

OHH

Man muss Hilfe auch wollen und annehmen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Befragten keinen solchen Eindruck von Majara bekamen oder sie dem einen oder anderen eine Mitwirkung höchstselbst unmöglich machte.
Auf ihre Frage hin jedoch hebt Feledrion nur ablehnend die Hand, mag diese nun auch an ihn gerichtet sein oder nicht.

JaR

"So einfach ist das nicht", erwidert der Geweihte. "Wie ich bereits sagte, genügt mir für Eure Motivation Euer Wort, da benötige ich keinen schriftlichen Nachweis. Nur solltet Ihr den Worten der anderen eine solche Beachtung ebenfalls schenken. Ich war vorhin zwar abgelenkt, aber soweit ich es mitbekommen habe, hat die fragliche Magierin sehr wohl für die gleiche Sache gekämpft und will das auch weiter tun, nur eben auf dem Weg, den sie gewählt hat, nicht auf dem, dem Ihr folgt - aber das haben wir ja schon sehr ausführlich beredet."
Er hält kurz inne, um sich der nächsten Aussage, die ihn gestört hat, zu entsinnen, und fährt dann fort. "Was die Mauern einer Akademie angeht, so muss ich Euch sagen, dass auch ich mich hinter solchen Mauern oder denen einer Bibliothek wohler fühle als an manch anderen Orten, aber das trifft wohl auf viele Gelehrte zu. Nur, wie Ihr gesehen und gehört habt, hält das weder sie noch mich davon ab, jene Mauern dennoch zu verlassen und Dinge zu tun, die getan werden müssen. Das könnt Ihr ihr also wirklich nicht vorwerfen! Im Gegenteil, gehe ich recht in der Annahme, dass auch Ihr Euch beispielsweise hier im Gasthaus wohler fühlt als auf einem Schlachtfeld?"
Auf die im Raum stehende Frage nach etwas zu trinken geht Brinulf nicht weiter ein, so dass man fast vermuten könnte, er hätte sie nicht gehört, oder schlimmer, vergessen.

JuR

Die Katze, die sich bis eben an Majaras Bein geschmiegt hat, die Ohren aufmerksam aufgerichtet, springt mit einem Satz auf den von der Soldatin verlassenen Stuhl. Fast wirkt es so, als wolle sie diesen für sie freihalten oder an ihrer statt besetzen - oder einfach nur die auf der Sitzfläche verbleibende Restwärme nutzen.

MW

Ihr Zögern ist nur kurz, aber da. "Nur dass es für einen Soldaten und jemanden, der im Dienst seines Lehnsherren steht, nicht mehr darum gehen sollte, was er mag oder nicht. Und soviel Bildung habe ich, zu wissen, dass jene Maga mit ihrem Abschluss Teil der Truppen des Mittelreiches ist und nicht einfach irgendeine Zauberwirkerin, die nach Lust und Laune entscheidet, wo sie grade wirken möchte. Also nichts zu Trinken für Euch?"

OHH

Die groteske Vorstellung, jemandes Absichten oder Gründe über irgendwelche Schriftstücke zu prüfen, nötigt dem Elfen ein feines Schmunzeln ab. Nur zu gut weiß er um die Geduld von Papier, was gegenüber Menschen ja auch für andere eine notwendige Eigenschaft ist.
Um so erfreulicher das Erscheinen einer gewiss zugänglicheren Tischgesellschaft, mag diese auch noch weitgehend hinter Tischkante und Gehender verborgen bleiben.
Dem Gespräch mit seinen immer mehr nur auf menschliche Belange bezogenen Themen vermag Feledrion kaum noch zu folgen.

JaR

"Warum legt Ihr diese ihrer Worte auf die Goldwaage und ignoriert die anderen, die davon künden, dass sie sehr wohl ihre Pflicht in diesem Krieg erfüllt hat? Was hat die Tatsache, dass sie sich hinter Mauern wohler fühlt, mit ihrer Pflichterfuellung zu tun? Ich hoffe für Euch, dass auch Ihr Euch hinter Mauern wohler als auf einem Schlachtfeld fühlt, aber das steht hier nicht zur Diskussion, denn weder Krieg noch Pflichterfüllung haben etwas mit Wohlfühlen zu tun - für niemanden. Fakt ist, dass sie Ihre Pflicht erfüllt hat, und solange Ihr nicht wisst, was sie in der nahen Zukunft genau tut, könnt Ihr ihr ihre Verweigerung, Euch direkt zu helfen, nicht als Pflichtverletzung vorwerfen."
Er hält nach diesen leidenschaftlich vorgetragenen Worten inne, zögert kurz, und ergänzt dann: "Wenn Ihr so freundlich seid, könnt Ihr mir einen Becher Wein mitbringen. Zu dem, was Ihr Euch zu holen gedenkt, lade ich Euch ein." Ungeachtet der Härte, die teilweise in den Argumenten des Geweihten lag, liegen Wärme und Freundlichkeit in diesen Worten.

MW

Ein harter Zug liegt um Majaras Mund. "Als wäre der Krieg vorbei! Die sturmtosende Herrin lehrt uns doch nicht umsonst, dass der Kampf nicht endet. Wenn wir alle unsere Pflicht schon getan hätten, wäre der Osten befreit und alle Reiche sicher." Sie schüttelt den Kopf, wie um die Gedanken zu klären, und macht sich dann endgültig auf den Weg zur Theke. "Aber seid bedankt für die Einladung; den Wein bringe ich Euch gern mit."

OHH

Fast betrachtet Feledrion es als eine Erfrischung, die Soldatin abziehen zu sehen. Auch noch so gleichmütige Elfen brauchen hin und wieder eine Pause vom Wahnsinn.
Dass sie sich so schwer damit getan hat, wundert ihn nicht. Zweifellos hat sie der Rechtfertigungsdrang so lange von ihrer Flucht und dem, was sie sonst noch zu tun gedenkt, abgehalten.
Unwillkürlich wird dem verbliebenen Tischnachbarn ein Seitenblick zugeworfen.

JaR

Da Majaras Weggehen verhindert, dass er ihr antwortet, schüttelt der Geweihte nur den Kopf, denn Hinterherrufen wäre nicht nur unhöflich, es gehört schlicht zu den Dingen, die er nicht tut. Sein "So habe ich das aber nicht gesagt" bleibt darum eher leise und auf den Tisch beschränkt.

OHH

Ein mitfühlendes Lächeln des Elfen ist die erste Antwort auf die eigentlich nicht an ihn gerichteten Worte. Leicht neigt er dabei den Kopf noch mehr zu Brinulf hin.
"Sie hält sich mit aller Gewalt in einer Stimmung, die sie noch auf unbestimmte Zeit alles bevorzugt falsch oder doch zumindest in ihrem Sinne verstehen lassen wird. Bis dahin widmet man sich besser anderen Dingen."

JaR

"Da habt Ihr vermutlich recht." Brinulf antwortet ein wenig zögernd, während sein Blick noch bei der zur Theke gegangenen Soldatin verweilt. "Es fällt mir nur schwer, mit anzusehen, wie sie mit solcher Sturheit ihrem eigentlich hehren Ziel sehr viel mehr schadet als nutzt."

OHH

"Gewiss", nickt Feledrion sanft, wobei die Lider die Bewegung kurz fortzusetzen scheinen. "Man muss nur überlegen, ob man denn irgend etwas bei ihr erreichen kann. Es sei denn, man möchte sich nur im Argumentieren üben. Wird man ihr oder ihren Opfern mit irgendeinem Wort helfen? Oder vielleicht ihren Starrsinn nur anfachen?"
Er wendet seinen Blick ebenfalls zum Tresen. "Man wird sehen."

JaR

"Ja, man wird sehen", wiederholt der Geweihte die Worte des Elfen, "denn starrsinnig ist sie in der Tat. Es ist sicher nicht das erste Mal, dass sie eine solche Reaktion erlebt, und vermutlich ist es auch nicht das erste Mal, dass jemand versucht, es ihr zu erklären. Aber warum versteht sie nicht, dass es ihrer Sache so sehr schadet?"
Brinulf schüttelt bei diesen Worten den Kopf, denn Widerstand gegen eine wirklich einleuchtende Logik ist etwas, das ihm vollkommen fremd ist.

OHH

Feledrion schmunzelt mitfühlend. Auch er musste lange lernen, dass Logik zwar allgegenwärtig ist, bisweilen von Menschen aber bewusst vermieden wird. Grundsätzlich zum eigenen Schaden, versteht sich, oft genug allerdings auch zu dem anderer.
"Weil sowieso immer die anderen Schuld sind, zum Beispiel..."

JaR

"Möglich", entgegnet Brinulf, "aber ich würde dennoch erwarten, dass sie lernfaehig ist." Ganz überzeugt klingen die Worte indes nicht, muss er sich doch immerhin eingestehen, dass es um eine einfache Soldatin geht, deren Ausbildung sich sicher auf Kampftechniken beschränkt.
"Vielleicht sollte ich den Versuch, sie zu belehren, einfach aufgeben."

OHH

Wiederum schmunzelt Feledrion. "Vielleicht. Gewiss ist es auch immer eine Frage der Zeit und der Gelegenheit. Lernfähigkeit hängt auch von der Bereitschaft ab. Diese mag ansteigen, wenn sie lange genug über bisheriges nachgedacht hat, um weiteres bei dir - oder sonstwem - anzufragen."
Sein Blick schweift am Nachbartisch mit der hinzugetretenen weißhäutigen Magierin vorbei wieder zum Tresen hinüber.

JaR

"Ich weiß nicht, ob es nur eine Frage der Bereitschaft zum Lernen ist. Davor muss die Einsicht kommen, dass es ein Problem gibt, und genau an der Stelle habe ich meine Zweifel."
Der Geweihte seufzt kurz. "Vielleicht überfordern wir sie aber auch nur."

OHH

Majara und die sich drüben hinzugesellende nasse Magierin halbwegs vergessend, schaut Feledrion wieder auf Brinulf. So nah und doch so fern. Auch zu einer solchen Erkenntnis ist eine grundsätzliche Bereitschaft vonnöten, aber es ist nicht dies der Grund, weswegen jene Worte an denen des Elfen nichts ändern.
"Würde sie so viel lamentieren, wenn sie sich keines Problems bewusst wäre? Die Mauern, welche sie selbst errichtet hat, kann ihr niemand ohne ihre Hilfe einreißen."
Seine Braue zuckt etwas empor. Vinizarahs Lachen ist von draußen zu hören. Es wirkt erfrischt, aber gewiss nicht ob des Regens. Lediglich eine vage Intuition lässt Feledrion ein wenig unwohl bei diesem Klange sein. Doch durch Wand und Regenrauschen hindurch mag sich auch das feine Gespür täuschen.

JaR

"Da mögt Ihr recht haben", bestätigt Brinulf den Gedanken. "Ich denke, ich werde das Thema für heute einfach ruhen lassen, denn sie sollte nun genug zum darüber nachdenken haben. Wenn es sich ergibt, kann ich es ja morgen früh noch einmal zur Sprache bringen."

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Redaktion und Lektorat: OHH 2009