Tierisches und Traumhaftes

Autoren: Astrid Möller, Jens Horn, Oliver H. Herde und andere

OHH

So tritt Feledrion kurz darauf wieder in den Schankraum des Grünen Ebers und schaut sich um. In all dem Gewimmel fallen ihm vor allem zwei Gestalten besonders auf.
Die eine steht schweigend an der Theke. Es ist Tanit, aber was hat sie nur? Sie kommt ihm völlig verändert vor. Sollte der Goldene dafür verantwortlich sein, mit dem sie vorhin sprach? Sie wirkt hilflos, doch die eigenartige Aura, die sie umgibt, hält den Elfen davon ab, sich ihr zu nähern. Vielleicht ist es besser, den Unterricht erst morgen früh fortzusetzen, denn sie wirkt müde.
Unwillkürlich tritt Feledrion einen Schritt zurück. Wieder fällt ihm der Fleck ins Auge. Was ist hier nur los?
Auf jeden Fall wird er Tanit im Auge behalten müssen! Etwas bedroht sie, soviel steht für ihn fest.
Schon eigenartig! Eigentlich wollte er nichts weiter, als hier nach dem Weg in die Regenwälder zu fragen, denn sein Ziel ist nach wie vor der Mittag. Doch seitdem hat er eine Base vom Auvolk von ihren Wunden geheilt und einem Menschen den Blick in die Vergangenheit gewährt. Ferner hat er dessen Geliebte zu schützen, und nun auch Tanit.
Diese Menschen! Es ist doch jedes Mal das selbe! Ständig muß man ihnen irgendwie helfen. Und wenn es ihm auch meist eher deren Ärger als deren Dankbarkeit einbringt, so kann er doch nicht aus seiner Haut.

MM

Der Bunte mustert den neben ihm stehenden Elf und fragt ihn dann in aller Höflichkeit: "Entschuldigung, aber wissen Sie vielleicht, wo hier der Wirt ist?" 'Vielleicht war Sie nicht die richtige Anrede. Ich glaube, Elfen sprechen sowieso jeden mit du an... aber egal.'

OHH

Gerade wendet Feledrion seinem Blick der zweiten Person zu, die in ihrer Einsamkeit ebenfalls der Hilfe bedürftig sein könnte, nämlich Straston, da wird der Elf von jenem Bunten angesprochen. Diese Anredeform ist ja ganz was Neues! Feledrion kennt sie eigentlich nur aus einem verklemmten Winkel zwischen dem Orkland und dem Svellt.
"Der Wirt?" Er schaut sich abermals um, entdeckt ihn aber nirgends. "Ich weiß nicht. Ich habe ihn noch nicht oft und nicht lange zu sehen bekommen. Als er des späten Nachmittags hier eintraf, waren ihm Gesicht und Kleidung rauchgeschwärzt. Vielleicht gab es ein Unglück..." Die letzten Worte werden immer leiser, bis sich der Elf wieder einmal in seinen eigenen düsteren Spekulationen verliert.

MM

'Über was grübelt er denn da? War das mit dem Wirt vielleicht der Brandunfall, von dem ich gehört habe, als ich eintrat?' "Weißt du, bei wem ich dann ein Plätzchen für mein Pferd und mich bekommen könnte, oder wenigstens, ob hier überhaupt noch ein Plätzchen frei ist?"

OHH

Wieder blickt sich Feledrion suchend um. "Etwas eng hier für ein Pferd. Warum schlaft ihr nicht einfach draußen?"

MM

"Nun ja, eigentlich dachte ich bei dem Plätzchen für mein Pferd nicht an hier drinnen, sondern eher an den Stall. Aber den Vorschlag, draußen zu schlafen, werde ich wohl durchführen, wenn ich den Wirt nicht finde." 'Das wird dann wahrscheinlich eine kalte Nacht, aber wenigstens wird mir mein Abelmir Gesellschaft leisten.'

OHH

"Ach so", erwidert Feledrion, "stimmt ja! Es gibt noch einen Unterstand draußen. Das wird der dieser Stall sein. Naja, viel Glück bei der Suche! Vielleicht weiß ja die Wirtin, wo er ist."
Mit einem weiteren besorgten Seitenblick auf Tanit wendet er sich ab.
Doch was ist das!? Ein Lächeln, ein Grinsen gar auf Tanits Antlitz! Da versteckt sie es hinter einem Krug. Sollte sich Feledrion getäuscht haben?
Er richtet sich zu voller Größe auf, höchst aufmerksam wie ein alarmiertes Tier. Sein rechter Fuß schiebt sich unbewußt eine handbreit vor. Der Schanklärm geht im Klopfen seines Herzens unter, so sehr freut er sich auf eine gemeinsame Zauberstunde. Doch ist sie nun wirklich bereit?
Nein, 'übereile nichts bei Menschen, auch wenn sie weniger Zeit haben als du!' So sprach Amaryllion. Gewiß hatte er Recht. Die hereingebrochene Nacht wird die Menschen bald müde machen, so auch Tanit. Sie soll selbst entscheiden, wann sie seinen Rat sucht.
So bewegt er sich in Richtung Strastons Tisch, ohne jedoch gleich die Augen von Tanit zu nehmen. Ein Fehler, wie er ihm wohl nur in der Nähe der Menschen passiert. Er stößt nämlich an den nächtsstehenden Tisch mit den beiden Kriegern und dem Zwergen. "Oh, Verzeihung!" stößt er hervor.

HCL

Etwas irritiert registriert Ucurian die Verwünschungen des Zwerges. Dann stößt auch noch der Elf sich am Tisch. Ucurian schaut überrascht auf und nimmt die Entschuldigung des Elfen nickend zur Kenntnis. Dann widmet er seine Aufmerksamkeit wieder Drandor[...]

FT

Auch Dranador blickt zu dem Elfen auf, und ein paar Sekunden lang verdüstert sich seine Miene. Dann antwortet er Ucurian, ohne seinen Blick von Feledrion zu nehmen[...]

JH

Kurz schlägt mit einem dumpfen Klopfen etwas von außen gegen die Tür des Gasthauses. Mit einem festen Schlag wird die Klinke heruntergedrückt, die sofort wieder hochspringt. Ganz langsam öffnet sich die Tür einen Spalt breit, dicht über dem Boden drücken zwei kleine haarige Händchen gegen die Türe, gefolgt von dem kleinen Kopf eines Moosäffchens, das einen roten Fes mit einem goldenen Bändchen trägt.
"Rufar! Oh du Sohn der Neugierde, warte gefälligst auf mich!"
Mit einem Kreischen huscht die kleine Gestalt in den Schankraum, am Elfen vorbei und versteckt sich unter dem Tisch.

AMö

Die ganze Zeit hat sich Halil'aikaa nicht gerührt. Ruhig und entspannt liegt die Hündin bei Wulfens Füßen. Doch als das Kreischen ertönt, kommt Leben in die Hündin. Mit einem Ruck hebt sie den Kopf, um die Ursache des Geräusches herauszufinden. Von da drüben scheint es zu kommen.
Langsam erhebt sich Halil'aikaa und schleicht in jene Richtung, Augen und Ohren aufmerksam auf die Gestalt unter dem Tisch gerichtet.

HCL

Ucurian setzt gerade zu einer Erwiederung auf Drandors Frage an, als er wieder gestört wird. Erstaunt betrachtet er das Äffchen, welches unter dem Tisch verschwindet. Wie um sich zu vergewissern beugt er sich herunter und schaut kurz unter dem Tisch nach. Dann verdreht er leicht genervt die Augen. In diesem Gasthaus kann man scheinbar nie seine Ruhe haben.

OHH

Wie der Bartmurmler ihn anstarrt! Vermutlich besuchte er noch nie den Svellt oder andere Landschaften jenseits des großen Menschenreiches.
Bevor sich Feledrion jedoch zurückziehen kann, huscht etwas kleines an seinen Beinen vorbei. Was immer es war, es heißt anscheinend Rufar und bewegt sich wie ein axxeleriertes Wiesel. Schon naht ein mißtrauischer Hund, das Wesen näher in Augenschein zu nehmen.
Feledrion geht in die Hocke, wobei er die Arme auf dem Tische liegen läßt, während sein Kopf bereits unter der Platte verschwindet. Nein, wie possierlich! Ein Äffchen mit Hut! Bisher kannte Feledrion vor allem größere Exemplare der rauhen Landschaften des Nordens. "Hallo, Rufar!" begrüßt der Elf fröhlich-freundlich den kleinen Neuankömmling. "Ich bin Feledrion. Versteckst du dich auch vor jemandem?"

FT

Dranador starrt den Elfen abwartend an, als dieser seinen Kopf unter den Tisch schiebt, und seine Hand, die eben noch im Begriff war, seinen Bart glattzustreichen, wandert langsam zu seiner Axt. Unterwegs hält sie jedoch inne, als das Spitzohr anfängt, mit irgendwas unter dem Tisch - dem Tisch selbst? - zu reden und sich vorstellt. Oder war das eine neue Sitte bei Elfen: Kopf unter die Tischplatte und Nennung des Namens? Und wieso, bei Angrosch, versteckt sich der Elf ausgerechnet unter seinem Tisch?
Mißmutig schüttelt der Geode seinen Kopf. Wo Elfen sind, ist Unglück nicht weit.

AMö

Ganz vorsichtig pirscht sich Halil'aikaa näher und immer näher an den Tisch heran. Was um alles in der Welt kauert bloß darunter? Gerade will sie die letzten Schritte tun, da hockt sich einer der Zweibeiner vor den Tisch und steckt seinen Kopf darunter. Seltsame Laute erklingen.
Die Hündin geht immer weiter in die Knie und kraucht mit dem Bauch schon fast am Boden weiter auf den Tisch zu. Ihre Aufmerksamkeit ist dabei zwischen dem 'Untermieter' und dem Elfen geteilt.

JH

Kaum unter dem Tisch angekommen fängt das kleine Äffchen aufgeregt an zu schnattern und schaut sich zwischen den Beinen der Gäste im Schankraum um. Mit kleinen glänzenden Augen mustert es all die neuen Dinge die es sieht. So viele Menschen und so viel kleine glitzernde Dinge. Ganz gebannt von dem Anblick bleibt es unter dem Tisch sitzen, und hat auch keine Augen für den sich nähernden Hund.
Rufar schaut dem Elfen direkt ins Gesicht. Kleine schwarze Augen funkeln schelmisch im halbdunkel unter dem Tisch.
Doch plötzlich fängt das kleine Näschen aufgeregt an zu zittern. Ängstlich schaut das kleine Äffchen sich um und erstarrt beim Anblick des heranschleichenden Hundes. Plötzlich, ohne vorher den geringsten Hinweis darauf zu geben, springt das kleine Äffchen direkt auf den Elfen zu und versucht an seinen Kleidern hoch und auf seine Schulter zu klettern.

OHH

Kaum dass ihm das Kerlchen an der Brust hängt, zieht sich Feledrion wieder unter dem Tisch hervor. Nicht etwas, weil er sich erschrocken hätte, sondern damit sich das Tier nicht den Kopf an der Tischplatte stößt. "Vorsicht, mein Kleiner!"
Er richtet sich nun ganz auf und versucht, den Kleinen mittels Streicheln zu beruhigen.

HCL

Ucurian beobachtet verwundert das Verhalten des Elfen. Er schiebt seinen Stuhl etwas zurück, um besser beobachten zu können, was unterhalb der Tischplatte vorgeht. Dann entdeckt er auch den herannahenden Hund.
Als der Elf auf das Äffchen einredet, beginnt Ucurian zu schmuzeln, und als dieses dann fluchtartig an diesem hochklettert, lacht er leise los. Er findet die ganze Szene mittlerweile äußerst putzig.

AMö

Gerade im Begriff, das Wesen unter dem Tisch zu identifizieren, muß Halil'aikaa feststellen, dass die 'Beute' sich aus dem Staub, beziehungsweise auf den Elf macht. Unschlüssig, wie sie nun weiter verfahren soll, richtet die Hündin sich auf und beäugt den Zweibeiner und seinen tierischen Gefährten mit schiefgelegtem Kopf.

FT

Dranadors Augen weiten sich kurz, als der Elf mit dem Äffchen wieder auftaucht. 'Bei Angroschs Schmiedefeuer, dieses Tier hat seinen Vater gefunden. Sie scheinen sich prächtig zu verstehen, und ähnlich sehen sie sich auch. Das erinnert mich an Gerdasch, Sohn des Gerdrosch. Hielt einen Ork als Haustier.'
Den Elfen argwöhnisch beobachtend, streicht er sich seinen Bart erneut glatt.

JH

Leise vor sich in murmelnd drückt sich das kleine Äffchen an den Hals des Elfen und umschlingt diesen mit seinen beiden kleinen Ärmchen. Sein Blick sucht das zottige Ungeheuer, das ihn eben noch bedroht hat. Da er es nicht mehr sehen kann, widmet er sich wieder seinem neuen Beschützer. Vorsichtig lockert sich der Griff der kleinen Pfötchen, und der Affe fängt an, den Kopf des Elfen genau zu mustern.

OHH

Zunächst beobachtet Feledrion nur schmunzelnd und neugierig das Verhalten des Kleinen. Dann beginnt er behutsam, sein Fell zu streicheln und mit ruhiger Stimme auf ihn einzureden: "Du bist mir ja ein aufgeregtes Kerlchen! Aber hier will dir niemand etwas Böses."
Er geht ein paar Schritte um den Tisch herum, dass sie beide die Mischlingshündin sehen können. "Schau, sie ist ganz lieb und möchte dich nur kennenlernen!"

AMö

Noch immer fixiert Halil'aikaa den Zweibeiner mit ihrem Blick. Jetzt kommt er näher, so dass sie das Wesen an seinem Hals sehen kann. Sieht aus wie ein pelztragender Zweibeiner in Kleinformat. Und er scheint Angst zu haben. Neugierig kommt die Hündin näher, die Schnauze nach oben, in Richtung des Äffchens gereckt.

HCL

Ucurian beobachtet noch kurz Elf, Äffchen und Hund weiter, dann blinzelt er zuerst Gunther und dann Drandor lächelnd zu. "Na, da scheinen sich ja zwei gesucht und gefunden zu haben." Ucurian amüsiert sich köstlich.

FT

Der Angroscho nickt bei Ucurians Bemerkung - der Mensch spricht genau seine Gedanken aus, wenn auch in einem positiveren Sinne. 'Elfen sind auch nur bessere Echsen.' "Ja, das finde ich auch." 'Aber nicht viel besser.' "Sie passen gut zusammen, bei Angrosch."

DDS

Gunther hat sich das Ganze gestreßt-resigniert angesehen. Erst redet der Zwerg von Echsenpriestern und schwört bei 'Satyra', dann stürmt ein aufgeregter 'Rufar' unter den Tisch, halb gefolgt von einem 'Felorion' und schließlich noch einem Mischlingshund. Ein bißchen viel für Gunther, der nur einmal in einer netten kleinen Herberge am Wegesrand einkehren wollte und mittlerweile ein Duell am Hals hat.
Insofern hört man es Gunther an der Stimme an, dass er damit rechnet, dass schon bald wieder etwas passiert, mit dem Gunther nicht gerechnet hat, als er mehr zu sich als zu den anderen sagt: "Die Götter hämmern ihre Nägel..." Doch dann faßt er wieder Mut und setzt deutlich entschlossener hinzu: "... aber die guten Nägel biegen nicht."

OHH

Der Elf kümmert sich nicht um die Bemerkungen der Menschen und des Zwerges, da sie nicht an ihn gerichte sind, und er auch nicht alles versteht, sei es nun inhaltlich oder akustisch.
Statt dessen geht er neben der Hündin erneut in die Hocke, um ihr wie dem Äffchen die Kontaktaufnahme zu erleichtern. "Das ist Rufar", stellt er vor und streichelt das Kerlchen mit der Rechten zur Beruhigung, während die Linke die Hündin zu kraulen sucht.

AMö

Halil'aikaas Schnauze verfolgt jede Bewegung des Elfen. Vorsichtig schnuppert sie zuerst an den Fingern, die sich ihr nähern, doch als sie keine bedrohlichen oder unangenehmen Gerüche daran feststellt, läßt sie sich ohne Schwierigkeiten kraulen. Dabei schnuppert sie jedoch immer wieder in Richtung des Äffchens und schiebt den Kopf langsam immer näher an das Tierchen heran.

CW

Bei seiner Ankunft an Gunthers Tisch schenkt Draken Feledrion und den Tieren ein begeistertes Lachen und verbeugt sich vor dem Elfen. "Ich grüße Euch in Frieden." Dann wendet er sich um und präsentiert Gunther die Flasche[...]

OHH

Nickend erwidert Feledrion: "Wir grüßen dich auch."

JH

Immernoch änglich an den Hals des Elfen gedrückt schaut Rufar der riesigen, aber beruhigend fest geschlossenen Hundeschnautze entgegen. Als sich diese immer näher an Ihn heranschiebt, weicht er ruckartig zurück und verliert fast seinen Hut dabei. Schnell greift er mit einem Pfötchen danach und hält ihn auf seinem Köpfchen fest.
Das riesige Tier hat ihm immernoch nichts böses getan. Mehr neugierig blickt er jetzt auf die sich nähernde Schnauze. Ganz vorsichtig streckt er seinen anderen Arm dem Hund entgegen. Gleichzeitig schlingt er aber auch seinen Schwanz um den Hals des Elfen, um nicht den Halt auf der Schulter zu verlieren.

OHH

Feledrion läßt den kleinen gewähren, er wiegt ja nicht viel. Auch will er ihm und der Hündin genügend Zeit lassen, sich zu beschnuppern. Er greift nun mit beiden Händen ins dichte Hundefell, um es liebevoll zu durchwuscheln. "Na, schönes Mädchen, wie heißt du denn?" Nach der Frage beginnt er, leise und friedlich vor sich hinzusummen.

AMö

Halil'aikaa wendet die braunen Augen von dem kleinen Pelzigen ab und schaut in die klaren Augen des Zweibeiners. Oh, auch er weiß, was einer Hundedame gefällt. Genießerisch läßt sie sich wuscheln, während das Summen in ihre Ohren dringt. Das Summen des Zweibeiners beginnt Halil'aikaa einzuhüllen, ihre Sinne zu umfangen. Es dringt in ihren Geist vor, formt sich dort zu einer Frage, einem Bild:
Der andere, bekannt vertraute und geliebte Zweibeiner - die, welche von anderen In'Sariaa genannt wird - steht in einiger Entfernung und ruft: 'Laikaa! Komm, wir wollen weiter.'
Das Summen dringt weiter in den Geist ein, sucht neue Bilder...
Wenn ich mich beeile, dann schaffe ich es noch an dem Zweibeiner vorbei hinaus zur Tür... Hinter mir ertönt die zornige Stimme des Zweibeiners 'Laikaa, du räudige Tochter einer Wüstenratte!'
Noch weiter treibt das Summen, immer neue Bilder beschwört es hinauf...
Springen, Schnappen, bunte Flatterwesen... Zwei-in-einem-die-schmetterlinge-fängt...
Die Hüdin hat inzwischen die Augen fast völig geschlossen und lehnt sich mit ihrem gesamten Körpergewicht in die kraulenden Hände.

JH

Dieser 'Wolf' scheint überhaupt nicht so gefährlich zu sein, wie die zwei letzten Sommer im Wald bei der großen Stadt. Fasziniert von dem Mut des Großen, der mit beiden Händen den Wolf streichelt, schaut das kleine Äffchen den Elfen von der Seite an und fährt mit seiner rechten Pfote vorsichtig über die Wange und das Kinn des Elfen.
Mit einem Mal faßt Rufar auch den Mut und streckt seine beiden Pfötchen dem Hund entgegen, um es dem Großen gleichzutun und den Hund zu streicheln.

OHH

Zwei in einem? Wie eigenartig! Sollte die Hündin noch jemand anderen in ihrem Körper bergen? Nein, davon ist nichts zu spüren. Vermutlich eine ebenso verrückte Menschenidee wie die Tochter der Wüstenratte.
"Ja, das gefällt dir, Laikaa" raunt er und summt noch ein wenig, um sie nicht zu abrupt aus ihren Erinnerungen zu reißen.
Da lenkt ihn das kleine Patschhändchen Rufars ab. Es macht ihn sehr glücklich, wie die beiden Wesen ihm ihr Vertrauen und ihre Zuneigung beweisen.
"Siehst du Rufar, das mag sie!" Er streichelt sie nun etwas sanfter und nur noch mit der Rechten, um dabei den kleinen Helfer nicht fortzuwuscheln. Dabei schaut er kurz zu dem großen Tisch hinüber.

AMö

Als der Zweibeiner seine eine Hand zurückzieht, verliert die Hündin ein wenig das Gleichgewicht und lehnt sich daher gegen die Beine des Zweibeiners. Die kleine Hand, sie mit einem Mal wuschelnder weise hinzukommt, läßt Halil'aikaa aufblicken. Ah - der Pelzige traut sich jetzt doch. Soll er, er macht das guuuut. Mit einem zufriedenen "Hmmmpf" geht die Hündin völlig zu Boden, rollt sich auf den Rücken und streckt alle Viere von sich.

JH

Verblüfft von seinem eigenen Mut, und angespornt durch die Reaktion der Hündin springt der kleien Affe jetzt übermütig von der Schulter seines Beschützers und landet neben der Hündin. Schnell hat er seine beiden kleinen Ärmchen in dem Hundefell vergraben und fängt gewissenhaft an, den Bauch zu streicheln.

OHH

Als Laikaa sich auf den Rücken wirft, muß Feledrion lachen. "Genießerin!" Schon will er ihr einen kleinen Strich durch die Rechnung machen, indem er sie abkitzelt, da springt Rufar ihr eifrig zu Diensten. Na bitte! Die beiden wären zusammengeführt.
So läßt Feledrions Kraulen nach, ebenso wie seine auf die beiden neuen Freunde gerichtete Aufmerksamkeit. Wieder blickt er zu Laikaas menschlicher Freundin hinüber, welche sich anscheinend über eine Unstimmigkeit der anderen am Tische amüsiert.
Straston sitzt nun auch dort, und er wirkt sehr ernst. Ob er den anderen seine Rätselfrage gestellt hat? Vielleicht sind sie ja mit der Auflösung nicht zufrieden.

AMö

Eine ganze Zeit lang liegt die Hündin nahezu bewegungslos auf dem Rücken. Dann, mit einem Mal, springt sie auf und schüttelt sich, dass die Schlappohren fliegen.

JH

Mit einem Sprung rettet sich das kleine Äffchen wieder hinter die Beine des Elfen. Zitternd drückt er sich gegen seinen großen Beschützer. Mit ängstlich geweiteten Augen mustert er jede Bewegung des großen Tieres. Rufar versteht die ganze Welt nicht mehr. Zuerst hat sich das vermeintliche Monster als zahm wie eine Straßenkatze gestellt, und jetzt schüttelt es sich auf einmal wie eine wilde Bestie.
Hilfesuchend schweift der Blick des Affens durch den Schankraum und bleibt an der Theke auf seinem Herren ruhen.

AMö

Ja, was hat der Kleine denn mit einem Mal? Warum versteckt er sich denn nun schon wieder hinter dem Zweibeiner?
Freundlich mit dem Schwanzstummel wedelnd, kommt Halil'aikaa wieder näher, die Schnauze in Pelztierhöhe.

OHH

Nach und nach werden Feledrions Blicke erwidert, da wuselt es unvermutet um ihn herum. 'Was für ein nervöser kleiner Kerl!' "Nana", meint er mit beruhigender Stimme, "Laikaa tut dir doch nichts!"

JH

'Es ist überhaupt nicht aufgesprungen, um nach mir zu schnappen! Das ist aber seltsam.' Rufar hört die beruhigenden Worte des Elfen und kommt wieder ein Stück hinter seinem Rücken hervor. Neugierig begutachtet er die Schnauze des Hundes, die langsam näher kommt. Vorsichtig streckt er ein Pfötchen danach aus, mit der anderen Pfote aber hält er sich noch am Bein des Elfen fest.

AMö

Immer näher und näher schiebt sich die Hundeschnauze und langsam beginnt Halil'aikaa, die Witterung in sich aufzunehmen. Unter ständigem Schnuppern bringt sie Schnauze und Pfote miteinander in Kontakt.

JH

Mit fasziniertem Blick schaut Rufar auf die große Schnauze des Hundes. Ganz vorsichtig streicht er mit seinem Pfötchen über die feuchte Nase und die Schnauze. Seine kleinen braunen Augen funkeln neugierig und dann nimmt er auch sein zweites Pfötchen und legt es dem Hund auf die Nase. Vorsichtig fängt er an zu streicheln und gibt dabei leise zwitschernde Laute von sich.

AMö

Fast völlig bewegungslos steht Halil'aikaa vor dem Pelztier, während dessen kleine Hände über ihre Schnauze wandern. Mit den Augen verfolgt sie aufmerksam jede Bewegung. Als die seltsamen Laute erklingen, stellen sich die Schlappohren interessiert auf.

OHH

Aufmerksam verfolgt Feledrion die Etappen des Kennenlernens. Nur einmal kurz registriert er mit einem Seitenblick, dass Laikaas zweibeinige Freundin aufgestanden ist. Ob sie zu ihm will? Nein, wohl eher zu Laikaa.
Das Zwitschern zieht seine Aufmerksamkeit wieder auf Rufar.

AMö

Die Novadi setzt ihren Weg zum Tisch fort. Einige Schritte davon entfernt bleibt sie stehen. Halil'aikka und das Äffchen scheinen sich ja inzwischen bestens zu verstehen. Ob sie es einfach dabei beläßt? Fragend schaut sie den daneben hockenden Elfen an.

OHH

Offenbar möchte Laikaas Freundin Feledrion und Rufar kennenlernen. Sogleich richtet er sich auf. Sie trägt andere Gewänder als die Einheimischen, wie es scheint. Aber wenn sie sich hier aufhält, wird sie gewiß mit der vermeintlich landesüblichen Begrüßung einverstanden sein. "Ich bemerke dich", erklärt er in freundlich-fröhlich-unschuldigem Ton. "Eine liebenswerte Gefährtin hast du da! Laikaa und Rufar freunden sich gerade an, wie du siehst."

AMö

In'Saaria schaut mit einem Lächeln auf das ungleiche Paar. "Ich hatte schon befürchtet, Laikaa könnte hier..." Sie stutzt, ihr Gesicht zeigt, dass sie darüber nachdenkt, was ihr gerade seltsam vorgekommen ist. Dann fällt es ihr ein und sie fragt "Woher kennt Ihr den Namen meiner Hündin? Wir haben uns doch noch nie gesehen, oder?"
Das letzte Wort kommt etwas zögerlich, denn die Novadi erinnert sich an die merkwürdigen Geschehnisse beim Frühstück. Unwillkürlich sucht sie das Hirschgeweih auf dem Haupt des Elfen...

OHH

Etwas läßt den Elfen innerlich erschaudern - vielleicht ist es das letzte Wort der Novadi. Er schließt seine Augen, als lausche er einem fernen Sang oder dem Rauschen der Wälder, doch da ist nur der Schanklärm.
Als er gleich darauf die Lider wieder hebt, sieht er die Menschin unschlüssig an. "Faszinierend..." murmelt er. Doch dann weicht er ihrem Blicke aus, schaut auf die Hündin - nur, um zu antworten?
"Laikaa verriet mir ihren Namen selbst." Langsam kehrt ein zaghaftes Lächeln in seine eben so ernst gewordenen Züge.

AMö

Noch ist der nachdenkliche Zug nicht von In'Saarias Gesicht gewichen, noch mustert sie ihr Gegenüber kritisch. Mit einem leichten Schulterzucken verdrängt sie dann die mit einem Mal wieder aufgetauchten Gespenster.
"Mein Hund spricht mit Euch? Wie...?" Der Blitz einer Erkenntnis huscht über das Gesicht der Novadi und sie erwidert das Lächeln. "Ich hörte schon von den Fähigkeiten Eures Volkes, doch bisher traf ich noch nie einen der Euren." Und leise, mehr zu sich selbst, setzt sie hinzu: "... nur in meinen Träumen."

OHH

"Wahrhaft faszinierend", wiederholt der Elf nachdenklich. "Vielleicht willst du mir davon erzählen, doch erlaube mir zunächst, mich vorzustellen. Ich bin Feledrion Schwanenflug." Er wundert sich ein wenig über sich selbst, so ganz gegen seine Gewohnheit einem Menschen gleich zu Beginn sein Seelentier zu verraten. Und just in diesem Moment schwebt - ohne von ihm bemerkt zu werden - die weiße Daune hinter ihm vorüber.

AMö

"Mein Name ist In'Saaria al Farun", erwidert die Novadi die Vorstellung. "Schwanenflug, was für ein eigenartiger Name..." Ihre Augen folgen dem Flug der Schwanendaune. Für einen Moment wirkt sie völlig abwesend, dann reißt sie sich ganz offensichtlich wieder zusammen. "Sagt, Feledrion Schwanenflug, ist eine... Verbindung... mit dem Tierreich üblich bei den Elfen?"

OHH

Immer neugieriger beobachtet Feledrion die Gefühlswandlungen auf In'Saarias Antlitz. Er spürt deutlich, dem Geheimnis des Gasthauses näher zu kommen, so unbegründet dies auch noch scheinen mag. "Gewiß ist sie üblich! Zumindest beim Volke des Waldes, von dem ich stamme. Warum?"

AMö

Die Novadi zögert mit der Antwort, als wisse sie nicht recht, was sie eigentlich sagen will. Unschlüssig schaut sie umher und nimmt dabei den Blick Halil'aikaas wahr. Mit einem Kopfnicken gibt sie der Hündin zu verstehen, dass alles in Ordnung ist.
Dann schaut sie wieder Feledrion an. "Ich fragte mich nur... dieser Elf in meinem Traum... in unserem Traum... er trug ein Hirschgeweih auf dem Kopf... und da war noch sein Bruder, zumindest sagte er, der Schwan wäre sein Bruder..."
Ein Luftzug wirbelt die Schwanendaune hinter Feledrion hoch empor. Die Augen der Novadi beginnen sich ungläubig zu weiten. Mit rauher Stimme fragt sie: "Habt..." - sie schluckt heftig - "habt Ihr einen Bruder?"

OHH

In'Saarias Eröffnungen beeindrucken Feledrion so sehr, dass er zunächst kein Wort hervorbringt. Sein Blick stürzt für einen Moment in die Ferne.
Schließlich erwidert er leise: "Ich habe nicht nur einen, doch einer von ihnen erhielt von mir vor langer Zeit einen Helm mit einem Geweih, den ich einst fand, zum Geschenk. Denn seine Gestalt ist der Kronenhirsch..."

AMö

Vor dem geistigen Auge der Novadi erscheint wieder die Szene im Wald, der Elf mit dem Hirschgeweih, der Schwan auf dem Bettlaken... dies alles kann kein Zufall sein... Ein Name taucht aus dem Dunkel der Erinnerung auf - Millidrion.
Die Novadi nickt wie zur Bestaetigung mit dem Kopf. Ja, genau, Millidrion, so nannte sich der Elf mit dem Geweih. Und den Namen seines Bruders gab er mit Feledr...
Die Augen der Novadi weiten sich, ihr Gesicht wird blaß. Hastig wirft sie einen Blick zu Gwydons Gestalt hinüber, ihm, den sie auch zuerst im Traum und dann hier im Gasthaus ersah. Sollte Feledrion hier auch...?
Voller Unglauben, blaß und mit leicht zitternder Stimme fragt sie: "Sagt mir nur noch eines. Wie heißt Euer Bruder, dem Ihr das Hirschgeweih schenktet? Heißt er..." - ihre Stimme sinkt zu einem Flüstern herab - "Millidrion?"

OHH

Immer stärker keimt in Feledrion eine unbehagliche Besorgnis auf. Offenkundig hatte In'Saaria ein Erlebnis, mit dessen Verarbeitung sie noch nicht recht fertig wird.
Doch das ist es nicht allein. Was er bislang in diesem Gasthaus erlebte, scheint ihm mehr und mehr auf etwas Größeres hinzuweisen. Als wären seine Heilungsversuche bei Orlanda und Al'Hamar, sowie sein Gefühl, Tanit und die Rothaarige vor etwas beschützen zu müssen, nur die Vorbereitung auf ein Problem, welches ihm noch viel leidvolles Kopfzerbrechen bereiten wird.
In'Saarias Frage dagegen zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht. "Fast. Sein Name ist Milmirion."
Noch während er spricht, hebt er intuitiv die Rechte, als wolle er sie In'Saaria beruhigend auflegen.

AMö

"Milmirion..." Die Stimme der Novadi ist nur noch ein Hauch, als sie den Namen wiederholt. Ihre Gedanken rasen, drehen sich immer wieder um den seltsamen Traum und seine sich manifestierenden Gesichter. Die sich nähernde Hand Feledrions nimmt sie nicht wahr.

OHH

Fast ist Feledrion, als schaue er Traumgesichter, von denen er nur ahnen kann, dass auch In'Saaria sie sieht. Doch für ihn ist keines davon klar bis auf das ihre, das er wie die anderen nicht bildhaft vor sich sieht, sondern als Aura.
Seine Hand erreicht derweil sanft In'Saarias Hüfte, sie zu führen oder zu stützen - was immer angebracht sein werde. "Wir sollten uns setzen. Jener Tisch ist noch frei." Und dabei weist er auf die Ecke, in der er heute schon mit Tanit und Straston sprach.

AMö

Ein leichtes Schwindelgefühl befällt In'Saaria. Vor ihren Augen scheint sich die Gestalt des Elfen mit der eines Schwanes zu vermischen...
Energisch fährt sie sich mit der Hand über die Augen. Trugbilder, Traumgespenster! Der stützend führenden Hand Feledrions setzt sie keinen Widerstand entgegen und folgt ihm an den Tisch in der Ecke.

SW

Als Wulfen bei In'Saaria und dem Elfen vorbeikommt, bemerkt er den geistesabwesenden Gesichtsausdruck der Novadi und bleibt bei ihr stehen. Besorgt fragt er "Fehlt Euch irgendwas? Kann ich helfen?" und wirft einen halb fragenden, halb mißtrauischen Blick auf den Elfen.

OHH

Langsam führt der Elf In'Saaria zum hinteren Tische, wo er sich nach ihrem Traum erkundigen will. Aber da werden sie von der Seite durch einen Krieger angesprochen. Er scheint Vorbehalte gegen Elfen oder zumindest gegen Feledrion zu haben.
Wie soll sich Feledrion mit Problemen auseinandersetzen, wenn es ständig Menschen gibt, die sich einmischen? Er muß allein sein mit jenen, denen er helfen will! So erwidert er gegen seine Art ein wenig kühl: "Danke, wir kommen zurecht."

AMö

Die Worte Wulfens reißen In'Saaria aus ihrem träumerischen Zustand. Sie blickt dem Krieger in die Augen, blinzelt etwas, scheint aber ansonsten völlig bei Verstand zu sein.
"Danke für Eure Sorge, Wulfen, aber Feledrion und ich..." Der Blick der Novadi wird fester. "Wir beide scheinen überraschenderweise gemeinsame Bekannte zu haben." Mit einem letzten freundlichen Nicken zu Wulfen folgt die Novadi dann dem Elfen.

OHH

Feledrion geleitet In'Saaria zum erstbesten Stuhl und setzt sich selbst ihr gegenüber mit dem Rücken zur Wand. Als sie beide sitzen, meint er nach einem kurzen Sammeln seiner Gedanken: "Erzähle mir mehr über den Traum!"

AMö

In'Saaria schließt die Augen und läßt die Bilder der vergangenen Nacht wieder emporsteigen.
"Mir träumte, ich durchsstreife mit Kameraden einen dichten Wald. Irgendwo auf einer Lichtung sahen wir den Schein eines Feuers... als wir nähergingen, entdeckten wir einen Elfen, der einen Helm mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf trug. Neben ihm, auf einem weißen Bettlaken, saß ein Schwan... Dieser Schwan sei sein Bruder, so sagte der Elf... und dann verschwimmen die Bilder, verschwand der Elf und die Gefährten. Andere Bilder tauchten auf, andere Gefährten, teilweise bekannte Gesichter, teilweise nie zuvor gesehene... aber im Traum waren sie alle so vertraut..."
Langsam öffent die Novadi die Augen wieder. Sie blickt Feledrion lange an. "Das Seltsamste an diesem Traum jedoch ist, dass ich die meisten der Traumgesichter am anderen Morgen hier im Gasthaus leibhaftig angetroffen habe. Und alle hatten wir den selben Traum..."

OHH

'Ein Bettlaken?' Feledrion schüttelt schmunzelnd den Kopf. Wie eigenartig!
Als In'Saaria ihn wieder ansieht, erwidert er den Blick aufmerksam, wortlos, verstehend. Er gibt ihr Zeit.
"Höchst faszinierend!" meint er schließlich, als sie geendet hat. "Solche Traumverschmelzung geschieht allzu selten bei den Menschen. Fast möchte man meinen, es läge an diesem Hause, als habe es eigenes Mandra...
Sag, war es ein angenehmer Traum?"

SW

Die Antwort des Elfen in typisch überheblichem Tonfall vermag Wulfen nicht im geringsten zufriedenzustellen, aber immerhin scheint In'Saaria ja wieder 'voll da' zu sein. 'Trotzdem... irgendwas stimmt doch nicht. Hat dieses Spitzohr am Ende...'
Vorerst bleibt er aber etwas unschlüssig stehen und sieht sich um. 'Kann mich ja schlecht mit zu ihnen setzen... in der Nähe? Am Ende von unserem Tisch vielleicht, wo der Kopfgeldjäger saß, aber das wäre Alrik gegenüber doch schon grob unhöfl...' als eben jener auch schon etwas ruckartig und anscheinend auch nicht mehr ganz so standfest aufsteht, nach einem Bündel greift und sich auf den Weg zur Ausgangstür macht. Als er an Wulfen vorbeikommt, grüßt dieser ihn kurz mit einem Nicken und macht sich dann seinerseits auf den Weg zurück zum Tisch.
Dort setzt er sich auf Enkos ehemaligen Platz, so dass er sowohl den Elfen als auch In'Saaria aufmerksam beobachten kann. Besonders heimlich tut er dabei nicht, zum einen bemerken Elfen sowieso fast alles und zum anderen liegt ihm heimliches Gebaren nicht sonderlich.

AMö

Lange zögert In'Saaria mit der Antwort, ihre Augen wandern ziellos umher als suchten sie etwas. Am Rande nimmt sie dabei auch Wulfen wahr, der so unübersehbar den Tisch beobachtet. Sie schenkt ihm ein Lächeln, dann kehren Blick und Gedanken wieder zu Feledrion zurück.
"Ja und nein. Die Gesellschaft der anderen war im Traum und auch danach angenehm, beruhigend. Der Traum für sich jedoch..." die Novadi sucht nach Worten. "Ich weiß nicht warum, aber er hat mir Angst gemacht."

OHH

Auch Feledrion bemerkt des Kriegers aufdringliche Blicke. Er ist wohl etwas zu schroff gewesen, doch bekommt er nun umso mehr den Eindruck, der andere habe es verdient. Er entschließt sich jedoch, ihn zu ignorieren.
Nachdem er einige Augenblicke über In'Saarias Worte nachgedacht hat, erklärt der Elf leise, sich zu ihr über den Tisch beugend: "Ich glaube nicht, dass der Traum Grund zu besonderer Besorgnis gibt. Was er bedeutet, kann ich noch nicht begründen; zu wenig weiß ich darüber. Doch eines ist gewiß: Er hat keine geringe Bedeutung. Du mußt wissen, auch ich habe dein Gesicht schon einmal im Traume gesehen, wenngleich ich nicht sagen kann, wann und in welchem Zusammenhang."

AMö

Ungläubig, ja fast zweifelnd schaut In'Saaria Feledrion an. "Ich bin sicher, nur einen Elfen gesehen zu haben; ein zweiter wäre mir sicher aufgefallen... und bisher war die Erinnerung der Träumer immer wechselseitig. Und doch, du erscheinst mir recht vertraut, als ob mir mein Instinkt sagen würde, dass ich dich kennen sollte." Die Novadi wird immer unruhiger, ihre Körperhaltung drückt dies deutlich aus. Schließlich bricht es aus ihr hervor: "Bei Zants geringeltem Schwanz, es muß doch einen Weg geben, diese Ungewißheit zu beenden!"

OHH

Ein mildes Lächeln zieht sich über Feledrions Antlitz. "Erkennst du es noch immer nicht? Dein Instinkt spricht für dich. Vertraue ihm! Der Schwan, das war ich."

AMö

Schweigen. Mit keiner Regung zeigt die Novadi, ob sie die Worte ihres Gegenübers verstanden hat. Ihre dunklen Augen haften auf dem lächelnden Gesicht Feledrions, doch ihr Blick sieht wieder die Waldlichtung, das Lagerfeuer und das Bettuch mit dem Schwan. Dem Schwan mit den Augen eines Elfen...
Die Türe öffnet sich und in ihrem Lufthauch beginnt die kleine Daunenfeder wieder zu tanzen. Diese kleine Bewegung erlöst In'Saaria aus ihrer Starre. Geschmeidig erhebt sie sich und ist mit wenigen Schritten bei der tanzenden Feder. Mit einer langsamen, vorsichtigen Bewegung fängt sie die Daune und kehrt dann zurück an den Tisch mit Feledrion. Die kleine Feder wie ein Kleinod auf der Handflaeche haltend, setzt In'Saaria sich wieder.
Sie mustert die Daune, dann Feledrion und schließt die Augen. In ihrer Vorstellung verschmelzen Elf und Feder zu einem wunderschönen, weißen Schwan. Ein Lächeln umspielt ihre Lippen. Bei den Zwölfen, jeder vernünftige Mensch würde an ihrem Verstand zweifeln, dass sie den Worten dieses Elfen Glauben schenkt. Doch tief in ihrem Inneren weiß In'Saaria, dass Feledrion die Wahrheit gesagt hat. Der Schleier ist zerrissen und nun erkennt auch die Novadi ihren Traumgefährten.
Die Haltung der Novadi beginnt sich sichtlich zu entspannen. Sie öffnet die Augen und schaut Feledrion an. "Was hat dich hierher geführt, Traumgefährte?"

OHH

Neugierig, ja fast begeistert hat Feledrion die Wandlung der Frau beobachtet. Sie hat nun verstanden. Es ehrt ihn tief, wie sie mit seiner Feder umgeht. So wartet er geduldig - mit sich, mit ihr und mit der Welt zufrieden - bis sie wieder das Wort an ihn richtet.
Er zögert mit einer Antwort; die Frage scheint ihn zu erschüttern. Doch dann erwidert er: "Eigentlich bin ich auf dem Weg zu dem Regenwald im Mittag, um die Menschen und ihre Lebensweise dort näher kennenzulernen. Nun aber bekomme ich den Eindruck, noch etwas anderes habe mich hergeführt. Es hängt mit diesem Hause zusammen."
Sein Blick senkt sich nachdenklich. Die linke Hand beginnt kaum merklich zu zittern, während sich eine feine Schweißperle auf seiner Stirn bildet. "Ich habe irgend etwas übersehen."

AMö

Behutsam legt In'Saaria die Feder zwischen sich und Feledrion auf den Tisch. Dann streckt sie langsam die Hand aus, bis diese über der Hand Feledrions schwebt. Ohne dessen Hand zu berühren verhält sie so, sieht den Elfen fragend an und fragt: "Was spührst du noch in diesem Haus?"

OHH

Das Zucken entschwindet, der Elf blickt auf. "Vertrautheit", erwidert er und scheint sich selbst darüber zu wundern.
"Zuerst glaubte ich, dieses Haus habe ein Geheimnis. Nun, vermutlich hat es das auch. Doch die Zeichen, die darauf hindeuten, wie jener eigenartige Brandfleck dort" - er weist an die Decke mitten im Raum - "sollen mich vielleicht auf etwas ganz anderes aufmerksam machen. Es ist wie ein Hilferuf." Er seufzt. "Ich werde warten müssen, bis es sich mir offenbart."

AMö

Ganz sacht senkt die Novadi ihre Hand und berührt für einen kleinen Augenblick die Hand des Elfen. Doch bald schon zieht sie die Hand wieder zurück, so als wage sie es nicht, Feledrion länger durch diese Berührung zu belästigen. "Sicher wirst du unter den anderen Gästen oder den Bewohnern des Hauses jemanden finden, der dieses Rätsel lösen kann."
Sarinas demonstratives Fensterlädenschließen erinnert sie daran, dass es schon recht spät geworden ist. Mit Bedauern in der Stimme sagt sie: "Mir scheint, man will uns zu Verstehen geben, dass Travias Gastfreundlichkeit dem Kommen Borons zu weichen gedenkt." Sie unterdrückt ein Gähnen. "Doch morgen ist auch noch ein Tag... Süße Träume, mein Freund." Sie erhebt sich, wobei sie ganz unbewußt nach der Feder greift. Als In'Saaria es bemerkt, stutzt sie kurz, dann fragt sie lächelnd: "Schenkst du mir diese Feder als Andenken an unser Zusammentreffen?"

OHH

Wie selbstverständlich nimmt Feledrion die Berührung hin, erst als sie abrupt endet, breitet sich auf seinem Gesicht ein Ausdruck der Verwunderung aus.
Die Müdigkeit der Menschin scheint sie zur Eile zu treiben. So bedenkt der Elf ihre aufmunternden Worte nur mit einem Lächeln und verzichtet darauf, über die genannten Personen Nachfragen zu stellen.
Als sie nach der Daune fragt, antwortet er friedlich: "Gehört die Feder noch dem Vogel, wenn er sie verliert, das Haar noch dem Menschen?"
Er erhebt sich, tritt um den Tisch herum und schließt sanft In'Saarias Hand um seine Daune. "Ich brauche sie nicht mehr, doch es berührt mich sehr, dass du sie haben möchtest. Ich hoffe, ich verdiene diese Ehrung. Sie sei dein."

AMö

Ermutigt durch die vertraute Berühung Feledrions umfasst In'Saaria mit ihrer freien Hand die beiden um die Daune geschlossenen Hände. "Ich werde sie stehts bei mir tragen, so wie dich in meinen Träumen. Bis morgen dann."
Beinahe zögerlich löst die Novadi die Verbindung der Hände und geht langsamen Schrittes, die Daune noch immer fast zärtlich in der Hand haltend, hinüber zum Tisch am Kamin.

OHH

"Bis morgen", erwidert Feledrion fast tonlos. Lange blickt er ihr nach, selbst den Ruf der Köchin nimmt er kaum bewusst wahr.

In der Nacht geht es weiter.


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Redaktion und Lektorat: OHH