Wogen und ein Bogen

Autoren: Jan Richling, Oliver H. Herde und andere

OHH

Eine liebliche Melodei erklingt wie am Vortage leise im Garten. Die beiden Stimmen gehören Feledrion. Nichts hat er vom einsetzenden Wetterumschwung bemerkt, sein Geist ist fern in der Heimat und fern in der Vergangenheit.
"Wie aber kann ich den Menschen helfen?" fragte er.
Sein Bruder Amaryllion lächelte milde. "Jedem anders. Doch eines ist ihnen allen gemein: Hilf ihnen nur, wenn sie dich danach fragen!"
Feledrion runzelte die Stirne. "Was aber, wenn sie mich nicht bitten können?"
"Du hast Recht, Feledrion", erwiderte Amaryllion nickend. "Nicht immer ermöglichen die Umstände den Menschen, über ihre Nöte zu sprechen, sei es im Moment höchster Gefahr, sei es in tiefer verschlossener Sorge oder Qual um schwierige Dinge des Lebens."
"So werde ich unaufgefordert helfen, wenn die Not offensichtlich ist. Doch darf ich dies auch, wenn ich nur um ein Problem ahne?"
"Nur mir allergrößter Behutsamkeit! Es gibt Menschen, die sich vor Hilfe fürchten, weil ihnen eine Situation peinlich ist. Taste dich an die Person langsam heran. Hilf zunächst dem Zufall, dir die Umstände näher zu erklären. Sei zur rechten Zeit am rechten Ort. Lausche auf dein Innerstes, wie auf das Innerste des Menschen, dem du helfen willst, und es wird gut sein."

Ein Schrei zerreißt Feledrions Konzentration, holt ihn in das Hier und Jetzt zurück. Verwirrt blickt er sich um. Was war das? Niemand ist zu sehen. Oh, es regnet wieder!
Die Wirtin kommt kelleschwingend aus der Küche herausgerannt und verschwindet Augenblicke später hinter der Hausecke. Ob sie geschrieen hat? Müssen die Menschen immer solch einen Lärm veranstalten?
Ein Ruf erschallt, dann ein zweiter Schrei. Sollte doch eine Gefahr vorliegen? So recht glaubt Feledrion noch nicht daran, doch für alle Fälle erhebt er sich, schnappt sich Bogen und Tasche und macht sich auf den Weg.
Noch ein Schrei, und dieser ist eindeutig! Ein Alarmschrei!
Sofort wirft Feledrion seine Tasche neben dem Brunnen nieder und wechselt von schnellem Laufe ins Rennen, die Rechte bereits an der Sehne des Bogens, als wolle er ihn gleich ohne Pfeil spannen.
Als er den Hof erreicht, bietet sich ihm ein seltsames Bild. Die Menschen scheinen erregt. Die Elfmenschin, von der er geglaubt hatte, sie sei mit den anderen Gästen abgereist, lacht wie irr!
Da steigt ihm der Geruch eines Tieres in die Nase, welches er eher in dichtem Walde vermutet hätte. Eine Raubkatze liegt im Unterstand! Sie mit seinem Blick fixierend, hält er den Bogen gesenkt vor sich, noch ungespannt, aber jederzeit schussbereit - wenngleich das Projektil unverändert fehlt.
Das hektische Geschnatter der Frauen tut Feledrion in den Ohren weh, dass er unwillkürlich ein paar Schritte zurücktritt. Während er dabei die heranlaufenden Menschen nur am Rande registriert, lässt er die Katze keinen Moment aus den Augen. Er kann sie keiner ihm bekannten Gattung zuordnen, aber er ist ja auch weit im Mittag.
Sie verhält sich ruhig, gar seltsam lethargisch, als wäre sie frisch vollgefressen. Der Bauch hingegen spricht allzu deutlich dagegen. Die Erklärung, sie sei zahm, erschreckt ihn. Wie kann man ein Raubtier unter Menschen gefangen halten? Kein Wunder, wenn es sich so unnatürlich verhält!
Entspannt lässt Feledrion den Bogen sinken. Der Tiger ist im Moment wohl keine Gefahr, vielmehr tut er ihm leid. Am liebsten würde er diese verrückten Menschen fliehen, doch muss er abwarten, was mit der Katze geschieht. Sobald sie Hunger bekommt, sollte er besser um ihren Aufenthaltsort wissen.

AMö

Aus dem Hintergrund ertönt ein "Ist das Monster jetzt tot?"

OHH

In Sarinas Augen hat der unbeteiligt tuende Tiger nichts Beruhigendes. Das klatschnasse Fell verstärkt nur ihren niederhöllischen Eindruck einer Kreatur, die sie noch nie zuvor gesehen hat.
Das Lachen der Halbelfe und des Zwergen reißt Sarina aus ihrer Paralyse. "Was gibt es da zu lachen?" keift sie, mit der Kelle nun unbestimmt in Richtung Unterstand fuchtelnd. Inhaltlich hat sie kaum eine Chance, den vielen Worten zu folgen. Dieses Monstrum sei keine Gefahr?
Da erspäht sie Tesden, dessen Arm sie sogleich mit ihrer Linken schutzsuchend umklammert. "Diese Bestie muss hier verschwinden! Sonst frisst sie noch das Vieh der Bauern!"

AMi

"Nun mal ruhig, Frau", brummt Tesden halblaut als Erwiderung auf Sarinas hektisches Ärmelzupfen, während er sich mit einem kurzen Ruck losreißt, um weder von ihr festgehalten zu werden, noch sie näher an das Tier heranziehen zu müssen, was der Köchin vermutlich nicht gefallen würde, wenngleich ihr auch der Verlust des Haltes an seinem kräftigen Arm nicht besonders angenehm ist.
Langsam und bedächtig legt er die letzten Schritte bis zu der rothaarigen Frau zurück, als um ihn her Ruhe einkehrt. Mit ernstem, besorgtem Blick schaut er sie an, die Katze dabei in den Augenwinkeln behaltend. In seiner dunklen Stimme ist nur für diejenigen, die ihn wirklich gut kennen, ein leichtes Beben zu bemerken, rein äußerlich macht er immer noch den Eindruck eines Felsens in der Brandung.
"Die Zwölfe zum Gruß! Ich bin Tesden, Herr dieses Hauses." Nachdem er der Frau kurz Gelegenheit gegeben hat, seinen Gruß zu erwidern, fragt er fort: "Was soll das?"

PS

"Mein Name ist Arcana Feuerhaar, und dies ist mein treuer Begleiter namens Weißer Stern. Wir sind vor kurzem vom Regen überrascht worden, und da kam dieses Gasthaus gerade recht, um nach Speis und Unterkunft zu fragen. Leider verlief dies nicht so, wie ich es eigentlich vor hatte. Meine Absicht war es keineswegs, jemanden zu erschrecken oder zu ängstigen. Ich hatte vor, den Tiger hier im Unterstand warten zu lassen, in Euer schönes Gasthaus einzukehren und Euch darüber zu informieren. Leider übersah ich, dass der Junge dort drüben hier zwischen dem Stroh lag und wohl schlief. Durch die Bewegungen des Weißen aufgewacht, bekam er einen Schreck und lief davon, bevor ich ihn beruhigen konnte.
Werter Herr Tesden, bei allen Zwölfen, ich versichere Euch, dieses Tier ist weder für Euch, noch für Euer Haus, noch für Eure Gäste eine Gefahr. Der Weiße ist friedlich, absolut zahm und hört aufs Wort." Nach diesen Worten blickt sie den Mann hoffnungsvoll an.

AMö

Alrik bleibt trotz der beruhigenden Worte der rothaarigen Frau misstrauisch und damit die Heugabel verteidigungsbereit. Wer sollte sonst Herrn Tesden und Sarina aus den Klauen des Untiers befreien, da doch alle anderen anscheinend dem Charme der fremden Magierin verfallen sind und das Monster für harmlos halten?

OHH

Nun, da es ruhiger wird, bekommt auch Feledrion die Vorstellung der Frau mit. Der Vorname klingt Bosparano, der Akzent Stadtelfisch. Wie soll das alles zusammenpassen? Alles nur ein Schauspiel?
Die Köchin lässt derweil fassungslos die Kelle sinken. "Natürlich", ruft sie zynisch aus dem Hintergrund, "Euer Sternchen darf den Unterstand haben. Wir werden alle reitenden Gäste bitten, weiterzureisen. Oder steht Ihr mit den Tieren so gut, dass Ihr jedem ankommenden Pferd persönlich erklären wollt, es bestünde keine Gefahr?
Ich jedenfalls habe keine ruhige Minute, solange das Vieh hier frei herumläuft!"

AMi

Als die Frau ihm Gegenüber mit ihrer Vorstellung beginnt, ohne seinen Gruß zu erwidern, atmet Tesden tief ein, doch die Atemluft mag das schwere Gefühl, das sich in seiner Magengegend urplötzlich eingestellt hat, nicht vertreiben oder auch nur mildern. Besorgt wird sein Blick, als er auf die Frau lauscht, deren blumige Worte nicht über die Unvernunft, die aus ihnen sprechen, hinwegtäuschen können. Eisern und kalt sind seine Augen, als sie geendet. Dass sie zu guter Letzt doch noch die Zwölfe adressierte, ist ihm gleichgültig.
"Wo ist der Zirkus, dem du mit dem Tier entlaufen bist?" Ohne ihr Gelegenheit zu einer Erwiderung zu lassen, fährt er fort: "Du bist narrisch, Weib! Versichern wollen kannst du viel, warum sollte ich dir glauben? Bevor ich merke, dass du mich betrogen hast, seid ihr zwei über alle Berge." Er schüttelt den Kopf, um seine Worte zu unterstreichen. "Nein, das geht nicht, wie dein hübsches Köpfchen es gerne hätte. Pack das Tier in Ketten oder schaff es WEIT weg von hier, am besten beides!"

PS

In Arcanas Blick macht sich Unverständnis breit. "Nun gut, Ihr seid der Herr dieses Hauses, so will ich den Weißen fortbringen. Ich hoffe, Ihr seid dann eher gewillt, mir Speis und Unterkunft zu gewähren." Mit diesen Worten steigt sie auf den Rücken des Tigers, der nach wenigen Worten Isdira auch langsam losgeht. Nachdem sie die Leute passiert hat, beschleunigt das Tier seinen Schritt und prescht in Richtung Wald davon. Erst jetzt sind die gewaltigen Muskeln des Tigers in ihrer vollen Ausprägung zu erkennen.

OHH

Über die Idee des Wirtes, das Tier in Ketten zu legen, kann Feledrion nur den Kopf schütteln. Es gehört nicht in Gefangenschaft, sondern in einen Wald - und damit meint der Elf gewiss keine noch so große Gruppe zufällig beisammen stehender Bäume, wie jene südlich des Gasthauses, wohin die Raubkatze ihre Herrin nun tragen muss.
Die Worte der Frau lassen schließen, sie wird sich nicht weit fortbringen lassen und allein zurückkehren. Feledrion beschleicht der Eindruck, das Problem sei damit noch lange nicht gelöst.
Doch einstweilen beschäftigen ihn ja wirklich wichtigere Dinge, die er sich ins Gedächtnis zurückzurufen beginnt, als er sich zum Brunnen kehrt, seine Tasche zu holen. Wohl bemerkt Feledrion Schritte, die ihm zum Brunnen folgen, doch denkt er sich nichts weiter dabei.
Nachdem er seine Tasche an sich genommen hat, wirft er noch einmal einen Blick in den Schacht hinein. Da ihm von dem Brunnen träumte, muss er eine besondere Bewandtnis haben. Ob es sich wohl lohnte, dort hinabzusteigen? Versonnen schaut Feledrion den kleinen Wellen zu, die von den vielen hereinfallenden Tröpfchen geschlagen werden.

JR

Uyna beobachtet, wie der Elf den Brunnen betrachtet und in selbigen hineinsieht. Was er hier wohl sucht?
Die Viertelelfe tritt noch ein wenig näher, und fragt dann leise in ihrem ein wenig holprigen Isdira: "Kann ich dir helfen?" Ihr Tonfall ist dabei freundlich, und nicht aufdringlich.

OHH

Ohne seine Haltung ansonsten zu verändern, wendet Feledrion der Mischlingsfrau ohne Hast den Blick zu. Prüfend mustert er sie, richtet sich dann doch auf. Langsam breitet sich ein Schmunzeln über sein Antlitz, bevor er fragt: "Wobei?"

JR

Uyna erwidert den Blick des Elfen, und dann schmunzelt auch sie, ehe ihr Blick den Brunnen trifft. "Du hast in den Brunnen hineingesehen, als würdest du etwas bestimmtes suchen."
Die grauen Augen richten sich wieder auf das Gesicht des Elfen. Ihr Isdira ist bei dem Satz etwas flüssiger geworden - sie scheint es recht gut zu beherrschen, auch wenn ihr anscheinend die Gelegenheit fehlt, es oft zu benutzen.

OHH

Fast beginnt sich Feledrion zu fragen, ob die Sprache der Elfen von diesem Hause ausgehend die der Menschen eines Tages verdrängen wird. Doch derlei Gedanken dienen ihm eher zur Belustigung über unerklärliche Phänomene, als dass er sie ernsthaft weiterzuverfolgen gedächte.
So erwidert er nach einer kurzen Pause, in der er sich die Frage der jungen Frau ins Gedächtnis zurückruft: "Nun, in der Tat suche ich etwas, wenngleich nicht unbedingt in diesem Brunnen. Aber man kann auch etwas finden, wenn man nach nichts sucht. Schau her!" Er weist hinab auf das Brunnenwasser, löst den Blick von der Frau und lässt ihn seiner Hand folgen.

JR

Uyna zögert kurz, dann tritt sie näher an den Brunnen heran und sieht hinunter zum Wasserspiegel und den darauf aufschlagenden Tropfen. Sie beobachtet das Schauspiel einige Augenblicke, dann hebt sie den Blick wieder und sieht den Elfen fragend an.
Ihr ist nicht ganz klar, ob er dieses Schauspiel meint, oder die Tatsache, dass sich dort Wasser mit Wasser vereinigt - oder eben etwas ganz anderes. Und sie ist sich recht sicher, dass ein Elf darin etwas anderes sieht, als ein Mensch oder beispielsweise sie, deren elfisches Erbe sich im wesentlichen auf äußere Dinge beschränkt.
Uynas Blick drückt auch eine gewisse Neugierde aus, mehr über dieses eine Viertel ihres Erbes zu lernen - Dinge, die sie bisher recht wenig gestreift haben, aber dennoch bewegen und interessieren. Sie drängt den Elfen zu keiner Antwort und sagt auch kein Wort, ihr fragender Blick ist der einzige Ausdruck ihres Interesses und der stummen Frage nach dem, was er meint.

OHH

Verträumt schaut Feledrion den tanzenden Tröpfchen zu, bis er sich erinnert, nicht allein zu sein. So hebt er ein wenig neugierig und fragend den Blick, um einen ebensolchen im Gesicht der jungen Frau zu entdecken. Sogleich zieht sich ein breites Grinsen über sein Antlitz, welches sich dann aber zu einem zufriedenen Lächeln wandelt.
"Deine Augen bestätigen mir, dass du noch nicht verstehst, doch es spricht für dich, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen." Nun ganz ihren Ausdruck fixierend, stützt er den Kopf auf die Rechte und fährt im Plauderton fort: "Was hast du gefunden?"

JR

Die Viertelelfe lässt sich ganz offensichtlich von der ruhigen Art des Elfen mitreißen. So wendet sie ihren Blick nach seinen Worten für einige Augenblicke ab und sieht wieder zu dem Wasser hinunter. Noch immer scheint sie den Regen nicht als störend zu empfinden, auch wenn ihre schulterlangen Haare mittlerweile schon fast wieder den feuchten Anblick des Vortages bieten.
Schließlich wischt sie eine feuchte Strähne aus dem Gesicht und hinter ein leicht spitzes Ohr, und sieht den Elfen wieder an. "Irgendwie ist es ganz normal, dass der Regen in den Brunnen fällt - aber dieses Zusammentreffen des Wassers von unten mit dem Wasser von oben..." Sie hält kurz inne, weiß nicht genau, wie sie ihre Gedanken so ausdrücken soll, dass sie verstanden wird. "Es hat irgendwie etwas, das ich nicht so ganz in Worte fassen kann."
Sie legt den Kopf ein wenig schief, so dass die nassen Haare über ihre rechte Schulter fallen. "Meintest du das?"
Eher nebenbei fällt ihr auf, dass sie ihren Namen dem Elfen bisher noch nicht genannt hat, und dass sie auch den seinen nicht kennt. Sie nimmt sich vor, das nachzuholen, doch erst einmal hat das andere Vorrang.

OHH

Des Elfen linke Augenbraue hebt sich unwillkürlich. Wie es scheint, weiß die junge Frau noch nicht so recht, was sie gefunden hat, aber das macht nichts.
"Um ehrlich zu sein, meinte ich nichts Bestimmtes. Ein jeder mag anderes finden, wenn er in diesen Brunnen blickt. Die Freude an der Natur des Regens oder des Wassers, innere Ruhe oder einfach sich selbst. Natürlich hängt es auch davon ab, was man sucht und ob man überhaupt bewusst etwas sucht. So ein Brunnen hat immer etwas Geheimnisvolles, das jeden anregt, hineinzuschauen, der noch mit den forschenden, lernenden Augen eines Kindes zu sehen versteht. In diesem Fall unterscheidet er sich nicht von einem kleinen Tümpel im Walde."
Er richtet sich nun wieder auf und lässt vom Brunnen ab. "Lass mich nun raten, was du gefunden hast: Den Kreislauf der Elemente?"

JR

Uyna wendet sich wieder dem Brunnen zu und sieht hinein, nachdem sie den Worten des Elfen gelauscht hat. Sie beobachtet, wie ein Wassertropfen, der sich an einer nach vorne gefallenen Haarsträhne gebildet hat, zu deren Ende gleitet, langsam größer wird, und schließlich hinunter in den Brunnen fällt, um sich mit all dem anderen Wasser zu vereinigen. Sie streicht diese Strähne nach hinten, was dem Brunnen einige weitere Tropfen beschert. Dann wendet sie sich wieder dem Elfen zu.
"Du hast recht, so ein Brunnen hat tatsächlich etwas Geheimnisvolles. Und ich denke, ein klein wenig mehr als ein Tümpel im Wald ist er schon, und das nicht nur durch den Umstand, dass hier Menschen am Werk waren."
Sie hält wieder kurz inne, ehe sie den letzten Gedanken aufgreift, den der Elf geäußert hat. "Kreislauf der Elemente... Ich glaube, ich weiß, was du meinst. Aber ich weiß nicht, ob es das ist, was ich gefunden habe."
Sie grinst ein wenig schelmisch, als es ihr gelingt, einen flüchtigen Gedanken einzufangen und in eine aussprechbare Form zu bringen. "Ich denke, es ist etwas anderes. Etwas Einfacheres, vielleicht sogar Lächerliches."
Ihr Blick ist jetzt weniger fragend, als viel mehr ein wenig neugierig. Noch immer redet sie Isdira, doch es scheint, als mache sie das jetzt eher unterbewusst.

PS

Arcana kommt zum Brunnen und stützt sich auf den prächtigen Stab, dessen Spitze in Form eines kunstvoll gearbeiteten Einhornkopfes jetzt zu sehen ist. "Hallo Uyna! Hesinde zum Gruß. Haben sich die Wogen allmählich geglättet?" fragt sie lächelnd die Viertelelfe. Dann grüßt sie den Elf mit der typischen elfischen Grußgeste, wartet auf eine Antwort.

OHH

Was sollte einen Brunnen zu mehr machen als einen Tümpel? Bloße Menschenhand genügt Feledrion als Erklärung sicher nicht! Oder spielt das Halbblut auf etwas an, was er nicht kennt?
Er kommt nicht dazu, sie zu danach fragen, da sie das Thema wieder auf die Elemente zurücklenkt, davon auch wieder abkommt, ohne jedoch konkret zu werden. Sie scheint sich für ihre Gedanken zu schämen.
Doch auch danach sich zu erkundigen, lässt man ihm keine Zeit. Die Herrin der Raubkatze hat sich genähert und spricht die andere an. Von Wogen redet sie. Meint sie die Wellen im Brunnen? Doch da die Frage offensichtlich an die Elfmenschin gerichtet ist, nickt er der Neuen nur auf deren Geste hin zu, wobei er sich wie beiläufig die Umhängetasche zurechtrückt.

JR

Uynas Blick ist unverändert auf den Elfen gerichtet, während sie auf eine Antwort wartet. Ihr ist schon klar, dass sie im Grunde keine Frage gestellt hat, eigentlich auch selbst nicht so richtig weiß, was sie nun im Brunnen gefunden hat. Sicher ist sie sich nur, dass sie etwas gefunden hat. Vielleicht mag der Elf ihr helfen, das herauszufinden, doch...
Uyna wendet ein wenig ärgerlich den Blick ab, als sie angesprochen wird. Arcana ist schon zurückgekommen - sie muss sich ziemlich beeilt haben. Ein wenig verwirrt antwortet sie mit: "Hesinde zum Gruße, Arcana."
‘Wogen? Welche Wogen?' Verwirrt runzelt sie die Stirn. Uynas Blick trifft wieder den Brunnen. Erst dann wird ihr klar, dass Arcana nichts von dem wissen kann, über das sie und der Elf sprachen.
Die Viertelelfe sieht wieder in Arcanas Richtung, dann wird ihr bewusst, dass es die Ereignisse am Unterstand sein müssen, was die andere meint. Sie selbst hat sich sehr von dem Brunnengespräch mitreißen lassen, dass sie über die Unterbrechung fast ein wenig ärgerlich ist. So fügt sie als Antwort auf die Frage in einem recht freundlichen, aber ein ganz klein wenig abweisenden Tonfall hinzu: "Das weiß ich nicht genau. Der ehrenwerte Tesden - der Wirt dieses gastfreundlichen Hauses - schien sich über dein Reittier nicht sehr zu freuen. Er kam mir ziemlich erbost vor, als er hineingegangen ist."
Uyna sieht Arcana noch kurz - und fast eindringlich an, dann wendet sie den Blick wieder zu dem ihr namentlich noch immer unbekannten Elfen. Ihre Augen drücken dabei die Hoffnung auf, dass er ihr hilft, Licht in das Rätsel zu bringen, das seine Worte auslösten.

PS

"Ich denke, ich werde ihn aufsuchen, um die Sache zu klären!" Beiläufig gleitet sie dabei mit der Hand über ihr Kleid, erreicht dabei ihren Hals und stoppt unvermittelt, als sie feststellt, dass etwas fehlt.
"Ich habe etwas verloren. Ich gehe es besser gleich suchen." Mit diesen Worten dreht sie sich auch schon um und verschwindet eiligen Schrittes wieder Richtung Waldrand.

OHH

Kaum hier, schon wieder weg! Die Tigerfrau scheint recht unruhig zu sein. Beinahe könnte sie Feledrion leid tun.
Er wendet sich zum Gehen, da fällt sein Blick wieder auf die junge Frau, die ihn so hilfesuchend ansieht. Kurz schüttelt er den Kopf, als müsse er sich selbst wachrütteln. "Wo war ich?" murmelt er, dann erinnert er sich wieder. "Warum sollte etwas Einfaches zugleich etwas Lächerliches sein? In der Einfachheit liegen die größten Wahrheiten verborgen. Sag mir ruhig frei heraus, was dir durch den Kopf ging, als du in den Brunnen schautest! Keine Angst, ich werde nicht lachen!"

JR

Uyna achtet nicht weiter auf Arcana, sondern richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Fortsetzung des Gesprächs mit dem Elfen. Sie lächelt leicht.
"Ich hatte auch nicht gedacht, dass du lachen wirst. Vieles mag in diesem Brunnen stecken, doch das, was mir als erstes durch den Kopf ging, als ich hineinsah, war folgendes..." Sie hebt ihre linke Hand ein wenig und beobachtet kurz, wie die Regentropfen diese treffen. "Diese Hand wird nass, wenn es regnet. Naja" - sie grinst ein wenig verlegen - "beim Wasser im Brunnen ist es anders. Es wird durch den Regen nicht nass, weil es selbst nass ist, und auch nicht nasser. 'Nass' ist schon etwas Merkwürdiges..."
Uynas Stimme ist gegen Ende hin immer leiser geworden, und zum Schluss sieht sie den Elfen wieder fragend an. "Was hältst du davon?"

OHH

Während Uynas Ausführungen wandern diesmal beide Brauen Feledrions empor. In der Tat scheint er beinahe ein wenig enttäuscht zu sein, doch schon wird sein Blick wieder ernst. Er ist gewillt, sich dem Problem der jungen Frau ernsthaft zu widmen. Noch weiß er selbst nicht genau, was ihn an ihrer Beobachtung störte; erst während er antwortet, wird es ihm klar: "'Nass' ist wohl letztlich nur ein kürzerer Begriff für 'mit Wasser versetzt oder benetzt'. So könnte man statt 'nasse Hand' auch 'Hand mit Wasser' sagen oder im anderen Falle 'Wasser mit Wasser'. Mir scheint hier ein spachenphilosophisches Problem vorzuliegen, welches in Isdira ebenso bekannt ist, wie im Garethi und den anderen mir bekannten Sprachen, nicht jedoch im Asdharia.
Schau deine Hand genau an! Hat sie sich wirklich verändert, als die Tropfen sie trafen? Sie ist noch immer Hand, wie das Wasser im Brunnen noch immer Wasser ist."

JR

Uyna schüttelt bei den Worten des Elfen leicht den Kopf. Dann überlegt sie einen Moment, und sagt: "Es geht nicht um das Begriffliche. Das ist vollkommen klar - natürlich ändert der Zustand 'nass' nichts an dem Gegenstand selbst. Es ist auch nicht wirklich ein Problem. Es ist... anders."
Uyna überlegt, wie sie am besten klar machen kann, was sie meint. Was sie eigentlich möchte, sind Einsichten in den Teil ihres Erbes, über den sie so wenig weiß. Feledrions Antwort kommt ihr nicht unbedingt elfisch vor - es ist, wie er sagt, ein Problem, das sprachenphilosophischer Natur ist und mehrere Sprachen betrifft. Die Viertelelfe hält die Hand über den Brunnen und sieht zu, wie einige Tropfen hinunterfallen.
Dann - immer noch ein wenig versonnen zum Brunnen guckend - sagt sie: "Das war das, was mir zuerst eingefallen ist, als ich in den Brunnen gesehen habe - also sozusagen das, was ich 'gefunden' habe. Es ist natürlich nichts, was mich irgendwie tief bewegt. Wenn ich allerdings lange dort hinein" - ihre schlanke Hand weist auf den Brunnen, und dann sieht sie den Elfen wieder an - "sehen würde, würde ich vielleicht wirklich etwas finden. Du hast allerdings recht, dass ein solcher Brunnen die Gedanken ganz schön bewegen kann." Sie will noch mehr sagen, doch sie hält inne.

OHH

Was soll man darauf erwidern! Kritisch und eindringlich blickt Feledrion der Frau in die Augen.
"Du sagst, es sei anders, doch du sagst nicht, wie es ist. Du sagst, es könnte dich bewegen, doch was dich bewegt, verrätst du nicht. Sei offen dir selbst gegenüber!"
Seine Hand greift nach dem Bogen, der an den Brunnenrand gelehnt steht, ohne dass der Elf den Blickkontakt abreißen lässt.

JR

Uyna zögert kurz mit der Antwort. Dann sagt sie: "Ich sagte, so ein Brunnen kann die Gedanken ganz schön bewegen. Und, dass das, was ich eben gesagt habe, das war, was mir zuerst durch den Kopf gegangen ist - und damit nichts ist, was mich bewegt." Sie sieht den Elfen weiterhin aufmerksam an.
"Aber du hast recht, dass mich einiges bewegt. Dinge, die mit diesem Ort hier zu tun haben, ebenso wie Dinge, die eigentlich nur damit zusammenhängen, dass wir beide jetzt hier stehen und reden." Bei 'hier' macht sie eine Handbewegung, die das gesamte Gelände des Gasthauses umfassen mag.
Uyna wendet den Blick ein wenig ab und betrachtet den Boden zwischen sich und dem Elf. "Ich hatte noch nicht viele Gelegenheiten, mit Angehörigen deines Volkes zu reden, dessen Blut ich zu einem Viertel auch besitze..."
Sie hebt den Blick wieder. "Aber es interessiert mich sehr."

OHH

Verwunderung steht dem Elfen ins Gesicht geschrieben, als sie sich noch einmal wiederholt. "Ich hörte dich", raunt er mit ernstem Blick. Auch aus ihren anderen Worten wird er nicht recht schlau, wie sich leicht an seinem Ausdruck erkennen lässt.
"Worüber willst du denn reden?" Er schultert den Bogen.

JR

Uyna bemerkt die Verwunderung ihres Gesprächspartners. Irgendwie haben sie zuletzt ein wenig - oder mehr als ein wenig - aneinander vorbeigeredet. Begonnen hat es mit ihrer Frage, ob sie ihm beim Suchen helfen kann, und dann hat er sie mit der Gegenfrage, was sie denn im Brunnen gefunden hat, in einige Verwirrung gestürzt. Oder ist das genau das, was sie gesucht hat? Etwas Elfisches? Ihr Blick fällt auf den Bogen, der ihr schon aufgefallen ist, als er ihn in der Hand hatte, als es beim Unterstand um Arcanas Tiger ging. Sie möchte etwas dazu fragen, doch noch fehlt ihr der nötige Übergang.
"Verzeih, ich habe mich unklar ausgedrückt. Irgendwie bin ich etwas durcheinander..." Sie schließt die Augen für einen ganz kurzen Augenblick, und sofort sieht sie ganz klar Leffes Gesicht vor sich - so, als müsse sie nur die Hand ausstrecken, um ihn zu berühren. Uyna öffnet die grauen Augen wieder.
"Worüber ich reden möchte... das ist eine gute Frage. Ich möchte mehr darüber wissen, was es bedeutet, elfisch zu sein, aber... das kann sicher keiner so einfach sagen."
Die Viertelelfe weist auf den Bogen, den er geschultert hat. "Ich weiß nicht, ob es etwas mit 'elfisch' zu tun hat, aber warum beispielsweise hast du diesen Bogen dabei, obwohl ich nirgends Pfeile dazu erblicken kann? Warum hattest du ihn vorhin in der Hand, obwohl er dir ohne Pfeil nichts nutzt? Oder..."
Sie bricht ab und wirkt schon wieder etwas verlegen. Vielleicht will er ja gar nicht mit ihr über so etwas reden? Dass er den Bogen über die Schulter genommen hat, mag darauf hinweisen, dass er weitermöchte.
"Ich möchte dich natürlich nicht ausfragen, und du hast bestimmt auch Besseres zu tun, als hier im Regen zu stehen und mit jemanden, den du gar nicht kennst, über so etwas zu reden..."

OHH

Ein schwieriger Fall, diese Frau! Sie ist von so großer Unrast erfüllt, dass er kaum die Möglichkeit bekommt, auf die eine oder andere Bemerkung zu reagieren. Da zieht sie sich selbst in Zweifel, kaum dass sie einmal eine konkrete Frage gestellt hat.
"Besseres zu tun gibt es immer. Doch es mag genügend Zeit sein, alles zu tun - auch in einem Menschenleben.
Wenn du etwas über andere Völker wissen willst, so bauchst du zu allererst Geduld. Für elfische Sitten und Denkungsart gilt dies in besonderem Maße. Nicht, weil sie komplexer wären, durchaus nicht! Sondern weil du einen Elfen nur verstehen kannst, wenn du dir seine Ruhe zu eigen machst."
Er legt die Tasche auf den Brunnenrand und nimmt den Bogen wieder von der Schulter. "Fragen müssen beantwortet werden."
Etwas breitbeiniger stellt sich Feledrion vor ihr auf, den Bogen gesenkt, den rechten Zeige- und Mittelfinger an der Sehne, bereit diese zu spannen. "Traue nie dem ersten Eindruck! Wie viele Möglichkeiten mag es geben, einen Bogen zu benutzen?"

JR

Uyna setzt sich seitwärts auf den Brunnenrand und lauscht den Worten des Elfen. Sie betrachtet den Bogen einige Augenblicke und meint dann: "Nun, am naheliegendsten ist natürlich die Möglichkeit, für die ein Bogen gedacht ist: Pfeile damit zu verschießen. Natürlich könnte man ihn auch verwenden, um damit jemanden zu schlagen. Doch dann würdest du ihn anders anfassen, zumal es für diesen Zweck wohl geeignetere Dinge gibt als einen Bogen."
Die Viertelelfe schaut genauer hin, um zu erkennen, ob er etwas zwischen den Fingern hält. "Dann könnte man damit noch andere Dinge verschießen als Pfeile, und als letztes fällt mir noch Magie ein, die in der Waffe stecken könnte." Sie blickt ihn erwartungsvoll an.

OHH

Ein zufriedenes Lächeln bestätigt Uynas Ausführungen. "Du hast den richtigen Pfad eingeschlagen und wohl alle wichtigen Varianten aufgezählt."
Kurz streckt er ihr den Bogen entgegen, damit sie sich davon überzeugen kann, dass nichts außer der Sehne in seinen Fingern liegt. "Du siehst, auch diese denkbare Alternative scheidet also aus. Was bleibt, ist die letzte."
Damit wendet er sich in einer dynamischen, fließenden Bewegung, mit der er zugleich den Bogen hebt und spannt, von ihr ab in Richtung Garten. Ein Pfeil erscheint aus dem Nichts zwischen seinen Händen!
Mit ruhigem Blick erfasst der Elf die Szene vor sich. "Wohin?" fragt er, und es klingt beinahe nach einer Rätselfrage.

JR

Also Magie. Uyna sieht mit großen Augen zu, wie der Pfeil aus dem nichts entsteht. Dann nickt sie langsam - eine sehr praktische Möglichkeit!
"Das ist... toll. Perfekt, wenn jemand glaubt, du seist wehrlos, weil du einen pfeillosen Bogen in den Händen hältst. Aber..."
Ihr liegen mehrere Fragen auf der Zunge, doch zuerst beantwortet sie seine. "Wohin... Nun ja... Wenn du auf den Unterstand schießt, wird Tesden das nicht gefallen, und auf lebende Bäume sollte man schon gar nicht schießen."
Uyna sieht sich nach einem alternativen Ziel um und sieht den Elfen dann schließlich wieder an. Ihr steht regelrecht ins Gesicht geschrieben, dass sie dazu noch mehr als eine Frage hat, doch sie will nicht zu aufdringlich erscheinen.

OHH

Breit grinsend senkt Feledrion den Bogen. "Täuschung des Gegners ist nicht eigentlicher Zweck dieser Kraft..."
Er gibt in der Spannung langsam nach, legt den Pfeil schließlich auf den Brunnenrand. "Aber mit dem Ziel hast du gut gewählt."
Während er noch Tasche und Bogen wieder schultert, vergeht der Pfeil zurück in das Nichts, aus dem er kam.

JR

Die Viertelelfe grinst zurück, und sagt dann, immer noch grinsend: "Und du hast mir unbewusst schon eine der Fragen beantwortet, die ich dir stellen wollte. Nämlich, was mit dem Pfeil passiert, falls du ihn, wie jetzt, nicht benötigst."
Uyna betrachtet den Bogen etwas neugieriger als zuvor, ohne allerdings wesentlich näherzukommen.
Sie stellt die anderen Fragen noch einmal zurück und zeigt in Richtung des Waldrandes. "Ich denke, viele Menschen - oder Zwerge - würden ohne Bedenken auf die Bäume schießen, nur um zeigen, dass sie treffen. Ich könnte das nicht, denn ich mag und achte lebende Bäume sehr. Das gehört auch zur elfischen Natur, nicht wahr? Ein Elf wird das sicher noch stärker empfinden als ich."
Wieder einmal streicht die Viertelelfe eine schulterlange schwarze Haarsträhne nach hinten, die ihr ins Gesicht gefallen ist, und sieht den Elfen dabei unverändert an.

OHH

Auf Uynas neugierige Blicke hin hält Feledrion ihr den Bogen entgegen. Dieser trägt keinerlei Verzierung, wirkt schlicht und alt, auch wenn er anscheinend keine Gebrauchsspuren aufweist.
"Es würde den Bäumen kaum so viel bedeuten, wie einem Menschen ein Mückenstich. Bei den größeren und älteren käme der Pfeil nicht einmal ganz durch die Borke hindurch. Aber es gibt in der Tat keinen Anlass für eine solche Vorführung."
Sein Ausdruck wird ernster. "Weit schlimmer als ein paar Pfeilschüsse ist allerdings jenes, was die Menschen hierzulande den Bäumen angetan haben..."

JR

Uyna betrachtet den Bogen kurz, und widmet sich dann wieder dem Gespräch. "Das stimmt. Aber auch Mückenstiche sind nicht angenehm, und ich sehe es irgendwie auch als ein Zeichen der Nichtachtung, wenn man Lebewesen für so etwas missbraucht."
Uyna will auf die letzte Bemerkung des Elfen antworten, doch dann schiebt sie erst einmal etwas anderes dazwischen, das ihr nicht unwichtig ist. "Wir reden hier schon eine ganze Weile, und ich habe mich nicht einmal vorgestellt." Sie macht eine kurze Pause, und ergänzt dann: "Uyna ist mein Name."

OHH

"Ich weiß", entgegnet der Elf milde lächelnd. Einen Moment lang mag es scheinen, als wolle er nichts hinzusetzen. Dann aber erklärt er: "Ich bin Feledrion."

JR

Uyna blickt Feledrion einige Augenblicke an, dann zeigt sie noch einmal auf seinen Bogen. "Ist diese... Eigenschaft... von dem Bogen abhängig, oder von dir? Oder eine Mischung beider?"

OHH

Mit ihrer Frage erntet die junge Frau einen kritischen, prüfenden Blick.
Dann erwidert der Elf feierlich: "Es ist das Mandra des Bogens, welches sich im Pfeile manifestiert und nach dessen Entfernung wieder zurückehrt. Doch nur den Kindern der Sippe Alikorni bietet Ambron seine Kraft freiwillig."
Dann weicht Feledrions Ernshaftigkeit wieder einem Schmunzeln, und er beugt sich dabei fast vertraulich zu Uyna vor. "Aber zielen müssen wir schon selbst."

JR

Die Viertelelfe verzieht bei den ersten Worten des Elfen ein wenig das Gesicht - offenbar hat Feledrion sie ein wenig missverstanden. Aber seine Antwort stellt sie auch zufrieden.
Schließlich lächelt auch sie. "Daran habe ich nicht gezweifelt. Aber ich nehme an, dass du dies in Perfektion beherrschst."
Sie sieht ihn weiter an, dann schweifen ihre Blicke in die Runde, vorbei am Unterstand, dem Haus, und dann wieder zurück zu Feledrion.
"Der Pfeil ist wieder verschwunden, als du ihn nicht mehr gebraucht hast. Was tut er, wenn er irgend etwas - vielleicht einen Gegner - trifft? Bleibt er dann beständig, wie es sich für einen Pfeil gehört, oder muss er auch wieder verschwinden, damit du den nächsten Zauberpfeil verschießen kannst?"

OHH

Auf Uynas Bemerkung über seine Schießkünste hin, reagiert Feledrion so betont nicht, dass es schon wieder auffällt. Statt dessen erwidert er: "Allein die Entfernung ist maßgeblich. Doch Ambron wohnt genug Mandra inne, weitere Pfeile verschießen zu können, bevor die Energie des ersten zurückkehrt, denn dies geschieht gemächlich.
Begeistere dich jedoch nicht zu sehr für Dinge, auch wenn sie über ein eigenes Leben verfügen!"
Wieder schultert er den Bogen, schaut dann zuerst nach Süden, schließlich gen Westen.

JR

Uyna zögert wieder mit der Antwort ein wenig, dann sieht sie nach oben, als würde ihr erst jetzt auffallen, dass es regnet. In der Tat - das recht leichte Oberteil, das sie sich erst vor kurzem angezogen hat, ist mittlerweile nass, doch der dünne Stoff sollte eigentlich recht rasch trocknen, wenn sie wieder drinnen ist.
Die Viertelelfe sieht den ganzen Elfen wieder an. "Ich denke, du hast damit nicht ganz unrecht. Was hältst du davon, reinzugehen? Oder erwartest du noch jemanden?"

OHH

Einen Moment lang schaut Feledrion die Frau an, als hätte sie ihm eben ein Geheimnis angedeutet. Seine Intuition rät ihm, ihre Frage genauer zu überdenken.
"Nein... ich glaube nicht", erwidert er schließlich geistesabwesend. Dann wendet er sich bedächtigen Schrittes westwärts um das Wirtshaus herum.

JR

Uyna bleibt neben dem Brunnen stehen, als Feledrion weggeht. Sie überlegt kurz, ihm zu folgen, doch sie lässt es dann - vielleicht möchte er alleine sein. Trotzdem bleibt sie noch einen Moment an Ort und Stelle und verfolgt den Elfen mit den Augen. Falls Feledrion ihr irgendwie zu verstehen geben möchte, dass er die Unterhaltung fortsetzen will, so wird ihr dies nicht entgehen.

OHH

Als er bemerkt, Uyna folgt ihm nicht, wendet sich Feledrion noch einmal kurz verwundert um. Sagte sie nicht, sie wolle hineingehen? Will sie getragen werden? Nun, ganz gewiss wird er nicht noch einmal umkehren, um sie zu fragen. Sie hat Beine, ihm zu folgen oder stehen zu bleiben, wie es ihr beliebt.
So biegt er um die Ecke des Hauses und schlendert zur Tür.

JR

Die Viertelelfe sieht, wie Feledrion sich noch einmal umdreht, und sie erkennt, dass sie ihn missverstanden hat. Raschen Schrittes geht sie in die betreffende Richtung und folgt ihm um die Hausecke in Richtung der Eingangstür des Gasthauses, um ihn dort einzuholen.

OHH

Ein selbstgefälliges Lächeln breitet sich über Feledrions Gesicht, als er in der Peripherie die Elfmenschin ihm nun doch nacheilen sieht. Er wartet einen Moment lang wie unbeteiligt, schaut dem Novadi nach, der soeben sein Pferd zum Stalle führt. Bevor sie ihn aber erreicht, öffnet er die Tür, um sie ihr offen zu halten.

JR

Die Viertelelfe zögert kurz, dann geht sie entschlossen durch die Tür, die der Elf ihr zuvorkommend aufhält. "Dann lass uns wieder ins Trockene gehen." Sie sagt es mehr zu sich, aber so, dass der Elf es sicher hört.
Uyna betritt den Schankraum, und sieht, dass einige neue Gäste da sind. "Die Zwölfe zum Gruße!" sagt sie in gut verständlicher Lautstärke und lässt ihre Blicke kurz durch den Raum schweifen, ehe sie sich wieder Feledrion zuwendet.

OHH

Kurz schüttelt Feledrion einige Tropfen aus seinem langen Haar, dann folgt er hinein. Er schaut sich um, doch vermag niemand hier auf Anhieb seine Neugier zu wecken. Unschlüssig hebt er wieder einmal den Blick zum Brandfleck empor. Er wollte ja die Wirtsleute danach fragen - und noch etwas anderes. Aber außer der gehetzt wirkenden Wirtin ist kein Bewohner des Grünen Ebers zu sehen.
Nein, an die überfüllte Theke möchte er sich nicht gerne begeben! Auch nicht, wenn Uyna nach ihrem kurzen Wortwechsel mit dem rotgewandeten Rothaarigen nun dorthin geht.
Feledrion schaut sich nach einem Platz um, von dem aus er wieder einmal die Menschen in Ruhe beobachten kann, bis es etwas ruhiger um die Wirtin wird. Am geeignetsten scheint ihm hierfür der Tisch in der Ecke, an dem er sich schon gestern so nett unterhalten hat.
Da fallen ihm beim Anblick des Tisches seine Schuhe ein, die noch draußen vor der Tür im Regen liegen. Besser, er holt sie herein; sie sollen schließlich bis zum Regenwalde halten, den er als letztliches Ziel noch nicht aus den Augen verloren hat. Folglich huscht er noch einmal hinaus.
Als er sich nach seinen Schuhen bückt, schüttet jemand Wasser zur Tür heraus. Doch als er sich aufrichtet, ist der schon wieder verschwunden.
Mit seinen durchweichten Stoffschuhen in der Linken, tritt Feledrion wieder ins Haus und geht zu seinem Stammtisch. Gerade will er die Schuhe wieder darunterwerfen, als ihm einfällt, der Wirt hat sie ja dort scheinbar nicht haben wollen! Was nun? Überlegend steht er da, die tropfenden Schuhe haltend.

Weiter geht es mit der Völkerverständigung.


Ausschnittliste / Ehemalige Gäste / Lageplan

Redaktion und Lektorat: OHH