Völkerverständigung II

Autoren: Antje `AMi' Steinborn, Iris Schischmanow, Oliver H. Herde, Werner Skibar und andere

OHH

Zunächst sticht die Zeichnung eines Gesichtes ins Auge. Anstatt den Text daneben zu lesen, überlegt Feledrion erst einmal, ob er es schon irgendwo einmal gesehen hat. Obwohl er zu gegenteiligem Schlusse kommt, schaut er dann doch noch, was dort steht, mag es ja sein, er trifft jene Person in der Zukunft.
Ein unübersehbarer Ausdruck des Erstaunens überzieht sein Antlitz, gefolgt von einem überraschten Grinsen. DAS soll Al'Hamar sein!?
Von diversen `weltlichen und geistlichen Verbrechen und Vergehen' ist die Rede. Nun, so gut kennt Feledrion den Gesuchten ja nicht, als daß er die Wahrscheinlichkeit dieser Behauptung beurteilen könnte. Aber das interessiert ihn auch nicht.
Das Bild des viergeteilten Wappenschildes im unteren Teil hingegen ist nicht nur außerordentlich detailliert, sondern auch gut getroffen. Genau dieser Schild lief heute Morgen aus dem Stall!
Die in Aussicht gestellten Belohnungen wecken keine Begierden in dem Schwane, auch möchte er sich nicht gern in einen Zank um Menschenbesitz einmischen. Andererseits scheint es sich hier um ein besonders liebgewonnenes Stück zu handeln. Wenn der Eigentümer so sehr daran hing, wie ein Elf an seinem Seeleninstrument - und solches ist Feledrion schon begegnet - sollte man ihm helfen, den Schild zurückzuerhalten.
Allerdings sagt Feledrion der Name Gunther ebensowenig wie ein Ort namens Solstono. Die Wirtin wird es wissen.
Türschlagen läßt ihn entnervt zusammenzucken. Ist es den Menschen noch immer nicht laut genug?
Ach, die Frau steht ja gerade bei Gudelne! Eilig tapst er hinüber.

IS

Immer noch ein Liedchen vor sich hinbrummend, flickt Gudelne gedankenverloren ihren Handschuh. Als sie auf einmal angesprochen wird, zuckt sie zusammen und piekt sich mit der Nadel in den Daumen. "Verdammt!" Dann sieht sie auf und sieht Sarina. Krampfhaft versucht sie sich zu erinnern, was Sarina wohl gesagt hat. `Hoffentlich bekomme ich nun mein Essen', denkt Gudelne sich.
"Gute Frau, ich wäre sehr dankbar, wenn ich jetzt mein Essen bekommen könnte." Hoffnungsvoll schaut sie die Köchin an. "Und vergeßt nicht das Ferdoker!" fügt sie hinzu.

OHH

`Je später der Nachmittag, desto lauter die Gäste', denkt sich Feledrion, als eine gerüstete Frau hereinpoltert und herumkrakehlt. Allerdings hat er sich nicht nach dieser umgedreht, da er nicht die Wirtin davonrennen lassen möchte.
Etwas seltsam klingt die Antwort der Zwergin schon in Sarinas Ohren. Aber da sie sich soeben verletzt hat, ist das wohl kein Wunder. Allerdings sieht es nicht so aus, als gäbe es eine Wunde zu behandeln. So nimmt sie Speis und Trank vom Tablette, welches der kleine Gast in seiner Verwirrung offenbar übersehen hat. "Guten Appetit!" wünscht sie und will schon wieder davonrennen, als sie beinahe gegen Feledrion prallt.
"Auf ein Wort!"
Wird der Elf also endlich etwas bestellen, nachdem er seit gestern Abend am und im Gasthaus herumlungert, alles vollsandet, seine Schuhe herumliegen läßt, Tiere zum Lärmen animiert und barfuß herumtappert!?
Sarinas Erwartung wird enttäuscht, als der Elf sich nur erkundigt: "Sag, wo liegt dieses Solstono, wo man den Schild abgeben soll, wenn man ihn gefunden hat?"
Der Blick der Köchin läßt offen Erstaunen erkennen. Dieser wandelnde Spargel hat den Schild? Allerdings sieht sie letzteren nirgends, und das Spitzohr wirkt überhaupt, als wisse es nicht recht, wovon es redet. Und außerdem interessiert Sarina die ganze Angelegenheit nicht im Mindesten. "Frag den Herzog! Jener in Rüstung." Nachdem sie fahrig zum Nebentisch gewiesen hat, eilt sie in Richtung des kleinen Tisches davon.

IS

Gudelne schaut etwas verwirrt, als Sarina das Essen vor ihr abstellt: "Ach, da ist es ja schon. Hatte ich völlig übersehen. Vielen Dank, gute Frau!"
Dann verfolgt sie amüsiert das Gespräch zwischen Feledrion und der Köchin. `Von welchem Schild reden die denn? Ich werde mir mal den Zettel anschauen...' denkt sie sich, während sie die Gabel mit einem Stück Fleisch in den Mund schiebt. Auf einmal leuchten ihre Augen; `aber erst, nachdem ich dieses wunderbare Mahl verzehrt habe.' Mit einem Heißhunger fällt die Zwergin über die Ochsenkeule her und schaufelt unglaublich große Bissen in ihren Mund.
Als sich Feledrion nach Solstono erkundigt, versucht Gudelne sich mit halbvollem Mund in das Gespräch einzumischen: "Ffffolfffono ifff die Fffftrafffe lang nach Offften." Dann fällt ihr ein, daß dieser Beitrag sicher nicht besonders hilfreich war, und schluckt den Bissen schnell hinunter. "Solstono ist die Straße lang Richtung Osten", wiederholt Gudelne und blickt dabei dem Elfen treuherzig in die Augen.

OHH

Welch rasanter Bewegungsweise sich diese Wirtin bedient! Eigentlich wollte Feledrion sie auch noch nach Tanit fragen, aber sie gibt ihm nicht einmal Gelegenheit für ein Danke!
Konsterniert wendet er den Blick auf Gudelne. "Aha!" Gleitend läßt er sich Gudelne gegenüber nieder, wobei ihm unwillkürlich in den Sinn kommt, er hat inzwischen alle Plätze des Tisches ausprobiert, außer dem ihren, auf welchem gestern Tanit saß. Aber das wird die Zwergin kaum interessieren.
"Warum wohl soll ich Herzog fragen? Ob es sein Schild ist?"

IS

"Herzog? Schild?" fragt Gudelne sichtlich erstaunt. "Hat das was mit dem Zettel zu tun, der dort" - sie zeigt mit der Gabel in den Schankraum - "hängt?" Dann besinnt sie sich auf das Gespräch Feledrions mit der Köchin: "Warum willst du eigentlich wissen, wo Solstono liegt?"

OHH

Ein sanftes Lächeln legt sich über Feledrions Antlitz. "Wegen Herzog und Schild. Letzteren sah ich heute Morgen davonlaufen. Herzog scheint ihn sehr lieb gewonnen zu haben, daß er öffentlich um Mithilfe bei der Suche bittet. Vermutlich wohnt er in Solstono oder kennt dort jemanden."

IS

Die Zwergin nimmt einen tiefen Schluck aus ihrem Becher, um damit den Bissen, den sie gerade im Mund hat hinunterzuschlucken.
"Welcher Herzog?", fragt Gudelne, nachdem sie das Bier wieder abgestellt hat. `Und wieso kann ein Schild laufen?' überlegt sie verwirrt. "Was genau meinst du wenn du sagst, daß der Schild laufen kann? War da etwa Magie im Spiel?" Mißtrauisch sieht sie sich nach allen Seiten um und fährt im Flüsterton fort: "Vielleicht hat jener Herzog ja einen Kobold verärgert. Die können ganz schön hinterlistig sein, wenn es gilt, jemandem eins auszuwischen."

OHH

"Das kann ich nicht beurteilen, sah ich doch nur die Beine..." erwidert Feledrion, als der Wirt herantritt.

AMi

Tesden stellt die Kerze vor Gudelne auf dem Tisch ab. In eine Gesprächspause hinein wendet er sich an die Zwergin: "Die Götter zum Gruße. Was wünscht Ihr?"

IS

"Du sahst nur die Beine? Seltsam! Weißt du vielleicht auch, wo diese Beine den Schild hingetragen haben? Ich würde mir den Schild zu gerne mal ansehen..."
Als der Wirt herantritt und nach ihren Wünschen fragt, zaudert Gudelne einen Moment, bevor sie sich wieder an Feledrion wendet: "Sag, kann ich dir eine Runde spendieren? Wie wäre es mit einem Tee? Oder trinkst du etwa etwas Stärkeres?
Ingerimm zum Gruße, Herr Wirt. Wie Ihr sehen könnt, hat mich Eure Köchin schon mit einem Mahl versorgt. Allerdings sind Eure Bierkrüge etwas klein geraten", sagt Gudelne, mit einem fröhlichen Grinsen auf ihren leeren Krug deutend. "Hoffentlich habt Ihr noch mehr Ferdoker in Eurem Keller; ein Premer Feuer wäre mir auch recht, wenn Euch das Bier ausgeht." Als der Wirt die Kerze auf den Tisch stellt, hält sie ihre Hände drüber, so als wolle sie sie wärmen, dabei darauf achtend, daß sie der Flamme nicht zu nahe kommt. "Ach", seufzt sie, "was für eine Wohltat an so einem ingerimmverlassenen Tag wie diesem."

OHH

Feledrion nickt auf Gudelnes Angebot hin: "Gern auch einen stärkeren Tee, wenn du meinst."

IS

Schmunzelnd erwiedert Gudelne: "Also einen etwas `stärkeren' Tee." Dann wendet sie sich wieder ihrem Essen zu.
Als das Kind das Gasthaus betritt, mustert Gudelne es eindringlich und schüttelt dann mißbilligend den Kopf. "Es ist kaum zu glauben, daß die Menschen ihre Kinder unbeaufsichtigt auf Wanderschaft ziehen lassen. Wir Zwerge kümmern uns besser um unsere Kleinen!"
Dann wendet sie sich Feledrion zu: "Wie ist das eigentlich bei euch Elfen?"

AMi

"Im Lieblichen Feld trinkt man nicht aus Eimern," entgegnet der Wirt halb ernst, halb scherzhaft, aus den Augenwinkeln den Wink der Magierin wahrnehmend. "Ein Ferd und ein Feuer, sehr wohl. - Und ein Tee, stark. Sollt Ihr bekommen," bestätigt er Zwergin und Elf noch einmal, um sich dann mit einem Nicken zum großen Tisch zurückzuziehen.

OHH

Kaum, daß der Wirt forteilt, fällt dem Elfen wieder ein, er wollte ihn ja etwas fragen! Über seine eigene Zerstreutheit verduzt, klatscht er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Aber das ist ja auch kein Wunder, bei all dem Lärm und all den problembehafteten Menschen, denen zu helfen es Feledrion ein seltsam inniges Bedürfnis ist!
Egal, der Wirt wird ja in Kürze noch einmal am Tische erscheinen. So dringend ist es ja nicht.
So wendet der Schwan seine Aufmerksamkeit wieder der Zwergin zu. "Gewiß, auch bei uns bleiben die Kinder lange in der Familie, denn ihre Kindheit ist lang und ihr Leben ist lang im Angesicht eines Menschen. Doch man darf sie nicht zu sehr behüten! Spielen ist Lernen!"
Nun blickt er erstmals zu der Kleinen hinüber, auf die Gudelne ihre Frage bezog. Für einen winzigen Moment streiten sich seine Augen und sein Gespür für das Mandra, seine Ratio und seine Intuition, was er davon halten soll. Aber schnell sind sie einander schlüssig, und er kehrt zur Fragestellung zurück: "Immerhin ist nicht auszuschließen, daß jenes Mädchen Familie in der Nähe hat. Und was heißt schon besser kümmern!"

IS

"Bei uns Zwergen bleiben die Kinder so lange in den heimatlichen Höhlen, bis sie das 35. Lebensjahr vollendet haben. Erst dann gelten sie als erwachsen und erfahren genug, um nicht mehr den Schutz der Sippe zu brauchen. Du hast recht, Menschen leben nicht so lange... Allerdings scheint mir das Kind doch sehr jung zu sein," überlegt Gudelne. "Vielleicht sollte sich jemand ihrer annehmen!" sinniert die Zwergin in einem Anflug von Mütterlichkeit.
Auf Feledrions Vermutung, die Kleine könne ja Familie in der Nähe haben, schüttelt Gudelne leicht den Kopf. "Ich habe lange genug unter Menschen gelebt, und die dort" - mit einem Finger zeigt sie auf das Mädchen - "macht auf mich den Eindruck, als sei sie auf sich selbst gestellt."
Nach einer kurzen Pause, in der Gudelne angestrengt nachzudenken scheint, fährt sie in einem scherzhaften Ton fort: "Was hältst du davon, wenn wir uns der Kleinen annehmen und sie an unseren Tisch einladen? Ich bin mir sicher, daß auch du sie gerne kennenlernen möchtest."

OHH

Das Gesicht des Elfen deutet an, ihm will die feste Regelung der Zwerge nicht recht behagen. Doch er schweigt dazu, weiß er doch zu wenig über die genauen Umstände, die ihn ohnehin nichts angehen.
"Lieber, als manch anderen hier. Doch ich hoffe oder erwarte nichts, so werde ich nicht enttäuscht. Gewiß, sie sieht einsam aus, aber vielleicht ist dies ihr Wunsch. Allerdings wissen wir dies erst, wenn wir gefragt haben."
Zur Theke hinüberblickend, lächelt er versonnen. "Das Kätzchen erinnert mich an ein Äffchen, welches gestern hier war..."

IS

Nachdem Gudelne bemerkt, daß der Elf während ihrer Ausführungen das Gesicht verzieht, schweigt sie erst mal. `Was hat er nur? Na ja, er ist eben ein Elf, da muß man tolerant sein', denkt sie sich, wobei ein leicht überhebliches Lächeln ihren Mund umspielt.
Allerdings scheint er nichts dagegen zu haben, die Kleine an ihren Tisch einzuladen. Also erhebt sie sich von ihrem Sitz und begibt sich zur Theke, wo das Mädchen inzwischen eine Unterhaltung begonnen hat.

OHH

Aufmerksam und geduldig folgen Feledrions Blicke der Zwergin zum Tresen.

IS

Gudelne beobachtet eine Weile das Chaos an der Theke. Dann entschließt sie sich, das Mädchen anzusprechen: "Na meine Kleine, du bist ja ganz schön naß geworden. Ist ja auch kein Wunder bei diesem Wetter; bei Ingerimm! Wie wäre es, wenn du dich an meinem Tisch etwas ausruhst und dir von der Köchin eine Mahlzeit bringen läßt? Ich wette, du kannst etwas Warmes im Magen vertragen," sagt sie in einem eher mütterlichen Ton. Nach einer kurzen Pause fügt sie hinzu: "Ich bin übrigens Meisterin Gudelne aus Xorlosch", wobei sie dem Mädchen erwartungsvoll die Hand entgegenstreckt.

WS

Kaum haben sich die Wogen des Chaos wieder geglättet, wird Marlit angesprochen. Sie hört die Worte wohl, versteht auch deren Sinn, doch ein Bild aus vergangenen Zeiten macht sich in ihrem Geiste breit...
Ihr `Großvater' saß am Bett, hielt ihre kleinen Hände. Dann erzählte er weiter: `Und diese kleine bärtige Gestalt, die du heute gesehen hast, das sind sogenannte Höhlenkriecher. Sie wohnen in Höhlen, tief unter der Erde. Nur ab und zu kommen sie herraus, und gehen auf Wanderschaft. Aber ich verrate es dir - das machen sie nicht ohne Grund - denn in der Nacht dringen sie in die Häusern der Menschen ein, und rauben deren Kinder. Stattdessen lassen sie ihre eigenen zurück, die sich zu wahren Plagegeistern entwickeln. Und die armen Menschenkinder bringen sie in ihre Höhlen, wo sie dann für sie arbeiten müssen - tagaus, tagein müssen die Armen im Dunklen Gestein abbauen, bis ihre Hände bluten...!'
In dieser Art waren seine Erzählungen gewesen. Sicherlich, jeder gereiste Abenteurer hätte sich den Bauch vor Lachen gehalten, was der alte Mann für einen Unsinn erzählt. Aber er wußte es einfach nicht besser - woher auch? - er war kaum weg gewesen, hatte sich sein Leben lang nur an alten Geschichten und Berichten orientieren können, die sich nun im Alter auch noch vermischten.
Kein Wunder also, daß Gudelne aus Xorlosch im Blick der Kleinen nicht nur bloßes Staunen, sondern auch etwas wie Furcht zu lesen vermag.
"Ich... ich... ich bin Marlit!", stottert das Mädchen, und erwidert zögernd den Händedruck - schließlich hat ihre Mutter ihr gelehrt, höflich zu sein. Plötzlich fühlt Marlit sich so schlecht - ach, wäre sie doch im Regen geblieben! Was soll sie nur machen?

OHH

So freundlich Gudelnes Ausdruck auch ist, als sie das Kind an den Tisch einläd, irgend etwas stimmt da nicht. Die Kleine wirkt so erschrocken, als wolle die Zwergin sie auffressen! Das kann doch unmöglich nur in deren tiefer Stimme begründet liegen! Was mag Gudelne nur Ungeschicktes gesagt haben? Doch dann ahnt Feledrion langsam, das Kind hat noch nie einen Zwergen gesehen. Dennoch eine ungewöhnliche Reaktion!

IS

Als das Mädchen auf einmal bleich wird, fragt Gudelne besorgt: "Du meine Güte, wie blaß du bist! Du bist doch hoffentlich nicht krank? Komm, ich spendiere dir einen stärkenden Schnaps und eine warme Suppe", bietet sie in einem Anflug von Großzügigkeit an. Plötzlich entsteht vor ihrem geistigen Auge ein beunruhigendes Bild: Ein magerer Jüngling, der kaum älter als Marlit sein kann, mit einem halbvollen Becher Wein, der schon nach wenigen Schlucken so betrunken war, daß Gudelne ihm auf sein Zimmer helfen mußte.
Hastig verbessert sie sich: "Vielleicht lieber doch nur einen stärkenden Kräutertee und etwas Suppe. Du bist wahrscheinlich noch zu jung für etwas Kräftigeres."

WS

Marlit betrachtet wie hypnotiesiert die Zwergin. Der erschrockene Gesichtsausdruck ist jetzt doch etwas der Neugier gewichen - es muß die Lage ihrer Stimme sein, die Milde darin, die Sorge, die eine Erinnerung an ihre Mutter leicht zum schwingen bringt. So nett hatte schon lange keine Erwachsene mehr mit ihr geredet.
Ausserdem - DIESES Angebot - ein warme Suppe! Das kann Marlit nicht ausschlagen! "Bitte ja!" antwortet sie schüchtern und verzagt.

IS

`Na bitte, es geht doch!' denkt Gudelne und schmunzelt, als Marlit ihre Einladung annimmt. Dann sieht sie sich nach der Köchin um und sagt: "Gute Frau, bringt doch bitte einen Tee und einen Teller Suppe an meinen Tisch. Setzt es auf meine Rechnung."
Dann wendet sie sich wieder Marlit zu: "Na dann komm mal mit! Ich sitze da drüben", sagt sie und fuchtelt mit einem Arm in Richtung der anderen Ecke des Gasthauses.

WS

Marlit blickt hinüber - sie wäre lieber hier geblieben, an der Theke - da ist es sicherer. Dort sitzt ja auch noch der Spitzohrige. "I... Ist... ist er wirklich ein Walddämon?" fragt sie leise die Zwergin.
Bei allen Zwölf, worauf hat sie sich hier nur eingelassen? Aber nachdem sie die letzten Tage einfach nichts Vernünftiges gegessen hat, kann sie die Einladung ausschlagen fast nicht - und viellicht stimmt es ja auch nicht, was ihr Großvater gesagt hat. `Das mit Papa hat ja auch nicht gestimmt.'

OHH

Ganz offensichtlich hat das Mädchen auch noch nie einen Elfen gesehen! Dieser verstörte Blick, den sie herüberwirft!
Feledrions ohnehin schon ziemlich entspanntes Antlitz beginnt, einen vollendet friedvollen Ausdruck anzunehmen, dem Kinde die Angst zu vertreiben.

IS

Bei dieser Frage dreht sich Gudelne ruckartig herum und ihre Hand fährt zum Kriegshammer: "Wo ist ein Dämon?" fragt sie aufgeregt. Hinter sich sieht sie aber nur die friedliche Schankstube. Dann blickt sie mißmutig über ihre rechte Schulter und murmelt: "Da wird doch nicht etwa...? Nein, wahrscheinlich nicht."
Da fällt ihr auf, daß Marlit in Richtung ihres Tisches blickt und plötzlich geht ihr ein Licht auf: Die Kleine hat wohl noch nie einen Elfen gesehen. Ihre Mundwinkel fangen an zu zucken und nachdem sie eine Weile vergeblich dagegen angekämpft hat, prustet sie los. "Du meinst... hahaha... aber das ist doch nur... hihihi... harmloser Elf! Sind etwas merkwürdig... will vielleicht... hahaha... mit Kater reden... hihihi... aber ist völlig harmlos!"
Es dauert eine Weile, bis Gudelen sich wieder unter Kontrolle hat.

WS

Marlit beobachtet die Zwergin - hat sie wirklich so etwas lustiges gesagt? `Vielleicht sind die Seelensauger doch gar keine bösen Wesen? Möglicherweise schauen sie einfach nur anders aus?' Da hilft nur noch eines - die ultimative Frage: "Opa erzählte immer, sie kommen in der Nacht zu den bösen Kindern, und saugen ihnen den Atem weg!?"

IS

Immer noch etwas nach Luft schnappend - das war doch wirklich zu drollig! - versucht Gudelne zu antworten: "Ja also, da muß sich dein Großvater aber mächtig geirrt haben. Ich kenne zwar nicht viele Elfen, aber die, die ich kenne, sind in der Regel völlig friedfertig."
Dann deutet sie hinüber zu Feledrion: "Sieh doch nur, wie harmlos er ausschaut. Du brauchst wirklich keine Angst zu haben; hier sind so viele Leute, daß dir keiner was tun wird. Nun komm aber!" Darauf nimmt Gudelne Marlit beim Arm und versucht sie sacht in Richtung ihres Tisches zu führen.

WS

Der Elf schaut wirklich ganz lieb, freundlich und harmlos aus - vielleicht saugt er doch keinen bösen Kindern die Seele weg? Vielleicht hat ihr Großvater doch nur Schauergeschichten erzählt?
Gudelne wirkt ja auch sehr nett. Und sie hat recht, in so einem vollen Gasthof kann eigentlich nicht wirklich was passieren.
So läßt Marlit sich auch sachte zum Tisch führen. Je näher sie kommt, desto größer und interessierter scheinen ihre Augen zu werden.
"Hallo!" begrüßt sie den Elfen. Vor lauter Aufregung hat sie aber inzwischen zwei Dinge vergessen: Daß das Gewand doch noch recht naß ist, und daß sie normalerweise einen Kater bei sich hat - aber dem wird sicher auch nicht fad werden.

OHH

Was mag nur so belustigend an seinem Blicke sein, daß man sich derart ereifert? Etwas hilflos klimpert Feledrion mit den Augen, was seine letzten Potentiale gefährlich wirkender Präsenz beseitigt.
Als Gudelne und das Kind aber herüberkommen, lächelt er wieder milde. "Hallo", erwidert er, und es klingt nach einer Einladung.

IS

Als das Mädchen den Elfen begrüßt, atmet Gudelne auf. Sie scheint ja ihre Angst überwunden zu haben! Noch bevor Marlit sich aber sezten kann, fällt Gudelne auf, daß sie ja noch ganz naß ist. "Vielleicht wäre es besser, wenn wir dich erst mal trocknen, sonst erkältest du dich noch", sagt sie mit einem Zwinkern. "Hast du warme, trockene Kleidung? Dann kannst du dich sicher irgendwo umziehen. Der Wirt wird dir da sicher helfen können."

WS

Marlits Gedanken rauschen wie tosende Wellen in ihrem Kopf - jetzt hat sie einen dieser angeblich so schrecklichen Elfen vor sich - von den Geschichten ihres Großvaters her, wäre es sicherer, möglichst weit weg zu sein, vom Gefühl her, ja vom Gefühl her, scheint er nett zu sein. "Kommst du von weit her?" erwidert sie schüchtern. Zuerst wollte sie ihn was anderes fragen, aber das wäre vielleicht nicht nett gewesen.
Dann vernimmt sie Gudelnes Frage: "Warme, trockene Kleidung? Nein, habe ich nicht. Aber das wird ja sowieso wieder trocken!"

OHH

Der Elf staunt nicht schlecht, als Gudelne von Erkältungen zu reden beginnt. Entweder hat er es hier mit einer sehr zartbesaiteten Zwergin zu tun oder mit einer höchst einfühlsamen. Beide Fälle überraschen ihn zutiefst.
"Oh ja", erwidert er nickend auf die Frage der Kleinen, "von sehr weit. Aber setz dich erstmal! Ich vermute, Gudelne hat dir bereits verraten, wer ich bin." Dabei schaut er sie höchst aufmerksam an, als hätte er eine Frage gestellt.

WS

Marlit nickt ganz leicht: "Sie sagte, du bist ein Älf, und du bist friedfertig und harmlos. Das stimmt doch?" Ihre Miene wandert dabei von Neugier zu ein wenig Ängstlichkeit. Und trotz der Einladung zum Hinsetzten steht sie noch immer.

OHH

"Gewiß", antwortet Feledrion. Das Mädchen scheint lieber zu stehen, zumindest für den Moment. "Hast du etwa Angst vor mir?"

IS

Obwohl Marlit immer noch zögert, scheint sie ihre Angst langsam zu verlieren. Gudelne schmunzelt bei dem Gedanken, der Elf könne Kindern etwas antun. Wahrscheinlich würde der Elf dabei mehr leiden als das Kind! Als Marlit auf ihre besorgte Frage nach trockener Kleidung so gleichgültig antwortet, sagt sie: "Eigentlich hätte ich ja nicht gefragt, aber ihr Menschen seid ja so empfindlich." Mit Schaudern denkt sie an die Zeit zurück, als sie mit einer Handvoll Menschen durch die Lande zog und jedesmal, wenn das Wetter umschlug, bekammen fast alle einen Schnupfen. "Und ich weiß nicht, ob einem Menschenkind so ein Wetter bekommt", ergänzt sie fast fragend.

WS

Das ist eine peinliche Frage von dem Elfen. Marlit will eigentlich nicht als Feigling dastehen, also schüttelt sie energisch den Kopf - viellicht eine Spur sogar zuviel, als daß man es ihr abnimmt. Mit einem "Nein, nein!" bestätigt sie ihre Gestik... und setzt sich todesmutig.
Als das schwarzhaarige Mädchen danach von Gudelne wegen des Wetters angesprochen wird, erwidert sie: "Ach, ich wurde schon oft naß, das macht mir nichts aus. Gestern regnete es ja auch, und... ha... ha... ha... HATSCHI!" Als wollte es den kleinen Körper zerreißen, bäumt er sich kurz auf, und es entkommt ihm ein lauter Nieser.

OHH

Zuerst lächelt Feledrion nur angesichts der nicht so ganz überzeugenden Behauptung des Kindes. Daß sie auf ihre Feuchtigkeitsgewohnheiten hinweist, will ihn schon zufriedenstellen, da folgt jene Entlarvung der zweiten Schwindelei. Fassungslos schüttelt Feledrion den Kopf, sowohl angesichts dessen, daß sie sich noch nicht recht Ehrlichkeit zu trauen scheint, als auch des Umstandes, daß sie offenbar als Säugling zu warm eingepackt wurde. Diese Menschen!
Soll er sie auf ihre kleinen Unwahrheiten aufmerksam machen? Er entscheidet sich dagegen; dafür ist noch Zeit, wenn sie ihm gegenüber ein gewisses Zutrauen gewonnen hat, und vielleicht braucht er es dann gar nicht mehr zu tun.

IS

`Das habe ich mir doch gedacht!' Gudelne kann sich ein: "Habe ich es nicht gesagt?" nicht verkneifen.
Was die Menschen sich bloß dabei denken, ihre Kinder so unvorbereitet in die Welt zu schicken! Wenn die Kleine nur nicht krank wird, und wie verhungert sie ausschaut! In Gudelnes breiter Brust regen sich ungewohnte mütterliche Gefühle. "Das wird schon werden", versucht sie Marlit aufzumuntern. "Ein Tee und die Suppe werden dich schon wieder wärmen. Wenn ich es mir recht überlege, du schaust aus, als hättest du schon länger nichts gegessen. Willst du vielleicht etwas Nahrhafteres als eine Suppe? Vielleicht ein Kaninchen oder eine Ochsenkeule?", fragt sie in einem Anflug von Großzügigkeit. Gudelnes Besorgnis um das Kind scheint zu einer völlig unzwergischen Spendierfreudigkeit zu führen. Ob das an Marlits scheinbarer Hilflosigkeit liegt, oder steckt da etwa mehr dahinter? Ein aufmerksammer Beobachter mag zuweilen ein leichtes Stirnrunzeln und Kopfschütteln beobachten, wann immer Gudelne sich von Marlit unbeobachtet wähnt.

WS

Marlit schneuzt sich in ein Tuch, welches sie aus einer Innentasche des Kleides herausfischt - es scheint noch recht unbenutzt zu sein. Normalerweise verwendet sie dafür nämlich ihre Ärmel, aber irgendwie reagiert ihre Umgebung meist `mit Vorbehalt' darauf. "Das vergeht schon wieder", murmelt Marlit dabei.
Einen Augenblick lang blitzen Marlits Augen auf, dann schüttelt sie langsam den Kopf: "Das ist doch so teuer! Das kann ich nicht annehmen." Unsicher blickt sie Richtung Tischplatte.

OHH

Schweigend beobachtet der Elf das umständliche Gebahren von Menschenkind und Zwergin. Warum wohl sollte man irgendein Geschenk ablehnen, wenn man es gerne haben möchte!
Gudelnes Verhalten aber läßt ihn mehr aufhorchen, als die typisch menschlich fehlgeleitete Höflichkeit des Kindes. Ob das Mädchen sie an jemanden erinnert? Atreo hat allzu wenig von ihr erzählt, aber vielleicht wußte er auch selbst nichts davon.
`Nun nimm schon an!' hört Marlit eine piepsige Stimme sagen. `Das ist ja nicht zum Aushalten!'

WS

Plötzlich blickt Marlit auf. Hastig schaut sie sich um. "Wer... wer hat das gesagt?" fragt sie etwas ratlos, und blickt dann den Elfen an.

OHH

"Die letzten Worte kamen von dir selbst", entgegnet Feledrion ruhig. Das arme Kind ist ja völlig durcheinander. Kein Wunder bei so vielen Menschen! "Es ist aber auch ein Lärm hier!" fügt er sich etwas genervt umblickend hinzu.

WS

"Wie meinst du das? Daß ich mit mir selber gesprochen habe, ohne es zu merken?" fragt Marlit Feledrion. "Neee, das kann nicht sein...!"

AMi

Der Wirt wendet sich wieder vermutlich seltsamsten Tisch des heutigen Abends zu. Elf, Zwergin und Menschenkind geben eine seltsame Familie ab, denkt Tesden und grinst schon wieder. Daß ihm das heute abend nicht zum Verhängnis wird!
"Ein Ferd und ein Feuer, der Rest kommt auch noch heuer," erklärt er der Zwergin und ist schon wieder fast auf dem Sprung.

OHH

"Nein, du sprachst mit Gudelne", versucht Feledrion seine Beobachtung der Ereignisse zu erklären, da unterbricht ihn das Erscheinen der Wirtes in seinen Gedanken.
Pferd und Feuer? Was für seltsame Namen für Getränke! Und dann dieser putzige Versuch einer Alltagslyrik! Bei den Menschen erlebt man die wunderlichsten Dinge, und das ist schön.
Darüber vergißt Feledrion beinahe ein weiteres Mal, seine so lange aufgehobene Frage zu stellen - aber eben nur beinahe. "Moment, warte!" ruft er fuchtelnden Armes, die massige Gestalt von ihrer neuerlichen Fortbewegung rechtzeitig abzuhalten. "Ich wollte gerne noch etwas erfahren. Ich bemerkte, Tanit ist in diesem Hause nicht unbekannt. Weißt du mir wohl zu sagen, wo ich sie finden kann?"

WS

Gerade möchte Marlit darauf antworten, als der Wirt an den Tisch tritt. Über was grinst dieser nur? Zumindest ist es ein Zeichen dafür, daß sie nicht in Gefahr ist - wenn Zwerge und Elfen wirklich so gefährlich wären, wie ihr Großvater immer behauptet hat, würde er sicherlich anders reagieren. Außer - er steckt mit ihnen unter einer Decke!
Aber der Gedanke verschwindet so schnell wieder, wie er gekommen ist. Dann flüstert Marlit Gudelne zu: "Ich habe aber etwas gehört!"

AMi

Die Zwischenfrage des Elfen nicht erwartend hat sich Tesden schon zwei Schritt vom Tisch entfernt. Als Feledrion ihn dann anspricht, wirbelt er genauso schwungvoll wieder zurück zum Tisch. Die Frage entlockt dem Wirt jedoch zunächst kaum mehr als ein sorgenvolles Stirnrunzeln, das sein Grinsen vertreibt. "Warum willst du das wissen?"

OHH

Was schaut der Mensch denn da so seltsam drein? "Ich wollte sie besuchen, warum wohl sonst? Lebt sie nicht in der Gegend?"

AMi

"Und dann was mit ihr tun? Ich werde doch nicht jedem Daherhergelaufenen verraten, wo man die kleine Tanit finden kann. Woher soll ich wissen, daß du ihr nichts Übeles willst?" Stirnrunzelnd wartet er auf eine Antwort des Elfen, doch kann er sich dabei einen väterlichen Hinweis an das Mädchen am Tisch nicht verkneifen: "Man muß doch immer aufpassen, wem man sein Vertrauen schenkt, nicht wahr?"

WS

Aufpassen... Vertrauen schenken... die kleine Tanit... aufpassen, wem man sein Vertrauen schenkt... Die kleine Tanit, ein Kind wie Marlit? Und der Elf erkundigt sich nach ihr? Dazu die Worte des Wirtes...
Villeicht kommen die Nichtmenschen ja gar nicht des Nachts zu den Kindern, sondern am Tage. Vielleicht ködern sie diese zuerst mit Süßigkeiten, bis ein Band des Vertrauens geknüpft wurde? Und dann locken sie die Kinder hinaus, in den Wald und machen ganz schreckliche Sachen mit ihnen!? Hatte ihr Großvater doch recht gehabt? Ach, er fehlt ihr so! Wie Mutter, wie Vater! Er hatte ihr immer soviel erzählt.
Aber jetzt - Marlit steigt es heiß auf, sie glaubt, ihr Herz würde in der Brust zusammengepreßt werden. Sie nickt nur als Antwort, aber ihre Augen sprechen dafür um so mehr - eine Mischung aus Unsicherheit, Angst und Verzweiflung ist darin zu lesen.

OHH

So verrät der Wirt einem Reiter folglich eher etwas? Was sollte Feledrion Tanit wohl antun können? Vielleicht hat der Wirt auch noch keine Elfen gesehen. Nein, das kann nicht sein, Orlanda war ja schon vor Feledrion hier. Sollte der Mensch schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht haben? Sie war ja etwas ungestüm, aber so weit im Mittag wird man wohl nur auf wunderliche Elfen stoßen, wenn überhaupt. Hoffentlich zählt Feledrion nicht auch schon dazu!
"Ich möchte ihr etwas bringen, das sie haben wollte, aber mitzunehmen vergaß", erwidert Feledrion schließlich wahrheitsgemäß. Er möchte nicht alles im Detail erklären, da die Menschen erfahrungsgemäß beim Lauschen auf die Beantwortung ihrer Fragen nur wenig Geduld aufbringen.
Als er jedoch die Reaktion des Mädchens auf die vieldeutige Anspielung des Wirtes beobachten muß, setzt er hinzu: "Warum verunsicherst du dieses arme Kind? Solche Scherze sind nicht nett!"

AMi

"Wenn Tanit gewollt hätte, daß du ihr etwas bringst, hätte sie dir gesagt, wo du sie finden kannst! Und mitnichten war meine Bemerkung ein Scherz, sondern ein wohlmeinender Rat!" Wie um diese Worte zu bekräftigen, blickt er die drei am Tisch noch einmal an und wendet sich dann ab und um, ungewöhnlich abweisend. Getränke und Nahrhaftes bringt der Wirt gerne an Mensch und andere Gäste, aber gewisse Informationen ganz sicher nicht. Und an der Theke füllt es sich auch schon wieder! Rasch eilt er los.

OHH

In Fassungslosigkeit erstarrt blickt Feledrion dem Wirte nach. Was hat dieser Mensch nur? Seine Rede war eine Ausrede, denn jeder vergißt einmal, jemandem etwas Wichtiges zu sagen. Und Tanit wußte ja selbst nicht genau, was sie wollte, traute sich gar nicht etwas zu wollen. Sagt man jeder Zufallsbekanntschaft ungefragt, wo man zu finden ist, bloß weil man später etwas liegen lassen könnte? Es kann also nur Mißtrauen gegenüber dem Fremden sein, die diesen Mann zu dieser beinahe feindseligen Reaktion führte.
Welch einfältiges Verhalten! Kränkt er doch damit nicht nur willentlich und wissentlich einen Unbekannten. Dies ist Feledrion langsam gewohnt. Nein, jener nimmt in Kauf, daß eine Freundin des Hauses etwas verliert! Wie alle Menschen hat er nicht richtig zugehört. Und noch schlimmer: Er verängstigt ohne Grund ein Kind!
Als Mordacai den Elfen mit Rauch attackierte, ließ er ihn allein; als eine Frau eine verhaltensgestörte Raubkatze zu den Menschen brachte, ließ er sie gewähren, da sie niemanden angriff; wann immer ihn die Menschen heute und gestern mit den eigenwilligsten Fragen und Problemen heimsuchten, half er ihnen in allem, so gut er es vermochte. Nun aber könnte man - wenn man sehr genau hinsähe und den Elfen ein wenig kennte - zum ersten Mal, seit Feledrion diesen Ort erreichte, ein beinahe zorniges Funkeln in seinen Augen ausmachen.

IS

Als der Wirt das Feuer vor Gudelne abstellt, nimmt sie einen Zug und schnalzt genüßlich mit der Zunge. "Ahhhh, das tut gut!"
Interessiert verfolgt sie den Wortwechsel zwischen Elf und Wirt. Als jener aber so beleidigende Bermerkungen macht und damit auch noch zu allem Überfluß das schwer gewonnene Vertrauen Marlits zu zerstören droht, verfinstert sich ihre Miene. Gudelnes Hand zuckt in Richtung der am Gürtel hängenden Wurfaxt und mit einem tiefen Grollen in der Stimme zischtt sie dem Wirt nach: "Mache er, daß er seiner Arbeit nachgeht und nicht ehrbare Gäste beleidigt; sonst könnte er sich schnell mit fehlenden Zähnen oder einer eingedrückten Nase wiederfinden. Und wage er es ja nicht, mein Volk zu beleidigen und kleine Kinder zu erschrecken!" Dabei starrt sie ihm aus wütend funkelnden Augen hinterher, fast so, als hoffe sie auf ein Widerwort oder ein gezücktes Messer.

OHH

Langsam faßt sich Feledrion nach seinem - wie es ihm vorkommt - unkontrollierten Wutausbruch wieder, zumal Gudelne ihn mit einem zwergischen vom Wirte ablenkt.
"Gemach!" versucht er sie zu beruhigen, noch während er sich wieder zu ihr umdreht. "Willst du ihm einen Grund zum Streiten geben, nachdem er selbst keinen finden konnte?"
In der Peripherie bemerkt er eine Bewegung. Jemand mit Umhang und Speer lehnt sich nahe des Tisches an die Wand. Hoffentlich gibt es nicht gleich noch mehr Ärger! Feledrion beschließt vorsichtshalber, den Hinzugetretenen nicht zu bemerken.

IS

Während ihres Wutausbruchs hat sich Gudelne halb von ihrem Stuhl erhoben. So langsam scheint sie sich aber wieder zu beruhigen. Vielleicht ist die Bedeutung von Feledrions Worten ja zu ihr durchgedrungen; und so setzt sie sich wieder auf ihren Platz.
Dann bemerkt sie den neu hinzugetretenen Elfen und starrt ihn ungläubig an. `Der ist wohl auf Eroberungszug', denkt sie sich, als sie seine Waffen in Augenschein nimmt. Etwas merkwürdig findet sie es zwar schon, daß Feledrion den Elfen ignoriert, aber vielleicht begrüßen sich Elfen untereinander ja so... Na, da will sie sich erst mal nicht einmischen!
Stattdessen wendet sie sich Marlit zu und fragt im Plauderton: "Na, was treibt dich denn bei so einem Wetter auf die Landstraße? Werden sich denn deine Eltern nicht fürchterliche Sorgen um dich machen?"

SA

Der neue Elf bemerkt den merkwürdigen Blick, der vor allem wohl seinen Waffen zu gelten scheint. Natürlich. Rosenohren dürfen sieben Schwerter gleichzeitig tragen, Bartmurmler sich selbst zu wandelnden Panzern machen, nur wenn ein fey mal mehr als ein Messer trägt, ist es gleich aufsehenerregend. Nehme man den Riesenschwertbesitzer am Tisch rechts neben ihm. Eine Stahlplatte mit Scharnieren und Zierrat, und trägt das Unhandlichste, was man sich als Waffe vorstellen kann. Trotzig beobachtet der Elf zurück, doch er findet die Zwergin, die ja gar nicht aufsehenerregend einen Wald-im-Kleinen trug, ansonsten nicht sehr interessant.
Ihre Anrede lenkt die Aufmerksamkeit des neuen Elfen von der Zwergin zu dem kleinen Mädchen. Was sie wohl so verschreckt hat? Diese Bartmurmlerin? Das Rosenohr von grad eben? Oder etwa auch seine Waffen? Demonstrativ verdreht er die Augen, lehnt seinen Wurfspeer an die Wand, nimmt Bogen, Köcher und Wolfsmesser ab und hängt allesamt an die Lehne des Stuhls vor ihm, auf den er sich dann auch setzt. Dann beobachtet er das Mädchen. Sie ist um vieles interessanter als die Zwergin, gerade weil an ihr nichts auffällt. Seine smaragdgrünen Augen mit den weißen, tanzenden Punkten suchen die Augen des Mädchen, wollen Antworten auf nicht feststehende Fragen haben, bis plötzlich die kleine Katze in den Schoß des Elfen springt. Überrascht schaut der Elf auf das verängstigte Tier hinunter, um es dann beruhigend zu streicheln und den Ursprung der Furcht zu finden sucht. Seine Augen verfolgen den Weg der Katze zurück.

OHH

Erleichtert stellt Feledrion fest, Gudelne ist durchaus sich zu beruhigen imstande, der Wirt hingegen etwas schwerhörig.
Bleibt die Gestalt rechts von ihm, die plötzlich wieder in Bewegung gerät. Waffengeschepper wie von mehreren Leuten ist zu vernehmen, doch dräut kein Angriff - vielmehr scheint es sich der Mensch neben Feledrion bequem machen zu wollen. Immer so viele Leute auf einem Haufen! Und was der alles mit sich herumschleppt! Hoffentlich benimmt der sich, sonst läuft das Kind doch noch davon! Was ist das heute für ein schwieriger Tag!
Feledrion kommt gar nicht dazu, sich seinen neuen Tischnachbarn näher anzusehen, da springt plötzlich wie aus dem Nichts eine Katze auf dessen Schoß, die offenbar durch irgend etwas verschreckt wurde. Wenn sie solches Zutrauen zu ihm hat, spricht das ja eher für ihn, also schaut Feledrion dem Waffenträger erstmals ins Gesicht, und seine Überraschung, die er dabei empfindet, zeigt er unverhohlen: Ein Elf!

WS

Marlits Blick wird auf einen Schlag sehr traurig, Tränen perlen in ihren Augenwinkeln, dann schüttelt sie langsam den Kopf.

SA

Der neue Elf bemekt, daß der schon anwesende Bruder der Völker endlich Notiz von ihm nimmt. Gewinnend und offen lächelt er ihn an, dabei weiter die verängstigte Katze streichelnd. "Ich grüße dich, Bruder. Ich bin Madayar, ein Bruder der tiefen Wälder des Waldes-mit-viel-Wasser in den Salamandersteinen", erklärt er auf Isdira. Dann beobachtet er aber weiter das Mädchen, das immer noch still da hockt.

OHH

Wo ein Mensch sich vielleicht darüber mukiert hätte, daß der Elf schon wieder wegschaut, ohne auf die Vorstellung des anderen zu warten, stört sich Feledrion an ganz anderen Dingen.
Was wohl der Name Mondschütze ausdrücken soll? Feledrion fallen nur Deutungsmöglichkeiten ein, die sich wohl niemand selbst freiwillig zuschreibt. Aber dies muß erst einmal angesichts des Fehlens oder Verschweigens eines Seelentieres in den Hintergrund treten. Wenn sich jener wie ein Mensch vorstellt, so wird er seine Gründe haben, und Feledrion folgt bedrückt seinem Beispiel, indem er leise auf Isdira erwidert: "Ich bin Feledrion."
Und während auch sein Blick dem Madayars folgt und sanft auf dem Kinde zum Ruhen kommt, horchen seine Ohren nach draußen, ob dort wohl mehr geschieht, als der Reigen der kleinen Tropfen.

SA

Feledrion. Nur Feledrion. Ja, nur Feledrion, genauso wie nur Madayar. Er war wirklich schon lange nicht mehr bei seiner Sippe gewesen. Während Madayar die Katze, die sich langsam wieder beruhigt hat, vorsichtig auf den Tisch setzt, und die Schnalle des Umhangs zu lösen beginnt, spricht er Feledrion freundlich auf Isdira an: "Sei mir gegrüßt, Feledrion. Verzeih, aber ich war schon lange nicht mehr unter Elfen. Du aber scheinst mir noch ein Echter meines Volkes zu sein. Ich bin Mondschütze aus der Sippe der Sternschatten, die sonnenabgewandt des Heimes der Magiebegabten im Wald des vielen Wassers leben und mit den Wolfskindern und den Silberbuchenwäldnern tauschen, Mondschütze, der Augen wie das Eis auf der Quelle hat, Mondschütze, der im Schatten wandert, Mondschütze, dessen Seelentier der Berglöwe ist, Mondschütze, der Jägerkrieger, Mondschütze, der Wipfelläufer. Soweit meine elfischen Bezeichnungen. Die Rosenohren nenne mich den Einzelgänger. Tja." Madayar lächelt freundlich, und stutzt dann. Dann dreht er sich halb auf dem Stuhl und wringt seinen Umhang über dem Schankboden aus. Eine nicht unerhebliche Menge Wasser ergießt sich auf den Boden.
Währenddessen kann man auf dem Rücken des Jagdhemdes groß dieselbe grüne Achtstern-Stickerei sehen wie auf den Oberarmen.

WS

Eine Träne bildet sich im Augenwinkel, salzig vom Geschmack. Wie ein letzter Aufschrei läßt sie sich fallen, um dann auf der Tischplatte zu zerschellen. Eine Hand verwischt eine weitere Träne, die sich gerade ebenfalls in die Vernichtung stürzen wollte.
Rauch, riecht es hier nach Rauch? Nein, es ist nur die Erinnerung.
Langsam blickt Marlit auf, erkennt am Tische einen weiteren Seelensau..., nein sie heissen Elfen, verbessert sie sich im Gedanken. Was reden die für merkwürdiges Zeug? Und eine Katze.
Wo ist Naki?
Nun, er wird schon wiederkommen - er ist bisher immer wiedergekommen.
Sie blickt die Katze an, und streckt langsam ihre Hand nach dieser aus.

OHH

Nach den langen Ausführungen Madayars beschließt auch Feledrion seine Vorstellung zu ergänzen. Doch auch Gudelne und das Mädchen verdienen diesen Vertrauensbeweis - die eine als alte Freundin Atreos, die andere, um selbst Vertrauen zu erlangen. Deshalb wechselt er unvermittelt ins Garethi: "Laß uns keine Sprache sprechen, die unsere Tischnachbarn nicht beherrschen! Das wäre unfreundlich. Ich bin Feledrion Schwanenflug." Dabei schenkt er dem Kinde ein ermutigendes Lächeln.

WS

Marlit blickt erstaunt auf, blickt den Elfen an, und murmelt: "Schwanenflug - das klingt nett!"

OHH

Wo eben noch tiefes Mitleid mit dem Kinde Feledrions Antlitz prägte, spricht nun offene Freude aus seinen Augen. Die Katze scheint beruhigende Wirkung zu zeigen, und obwohl das Mädchen wohl nicht um die Bedeutung des Namens ahnt, so flößt er ihr ganz offensichtlich ein wenig Zutrauen ein.

IS

Gudelnes Frage nach Marlits Eltern war ihrer Meinung nach sehr freundschaftlich formuliert und so kann sich die Zwergin die Tränen nicht so recht erklären. Beschwichtigend legt sie Marlit die Hand auf die Schulter und versucht, sie zu beruhigen: "Na, so schlimm kann es doch nicht sein. Das wird schon wieder! Warum erzählst du mir nicht, was du für Kummer hast. Es hilft oft, wenn man mit jemendem darüber reden kann."
Da der neu hinzugekommene Elf Isdiria spricht, das Gudelne nicht versteht, aber doch erkennt, ignoriert sie erst mal ihr Umfeld und konzentriert sich auf Marlit.

SA

Noch etwas zögerlich kommt die Dreifarbige Pfote um Pfote näher. Zwar ist sie noch etwas verschreckt von dem Waldgesicht vorhin, doch dieser Mensch erinnert sie an die Herrin ihrer Mutter. Und vielleicht ist sie ja freundlich? Vorsichtig schnuppert die Katze an der Hand des kleinen Mädchens. Das riecht gut! Gut Mensch und gut Katze! Vorsichtig fängt sie an, mit ihrer kleinen, rauhen Zunge über die Hand zu streichen.

"Enju, wenn du willst..." meint Madayar, ebenfalls in fast akzentfreiem Garethi, während er etwas unsicher lächelt. Er vermeidet eigentlich die menschliche Sprache, wo es geht.
"Nun, ich habe einen nicht ganz so schönen Namen. Madayar Quellgrün Sternschatten ist der meine." Lächelnd beobachtet der Elf die Annäherung der Katze. "Und das ist Felja."
Derweil hat Madayar den ausgewrungenen Umhang über die Stullehne gehängt und entledigt sich nun des ebenfalls tropfnassen Jagdhemdes. Dieses wird ebenfalls ausgewrungen und über den Stuhl gehängt. Ein geflochtenes Band aus kupferrotbraunen, tiefschwarzen und blauschwarzen Haaren, das eine Elfenbeinflöte hält, hängt um den Hals des Elfen. An selbigem sieht man eine weiße Verfärbung der Haut, quer über den Hals, sowie eine kleine Narbe direkt über dem Herzen. Madayar streckt seine Glieder einmal kräftig, und greift dann zu den Satteltaschen, um die linke zu öffnen.

WS

Das Mädchen blickt noch kurz Madayar an, nickt freundlich als Antwort, und begrüßt dann die Katze: "Hallo Felja! Ich bin Marlit. Du bist aber süß!"
Ein Lächeln erhellt das Gesicht des Kindes, als die Katze anfängt, an ihrer Hand zu lecken. Vorsichtig, um ja das Tier nicht zu erschrecken, läßt sie ihre andere Hand vorgleiten, um Felja zu streicheln.
Gudelne scheint einen wunden Punkt getroffen zu haben. Plötzlich fällt die Fröhlichkeit des Kindes wie ein Kartenhaus zusammen, und sie blickt auf. Die Hand verharrt ebenfalls mitten in der Bewegung. Ihr Blick schweift zu der Zwergin, und wandert dann Richtung Decke, als wolle sie den Himmel betrachten. Ein Schatten huscht ueber ihre Züge, einer dunklen Prophezeiung gleich, und plötzlich wirkt der Blick aus schwarzen Pupillen richtig erwachsen. Ihr Stimme klingt traurig schwer: "Es wird nicht wieder, niemals wird es wieder so wie damals werden...!"

OHH

Welch ein Name für eine Katze! Doch außer einem unscheinbaren kurzen Zucken des Kopfes gibt Feledrion hierzu keinen Kommentar ab.
Immerhin freut ihn der positiver Einfluß des Kätzchens auf Marlits Gemütsverfassung. Wie es scheint, hat sie Schlimmes erlebt. Doch wie immer, wenn allzu viele Leute um ihn sind, bleibt er still. In Zeiten des Kummers braucht man einen Zuhörer und Ratgeber - aber eben immer nur einen auf einmal.

SA

Die kleine Dreifarbige zuckt etwas zusammen, als die Hand ihr Fell berührt, streckt sich aber bald genießerisch und fängt an, wohlig zu schnurren, während sie ihr Köpfchen in die andere Hand der Menschin schmiegt.
Wenn Blicke töten könnten, würde die Zwergin jetzt bei lebendigem Leibe eingeäschert, so wütend schaut Madayar sie an. Genau das hatte er erwartet. Nun mußte er das Beste daraus machen. Madayar zieht ein unbesticktes, robbenledernes Jagdhemd aus der Satteltasche und streift es sich über, dann folgt eine gefütterte Jacke aus dem Pelz eines Säbelzahntigers, die aber locker geöffnet bleibt. Beides ist sauber und exzellent im elfischen Schnitt angefertigt. Derweil schaut er Marlit dauerhaft und neugierig mit seinen smaragdgrünen Augen ins Gesicht, während Felja wieder angefangen hat, die Hand der Kleinen zu lecken, nur durch leises und klagendes maunzen unterbrochen. Warum hat der Mensch aufgehört? Ist er traurig? Dann will sie trösten. Ihr Sei-Nicht-Traurig-Gemaunze wird immer dringlicher, je länger Marlit die kleine Katze nicht streichelt.

WS

Marlits Hand fährt wieder liebevoll über das Fell der Katze, aber in Gedanken ist sie weit weg.
Riecht es nicht nach Feuer? Dieser Schrei, dieser Schrei! Nein, das ist Vergangenheit, lange her - aber damit hatte sich der erste der sieben Träume bewahrheitet.

OHH

Gewiß, auch Feledrion würde - wäre er allein mit Marlit - ganz anders auf sie einzuwirken suchen, als die Zwergin. Den Blick Madayars aber vermag er nicht recht zu deuten, scheint er ihm doch sehr überzogen. Die alte Feindschaft zwischen Elf und Zwerg?
Jedenfalls fühlt er sich überflüssig. Er kann nicht helfen, wenn andere helfen. Vielleicht sollte er langsam Herzog helfen, seinen Schild zu finden. Je länger man damit wartet, desto schwieriger könnte es werden.
Stumm beobachtet er, wie Madayar sich umzieht. Da kann er sich die Frage nicht mehr verkneifen: "Wie lange lebst du schon unter den Menschen?"

WS

Annähernd gleichzeitig geschieht etwas anderes: Marlit greift sich plötzlich auf den Kopf. "Wer ist da, wer ist da in meinem Kopf? Ich hasse das!" Wut erwacht, Zorn gegenüber all den Leuten, die ihr bis jetzt weh getan haben; Wut, die ein Feuer entfacht.

OHH

Die Köchin naht. Dieses Mädchen benimmt sich sehr eigenartig, aber bei dieser Gesellschaft ist das auch nicht weiter verwunderlich. Die Kleine immer mit einem Seitenblick beobachtend, ob man ihr vielleicht zu Hilfe eilen muß, serviert sie der Zwergin Tee und Suppe. Hm, und der zweite Tee? Welcher Elf ist nun der richtige?
So recht sicher ist sich Feledrion nicht, ob Madayar ihn überhaupt vernommen hat. Jener schaut so seltsam eindringlich auf Marlit.
Ihre Worte verwundern Feledrion. Schon wieder hört sie Stimmen? Sollte Madayar daran schuld sein? Aber beim ersten Mal war er noch nicht hier. Einbildung vielleicht? Kommt sie etwa auch aus Selem?
Sarina bemerkt er bei all diesen Überlegungen überhaupt nicht.

WS

Als Marlit schon irgendeine Kraft in sich zu erwachen glaubt, fällt diese wie ein Kartenhaus zusammen. Nur der Beobachter in ihrem Kopf ist geblieben, ein Fremder, der ihre Gedanken liest. Und sie hat keinerlei Macht, dies zu beenden. Einen Augenblick lang schien sie es unbewußt zu versuchen - aber erfolglos.
"Das ist gemein!" ruft sie laut und Tränen beginnen wieder zu fließen.
Und Naki versucht, über Feledrions Bein nach oben zu kommen. Schon setzt er dafür seine Krallen ein.

IS

Gudelne scheint sich wieder ihrem Mahl zuwenden zu wollen, da entfährt ihr ein lautes, unanständiges Geräusch, dem kurz darauf eine penetranter Geruch folgt. Mit einem Grinsen blickt sie auf und sagt: "Das müssen wohl all die Gewürze gewesen sein. Vielleicht sollte ich erst mal Platz schaffen, bevor ich weiteresse."
Darauf erhebt sie sich, blickt zurück in die allgemeine Richtung ihres Essens: "Mach keine Dummheiten!" mahnt sie ihren Stuhl und geht schnurstracks auf den Ausgang zu.

SA

Äußerlich wirkt Madayar leicht überrascht und interessiert - innerlich sucht er fluchend nach einer Lösung. Was macht der i'bhanda dhara feya dendra für einen Sinn, wenn das Gegenüber ihn bemerkt? Er erinnert sich an die weisen Worte von Tensayahui, dem Sippenältesten: `Man kann nichts beobachten, ohne es zu verändern.' Er hätte doch warten sollen. Er hat voreilig gehandelt, wie ein blutiger, verdammter Anfänger. `Fluch über mich!' denkt Madayar. `Immer schade ich nur! Fluch über mich!'
Jetzt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die Wahrheit, und zwar schnell, oder die Lüge. Die Lüge ist aber schwierig. Also die Wahrheit. `Offenheit erzeugt Haß', heißt es auch. Verdammt.
Traurig schüttelt der Waldelf den Kopf. "Ich wollte dir Schmerzen ersparen, doch ich habe dir welche zugefügt. Es tut mir leid", meint er schuldbewußt zu Marlit. "Doch verdamme nicht alle meiner Rasse wegen meiner Neugier. Ich bin leider oft viel zu herzlos. Ich dachte, ich könnte dir die Erzählung ersparen, wenn ich sie selbst sehen würde, doch das war scheinbar ein Fehler. Ich kann dich aber jetzt sehr gut verstehen - und doch nicht, denn du wirst mir immer ein fremdes Wesen bleiben, auch wenn ich diesen Augeblick wahrscheinlich nie mehr vergessen werde. Denn einen Teil der Schmerzen, die du hattest, trage ich jetzt in mir. Und zudem die Schuld an weiteren Schmerzen, die ich dir zugefügt habe. Ich bin ein Idiot."
Dann wendet sich Madayar an die Bedienung, die gerade erschienen ist. "Ein Zimmer für die Nacht, notfalls teile ich es mir. Bitte nicht Schlafsaal. Ansonsten schlafe ich im Stall. Wenn ich noch bleiben darf, bitte etwas Huhn, dazu Kartoffelsuppe und etwas Most, wenn es geht und du das hast."
Sein Blick schweift zu Feledrion. Ein verzweifelter Blick. Auf Isdira meint er: "Ich habe einen Fehler gemacht. Wieder mal. Ich mache scheinbar nur Fehler, wenn es um Menschen geht. Du hast mehr Erfahrung. Ich bitte dich, Bruder, hol mich aus diesem Fehler wieder raus. Ich weiß keine Lösung mehr. Sag mir eine; schlimmer kann es kaum noch werden. Unsere Anwesenheit und unsere Neugier ist wie eine Folter für sie - wenn wir bleiben, müssen wir auf dieses Thema nicht mehr eingehen. Das ist alles, was ich weiß."

WS

Es ist ja wirklich gemein! Zuerst dringt ein zu neugieriger Elf in Marlits Gedanken ein, dann raubt der dezente Geruch der Zwergin ihr auch noch den Atem. Zumindet werden die Tränen rasch abgewürgt, als sie plötzlich leicht grünlich um die Nase wird. Schließlich ist ihre letzte richtige Mahlzeit schon eine kleine Ewigkeit her, und auf den leeren Magen macht der niederhöllische Gestank keinen guten Eindruck.
Würde Madayar in diesem Augenblick noch ihre Gedanken lesen, könnten die spontanen Gedankenbilder ihm eventuell den Appetit verderben, wenn sowieso nicht schon der Gestank alleine reicht. Was essen Zwerge nur? Irgendwie möchte sie es im Augenblick gar nicht wissen. Dann lenken Madayars Worte sie von dem plötzlichen flauen Gefühl in der Magengegend ab. Also ER war es! Gut, er mag ja viellicht keine Seelen saugen, aber Kindern in den Kopf eindringen, ist doch genauso schlimm, nicht wahr? Vorwurfsvoll ist ihr Blick, und erbost ihr Gemüt: "Warum tust du sowas? Machst du das bei allen so? Oder nur bei Leuten, die kleiner sind als du? Wenn du was wissen willst, kannst du ja fragen! Nicht wahr? Und wenn ich es dir erzählen möchte, erzähle ich es auch - wenn nicht, dann bleibt es mein! Es ist nichts gemeiner, als wie in ein Dieb in die Erinnerungen anderer Leute einzudringen!"

OHH

Als sich etwas an seinem Hosenbein zu schaffen macht, genügt dies, Feledrions Aufmerksamkeit von Marlit fortzureißen. Die unbeantwortet an Madayar gerichtete Frage hat er schon beinahe wieder vergessen. Nanu, ein Katerchen hängt dort etwas unbeholfen! Der Elf bückt sich, dem Kleinen heraufzuhelfen, da umwallt in unter dem Tische eine Geruch wie aus einer Ogerhöhle, daß er sich vor Schreck den Kopf stößt.
Der Köchin derweil geht auf, der Tee müsse wohl für den Verrückten unter dem Tisch sein, da der andere erst jüngst das Gasthaus betrat, also stellt sie das heiße Getränk an seinem Platze ab, während sie naserümpfend der Zwergin nachblickt. Redet mit Möbeln! Der Anteil geisteskranker Gäste nimmt heute wahrlich einen neuen Höchststand an!
So bekommt Sarina nur wenig vom Gespräch zwischen dem Kinde und dem anderen Spitzohr mit. Immerhin scheint für das Mädchen keine Gefahr zu bestehen, da sich der Elf in Langen Erklärungen ergeht, während der andere sich mit der einen Hand den Kopf, mit der anderen die Katze aus der Küche haltend wieder auftaucht.
Ob sie ihn dazu anhalten soll, künftig besser auf den kleinen Racker aufzupassen? Wird er überhaupt auf sie hören? Das ist wohl nicht die Mühe wert, bloß weg von hier!
Doch da hält der andere Elf sie mit einer Bestellung am Orte. "Die Zimmer sind belegt, der Stall vermutlich auch, aber du fühlst dich sicher auch im Unterstand wohl", erklärt sie lapidar, dann macht sie sich eilig aus dem Staube, das nächstliegende Fenster zu öffnen, zumal der Elf schon wieder auf den anderen einredet.
Feledrion geht das alles viel zu schnell. Zu spät bemerkt er die Köchin, die er doch nach Tanit fragen wollte. Madayar verlangt seine Aufmerksamkeit, doch insbesondere die letzte Bemerkung versteht Feledrion überhaupt nicht. Gudelne ist plötzlich verschwunden; vielleicht hat sie den Geruch nicht mehr ausgehalten. Marlit scheint sich ganz gut selbst verteidigen zu können, warum sollte er sich da einmischen? Und der Kater? Wo kommt der auf einmal her?
Fragend schaut Feledrion dem Tier in die Augen. "Kann ich dir irgendwie helfen?"

WS

"Miau!" Der Mensch schaut irgendwie komisch aus. Dürfte aber nett sein, schließlich hat er Naki geholfen. Vielleicht kann er ihn sogar auf der Tischplatte absetzten? So versucht der Kater mit seinen Pfoten genau diese zu erreichen.
Aber was ist das? Warum klingt die Stimme seines Menschen - sprich Marlit - so... böse? So wie damals, als Naki die Blumenvase hinuntergeworfen hatte. Es war nicht seine Schuld gewesen, das Ding hatte ihm schließlich den Weg versperrt. Damals hat sie in genau dem gleichen Ton mit ihm geredet, und jetzt - was ist nur geschehen?

OHH

Die Gesten des Katers sind eindeutig, also setzt Feledrion sacht auf dem Tische ab.
Dann wenndet er sich an Madayar. Sein Blick ist ernst, jedoch ohne Zorn. "Fliehe nicht deine Fehler!" beginnt er auf Garethi, denn ihm liegt daran, daß auch Marlit versteht. "Nur wenn du dich ihnen stellst, kannst du sie weidergutmachen, statt sie zu wiederholen oder zu verschlimmern."
Nun richtet er seine Worte an das Kind: "Du hast ein Recht, verärgert zu sein, doch wie es scheint, ist Madayar bereit, seinen Fehler einzugestehen. Er hat sich entschuldigt und erklärt. Gib ihm die Möglichkeit, nicht von seiner Schuld erdrückt zu werden. Verzeihe ihm, denn er ist schon zu lange bei... zu lange fort von Daheim."
Langsam erhebt er sich, ohne jedoch Anstalten zu machen, Tasche und Bogen an sich zu nehmen.
"Sprecht euch in Ruhe aus! Hört einander zu! Und vor allem: Bemüht eure Seelenkraft mit Überlegung und auch nur, wenn der andere damit einverstanden ist!"

SA

Madayar wirkt noch immer betroffen, wobei er allerdings schon wieder darüber nachzudenken beginnt, was der Weise des Waldes mit `eure Seelenkraft' gemeint hat.
Da fällt seinen kampfgeschulten Sinnen das Ereignis an und um die Theke auf. Schnell entledigt er sich der Leggins, um in die weiche Robbenlederhose zu schlüpfen, die geborgen warm hält, sieht man vom leichtfeuchten Lendenschurz ab. Dann schnappt er sich wieder den Gürtel und bindet ihn um. Das Wolfsmesser findet auch wieder den angestammten Platz auf dem Rücken. Während er die Szenerie weiter beobachtet, die Hand am Griff des Robbentöters, murmeld er wie abwesend: "Sag, Feledrion-Sängertänzer, wie wird das Mädchen auf einen Kampf reagieren? Wäre es nicht besser, sie schliefe?"

WS

Naki ist endlich am Ziel. Hier ist sein Mensch, hier wollte er hin. Aber ihre Stimme? Sie streichelt zwar noch das andere Kätzchen, blickt es aber nicht einmal an - so ist das mit den Menschen - es ist manches Mal echt hart für eine Katze, die Aufmerksamkeit seines Menschens zu erlangen!
Derjenige, den sie anblickt, schaut auch etwas fremdartig aus, aber das ist Naki sowas von egal. Ihm ist egal, wer ihn füttert, Hauptsache er wird gefüttert.
So eilt er quer über den Tisch zu seiner Menschin und dem anderen Kätzchen.
Marlit wartet derweil auf eine Antwort. Der freundliche Elf mit dem netten Namen spricht sie stattdessen an. Sie nickt nach seinen Worten, auch wenn sie das mit der Seelenkraft nicht ganz verstanden hat. Er redet ja wie ein Gelehrter. Vielleicht ist er ja auch einer? Aber nein, er wohnt ja sicher tief in einem Wald, da gibt es doch keine Akademien, oder wie das heißt.
Plötzlich wird das Mädchen bleich um die Nase. Statt daß der Gedankenschnüffler sich zu einer Antwort entschließt, zieht er sich um - und BEWAFFNET sich! Hilfe! Was will er tun? Er will sie doch nicht etwa...?
Die Ereignisse an der Theke und sogar die Ankunft von Naki gehen irgendwie an Marlit vorüber, als ihre alte Angst erneut die Kontrolle über den Verstand übernimmt. Sie hört auf, das dreifarbige Kätzchen zu streicheln, und versinkt ganz in ihren Stuhl. Dabei blickt sie sich um? Wohin kann sie laufen? Wer kann ihr helfen?

OHH

Auch Feledrion schaut, was sich an der Theke tun mag. Menschen prügeln sich - nichts Ungewöhnliches also. Es gibt keinen Grund, dort einzugreifen, solange er nicht weiß, worum es geht. Und vielleicht liegen hier ja zwei Wesen im Kampfe, ohne die die Welt glücklicher, sicher aber friedlicher wäre.
Wie er sich aber umdreht, muß er dabei zusehen, in welcher Geschwindigkeit sich Madayar schon wieder umzieht und bewaffnet. Intuitive Beschleunigungsmagie?
"Was hast du vor?" fragt er in einem so trockenen und ruhigen Tonfall, daß man seine Mißbilligung dessen, was er befürchtet kaum überhören kann. "Siehst du nicht, daß du diesem Kinde schon wieder Angst bereitest?"

SA

"Keine Sorge, Sängertänzer, ich denke auch nicht im Wachen daran, dem Kind etwas zu tun. Nur wenn zwei Rosenohren, die ihr Leben für Geld verkaufen, sich streiten, ist es nicht mehr sicher an einem Ort. Ich ziehe diese Waffen nur, wenn mein Leben oder das von anderen bedroht ist. Momentan ist es nicht der Fall. Sieh, sie zieht einen Dolch. Und der Wirt wird eingreifen. Mal sehen, was passiert. Kann sein, daß sie sich gegenseitig des nurdras berauben - sie sollen nur mich rauslassen. Ich liebe den Frieden - ich habe ihn selbst nicht, aber ich verteidige ihn, Feledrion. Wenn du Frieden willst, vermeide den Krieg. Schade, die, die es sagen, halten sich nicht dran."
Madayar zuckt mit den Schultern. Das Leben der tala scheint ihm gleichgültig. Und trotzdem wacht er über das Geschehen. Bei einem kurzen Rundblick fällt ihm ein Brandfleck an der Decke auf. Viele Leute haben ihre Hände an den Waffen. Besonders achtet er auf das lange Schwert. Er haßt diese Waffe. Sein Gesicht wird hart, seine Augen kalt, doch sein Blick bleibt auf der Szenerie und deren Umgebung.
Derweil bemerkt die Dreifarbige den neuen Kater. Interessiert hält sie den Kopf schief. Dann huscht sie zwei Schritt auf Madayar zu, um weiter neugierig auf den Kater zu achten. Etwas tolpatschig noch zeigt sie Ambitionen zum Spielen. Ob er freundlich ist?

WS

Scheinbar will der Elf Marlit doch nicht für ihre vorlauten Worte bestrafen, er blickt vielmehr immer zur Theke. Nun fällt dem Mädchen auch zum ersten Mal der dortige Kampf auf. Oh nein, wo ist sie hier nur gelandet? Sie bleibt möglichst unauffällig in ihrem Stuhle, ruscht sogar noch ein Stückchen weiter unter den Tisch.
Naki ignoriert vorläufig einmal die Dreifarbige, denn er huscht rasch zu seinem Menschen - als gäbe es ein unsichtbares Band, spürt er deren Angst. Was ist nur los mit ihr?

OHH

Warum wohl nennt ihn Madayar Sängertänzer? Vieles, was jener redet, ist schwer zu verstehen. Die letzten Worte aber lassen Feledrion mißtrauisch werden.
Vielleicht war es ein Fehler, ihn und Marlit allein lassen zu wollen. Madayar scheint der Streit anderer allzu willkommen, von eigenen Problemen abzulenken.
So setzt sich Feledrion erst einmal wieder, in der Hoffnung damit als gutes Beispiel voranzugehen. "Du sprichst vom Frieden. Willst du dich deinen eigenen Worten folgend nicht daran halten?"

SA

Madayar lächelt. "Frieden. Genau das. Ich kann keinen Frieden finden, wenn sich nebenan die Leute die Köpfe einschlagen wollen, aus irgendeinem völlig unwichtigen Grund." Er stellt den Kopf schief und wartet, bis er wieder freien Blick auf den Söldner hat. Als Kathondra erneut unfreiwillig auf den Schenkenboden befördert wird, bietet sich die Gelegenheit. Der Söldner wird zwar angegangen, da sich aber die Friedensstifter untereinander uneins sind, könnte er sich leicht befreien. Seine Blutgier ekelt den Elfen. Und was ist das? Die feinen Ohren Madayars fangen die Worte "Elfischer Stutzer" auf. Was auch immer ein Stutzer ist, es ist nicht freundlich gemeint. Scheinbar hält er Elfen für Pazifisten. Nun, er als Jägerkrieger wird ihn dahingehend bestärken. Er will jetzt Ruhe haben.
Schnell schießt Madayars linke Hand vor, Zeige- und Mittelfinger deuten auf den Söldner. Gleichzeitig zischt Madayar "bha'iza dha feyra!" während sich seine smaragdgrünen Augen mit den tanzenden weißen Punkten ein wenig öffnen, ihnen aber wieder die erbarmungslose Kälte eines Winters in der Grimmfrostöde anhaftet. Nur einen Herzschlag dauert dies, doch schon merkt der Waldelf sein mandra schwinden - ob nun in Richtung Söldner oder nur in die Umgebung, da ist er sich im Moment des Sprechens nicht sicher. Einen so geringen Verlust kann er nicht richtig abschätzen. So wartet er auf die Reaktion des Unruhestifters.
Felja indessen beschließt aufgrund des Desinteresses des Katers um so interssierter zu sein. Scheint zu der Menschin zu gehören - riecht auch so wie die Menschin. Die kleine Katze setzt sich in die Mitte des Tisches und beobachtet mit schiefgelegtem Kopf das Mädchen und die Katze.

OHH

Eines scheint nun klar: So lange sich Menschen `aus irgendeinem völlig unwichtigen Grund' im Schankraum die Köpfe einschlagen, wird mit Madayar nicht zu reden sein, und er wird sich aus irgendeinem anderen völlig unwichtigen Grund daran beteiligen wollen.
Andererseits kann es nicht Feledrions Aufgabe sein, Menschen, die sich vorsätzlich und mit Begeisterung in den Kampf begeben, davon abzuhalten - auch nicht, wenn sie spitze Ohren haben.
Unschuldige zu schützen, darauf liegt sein Augenmerk. An der Theke kann er niemanden erkennen, der seine Hilfe benötigte, wohl aber am eigenen Tische. So erhebt er sich nochmals, allerdings nur, um zu Gudelnes Platz neben dem Kinde hinüberzugleiten. "Keine Angst, Marlit, dir droht hier keine Gefahr. Erwachsene streiten sich genau so gerne wie Kinder, aber es wird gleich wieder vorbei sein."

WS

Marlit, ängstlich und besorgt, sieht plötzlich eine bekannte Gestalt vor ihrer Nasenspitze auftauchen: Naki. Sie schöpft wieder etwas Hoffnung.
Marlit taucht ein wenig wieder auf - es ist schon manches Mal vorteilhaft klein zu sein, da kann man rasch verschwinden - aber langsam taucht jetzt ihr Kopf - mit soweit trockenen Haaren - bei der Tischkante wieder auf. "Ja, der Streit ist ja nicht so schlimm! Ich kenne mich nur bei deinem Freund nicht aus... Er ist manches Mal nett, dann wieder komisch, dann macht er mir wieder Angst! Außerdem..." Dabei schnappt sie sich etwas unsaft Naki, der ein ärgerliches "Miau!" von sich läßt.

OHH

"Ich kenne ich nicht besser als du", entgegnet Feledrion mit ruhiger Stimme, "aber sind nicht alle Menschen wechselhaft in ihren Stimmungen?
Doch wollte ich dich nicht unterbrechen. Was außerdem?" Dabei lächelt er dem eingefangenen Kater zu. Weniger, weil ihm die rauhe Handhabung Marlits gefällt, als um ihr zu zeigen, daß er auch dem Tier gegenüber eine von grundauf freundliche Gesinnung hegt.

SA

`Außerdem?' denkt sich Madayar, der mit halbem Ohr zum Tisch gelauscht hat und bei Marlits Stimme seine Aufmerksamkeit wieder ganz dem Gespräch widmet. Er spricht die Frage aber nicht aus. Weiterhin scheint er dem Geschehen im Schankraum Beachtung zu schenken, auch wenn dieses langsam abebbt, doch Feledrions scharfen Sinnen könnte es auffallen, daß die Pupillen des Waldelfen manchmal ganz rechts in die Augenwinkel huschen, so daß der sitzende Elf das Mädchen schemenhaft erkennen kann. Außerdem spannt sich der durchtrainierte Körper etwas an - eine unbewußte Reaktion, wenn er einem Gespräch lauscht, bei dem er die Sprecher nicht sehen kann. `So ist es richtig', denkt er sich. `Lauschen, ohne daß es der Sprecher mitbekommt.'
Die kleine Dreifarbige erschrickt etwas, als das Mädchen den Kater greift. Sie macht einen kleinen Satz in Richtung ihres Begleiters. Vielleicht will das Mädchen als nächstes sie packen und böse, böse Dinge mit ihr machen, wie durch die Luft wirbeln oder so. Angstvoll ruhen Feljas bernsteinfarbene Augen auf dem Mädchen.

WS

So böse und schlimm sind die Dinge gar nicht, die Marlit mit Naki vorhat. Da sie sich irgendwie verloren fühlt, braucht sie etwas Vertrautes zum Anhalten, zum Knuddeln. Und was kann dafür besser geeignet sein als Naki. Nach seinem anklagenden Miau fährt sie ihm liebevoll über das Fell. "Ist ja schon gut, ich habe es ja nicht böse gemeint!"
Naki blickt sie mit seinen bernsteinfarbenen Augen an, als wolle er sagen `Alles klar! Du bist nur etwas aufgeregt! Beruhige dich!'. "Das ist Naki, mein bester Freund", stellt sie ihn Feledrion vor. "Ähm, außerdem... darf ich dir eine Frage stellen? Aber vorher mußt du mir versprechen, nicht böse zu werden! Versprichst du mir das?" Ihrem Kater gleich blickt sie den Elfen mit großen Augen an.

OHH

Wohlwollend registriert Feledrion, wie Madayars Aufmerksamkeit langsam vom Spektakel der Menschen zum Gespräch zurückfindet.
"Hallo, Naki", grüßt der Schwan und krault dem Katerchen am Halse.
Dem Mädchen aber antwortet er: "Ich vermag mir nicht vorstellen, du seist in der Lage, mich böse werden zu lassen. Wie kann Ehrlichkeit beleidigen oder verletzen? Frage nur ohne Furcht!"

WS

Das scheint dem Kater zu gefallen, ein wohliges leises Schnurren entkommt dem gekraulten Tier. Entspannt schließt es die Augen.
"Es ist so", fängt Marlit schüchtern an, "ich wohnte lange bei meinem Großvater. Er ist jetzt bei Väterchen Boron. Also... er erzählte mir viele Geschichten, sehr viele Geschichten. Immer am Abend, damit ich einschlafen konnte. Aber manches Mal fürchtete ich mich auch danach - manche Geschichten waren nämlich gar nicht nett. Und, und... er erzählte auch von Elfen und Zwergen. Er sagte, daß Zwerge in Höhlen leben und nachts Kinder entführen, damit sie in ihrem Bergwerk arbeiten. Und von euch sagte er, daß ihr Kindern nachts die Seele wegsaugt, damit ihr länger leben könnt. Stimmt das?" Sie hat es gefragt, sie hat es nun wirklich gefragt - jetzt gibt es kein Zurück mehr.

SA

Die Bestätigung der Wirksamkeit seines Zaubers löst ein Glücksgefühl im Elfen aus. Es war eine Wohltat, mal einen seiner Zauber voll wirken zu sehen. Vielleicht würde er diesen Zauber doch noch einmal vertiefen, das letzte Mal hatte er das beim Auszug in die Menschenwelt getan.
Da fällt der Blick der grünen Augen auf den Mann an der Theke, der sich bei seiner Geste abgeduckt hatte. Madayars Augen ruhen nun vollends auf der Theke und die dort befindlichen Rosenohren, während seine Hand langsam wieder herabsinkt.
Felja kommt zur Einsicht, daß das Menschling wohl doch freundlich ist. Leise und flehend maunzend kommt sie wieder näher. Sie möchte auch gestreichelt werden, und sie will spielen!
Madayars spitze Ohren verfolgen weiter das Gespräch. `Hast du eine Ahnung, wie es in der Menschenwelt zugeht!' denkt er sich. Er hätte Feledrion eigentlich für klüger gehalten als er selber ist.
Oh je, das wäre eine Geschichte für die langen Winterabende in den Baumhäusern seiner Sippe! Krampfhaft versucht Madayar das Lachen zu unterdrücken, das da aus seinem Bauch herauskommen will. `Deswegen mochte sie uns wohl nicht. Mal sehen, wie Feledrion reagiert.'

OHH

Falten der Überraschung ziehen sich über Feledrions sonst so glatte Stirn. Ein sanftes Schmunzeln folgt. "Wie kam er nur darauf? Hat er jemals einen Elfen oder Zwergen getroffen? Ich vermute, er hat diese Schauermärchen von jemandem, der es auch nicht besser wußte."
Beiläufig läßt Feledrions Hand von Naki ab, um auch das Kätzchen kurz zu streicheln und ihm die Aufnahme seines Geruches zu ermöglichen.
"Weißt du, die Zwerge haben viel zu viel Spaß daran, selbst im Gestein zu wühlen, als daß sie dies schwachen Menschenkindern überließen, die doch erheblich länger bräuchten, etwas Wertvolles zu Tage zu fördern.
Und wie das mit dem Wegsaugen der Seele vonstatten gehen soll, kann ich mir nicht recht vorstellen, weiß ich doch nicht einmal, was du unter einer solchen verstehst. Ich bevorzuge jedenfalls" - er schaut suchend auf die Tischplatte und findet an seinem Platz die Tasse, die er zuvor nicht recht bewußt bemerkt hat - "einen etwas stärkeren Tee."

SA

Madayar kann das Lachen noch recht gut unterdrücken, doch ein leichtes Zucken des Mundwinkels ist zu bemerken. Es ist aber auch eine merkwürdige Geschichte, die das Mädchen Feledrion da auftischt. Und dieser reagiert wieder so merkwürdig, daß sich die Augen des Waldelfen überrascht weiten. Diese Art Verhalten versteht er nicht. Wäre er hier auf einem elfischen Treffen, wären Feledrions Worte durchaus angebracht, diese unterdrückten Abfälligkeit gegen die Bartmurmler, das Nicht-Kennen einer Seele, dieser halb erzählerische, halb belehrende Ton. Aber warum sollte er so mit einem Menschling reden? Will er sie bekehren vom badoc ihrer Eltern? Sie wird kaum auf ihn hören. Es sei denn, sie käme mit in die Wälder. Doch das wird sie wohl nie tun.
Da der Menschling an der Theke sich jetzt verzieht, gilt Madayars ganze Aufmerksamkeit wieder dem Gespräch. Dabei macht er einen beobachtenden Rundblick auf die Anwesenden. Nebenbei bemerkt er im Geiste: `Feledrion, du solltest aufhören, die Menschen zu belehren, und anfangen, sie zu meiden. Ihnen zu helfen ist reine Zeitverschwendung. Dieses Mädchen wird aufwachsen wie eine Menschin. Ich hoffe nur, sie kommt zu den Töchtern der Ssad'huarr, dann kann es vielleicht noch was werden. Wenn sie in den richtigen Kreis kommt.'

WS

Einen stärkeren Tee? Das soll wohl ein Scherz sein? Während Feledrions Antwort hat Marlit gefesselt an seinen Lippen gehangen, aber nun? Sie ist sich nicht sicher, ob sie nun für dumm gehalten wird, oder das eine typische elfische Antwort war, auf jeden Fall schämt sie sich nun doch ein wenig. Sie läßt ihr schwarzes Haar ins Gesicht fallen, damit man ihr ihre Verlegenheit nicht so ansieht.
"Das mit der Seele... die kann man über den Atem... zumindest hat... ich weiß nicht, woher er dies hatte, er war schon alt, und hat sicher viiieeel gesehen! Einmal sah ich auch so jemanden wie euch. Der war mit einem Zwerg und vielen Menschen unterwegs gewesen. Alle schauten anders aus - einer war ganz dunkel im Gesicht, und einer hatte ein ganz langes Schwert - ich sah sie nur aus der Ferne, aber alle wirkten ganz ernst."

OHH

Beim neuerlichen Knallen der Tür zuckt Feledrion wieder einmal zusammen. Diese Menschen!
Allerdings entspannt er sich schnell wieder. Das zaghafte Gestotter der kleinen Marlit ist allzu rührend. Feledrions Rechte läßt nun auch von Felja ab, um dem Mädchen aufmunternd ans Kinn zu stupsen. "Sicher waren diese Leute nicht unterwegs, Kinder zu entführen."
Unvermittelt wechselt er das Thema: "Hast du eigentlich Hunger?"

WS

Die Berühung des Elfen entlockt dem Mädchen ein schüchternes Gickeln.
Den Themawechsel als angenehm empfindend, antwortet Marlit rasch mit einem Nicken und den Worten: "Gudelne hat eine Suppe für mich bestellt!"

SA

"Also wir sind Atemräuber, hm?" fragt er belustigt das Mädchen, während er sich auf seinem Stuhl wieder zum Tisch umdreht. "Bisher habe ich nur gehört, wir hätten keine Seele, und wenn man uns zu tief in die Augen schaut, würde man auch seine Seele verlieren. Und wir wären unsterblich, wenn man uns nicht tötet. Und heißt es nicht, daß der Schlaf der kleine Bruder des Todes ist? So kennen die unsterblichen Elfen auch den Schlaf nicht! Hör mal, du mußt nicht alles glauben. Auch wenn es schöne Geschichten sind, ist meist nur wenig davon wirklich." Sanft lächelt Madayar, während er Marlit tief in die Augen schaut. Smaragdgrüne, mandelförmige Augen, mit kleinen tanzenden Punkten.
Felja derweil findet Gefallen an der gut riechenden Hand Feledrions. Als dieser sie wieder wegnimmt, kuckt sie beleidigt, doch kaum daß sie wieder auf der Tischplatte liegt, springt sie auf sie und versucht mit ihrem Mäulchen den Zeigefinger zu packen. Schön, was zum spielen!

OHH

Nun hat Feledrion das Kind gerade von diesem leidigen Thema abgebracht, da beginnt Madayar von Neuem. Zweifellos kann man durch Taten besser denn durch erzählende Worte seine eigene Freundlichkeit beweisen.
Er läßt ihn zwar ausreden, wobei er die Zeit damit überbrückt, mit dem Kätzchen Fang-den-Finger zu spielen, kommt dann aber direkt auf Marlit zurück: "Eine Suppe?" Direkt vor ihm steht eine, die die Köchin wohl vorbeibrachte, als sie auch ihm den Tee hinstellte. "Nimm doch diese hier solange!" Da die Rechte beschäftigt ist, verrenkt er sich mit der Linken darüber quer hinweg, um die Schüssel zum Kinde hinüberzureichen.

SA

"Mein Bruder, das nennen die Rosenohren `ein Thema totschweigen'", bemerkt Madayar grinsend zu Feledrion. Allerdings ist der Anblick dieser Suppe doch zu zu köstlich. "Nun gut. Was gibt es hier sonst noch außer dem da?"
Hierbei lehnt sich der Waldelf gemütlich zurück und betrachtet den Schankraum weiterhin. Seine Augen bleiben an einem Paar spitzer Ohren hängen, die aber fast so klein wie Rosenohren sind. `Typisch tobrische Blumenkohlohren', denkt Madayar, sich an einen alten Freund erinnernd. Dabei beobachtet er die Besitzerin der Ohren etwas genauer.

OHH

"Nun, ICH nenne dies, `ein für den Augenblick hinreichend behandeltes Reizthema auf andere weise angehen'..." murmelt Feledrion etwas genervt. "Es gibt eine Karte", erwidert er etwas lauter auf Madayars Frage und zeigt dabei auf die Tafel hinter der Theke. Seltsam, daß der sie noch nicht gesehen hat, wo er den Menschen doch so ähnelt!
Doch dann wendet er sich wieder an Marlit: "Etwas Tee dazu?"

WS

"Danke!" Marlit nimmt die Suppe mit großer Begeisterung entgegen. Was auch für Naki ein Vorteil ist, denn dadurch gewinnt er seine Freiheit wieder - obwohl er knuddeln sehr gerne hat. Schon möchte sie den Teller nehmen, um gleich daraus zu schlürfen, da kommt ihr noch rechtzeitig in den Sinn, daß dies viellicht nicht ganz den Tischmanieren im Eber entsprechen könnte. Die Worte der Elfen hört das Maedchen wohl, und bevor sie sich endgültig aufs Essen stürzt, stellt sie doch noch eine Frage: "Wenn nur wenig davon wirklich ist, wie schaut es dann wirklich aus?" Dabei fischt sie sich den Löffel.

SA

Madayar grinst. "Wieso, ist doch interessant, was sie denkt, oder?" In leicht rezitierendem Tonfall fügt er an: "Das, was du zu sagen hast, sprich ruhig und klar aus und höre andere an, auch wenn sie langweilig oder töricht sind, denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen." Madayar lächelt immer noch fröhlich die beiden anderen an. "Und da eure Reden weder langweilig noch töricht sind, ist es mir ein Vergnügen, zuzuhören." Dann läßt er seinen Blick wieder durch den Schankraum gleiten. "Komisch, nicht? Die Rosenohren schreiben das, was es gibt, auf eine Karte. Wie wäre es, wenn bei einem Tanzfest eine Karte an einem Baum kleben würde, was man bekommen kann." Leise lachend erblickt Madayar endlich so was wie eine Karte. Allerdings interessiert ihn die Halb-Menschin mehr, und so versucht er, Blickkontakt herzustellen. Gleichzeitig beantwortet er die Frage des Mädchens: "Da du essen willst, werde ich dir gerne eine längere Geschichte erzählen, wenn svanja Feledrion mir dabei hilft.
Wir Elfen haben unsere Geschichten allerdings niemals aufgeschrieben, sondern wir haben Lieder daraus gemacht, die wir immer wieder gespielt haben. Als kleine Kinder lernen wir die Lieder von unseren Eltern und unseren Brüdern und Schwestern in der Sippe. Dort heißt es: Wir Elfen sind sicher nicht die ersten auf dieser Welt gewesen, doch es heißt, wir haben vorher in anderen Welten gelebt und existieren so lange wie die Zeit. Nun, wir sind zusammen mit den Bartmurmlern, die ihr Zwerge nennt, auf diese Welt gekommen, lange bevor ihr Menschen da wart. Es heißt auch, wir wurden nicht geschaffen, wie ihr es von euch behauptet, sondern wir sind entstanden aus den Träumen der Ersten von uns. Simia Der-aus-dem-Licht-trat war der Erste der Elfen, und alle alten Kulturen kennen ihn. Wir sind aus dem Licht entstanden, und existieren durch das Leben um uns herum. Wäre kein Leben um uns, würden wir genauso sterben wie ihr. Deshalb sehen wir es auch nicht allzu gern, wenn ihr das Leben Baum zu sowas verarbeitet." Madayar klopft mit der Linken auf den Tisch und deutet dann mit der Hand im Halbkreis durch die Schankstube.

OHH

Eine schwierige Frage, die Marlit da stellt. Eine Frage, deren Beantwortung gut überlegt sein will. Was macht einen Elfen aus? Sind die Elfen nicht beinahe ebenso verschieden wie die Menschen? Vielleicht sollte man mit dieser Klarstellung beginnen und mit dem Hinweis auf die drei Völker.
Madayar jedoch zeigt mit seinen seltsamen Bemerkungen, es gibt auch noch Elfen, die man guten Gewissens keinem der Völker mehr zuordnen kann, da sie sich schon zu sehr den Menschen angeglichen haben.
Wie kommt er nur dazu, Feledrion zu unterstellen, er fände Marlits Worte nicht interessant?
Und kaum, daß er seinen Willen zum Zuhören angekündigt hat, verfällt er in das Philosophieren über Tanzfeste. Was will er nur damit sagen?
Als sich Madayar mit den Augen zu Uyna verliert, glaubt Feledrion schon, sich wieder gedanklich auf Marlits Wissensdurst einstellen zu können.
Der andere aber, kaum, daß er Feledrion üm seine Mithilfe bei der Beantwortung bittet, bricht selbst nun endgültig in einen ununterbrochenen Gesprächsfluß aus, in dem er kaum einen Atemzug nimmt. Gewiß, seine Worte sind inhaltlich nicht falsch, soweit es bei so alten Legenden eine Sicherheit gibt. Aber sind sie als Einführung geeignet? Wird das Kind sie auch nur teilweise verstehen können? Hat es überhaupt danach gefragt?
Wie schwühl es hier ist! Eine einzelne Schweißperle rinnt über Feledrions Stirne. Wie soll er reagieren? Dieser Mensch mit den spitzen Ohren macht ihn ganz nervös. Andererseits will er ihm deswegen keine Schuld zuweisen. Wer kann schon sagen, welch schreckliche Erlebnisse Madayar zu dem machten, was er ist! Und allem zum Trotze scheint er sich einen Rest unbedarfter Fröhlichkeit im Inneren bewahrt zu haben. Feledrion darf ihn nicht einfach fliehen, so lange er dieses badoce und doch bemitleidenswerte Wesen noch ertragen kann.
Und als jener für einen Augenblick schweigt, wirft Feledrion etwas gequält ein: "Vielleicht wollte Marlit etwas über unser Leben erfahren, statt über jene ferne Vergangenheit..."

SA

Schade, die Halb-Menschin scheint kein Interesse zu haben. Na ja, vielleicht später. Doch da vernimmt Madayar die Worte Feledrions. Er dreht sich auf dem Stuhl und beobachtet ihn. Er wirkt gestreßt. Er fühlt sich unter Druck. Aber warum bloß? Und diese Frage - sie schürft alle Wunden in der Seele des waldelfischen Jägerkriegers wieder auf. "Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast und denke daran, wie ruhig es sein kann in der Stille. Was auch immer deine Sehnsüchte und Mühen in der lärmenden Verworrenheit des Lebens sei - bewahre den Frieden in deiner Seele."
Dann ist es, als ob ein Schatten über Madayars Gesicht huscht. "Doch wie soll man den Frieden bewahren, wenn das badoc Gast ist in der Welt, die du durchreist? Wenn du die alten Zauber lernst, um neue Gefahren zu besiegen? Wenn die Rosenohren zu hunderten vor dir in ihrem Blute liegen, wenn du sie schon zu Dutzenden töten mußtest, um dein Leben zu retten? Wie willst du den Frieden bewahren, wenn deine Mitreisenden den Tod bringen zu jedem, der sie stört? Wie willst du Sicherheit verspüren, wenn du im Schlaf fällst, deine Decke über dir brennt, das Nicht-Tote dein Leben will? Wenn du Freund der Natur bist und die pervertierte Natur ihre Krallen nach dir ausstreckt? Wenn du verflucht, gebrandmarkt, verschleppt, verurteilt, verfolgt und verbannt wirst und doch nur Frieden suchst in einer Welt des Hasses? Wie willst du die Krankheit des badoc, daß die Menschen tragen, von deinem Geist fernhalten, wenn du jahrelang deine Heimat nicht mehr siehst, und wenn du endlich wieder Elfen triffst, sind sie so badoc, daß sie dich versuchen zu töten? Alte Waffen töten die neuen Feinde, doch es gibt wieder neue, gegen die die alten Waffen nicht helfen, und du suchst die neuen, um nicht selbst zu sterben, doch es wird wieder neue Feinde geben. Krieg um des Friedens Willen. Doch diejenigen, die das badoc bekämpfen und doch nur den letzten Rest des feysala in ihnen zu schützen versuchen, die muß es auch geben, damit diejenigen, die in den Wäldern blieben, ihren Frieden haben vor den Gefahren der Rosenohren", murmelt der Waldelf düster auf Isdira.
"Nein, von meinem Leben will ich nicht erzählen", fügt er fest auf Garethi an. "Aber von deinem möchte ich hören, svanja."

WS

Marlit beginnt mit großem Hunger die Suppe zu schaufeln. Von all den gesprochen Worten bekommt sie ja höchstens einen wirren Kopf. Am Anfang hat sie noch versucht, Madayars Erklärung zu folgen, aber bald schien der dünne Faden des Verstehens gerissen zu sein. Sachen wie `Wir sind aus dem Licht entstanden' klingen äußerst merkwürdig. Werden Elfen nicht wie Menschen geboren? Vielleicht entsteht jeden Tag, an dem die Praiosscheibe in vollem Glanz am Himmel steht, ein neuer Elf? Aber dann müßte es ja mehr geben. Oder?
Nun, Madayars Worte sind reichlich an der Zahl und sie durchwandern schlußendlich Marlits Gehörgänge schneller als manch reißender Bach die Landschaft. Feledrion hat sie verstanden, um was es ihr ging, hat aber keine Zeit ihre Antwort zu befragen - oder wie war das? Irgendwie ist alles so verwirrend.
Madayar scheint ohne einen einzigen Atemzug reden zu können, vielmehr macht er alles gleichzeitig, springt von Thema zu Thema - nein, das ist nichts für sie. Und nun, auch wenn sie Madayars Worte nicht mehr versteht - dieses Mal tut der Umstand, daß er die auf Isdira spricht, das Ü?brige dazu - irgendwie hat sie ein ungutes Gefühl dabei - die Stimmlage scheint von Wut geprägt zu sein.
So spielt Marlit `kleines unscheinbares Mäuschen' und ißt möglichst unauffällig.
Naki nähert sich inzwischen dem Kätzchen - seine Neugier ist erwacht.

OHH

Lernen ist ein langwieriger Prozeß. So hört sich Feledrion geduldig den unermüdlichen Redefluß Madayars an. Merken kann er sich dies alles natürlich nicht, doch bekommt er zumindest einen Eindruck davon, was den anderen bewegt. Manches ahnte er bereits, hat er doch selbst ähnliches erlebt, nur daß er andere Schlüsse daraus zieht.
Am Ende der Rede erwidert er, ebenfalls in ihrer beider Muttersprache: "Wenn ich deine Fragen einmal beantworten soll, so stelle sie einzeln."
Allerdings scheint Feledrion sie alle erst einmal zurückstellen zu wollen, um sich der letzten zu widmen, die am ehesten auch Marlit interessieren mag, denn er wechselt seinerseits inds Garethi: "Von meinem Leben wollt ihr hören? Nun, nach der Rechnung der Menschen bin ich" - er scheint einen Moment rechnen zu müssen - "wohl 103 Jahre alt, wenn ich mich irre. Was daraus interessiert euch denn besonders?"

WS

Der Elf sagt, er sei 103 Jahre alt. Und ein Mädchen am Tisch verschluckt sich daraufhin beim Suppenschlürfen. Mit einem lauten Husten, welches ein Röcheln beinhaltet, mischt sie sich wieder auf eine ungewöhnliche Weise ins Gespräch ein.

SA

Madayar grinst breit, als er die Altersangabe Feledrions hört. Zehn mal zehn und drei Finger. Deswegen ist er so ruhig und über die Hektik erstaunt. Grinsend spricht Madayar den anderen Waldelfen an, der sein Großvater sein könnte: "So sitzen hier wohl drei Generationen. Ich bin im Vergleich zu dir noch sehr jung, es müßte mein dreißigster Sommer sein. Sag, mein altehrwürdiger Freund, wieviele Jahre deines Lebens verbringst du denn schon in der Menschenwelt? Bei mir ist es wohl das vierzehnte." Schelmisch grinsend fügt Madayar an: "Und vieviele davon schon hier, in dieser Ansammlung toten Holzes irgendwo an einem steinernen Weg durch ein trostloses Land der tala?"

OHH

Da die Katzen sich nun allein zu beschäftigen wissen, läßt Feledrion endgültig von ihnen ab. Eine Kehle ist vom vielen Sprechen schon ganz trocken, also zieht er gedankenversunken den Tee vom gegenüberliegenden Platz, welcher wohl für ihn gedacht war, herüber.
"Nun, es mag wohl um vierzig eurer Jahre her sein, als ich zum ersten Male zum Leidwesen des Kronenhirsches dem Beispiel meiner anderen beiden älteren Geschwister folgte und die heimischen Wälder verließ. Doch nie war es für immer, auch nie für länger als ein paar Jahreszeiten. Nicht allein die Länge zählt, sondern auch die Intensität, das Maß, in dem man sich auf das Gesehene und Erlebte einläßt.
Dies ist bislang die fernste Reise, die ich je antrat, und vielleicht wird es auch die Dauerhafteste werden. Noch nie war ich so weit im Mittag, aber ich möchte die Waldmenschen finden."

SA

"Unsere Brüder und Schwestern der schönen Auen berichteten schon von Rosenohren mit bronzener Haut, die wie Katzen durch die dampfenden Wälder südlich von Zze Tha wandern, und ich habe ihre Lieder auch gehört", meint Madayar freundlich lächelnd, während er sich wieder nach irgend jemanden umschaut, der nach Wirt aussieht. "In den Liedern der biunfeya aus dem Tal des Ya-a-qui heißt es, daß die Schilfbootfahrer mit der Haut wie Sonnwendnacht noch nicht eingewandert waren. Ich rede vom Lied über Serleen und Lafadiel." Da Madayar leider keinen Wirt erblickt, wendet er sich wieder den beiden Mitsitzenden zu. "Was willst du dort, südlich von Zze Tha? Dort ist nichts, was von Interesse wäre. Und es ist noch ein weiter Weg von hier. Ich rate dir, eines der schwimmenden Häuser aus totem Wald der Rosenohren zu nehmen, und nach Bra-bak zu fahren, tief im Süden. Von dort aus gehe auf die Berge zu. Weiter weiß ich nicht, weiter war ich auch nicht." Ein großer Schrecken ist in Madayars Augen zu sehen, als er weiterspricht: "Aber sei vorsichtig. Die Macht der Unaussprechlichen konnte nicht ganz getilgt werden. Meide jedes ihrer Steingebilde, jede Höhle. Die Waldrosenohren nennen es tabu, dort gehe niemals hin!"

OHH

"Ich denke durchaus, dort Dinge von Interesse zu finden. Von allen Menschen mag es sein, jene sind uns am ähnlichsten. Ich möchte sie näher kennenlernen, ihre Sitten, ihre Sprache, ihre Künste und ihre Sicht der Welt."
Völlig in das Gespräch vertieft, nimmt er kaum bewußt wahr, wie er den Tee zum Trinken anhebt.
"Was würde mich denn nach deinem Wissen erwarten, wenn ich doch in eine Grotte ging oder einem Steinmal zu nahe käme?"

WS

Marlit hat ihren Hustenanfall glücklicherweise wieder in den Griff bekommen, auch wenn es jetzt im Hals unangenehm kratzt. "Könnte ich bitte einen Schluck Tee haben?" bittet sie Feledrion und kann sich Madayar gegenüber eine Frage nicht verkneifen: "Von was redest du?" Höchstwahrscheinlich saugen Elfen keine Seelen - frau kann aber nie wissen - aber sie können sehr gut Kopfschmerzen bereiten, bei all den seltsamen Sachen, die sie reden.

SA

Madayar schaut das Mädchen nachdenklich an. "Ich weiß es nicht", murmelt er auf Isdira, um dann laut auf Garehti zu antworten: "Ich erzähle svanya Feledrion davon, was ich von den großen Wäldern im Süden weiß. Wenn du willst, erzähle ich dir davon, und von der Wüste, die davor kommt, oder von unserer Heimat um den sala mandra, die endlosen Weiten darüber, wo die Nivesen leben und die Steppenelfen, und vielleicht auch von dort, wo es immer Winter ist, wo die Winterelfen leben. Oder willst du lieber was über die großen Wälder des Bärenlandes, von den verfluchten Ländern der Schwarzpelzen oder dem hügeligen Land der Hjaldingarder hören? Ich war fast überall, wo die Menschen nur selten einen Fuß hinsetzen, nur in den `zivilisierten' Landen war ich selten, und das hole ich jetzt nach. Sag mir, über welchen Ort du etwas hören willst, und über welches Volk, und ich erzähle es dir."
Er wendet sich an Feledrion: "Ja, du hast recht, sie dürften den Unseren am Nahesten sein, doch auch die tala mit Haar wie Sonnwendnacht sind nahe dran. Und doch ist es immer noch ein großer Unterschied vom Wald-der-Hitze-und-Regen im Süden und unseren Wäldern im Norden."
Dann denkt Madayar kurz nach, bevor er weiter antwortet. "Ich kann dir nur sagen, was mir passiert ist, als ich in die alten Bauten der Unaussprechlichen ging. Unten waren größtenteils Räuber und Geister von den Toten, die getötet wurden, weil sie sich dem Alten Reich nicht Untertan machen wollten. Doch eine große Schlange, die als Brunnen diente, mit smaragdenen Augen, hatte es dem Hjaldingarder Garald angetan, und so nahm er die Smaragde mit. Mit der Konsequenz, daß wir auf der Treppe von einem fast vier Meter großen Unaussprechlichen angegriffen wurden, dessen taubra uns beinahe alle getötet hätte. Es war Gnade der Echse und nicht unser Können, daß wir überlebten, ich nahezu unverletzt, der Söldling mit durchbohrter Kampfhand, und Garald ohnmächtig mit zerkratztem Gesicht. Der Söldner hatte sich den Dolch in die Hand stoßen müssen, damit diese ihm nicht mit seinem Schwert die Kehle durchschnitt. Soviel zur taubra."
Angst malt sich auf dem Gesicht des Waldelfen, als er weiterspricht. "Dann kamen wir an eine große Tür. Kaum, daß wir sie öffneten, erwachte eine Steinschlange zum Leben und wollte uns angreifen. Wir schlugen die Tür zu und rannten. Kurz darauf hatten wir unseren Auftrag erfüllt und flohen den Ort. Doch ein Begleiter von mir, der damals noch nicht dabei war, ging dort noch einmal hin. Was er mir erzählt hat, ist kaum zu glauben. Wir hatten nur zwei Geister gesehen, aber er traf auf sieben von ihnen und erlöste sie. Genauso wie einen dhakra in der endlosen Höhle, den er zum dhakra'gala formte, und einen Dschinn des awa, der es nicht lassen konnte, ihn als Feuerelementarist mit Wasser zu begießen." Bei diesen Worten kichert Madayar wieder, es scheint, daß diese Anekdote die Angst vertreibt. "Doch ich habe mich unter den Gauklern in Khunchom, einer Wüstenstadt am Mha-Nadi, aufgehalten, und die vermochten mir so manche Geschichte zu erzählen. Wenn du willst, kann ich sie dir auch noch erzählen."

OHH

"Natürlich!" erwidert Feledrion fast erschrocken dem Mädchen. Er war so beschäftigt, daß er ihr Husten kaum bewußt wahrgenommen hat. So kommt der Tee, den er gerade ansetzen wollte, nie an seinem Bestimmungsorte an, da der Elf ihn sogleich Marlit reicht, obwohl er selbst kaum weniger durstig ist. Allerdings bemerkt er auch dies im Moment nur ganz am Rande.
Unglaublich, wie pausenlos Madayar reden kann! Erstaunlich, wie schnell er dabei das Thema zu wechseln weiß. Kein Wunder, daß dabei keines wirklich zur Sprache kommt. Ob Madayar schon einmal irgend etwas in seinem Leben zu einem Abschluß brachte?
Doch Feledrion will nicht ungerecht sein, auch wenn er zunächst fürchtet, der andere würde ein weiteres Mal über die Beantwortung einer Frage hinwegsehen.
"Wenn die Regenwälder genauso wären wie die unseren, bräuchte ich nicht dorthin zu wandern", versucht Feledrion einzuwerfen, doch bezweifelt er, Madayar in dessen Redefluß zu erreichen.
Als jener mit dem neuerlichen Versuch eines Themenwechsels endet, erwidert Feledrion trocken aber bestimmt: "Nein, danke, ich gehe einstweilen gen Mittag, nicht gen Morgen!"
Auch auf die Geschichte aus zweiter Hand möchte er nicht näher eingehen, so daß er den Bogen wieder zurückschlägt: "Wenn ich deine Geschichte richtig verstehe, so war es Garald, der Feindseeligkeiten gegen euch provozierte. Ich habe nicht vor, Bauwerke ihrer Bestandteile zu berauben. Man muß es akzeptieren, wenn den Menschen oder den Achaz etwas so lieb und wichtig ist, wie unsereinem sein Instrument. Ist dies alles, wovor du mich warnen wolltest, so freue ich mich sehr darauf, die Bauten und Höhlen zu Gesicht zu bekommen." Die anfängliche Strenge seiner Stimme ist verflogen, einer fröhlichen Unbeschwertheit Platz einzuräumen. Dann aber setzt er noch nachdenklich hinzu: "Obwohl ich eigentlich anderes von den Waldmenschen erwartete."

WS

Marlit trinkt einen Schluck, und das lästige Kratzen scheint merklich gelindert zu werden. "Danke!" antwortet sie, und reicht Feledrion den Tee zurück. Auf Madayars Frage nickt sie, denn nach welcher Gegend kann sie schon fragen - hat sie bisher doch eigentlich nur die Dörfer und Wälder in der Gegend gesehen. Großvater hat ihr zwar Geschichten erzählt - von menschenfressenden Bäumen, Echsen so groß wie Häuser und wilden zotteligen Wesen im ewigen Eis - aber irgendwie ist sie sich nicht mehr so sicher, ob sie diese ernst nehmen sollte.
Aber dann redet Madayar sogleich weiter, und dem Mädchen bleibt nur noch, dessen Worten zu lauschen - und ab und zu leise zu hüsteln. Jedoch der Teller ist leer, und langsam werden die Augen schwer - die Wärme, der volle Bauch, das Geschwafel des Elfen... Müdigkeit macht sich in ihrem Geiste breit.

SA

"Du hast recht, die Wälder sind anders. Es ist schwerer, mit dem ia'bha a'sela lala a'lee hindurch zu gehen und wenn man es nicht tut, gibt es tausend verschiedene Planzen, die ihr Reich mit Gift und Falle verteidigen. Und wie der Anblick eines von unserem Volk auf die Bronzehäutigen wirkt, weiß ich nun auch nicht. Was sie nämlich von uns gravierend unterscheidet, ist, daß sie die Zerstörungswut der Rosenohren besitzen. Zwar zerstören sie nicht ihren Lebensraum - aber sich gegeneinander. Die Stämme bekriegen sich untereinander, und die Sklavenjäger der südlichen Staaten halten unter den von Gift und Blutzoll Geschwächten reiche Beute. Zudem sind sie streitlustig genug, gegen einen weißen Staat in den Krieg zu ziehen, wenn ein anderer ihnen dafür Waffen oder Handwerkszeug, aber auch nur Glasperlen gibt. Nein, wie nahe sie auch an uns seien - sie unterscheiden sich grundlegend. Wenn man von den Darna absieht, es heißt, sie währen die Elfen der Waldmenschen."
Madayar macht derweil eine winkende Handbewegung in Richtung der Rosenohrin, die gerade mit dem Essen aus dem kommt, was wahrscheinlich die Küche darstellt.
"Aber es ist alles nicht sicher. Ich habe alles nur gehört. Auch habe ich gehört, daß die Unaussprechlichen mit den Anderen paktiert haben, und eine der Ihren zur Führerin der Anderen erhoben. Es heißt - vor allen bei den Rosenohren - daß jeder, der in den di-jun-gel geht, entweder vergiftet wird, ein Opfer der Raubfische oder der Waldmenschen wird, die mit vergifteten Pfeilen schießen. Und doch versklaven sie die Leute zu Tausenden. Ich muß gestehen, ich sehne mich nicht nach dem Süden."
Dann blickt Madayar lächelnd auf das langsam einnickende Mädchen, bevor er im melodischen Isdira weiterspricht. "Genug von meinen Reisen, sag du mir lieber was davon, wo ich noch nicht war. Wie ist das mittlere Reich, und das Alte Reich?"
Und wieder wandert Madayars Blick auf das Mädchen, und während er leise eines der alten, waldelfischen Schlaflieder singt, lauscht er gleichzeitig darauf, ob Feledrion Ruhender-Schwan antwortet.
"Schlaf, mein Kind, denn die Wipfel rauschen,
schlaf, kleines Leben, denn die Nacht beginnt.
schlaf, kleines Mädchen, gross ist die Welt für dich,
schlaf, während dein Körper die Kraft gewinnt
zu leben in dieser neuen Welt,
zu lernen, wie man sie versteht,
zu wissen, um deinen Weg zu finden,
zu suchen, wo er weiter geht.
Schlafe, mein Kind, denn hier bist du sicher,
schlafe, denn ich wache über dich,
schlafe, während die Tiere es tun,
schlafe, die Natur erholt sich.
Die Tiere seien dir immer Freund,
Der Wald dir Decke und Dach,
die Sonnenscheibe schläft auch mit dir
und wird mit dir morgen wach
Die Schatten bedecken dein kleines Haupt,
über dich kommt die Ruhe der Nacht,
entspanne dich vom Erlebten
und erfreu dich im Traum an dessen Pracht
Schlafe, mein Kind, denn du bist mein Leben
in klein, und so soll es sein
in dir wächst mein Leben fort
Schlafe, denn hier ist dein Heim."

OHH

Väterlich lächelnd nimmt Feledrion den Tee wieder in Empfang. Allerdings vergißt er ihn gleich wieder, als Madayar neuerlich seine Unermüdlichkeit beweist. Immerhin stört es Feledrion diesmal nicht, da jener keine Sprünge macht wie zuvor, sondern berichtet, wonach Feledrion fragte. "Die Darna", wiederholt er leise, doch Madayars Redepause währt nicht lange genug, auf irgendetwas einzugehen. Er gesteht, all dies von Menschen gehört zu haben. Entsprechend teilt Feledrion ihnen einen Wahrscheinlichkeitswert zu.
Warum nennt er es seine Reisen, wenn er nicht selbst dort war?
Da fragt er ihn nach den Reichen. Bis Feledrion aber die Begriffe zugeordnet hat, beginnt Madayar auf einmal zu singen - schön und lang genug, Feledrion die Frage vergessen zu lassen.
Geistesverloren setzt er wieder die Tasse an, nimmt einen Schluck. HEISS! Sofort spuckt er den Tee in die Tasse zurück, hechelt durch den Mund kühle Luft in sich hinein, wobei er die verbrannte Zunge herausstreckt.

WS

Es hätte vermutlich gar nicht mehr eines schönen Liedes bedurft, denn Marlits Verstand wandert bereits eine gerade Straße entlang Richtung Borons Traumländer - zuerst versucht sie sich noch an den Worten festzuhalten, sie beinahe wie ein Holzstück im reißenden Wasser zu umklammern. Aber der Sog der Müdigkeit ist stärker, und als dann noch liebliche Töne in Form eines Gesanges erklingen, wird der Körper endgültig schwer, immer schwerer - und rutscht dann entspannt in den Sessel hinein.
Im Schlaf stößt sie sich an einem Tischbein. Und im Aufwachen beschreibt sie noch leise murmelnd den Fremden, der sie im Traume angesprochen hat: "Ein großes schneeweißes Pferd - mit einem Horn am Kopf und Flügeln..."
Dann schlägt sie endgültig ihre Augen auf - und ihr Blick verrät, daß sie momentan keine Ahnung hat, wo sie ist. Doch mit jedem Herzschlag scheint ein Stück Erkenntnis wiedererweckt zu werden. "Entschuldigt!" murmelt sie.

OHH

Während Feledrion noch seine Zunge abkühlt, ärgert er sich ein wenig über sich selbst. Wie gerne sich die Menschen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Speis und Trank den Mund verbrennen, ist ihm doch inzwischen eigentlich bekannt. Er vergißt es nur immer wieder, weil er sich wohl nie recht daran gewöhnen wird.
Langsam läßt der Schmerz nach, und so bemerkt der Elf die plötzliche Stille des anderen? Sollten ihm die Worte ausgegangen sein? Feledrion lächelt milde bei dieser Vorstellung.
Gerade will er ihm ein Kompliment für den Vortrag machen, da wird seine Aufmerksamkeit auf Marlits unruhigen Schlaf gelenkt. Schon erwacht sie wieder. Ein Einhorn mit Flügeln? Welch interessantes Traumbild! Doch um es zu deuten, müßte er das Mädchen wohl erst etwas besser kennen.
"Das macht doch nichts!" erwidert er lächelnd.

WS

"Gut! Ich habe letzte Nacht nicht so gut geschlafen! Habe Angst gehabt, daß sie uns erwischen - aber niemand hat nachgeschaut. Naja, ich habe was ganz Seltsames geträumt - da war so ein weißes Pferd, es hatte wunderschöne Augen. Dann noch ein goldenes Horn..." Marlit denkt kurz nach. "Ach ja, Flügel... Flügel hatte es auch. Ach, ich wäre so gerne auf ihm geritten, aber..."
Sie überlegt angestrengt, was dann los war - war überhaupt was los? Kaum erwacht, begann sich schon der Traum aus ihren Erinnerungen zu verflüchtigen, und nun ist nur noch das letzte Bild vorhanden - ein geflügltes Einhorn.
"Kennst du sowas?" fragt sie nach, während sie sich etwas streckt, und eine vernünftige Sitzposition wiederzuerlangen versucht.

OHH

Zunächst beantwortet Feledrion schnell die Frage: "Wohl kenne ich Einhörner, welche in unseren Wäldern leben. Doch verfügen sie über keine Flügel. Aber nicht alles, von dem man träumt, muß auch in der Wirklichkeit bestehen."
Dann beugt er sich etwas näher zu Marlit heran und fragt leise, sie nicht zu erschrecken: "Wovor läufst du davon?"

WS

Eigentlich schade, daß es keine geflügelten Pferde mit Hörnern gibt - Marlit wäre so gerne einmal auf einem geritten. Vielleicht hätte dieses mit seinen kräftigen Schwingen das Mädchen sogar bis zum Madamal hinaufbringen können.
Aber scheinbar gibt es gehörnte Pferde ohne Flügel - auch gut, wenn sie so schön sind wie das aus ihrem Traum.
Da wird ihr ebenfalls eine Frage gestellt. "ICH? Nein, ich laufe nicht davon, ich suche nur meine Schwestern!"

OHH

Was mag nur in dieser Familie vorgefallen sein? Doch bevor er danach fragt, will Feledrion erst jenen anderen Punkt klären: "Du sagtest, jemand hätte dich zu erwischen versucht..."

WS

Marlit schüttelt den Kopf: "Es hat gestern auch geregnet, nicht so viel, aber doch - da dachten Naki und ich, wir sollten in einem der Ställe übernachten, wo wir vorbeigekommen sind. Aber nachdem wir niemand gefragt haben, hatte ich immer Angst, daß jemand von den Besitzern nachschauen kommt. Vielleicht wären sie böse gewesen! Auf jeden Fall gab es Ratten dort..."

OHH

Verwirrend! Heißt das jetzt, die Ratten haben sie nicht erwischt? Nein, Unfug! Die Stallbesitzer wären böse gewesen, weil sie die Ratten verscheucht haben? Irgendwie ist das alles sehr suspekt.
Da Marlit aber offenbar folglich nicht auf irgendeiner Flucht ist, kann sich Feledrion ebensogut ihrer Familie widmen - einem Thema, welches gewiß weniger kopmliziert wird.
"Ähm... Hast du denn irgendwelche Hinweise, wo sich deine Schwestern aufhalten könnten? Hast du schon deinen Vater gefragt?"

WS

Marlit schüttelt erneut den Kopf. "Nein, ich kann ihn nicht fragen. Er ist schon lange weg. Aber Mama hat mir gesagt, wie ich sie finde - sie hat mir da einen Trick gezeigt. So mit in die Augen schauen, und so - daran kann ich sie erkennen. Aber bisher habe ich keine gefunden", ergänzt das Mädchen traurig.

SA

Madayar würde Feledrion gerne fragen, ob er einmal eines der hochmagischen Einhörner gesehen oder mit ihm gesprochen hat. Doch die Unterhaltung mit Marlit ist wichtiger, und es ist viel interessanter, zuzuhören, als selbst zu fragen.
Madayar greift in den Hemdkragen und holt die Elfenbeinflöte hervor. Langsam und leise beginnt er, eine der alten Melodien zu spielen, die ihm gerade in den Sinn kommt.

OHH

Endlich erkennt Feledrion, das Kind meinte keine leiblichenm Schwestern, sondern solche der Seele, die ihr helfen sollen, ihr Mandra zu nutzen. "Leider kenne ich mich in dieser Gegend nicht aus. So weiß ich nicht wo du solche Schwestern hier finden könntest."
Er möchte sie noch einmal nach dem Vater fragen, wo der denn mit dem Großvater unterwegs sei, doch seine Intuition hält ihn davon ab. So, wie sie von beiden gesprochen hat, stimmt da doch etwas nicht!
So lauscht er Madayars Flötenspiel, bis ihm einfällt, daß hier jemand fehlt. "Wo steckt Gudelne eigentlich so lange? Sie wird sich doch nicht den Magen verdorben haben?"

WS

Es überrascht Marlit nicht, daß er keine ihrer Schwestern kennt - erstens ist er ein Se... Elf, und zweitens ein Mann, also kann er logischwerweise keine Schwester sein. Nun gut, er könnte ja welche kennen, aber hier mag besonders Punkt Eins eine Rolle spielen. Ob sich ihre Schwestern um Männer kümmern weiß das Mädchen nicht.
Und Gudelne? Ja, was ist mit ihr? "Vielleicht ist sie bei den Streitenden, die rausgegangen sind", wirft Marlit ein.

OHH

"Vermutlich", stimmt Feledrion zu, offenbar durch Marlits Erklärung befriedigt. `Zwerge!' Dann schweigt er wieder und betrachtet gleichmütig das Menschenvolk.

WS

Und so beginnt es - das große Schweigen. Auch Marlit verfällt in eine ruhige Phase, und während die lieblichen Töne der Musik ihre Ohren umschmeicheln, läßt sie einmal ihren Blick wandern. Eine zerlumpte Gestalt fällt ihr auf, die gerade den Eber verläßt. Sie blickt ihr kurz nach, da fällt ihr wieder einmal eine Frage ein. Sie wendet sich an Feledrion: "Was machen eigentlich deine Leute den ganzen Tag?"

OHH

"Meine Leute?" Einen Moment lang wirkt Feledrion wie aus einem Traum gerissen, dann aber ruhen seine klaren Augen wieder auf der Fragenden. "Meinst du mein Volk oder meine Familie? Natürlich hängt das immer sehr vom Charakter und vom Wetter ab..."

WS

"Hmm, ja", überlegt Marlit, "ja, was macht dein Volk an einem so regnerischen Tag wie heute? Und deine Familie? Bist du eigentlich verheiratet? Hast du Kinder?" Langsam scheint sie mit ihren Fragen in Schwung zu kommen.

OHH

"Sachte, der Reihe nach!" bemüht sich Feledrion durchaus positiv zu bewertenden Sturm der Neugierde in dem Mädchen ein wenig zu bremsen, um ihn auch befriedigen zu können.
"Zunächst einmal: Bei uns sind Heiratsriten nicht gebräuchlich. Wir leben bei den Leuten, die wir lieben, ohne die Zustimmung anderer zu benötigen oder gar schriftliche Verträge." Schon will er genauer auf das Thema eingehen, da erinnert er sich, es nicht mit einem erwachsenen Menschen zu tun zu haben. Und gewiß ist es nicht dies, was Marlit hören möchte. Also schwenkt er um: "Noch habe ich keine Frau gefunden, mit der ich Kinder aufziehen möchte, aber ich bin ja noch jung."
Fragend schaut er, ob Marlit wohl zufrieden ist mit dieser Antwort.

SA

Madayar hat sein Flötenspiel derweil beendet und hört aufmerksam der Fragerei zu. Zwar kommt ihm das Freundschaftslied in den Sinn, das die Partner auf ewig aneinander bindet, aber scheinbar will es der Ältere nicht mit den Heiratsriten der menschen gleichsetzen. Da er aber nichts weiter dazutun kann, widmet er sich dem Geschehen im Schankraum.

WS

Gerade will Marlit etwas zum Thema `Er und jung' sagen, aber das wäre doch unhöflich - also bleibt sie beim Thema Heiraten - auch wenn sie nicht versteht, was er mit schriftlichem Vertrag meint: "Schade, daß du nicht heiraten kannst. Da war einmal eine Hochzeit im Dorf - das war soooo schön, und die Braut hatte soooo schöne Kleider an. Das hat sie alles selber genäht, hat mir ihre Schwester gesagt. Viellicht trage ich auch einmal so was Schönes, wenn ich heirate! Ob ich einmal eine hübsche Braut abgeben werde?"

OHH

Beinahe möchte man Feledrions Lächeln schon nicht mehr nur als väterlich, sondern großväterlich bezeichen. "Wenn du eine hübsche Braut sein möchtest, so wirst du sicherlich eine sein, wenn die Zeit gekommen ist."
Er legt den Kopf etwas schief. "Aber es ist nicht so, daß ich nicht nach menschlichen Riten handeln könnte, wenn ich wollte. Es gibt nur keinen Grund, es zu tun." Er weist auf seinen Leinenanzug. "Sieh, wir fertigen unsere Kleidung alle selbst. Gewiß ist sie meist eher nützlich denn schön, doch kann sie beides sein. Und wenn uns der Sinn nach Schönem steht, so brauchen wir keinen weiteren Anlaß, es zu tragen. Das können wir immer tun."

WS

"Aber habt ihr dann keine Feste, wo alle hübsch angezogen kommen, und man dann ganz lange feiert? Da durfte sogar ich bis zum Morgengrauen auf bleiben!"

OHH

"Doch, sicher gibt es das. Aber auch dafür braucht es nicht unbedingt eines bestimten Anlasses."
Er stutzt kurz, dann fährt er fort: "Die Kinder bleiben übrigens immer so lange auf, bis sie müde sind. Wie kommen menschliche Eltern nur darauf, sie wüßten dies besser?"

WS

Marlit zuckt mit den Schultern - sie ist schließlich das Kind, woher soll sie ahnen, was Eltern wissen. Jedoch dieses Leuchten in ihren Augen, welches sich, als Feledrion ihre Bemerkung zum Thema Braut bestätigte, eingestellt hatte, verrät, daß ihre Gedanken zwar in Richtung Elternschaft wandern, aber bei einem Schritt davor stehen bleiben. Es sind nicht Leidenschaft und rajhagefällige Nächte, von denen sie träumt; nein, nur das Gefühl, geborgen und nie mehr allein zu sein.

OHH

Natürlich ahnt Feledrion, das Kind beschäftigt weniger seine rheorische Frage, auf die er keine Antwort erwartet, da er nicht glaubt, es gäbe eine, welche auch befriedigt. Vielmehr schweift sie ganz offensichtlich in andere Gefilde ab, von denen er nur aufgrund ihrer Mimik und bisheriger Bemerkungen vermuten kann, wo diese liegen mögen. Gewiß fehlt es diesem Kinde an Vertrauenspersonen, welche ihren Weg begleiten - an Zuneigung und Geborgenheit.
So läßt er sich ganz von ihren und seinen Gefühlen lenken, gleitet näher an sie heran und umschließt ihre Schultern sanft mit seinem linken Arm.

WS

Zunächst verwirrt sie die Geste. Nicht, daß sie sich noch fürchtet - schließlich ist sie ja ein großes tapferes Mädchen, ist sie doch, oder? - aber es war einfach schon seit langem niemand mehr so nett zu ihr. Ja, es ist sicherlich eine nette Geste, ein Zeichen von... Freundschaft? Oder vielleicht bedeutet es auch etwas anderes bei Elfen?
Nun, ein wenig verspannt ist sie schon. Sie blickt den Elfen mit großen Augen an, und dann stellt sie ihm eine für sie sehr wichtige Frage: "Was ist dein größter Traum?"

OHH

Feledrions helle Brauen heben sich. "Meinst du einen tatsächlichen Traum, der mir am meisten bedeutet, oder eher einen Wunsch, der mich in meinem Tun besonders vorantreibt?"

WS

"Hmmm!" Marlit überlegt, und antwortet dann: "Beides!"

OHH

Da lacht Feledrion. Doch es ist kein Auslachen, sondern vielmehr die Freude über das erfrischende Wesen dieses Kindes.
"Das ist nicht einfach zu beantworten", beginnt er, "denn ich hatte schon viele Träume, die mich in der einen oder anderen Weise beschäftigten. Träume sind Rätsel, die wir uns im Schlafe selbst stellen, um etwas zu erkennen, was wir im Wachen übersahen. Deshalb sind sie nur so lange wichtig, bis wir sie gelöst haben. Man muß jemandem sehr nahe stehen, wenn man ihm dabei helfen will, aber wenn du magst, erzähle ich dir meinen neuesten."
Er probiert noch einmal sehr vorsichtig einen Schluck Tee. Schade, immer noch etwas zu heiß.

WS

Was genau Feledrion mit Träumen und Rätseln ausdrücken will, ist für Marlit zwar nicht ganz durchschaubar, aber sie erfährt gerne mehr über seine Träume. "Ja, bitte!" antwortet sie erfreut.

OHH

Nachdenklich stellt der Elf seine Tasse wieder auf den Tisch.
"Nun, heute Nacht träumte mir von dem Brunnen, welcher hinter dem Gasthaus liegt. Eine Frau tanzte vor einer Handvoll Zuschauern. Ihre Bewegungen waren erfüllt von großer Seelenkraft. Ich glaube, sie suchte etwas... vielleicht sich selbst...
Die Leute um sie herum konnte ich nicht genau sehen, nur erspüren." Da öffnet Feledrion auf einmal wie erkennend seine Augen. "Natürlich! Einer von ihnen war mein Freund Atreo, welcher hier offenbar die Nacht zuvor schlief! Vermutlich werde ich die volle Bedeutung des Traumes erst erfahren, wenn ich mit Atreo spreche. Gewiß benötigt er in irgendeiner Weise meine Hilfe."
Er nickt schmunzelnd. "Erstaunlich! Dieser Traum lenkt mein Augenmerk zugleich auf einen meiner innersten Wünsche, auf das, worin ich meinen Lebenssinn zu erkennen vermeine: Ich möchte den Wesen dieser Welt helfen."
Mit diesen Worten drückt er Marlit kurz und aufmunternd, dann schweigt er versonnen.

Fortsetzung mit den Schildbürgern.


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Redaktion und Lektorat: OHH